Machtkampf? Psychische Not?
06.04.2022 13:49
Zum Thema Autismus, den gommel und andere angebracht haben.
Es gab in jedem Jahr seiner Entwicklung immer wieder kleinere Dinge, die wir mit einem Fragezeichen beobachtet haben. Dann verwuchs sich das Eine und es kam etwas Anderes. Ich danke euch für eure Gedanken in die Richtung. Ich beobachte da noch weiter. Erfahrungsberichte helfen mir aber sehr! Sowohl in die Richtung "Mein Kind ist auch so und sonst nicht auffällig." als auch "Mein Kind mit irgendeiner Diagnose oder Diagnoseverdacht hat das auch."
Es gab in jedem Jahr seiner Entwicklung immer wieder kleinere Dinge, die wir mit einem Fragezeichen beobachtet haben. Dann verwuchs sich das Eine und es kam etwas Anderes. Ich danke euch für eure Gedanken in die Richtung. Ich beobachte da noch weiter. Erfahrungsberichte helfen mir aber sehr! Sowohl in die Richtung "Mein Kind ist auch so und sonst nicht auffällig." als auch "Mein Kind mit irgendeiner Diagnose oder Diagnoseverdacht hat das auch."
06.04.2022 14:04
Die Gedanken sind ja schon mal gut, dass du wohl manchmal nicht konsequent genug bist. Ich frage mich gerade, was sein Verhalten beim Baden mit dem anziehen zu tun hat. Ich hätte ihn dann einfach aus der Wanne geholt und bettfertig gemacht. Da kann ja dann auch doch vielleicht was passieren, wenn er nicht aufpasst und fällt.
Du musst jetzt viel probieren. Manches funktioniert und ein paar Tage später dann auch wieder nicht. Wie das Beispiel von deinem Mann mit der umgekehrten Psychologie.
Du musst jetzt viel probieren. Manches funktioniert und ein paar Tage später dann auch wieder nicht. Wie das Beispiel von deinem Mann mit der umgekehrten Psychologie.
06.04.2022 14:35
Zitat von gommel:
Die Gedanken sind ja schon mal gut, dass du wohl manchmal nicht konsequent genug bist. Ich frage mich gerade, was sein Verhalten beim Baden mit dem anziehen zu tun hat. Ich hätte ihn dann einfach aus der Wanne geholt und bettfertig gemacht. Da kann ja dann auch doch vielleicht was passieren, wenn er nicht aufpasst und fällt.
Du musst jetzt viel probieren. Manches funktioniert und ein paar Tage später dann auch wieder nicht. Wie das Beispiel von deinem Mann mit der umgekehrten Psychologie.
Er hat die Situation vor dem Baden mit dem Ausziehen (in der ich eingeknickt bin) als Argumentation dafür benutzt, dass ich seinen Wunsch doch jetzt nach dem Baden gefälligst auch erfüllen soll. Er hat wortwörtlich gesagt: "Vorhin hast du mir den Wunsch doch auch erfüllt. Ich hab dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich angezogen werden will."
06.04.2022 14:49
Also in vielem ist unsere Tochter (4) sehr ähnlich und ich halte das Verhalten für "normal". Sie hat auch seit einigen Wochen wieder vermehrt Tobsuchtsanfälle und versucht ihren Willen durchzusetzen bzw platzen einfach die großen Gefühle heraus. Sie braucht feste Strukturen und alles muss immer möglichst gleich sein. Gleicher Teller, gleiches Glas...
Was hier nicht vorkommt, ist Treten/Schlagen etc. Ich denke aber, dass da manche Kinder einfach körperlicher agieren als andere.
Du musst ganz genau beobachten, ist dein Kind in "Not" : braucht Nähe/ist müde/erschöpft und wird deshalb ausfällig oder möchte es seine Wünsche erfüllen und damit seinen Willen durchsetzen/ testen in wieweit du mitgehst. Das musst DU in den jeweiligen Situationen herausfinden. Generell denke ich schon, dass man da viel über die richtige Kommunikation machen kann. Du musst ganz klar deine und andere Grenzen zeigen und diese einfordern, trotzdem deinem Kind zugewandt bleiben. Versuche die Nachbarn und deinen Mann auszublenden und fokussiere dich auf dein Kind. Was braucht es gerade? Liebevolle Führung? Das Aufzeigen einer Grenze? Nähe? Aber auch immer überlegen, was brauchst du und was genau stresst dich in diesem Moment?
Was hier nicht vorkommt, ist Treten/Schlagen etc. Ich denke aber, dass da manche Kinder einfach körperlicher agieren als andere.
Du musst ganz genau beobachten, ist dein Kind in "Not" : braucht Nähe/ist müde/erschöpft und wird deshalb ausfällig oder möchte es seine Wünsche erfüllen und damit seinen Willen durchsetzen/ testen in wieweit du mitgehst. Das musst DU in den jeweiligen Situationen herausfinden. Generell denke ich schon, dass man da viel über die richtige Kommunikation machen kann. Du musst ganz klar deine und andere Grenzen zeigen und diese einfordern, trotzdem deinem Kind zugewandt bleiben. Versuche die Nachbarn und deinen Mann auszublenden und fokussiere dich auf dein Kind. Was braucht es gerade? Liebevolle Führung? Das Aufzeigen einer Grenze? Nähe? Aber auch immer überlegen, was brauchst du und was genau stresst dich in diesem Moment?
06.04.2022 14:55
Zitat von Anonym 1 (208455):
Zitat von gommel:
Die Gedanken sind ja schon mal gut, dass du wohl manchmal nicht konsequent genug bist. Ich frage mich gerade, was sein Verhalten beim Baden mit dem anziehen zu tun hat. Ich hätte ihn dann einfach aus der Wanne geholt und bettfertig gemacht. Da kann ja dann auch doch vielleicht was passieren, wenn er nicht aufpasst und fällt.
Du musst jetzt viel probieren. Manches funktioniert und ein paar Tage später dann auch wieder nicht. Wie das Beispiel von deinem Mann mit der umgekehrten Psychologie.
Er hat die Situation vor dem Baden mit dem Ausziehen (in der ich eingeknickt bin) als Argumentation dafür benutzt, dass ich seinen Wunsch doch jetzt nach dem Baden gefälligst auch erfüllen soll. Er hat wortwörtlich gesagt: "Vorhin hast du mir den Wunsch doch auch erfüllt. Ich hab dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich angezogen werden will."
Ah alles klar. Mein Fehler. Aber interessant wie gut er das kommunizieren kann. Er redet ja „fast“ wie ein erwachsener.
06.04.2022 15:07
Zitat von gommel:
Zitat von Anonym 1 (208455):
Zitat von gommel:
Die Gedanken sind ja schon mal gut, dass du wohl manchmal nicht konsequent genug bist. Ich frage mich gerade, was sein Verhalten beim Baden mit dem anziehen zu tun hat. Ich hätte ihn dann einfach aus der Wanne geholt und bettfertig gemacht. Da kann ja dann auch doch vielleicht was passieren, wenn er nicht aufpasst und fällt.
Du musst jetzt viel probieren. Manches funktioniert und ein paar Tage später dann auch wieder nicht. Wie das Beispiel von deinem Mann mit der umgekehrten Psychologie.
Er hat die Situation vor dem Baden mit dem Ausziehen (in der ich eingeknickt bin) als Argumentation dafür benutzt, dass ich seinen Wunsch doch jetzt nach dem Baden gefälligst auch erfüllen soll. Er hat wortwörtlich gesagt: "Vorhin hast du mir den Wunsch doch auch erfüllt. Ich hab dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich angezogen werden will."
Ah alles klar. Mein Fehler. Aber interessant wie gut er das kommunizieren kann. Er redet ja „fast“ wie ein erwachsener.
In der Situation war ich auch darüber überrascht. Zumal ich diesen ja relativ gängigen Sprich gar nicht verwende und der Papa auch nicht. Es klang von ihm als würden wir das täglich zu ihm sagen
Ich vermute, dass er es entweder von Freunden kennt oder von Erziehern.
06.04.2022 15:57
Hallo Anonym, ist gibt eine Pädagogin/Bindungsexpertin "sichtwechsel_erziehung" die ich auf deinen Eintrag hin anschrieb was sie darüber denkt, sie antwortete das:
Was mir dazu einfällt ist (mal schnell ich Stichpunkten):
- wer fechtet hier den Machtkampf aus? In meinen Augen die Mutter
- es darf leicht gehen - einfach mal spielerisch machen, wie der Papa es am Ende ja auch gemacht hat
- das nicht Anziehen hat das Kind als Strafe fürs hauen aufgefasst (hat sogar Kooperationsangebote gemacht „Ich haue nicht mehr“)
- Empathie kann von dem Kind noch gar nicht erwartet werden, da die Hirnentwicklung gerade erst stattfindet
- auch Impulskontrolle kann das Kind noch nicht (auch hier: Hirnunreife)
- die „Ticks“ mit Couch ausziehen etc. geben dem Kind Sicherheit (sehr wichtig bei Trennung durch Schlaf)
- was die Mutter sich fragen sollte: Woher kommt diese Sorge, dass ihr Kind ihr auf der Nase herum tanzt? Da stecken oft alte Glaubenssätze aus der eigenen Kindheit hinter, die aufgelöst werden können.
Ich weiß nicht ob ich ihren Instaaccount hier verlinken darf, aber vllt kann ihre Seite und auch ihre Beiträge dir sehr dabei helfen. Sie meinte auch: "Wenn neue Leute hierher finden, die andere Wege gehen wollen, als die, die sie kennen ?"
Was mir dazu einfällt ist (mal schnell ich Stichpunkten):
- wer fechtet hier den Machtkampf aus? In meinen Augen die Mutter
- es darf leicht gehen - einfach mal spielerisch machen, wie der Papa es am Ende ja auch gemacht hat
- das nicht Anziehen hat das Kind als Strafe fürs hauen aufgefasst (hat sogar Kooperationsangebote gemacht „Ich haue nicht mehr“)
- Empathie kann von dem Kind noch gar nicht erwartet werden, da die Hirnentwicklung gerade erst stattfindet
- auch Impulskontrolle kann das Kind noch nicht (auch hier: Hirnunreife)
- die „Ticks“ mit Couch ausziehen etc. geben dem Kind Sicherheit (sehr wichtig bei Trennung durch Schlaf)
- was die Mutter sich fragen sollte: Woher kommt diese Sorge, dass ihr Kind ihr auf der Nase herum tanzt? Da stecken oft alte Glaubenssätze aus der eigenen Kindheit hinter, die aufgelöst werden können.
Ich weiß nicht ob ich ihren Instaaccount hier verlinken darf, aber vllt kann ihre Seite und auch ihre Beiträge dir sehr dabei helfen. Sie meinte auch: "Wenn neue Leute hierher finden, die andere Wege gehen wollen, als die, die sie kennen ?"
06.04.2022 19:03
Zitat von Anonym 1 (208455):
Zitat von Jaspina1:
Zitat von gommel:
Schade das immer alles auf die Goldwaage gelegt wird. Ich habe von einer Entwicklungsstörung geschrieben. Das kann so vielfältig sein. Du hast doch schließlich nach einem Rat gefragt. Keiner sagt, dass es direkt autistisch ist. Wenn ich aber solche Verhaltensweisen bei meinen Kindern beobachte, tausche ich mich mit meinen Eltern aus und gehen auf Ursachenforschung. Manchmal hat es sich nach ein paar Wochen wieder erledigt, weil es eine Phase war. Ein Kind muss mit Wut lernen umzugehen, ja, aber seine Eltern so zu attackieren….meiner wird auch mal wütend, aber das würde er nicht machen.
Und immer das zu machen was der kleine Mann sagt, halte ich auch nicht für richtig, so wie es hier einige vorschlagen. Das wird dann an seinem Verhalten nichts ändern. Dann eher Kompromisse finden z.B. beim ausziehen helfen, aber Schlafanzug anziehen kann er alleine.
Ich würde auf meine Werte achten. Wenn mein Wert ist, dass mein Kind selbstständig wird, würde ich schauen, ob das passiert (tut es offensichtlich) und wenn nicht beim anziehen, dann halt in einem anderen Bereich.
Es kann auch dein Wert sein, dass du auf deine Kräfte achten willst oder musst. Dann kannst du schauen, wie du dieses Problem löst, ohne dass es unbedingt jetzt beim Anziehen sein muss.
Dieses "Mein Kind darf mit seinem Willen nicht durchkommen." Ist für mich kein Wert.
Liebe Jaspina,
deine Beiträge finden bei mir gerade am meisten Resonanz. Ich habe mich gefragt, ob es mir gestern wirklich um "Mein Kind darf mit seinem Willen nicht durchkommen." ging. Und auch wenn mein erster Impuls erstmal Ablehnung war, ging es mir darum, ja.
Ich war im ersten Beitrag nicht ganz ausführlich. Es kam schon vor dem Baden am Abend zu ähnlichen Übergriffen, bei denen ich (inkonsequent) sagte, er müsse sich gleich allein ausziehen, wenn er nicht aufhöre zu schlagen. Nachdem er dann wieder geschlagen hat, forderte ich ihn auf, sich allein auszuziehen. Er machte dann im Bad großen Radau, was mich auch ehrlicherweise wahnsinnig anspannte, da wir in einer Wohnung mit vielen Nachbarn wohnen und auch der Papa von der Lautstärke sehr genervt war und dies dann auch noch mehrfach kommentierte. Er tat mir Leid, ich tat mir Leid, meine Nachbarn taten mir Leid, also half ich ihm doch nochmal, obwohl es sich eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon nicht richtig anfühlte.
Ich bin schon etliche Male vorgegangen wie du vorschlägst, also ihm zu sagen, dass ich ihn anziehe, aber nur wenn er mich nicht haut. Dann habe ich die Hose halb angezogen und er tritt / boxt / ... erneut. Aus dieser Situation heraus bin ich ja erst nach mehreren Versuchen dabei angekommen, es endgültig zu lassen.
Als es dann am Abend erneut eskalierte, sagte ich mir: "Jetzt steht es fest. Er muss es einfach jetzt auch wirklich begreifen."
Es ging dem Papa und mir (vorher) noch nie darum, etwas mit Macht durchzusetzen. Ich habe es eigentlich immer eher mit einer Grundhaltung versucht, die so in die Richtung "artgerecht", Jesper Juul, "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten ..." oder "Hirnzellen lieben Blinde Kuh" passt.
Und jetzt denke ich: Mein Gott, mein vierjähriges Kind hat eigentlich immer das letzte Wort gehabt, hat Konsequenzen nur dann getragen, wenn es sie bereitwillig annahm. Wenn er nur lang genug Rabatz gemacht hat und aufgelöst genug wirkte, ging die "Das Kind ist in Not"-Glocke an und wir sind ihm entgegengekommen.
Nun fühlt sich genau das als großer Fehler an. Er glaubt, glaube ich, wirklich , dass er immer seinen Willen bekommt, wenn er nur doll genug will. Und ich zweifle zunehmend daran, dass das hilfreich für seine Entwicklung ist.
Noch zur Abgrenzung: Wenn mein Kind wütend ist und in der Wut handgreiflich wird, dann ist das für mich immer noch etwas, was ich als "Dafür kann er gerade nichts." einordne und wobei ich ihn begleite und später mit ihm drüber spreche. Zum Teil schiebe ich ihn dabei auch kurzzeitig in sein Zimmer (mit offener Tür) und bitte ihn, erstmal runter zu kommen. Wenn es doll eskaliert, schließe ich (ohne Abschließen natürlich) die Tür und dann ist er so überrascht von meiner "Eskalation", dass er in Tränen ausbricht und weinend ankommt mit "Kuscheeeeeeeln". Dann kuscheln wir auch direkt und reden darüber.
Aber seit einiger Zeit kommen diese Handgreiflichkeiten nicht erkennbar aus der Wut heraus, sondern entstehen - aus unserer Sicht - grundlos. Er kann oder will es auch nicht erklären. Und ich will das so nicht stehenlassen. Ich will nicht, dass er das einfach so durchziehen kann, ohne auch Konsequenzen wahrzunehmen. Deshalb haben wir uns das gestern 1,5h mit angeguckt. Deshalb wollte ich, dass er hier "nicht gewinnt" und habe tatsächlich einen Machtkampf daraus gemacht, um ihm zu verdeutlichen: "Wenn du mich grundlos so ärgerst während des Anziehens, dann mache ich es nicht. Fertig. Ohne weiteren Verhandlungsspielraum."
Und eigentlich war meine Überlegung, dies nun schon beim ersten "einfach so"-Angriff beizubehalten. Ich habe die Hoffnung, dass dann endlich bei ihm überhaupt mal die Notwendigkeit entsteht, sein Verhalten neu auszurichten.
Was mich dabei eben stark irritiert hat, war seine massive Gegenwehr und dass er so verzweifelt wirkte. Er ist vier. Ich glaube schon, dass er mittlerweile grundsätzlich in der Lage ist, auch Weinen und Schreien als Strategie einzusetzen. Als er noch kleiner war, war ich Verfechter von "Das Kind KANN Weinen und Schreien noch nicht strategisch einsetzen. Es hat ein Bedürfnis." Aber jetzt kann er auch bereits gezielt lügen. Daher weiß ich einfach seine Reaktion nicht gut einzuschätzen:
- Probiert er sein Methodenreportoire in all seiner Vielfalt und Tiefe aus?
- Empfindet er wirklich tiefe Verzweiflung?
- Braucht er aufgrund einer vom Persönlichkeit vielleicht wirklich noch dieses sehr feste Muster des Angezogenwerdens (+anderer Rituale)?
:-/
Wären Punkt 2 und 3 die Ursache, wäre unser Beharren auf dieser Regel ja vielleicht eher schädlich(?).
Ich suche noch nach dem richtigen Weg und freue mich über jeden, der seine Gedanken äußert.
Ich verstehe deine Zweifel total. Dennoch denke ich: Warum sollte er euch manipulieren wollen?
Und die Frage ist auch: Muss er das?
Der Zusammenhang zwischen anziehen und treten ist ihm auch vielleicht unklar. Deshalb die echte Verzweiflung, weil er ja echt verzweifelt ist, dass ihr ihm nicht helft und so "gemein" zu ihm seid. Dass er mit dem Schlagen das "verursacht" hat, wird ihm höchstwahrscheinlich nicht klar gewesen sein.
Die Frage, die bleibt, ist woher das Schlagen kommt. Du sagst, es sei ohne Wut. Kann es um Aufmerksamkeit gehen? Oder einfach Übermut? Kennst du das Buch "spielen schafft Nähe"? Das könnte das etwas entschärfen.
Ich finde es trotzdem völlig richtig in dem Moment immer und immer wieder zu sagen, dass bei euch nicht geschlagen wird. Und dann in ruhigen Momenten nachbesprechen. Aber es wird dauern, bis er das so weit versteht, dass er es umsetzen kann.
06.04.2022 20:26
Ich ziehe heute noch meinen fast 6 jährigen mit an.
Einfach weil er es mag.
Den 3 jährigen erst recht.
Die Kinder machen auch was, vor allem beim Ausziehen und ansonsten gemeinsam.
Ich mag es ja auch, wenn mir mein Mann einen Tee macht und an das es Sofa stellt.
Es hat nichts mit können zu tun.
Die Kinder funktionieren so oft.
Im Kindergarten oder in anderen Situationen.
Das Kind ist nicht unselbständig, wenn es Dinge kann, wenn es darauf ankommt.
Für viele Kinder ist das ein Zeichen von "Mama und Papa lieben mich", wenn man sich eben auch einfach mal kümmert und sowas macht.
Besonders am Abend, wenn viel Energie schon weg ist und die Kooperationsfähigkeit nicht mehr so groß ist.
Ich ziehe den Kindern morgens auch oft die Schuhe an.
Ist doch nichts dabei.
Einfach weil er es mag.
Den 3 jährigen erst recht.
Die Kinder machen auch was, vor allem beim Ausziehen und ansonsten gemeinsam.
Ich mag es ja auch, wenn mir mein Mann einen Tee macht und an das es Sofa stellt.
Es hat nichts mit können zu tun.
Die Kinder funktionieren so oft.
Im Kindergarten oder in anderen Situationen.
Das Kind ist nicht unselbständig, wenn es Dinge kann, wenn es darauf ankommt.
Für viele Kinder ist das ein Zeichen von "Mama und Papa lieben mich", wenn man sich eben auch einfach mal kümmert und sowas macht.
Besonders am Abend, wenn viel Energie schon weg ist und die Kooperationsfähigkeit nicht mehr so groß ist.
Ich ziehe den Kindern morgens auch oft die Schuhe an.
Ist doch nichts dabei.
06.04.2022 20:40
Kann es sein, dass dich in besagter Situation der Satz "Ich habe dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich von dir angezogen werden will." getriggert hat? Es ist ja nun kein Satz, den man so von einem Kind erwarten würde. Möglicherweise hat er dich eher an deine eigene Kindheit erinnert und du hast dich dann klein und nicht respektiert gefühlt. Du musst keine Angst haben, dass dein Kind die Kontrolle übernimmt. Es manipuliert wie gesagt nicht. Es ist ja eigentlich auch schön, dass es so genau formulieren kann, was es möchte. Allerdings muss für das Kind ganz klar sein, dass es dich nicht schlagen oder treten darf, auch wenn es das möglicherweise nutzt, um seine Gefühle rauszulassen. Dann braucht es dafür eine andere Möglichkeit
06.04.2022 20:51
Ach so und wegen körperlich werden: dein Kind erwartet von dir halt viel.
Das tun die meisten Kinder von den engsten Bezugspersonen. Quasi, dass wir immer bescheid wissen.... Und wenn wir uns falsch verhalten denken sie intuitiv, es wäre Absicht.
Und Machtkämpfe bringen nichts. Das ist Provokation und Unterordnung.
Jedes Kind hat andere Eigenheiten. Natürlich ist schlagen etc nicht OK.
Aber mit der Masse an Emotionen gehen Kinder unterschiedlich um.
Also bereden ja.
Erklären was ein no Go ist, ja.
Aber auch wenn es schwer ist, nicht diese wenn dann Machtspirale.
Das tun die meisten Kinder von den engsten Bezugspersonen. Quasi, dass wir immer bescheid wissen.... Und wenn wir uns falsch verhalten denken sie intuitiv, es wäre Absicht.
Und Machtkämpfe bringen nichts. Das ist Provokation und Unterordnung.
Jedes Kind hat andere Eigenheiten. Natürlich ist schlagen etc nicht OK.
Aber mit der Masse an Emotionen gehen Kinder unterschiedlich um.
Also bereden ja.
Erklären was ein no Go ist, ja.
Aber auch wenn es schwer ist, nicht diese wenn dann Machtspirale.
06.04.2022 21:52
Zitat von Anonym 1 (208455):
Liebe Community,
ich brauche eure Einschätzung. Mein Kind ist 4 und ist in letzter Zeit gegenüber uns Eltern sehr körperlich (in der Kita nie). Er haut, beißt, kneift, tritt, um seinen Willen durchzusetzen.
Heute ging es ums Anziehen und ist eskaliert. In der Kita zieht unser Kind sich nach dem Sport selbständig an. Es liegt also nicht am Können. Heute wollte ich ihn wie immer eincremen und anziehen und er hat mich mehrfach sehr doll geboxt. Er kann das auch nicht begründen. Es scheint eine Mischung aus Spaß, Ablehnung (der Handlung) und Provokation zu sein. Nach einer Vorwarnung habe ich ihn nackt sitzen lassen und festgelegt, dass er sich heute Abend allein anzieht.
Er eskalierte nun 1,5 Stunden. Ich saß währenddessen die meiste Zeit neben ihm und ab und an kam er auch kurz kuscheln, um dann wieder aggressiv zu werden, weil ich immer noch dabei blieb, ihn nicht anzuziehen. Ich verließ dann den Raum, er brüllte und heulte. Ich ging nach einer Weile zurück und das Spiel begann von vorn.Argumente und Angebote setzte er auch ein: "ich will aber!" "Ich habe dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich von dir angezogen werden will!" "Ich hau auch nicht mehr!" "Vorhin hast du mich auch angezogen."
Der Papa konnte den Konflikt schließlich dadurch lösen, dass er ein Spiel gespielt hat: "kein Schlingel zieht sich jetzt die Unterhose an" usw. Durch diese umgekehrte Psychologie ließ er sich auf das Anziehen ein.
Haben wir ihn einfach nur völlig verzogen? Ist das normal? Ist das psychisch auffällig? Ich bin ratlos und es bricht mir das Mamaherz ihn so aufgelöst zu sehen. Allerdings nehmen seine körperlichen Angriffe auf uns Eltern zu. Ich bin gerade krank und lag mit geschlossenen Augen auf der Couch. Er kam und schnappte mir direkt ins Gesicht, was auch ordentlich weh tat, zumal ich damit ja auch überhaupt nicht gerechnet hatte. Es gab auch gerade keinen erkennbaren Anlass, keine Wut. Er fand das wohl aus seiner Sicht einfach witzig, Oboenruhm ich ihn immer zurückmelde, dass mir sowas weh tut.
Daher haben mittlerweile diese Übergriffe auch Folgen. Vorher haben wir das unter "er kann seine Gefühle noch nicht so gut kontrollieren." "Er ist müde" usw. eher weniger konsequent verfolgt. Aber ich habe den Eindruck, dass wir so nicht weitermachen können.
Vielleicht noch zu anderen Dingen, für wir beobachten:
Er hat schon ein paar Dinge, die immer exakt nach seiner Vorstellung verlaufen müssen. Nur ein Beispiel: Wenn er sich tagsüber mit einer Milch ausruhen möchte, muss die Couch ausgezogen werden und seine Kuschelschlange muss an eine bestimmte Position gelegt werden und unbedingt gerade sein. Wird etwas davon nicht befolgt, gibt es Tränen.
PS: Anonym, um mein Kind zu schützen.
Hallo ?♀️
Da er das verhalten In der Kita nicht zeigt , sondern nur bei euch Eltern würde ich sagen das ihr ihm es oft durchgehen gelassen habt , so hat dein Kind gelernt das er bei mama und Papa viel mehr Spielraum hat .
Ich glaube mehr Konsequenz würde das Verhältnis zwischen euch stärken.
Das heißt aber nicht das ihr Stränger sein sollt , nur konsequent zu Euren werten stehen wie z.b er soll nicht haueuen.
Wahrscheinlich kann er seine Gefühle noch nicht richtig kontrollieren und haut dann deswegen .
Ich würde ihn in so einer Situation nicht alleine lassen , aber auch nicht eingreifen , so das er seine Gefühle auch ausleben kann , natürlich nicht gewalttätig. Da muss man dann eingreifen .
Ich finde es ist aber auch ein ganz normales Verhalten für ein 4 jährigen , sie müssen halt so viel lernen und wir sind ihre Vorbilder .
Denk dran bei der nächsten Situation, vielleicht fällt es dir dann leichter es durchzustehen.
Liebe Grüße ☺️
06.04.2022 21:53
Zitat von Yoshi2020:
Hallo Anonym, ist gibt eine Pädagogin/Bindungsexpertin "sichtwechsel_erziehung" die ich auf deinen Eintrag hin anschrieb was sie darüber denkt, sie antwortete das:
Was mir dazu einfällt ist (mal schnell ich Stichpunkten):
- wer fechtet hier den Machtkampf aus? In meinen Augen die Mutter
- es darf leicht gehen - einfach mal spielerisch machen, wie der Papa es am Ende ja auch gemacht hat
- das nicht Anziehen hat das Kind als Strafe fürs hauen aufgefasst (hat sogar Kooperationsangebote gemacht „Ich haue nicht mehr“)
- Empathie kann von dem Kind noch gar nicht erwartet werden, da die Hirnentwicklung gerade erst stattfindet
- auch Impulskontrolle kann das Kind noch nicht (auch hier: Hirnunreife)
- die „Ticks“ mit Couch ausziehen etc. geben dem Kind Sicherheit (sehr wichtig bei Trennung durch Schlaf)
- was die Mutter sich fragen sollte: Woher kommt diese Sorge, dass ihr Kind ihr auf der Nase herum tanzt? Da stecken oft alte Glaubenssätze aus der eigenen Kindheit hinter, die aufgelöst werden können.
Ich weiß nicht ob ich ihren Instaaccount hier verlinken darf, aber vllt kann ihre Seite und auch ihre Beiträge dir sehr dabei helfen. Sie meinte auch: "Wenn neue Leute hierher finden, die andere Wege gehen wollen, als die, die sie kennen ?"
Ich antworte auf euch jetzt einzeln, sonst kann ich mir eure Beiträge nicht gut genug merken. Verzeiht es mir bitte
Liebe Yoshi, wie lieb, dass du sogar extern bei Experten nachfragst!
Ich muss noch ein bisschen über die Antwort nachdenken, bevor ich genauer darauf eingehen kann. Viele der angesprochenen Punkte entsprechen meiner Auffassung, die ich bis vor Kurzem noch hatte. Und nun hatte ich den Eindruck, wir würden dem "Das Kind kann nicht anders" langsam, aber deutlich entwachsen.
Ich schreibe nachher noch was zum Tag heute und komme dann darauf zum Teil nochmal zurück.
Lieben Dank für deinen Beitrag! Name für Instagram ist gemerkt!
06.04.2022 22:07
Zitat von Jaspina1:
Zitat von Anonym 1 (208455):
Zitat von Jaspina1:
Zitat von gommel:
Schade das immer alles auf die Goldwaage gelegt wird. Ich habe von einer Entwicklungsstörung geschrieben. Das kann so vielfältig sein. Du hast doch schließlich nach einem Rat gefragt. Keiner sagt, dass es direkt autistisch ist. Wenn ich aber solche Verhaltensweisen bei meinen Kindern beobachte, tausche ich mich mit meinen Eltern aus und gehen auf Ursachenforschung. Manchmal hat es sich nach ein paar Wochen wieder erledigt, weil es eine Phase war. Ein Kind muss mit Wut lernen umzugehen, ja, aber seine Eltern so zu attackieren….meiner wird auch mal wütend, aber das würde er nicht machen.
Und immer das zu machen was der kleine Mann sagt, halte ich auch nicht für richtig, so wie es hier einige vorschlagen. Das wird dann an seinem Verhalten nichts ändern. Dann eher Kompromisse finden z.B. beim ausziehen helfen, aber Schlafanzug anziehen kann er alleine.
Ich würde auf meine Werte achten. Wenn mein Wert ist, dass mein Kind selbstständig wird, würde ich schauen, ob das passiert (tut es offensichtlich) und wenn nicht beim anziehen, dann halt in einem anderen Bereich.
Es kann auch dein Wert sein, dass du auf deine Kräfte achten willst oder musst. Dann kannst du schauen, wie du dieses Problem löst, ohne dass es unbedingt jetzt beim Anziehen sein muss.
Dieses "Mein Kind darf mit seinem Willen nicht durchkommen." Ist für mich kein Wert.
Liebe Jaspina,
deine Beiträge finden bei mir gerade am meisten Resonanz. Ich habe mich gefragt, ob es mir gestern wirklich um "Mein Kind darf mit seinem Willen nicht durchkommen." ging. Und auch wenn mein erster Impuls erstmal Ablehnung war, ging es mir darum, ja.
Ich war im ersten Beitrag nicht ganz ausführlich. Es kam schon vor dem Baden am Abend zu ähnlichen Übergriffen, bei denen ich (inkonsequent) sagte, er müsse sich gleich allein ausziehen, wenn er nicht aufhöre zu schlagen. Nachdem er dann wieder geschlagen hat, forderte ich ihn auf, sich allein auszuziehen. Er machte dann im Bad großen Radau, was mich auch ehrlicherweise wahnsinnig anspannte, da wir in einer Wohnung mit vielen Nachbarn wohnen und auch der Papa von der Lautstärke sehr genervt war und dies dann auch noch mehrfach kommentierte. Er tat mir Leid, ich tat mir Leid, meine Nachbarn taten mir Leid, also half ich ihm doch nochmal, obwohl es sich eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon nicht richtig anfühlte.
Ich bin schon etliche Male vorgegangen wie du vorschlägst, also ihm zu sagen, dass ich ihn anziehe, aber nur wenn er mich nicht haut. Dann habe ich die Hose halb angezogen und er tritt / boxt / ... erneut. Aus dieser Situation heraus bin ich ja erst nach mehreren Versuchen dabei angekommen, es endgültig zu lassen.
Als es dann am Abend erneut eskalierte, sagte ich mir: "Jetzt steht es fest. Er muss es einfach jetzt auch wirklich begreifen."
Es ging dem Papa und mir (vorher) noch nie darum, etwas mit Macht durchzusetzen. Ich habe es eigentlich immer eher mit einer Grundhaltung versucht, die so in die Richtung "artgerecht", Jesper Juul, "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten ..." oder "Hirnzellen lieben Blinde Kuh" passt.
Und jetzt denke ich: Mein Gott, mein vierjähriges Kind hat eigentlich immer das letzte Wort gehabt, hat Konsequenzen nur dann getragen, wenn es sie bereitwillig annahm. Wenn er nur lang genug Rabatz gemacht hat und aufgelöst genug wirkte, ging die "Das Kind ist in Not"-Glocke an und wir sind ihm entgegengekommen.
Nun fühlt sich genau das als großer Fehler an. Er glaubt, glaube ich, wirklich , dass er immer seinen Willen bekommt, wenn er nur doll genug will. Und ich zweifle zunehmend daran, dass das hilfreich für seine Entwicklung ist.
Noch zur Abgrenzung: Wenn mein Kind wütend ist und in der Wut handgreiflich wird, dann ist das für mich immer noch etwas, was ich als "Dafür kann er gerade nichts." einordne und wobei ich ihn begleite und später mit ihm drüber spreche. Zum Teil schiebe ich ihn dabei auch kurzzeitig in sein Zimmer (mit offener Tür) und bitte ihn, erstmal runter zu kommen. Wenn es doll eskaliert, schließe ich (ohne Abschließen natürlich) die Tür und dann ist er so überrascht von meiner "Eskalation", dass er in Tränen ausbricht und weinend ankommt mit "Kuscheeeeeeeln". Dann kuscheln wir auch direkt und reden darüber.
Aber seit einiger Zeit kommen diese Handgreiflichkeiten nicht erkennbar aus der Wut heraus, sondern entstehen - aus unserer Sicht - grundlos. Er kann oder will es auch nicht erklären. Und ich will das so nicht stehenlassen. Ich will nicht, dass er das einfach so durchziehen kann, ohne auch Konsequenzen wahrzunehmen. Deshalb haben wir uns das gestern 1,5h mit angeguckt. Deshalb wollte ich, dass er hier "nicht gewinnt" und habe tatsächlich einen Machtkampf daraus gemacht, um ihm zu verdeutlichen: "Wenn du mich grundlos so ärgerst während des Anziehens, dann mache ich es nicht. Fertig. Ohne weiteren Verhandlungsspielraum."
Und eigentlich war meine Überlegung, dies nun schon beim ersten "einfach so"-Angriff beizubehalten. Ich habe die Hoffnung, dass dann endlich bei ihm überhaupt mal die Notwendigkeit entsteht, sein Verhalten neu auszurichten.
Was mich dabei eben stark irritiert hat, war seine massive Gegenwehr und dass er so verzweifelt wirkte. Er ist vier. Ich glaube schon, dass er mittlerweile grundsätzlich in der Lage ist, auch Weinen und Schreien als Strategie einzusetzen. Als er noch kleiner war, war ich Verfechter von "Das Kind KANN Weinen und Schreien noch nicht strategisch einsetzen. Es hat ein Bedürfnis." Aber jetzt kann er auch bereits gezielt lügen. Daher weiß ich einfach seine Reaktion nicht gut einzuschätzen:
- Probiert er sein Methodenreportoire in all seiner Vielfalt und Tiefe aus?
- Empfindet er wirklich tiefe Verzweiflung?
- Braucht er aufgrund einer vom Persönlichkeit vielleicht wirklich noch dieses sehr feste Muster des Angezogenwerdens (+anderer Rituale)?
:-/
Wären Punkt 2 und 3 die Ursache, wäre unser Beharren auf dieser Regel ja vielleicht eher schädlich(?).
Ich suche noch nach dem richtigen Weg und freue mich über jeden, der seine Gedanken äußert.
Ich verstehe deine Zweifel total. Dennoch denke ich: Warum sollte er euch manipulieren wollen?
Und die Frage ist auch: Muss er das?
Der Zusammenhang zwischen anziehen und treten ist ihm auch vielleicht unklar. Deshalb die echte Verzweiflung, weil er ja echt verzweifelt ist, dass ihr ihm nicht helft und so "gemein" zu ihm seid. Dass er mit dem Schlagen das "verursacht" hat, wird ihm höchstwahrscheinlich nicht klar gewesen sein.
Die Frage, die bleibt, ist woher das Schlagen kommt. Du sagst, es sei ohne Wut. Kann es um Aufmerksamkeit gehen? Oder einfach Übermut? Kennst du das Buch "spielen schafft Nähe"? Das könnte das etwas entschärfen.
Ich finde es trotzdem völlig richtig in dem Moment immer und immer wieder zu sagen, dass bei euch nicht geschlagen wird. Und dann in ruhigen Momenten nachbesprechen. Aber es wird dauern, bis er das so weit versteht, dass er es umsetzen kann.
Doch, ihm war dieser Zusammenhang schon klar. Sonst hätte er vermutlich nicht gesagt: "Ich hau auch nicht mehr.", was ja an sich ein ganz tolles Ergebnis wäre, wenn er es denn wenigstens während des Anziehens auch befolgen würde. Ich habe ja endgültig beschlossen ihn nicht mehr anzuziehen, nachdem es wiederholt nicht funktioniert hat. In den Wochen davor hatte dieses Verhalten immer weiter zugenommen.
Und woher das Schlagen kommt... Ja, Übermut, Aufmerksamkeit bestimmt auch (er bekommt viel Aufmerksamkeit, auch vom Papa). Das Buch kenne ich nicht. Ich schaue es mir mal an.
Warum sollte er uns manipulieren wollen? Muss er das?
Ich würde es so gar nicht bezeichnen. Ich glaube nur, dass er schon mit all seinen Fähigkeiten versucht hat, seinen Wunsch erfüllt zu bekommen. "Ich will aber diesen Traktor!!! Ich will, ich will ich will!". Nun ist Anziehen etwas anderes, deswegen Frage ich euch ja um Rat. Das ist ja auch etwas Intimes und ihr habt alle Recht damit, dass es auch eine Form der Zuwendung ist, die Liebe und Geborgenheit vermittelt. Das ist bestimmt auch der Grund, warum es uns (grundsätzlich) egal ist, dass er sich mit 4 nicht allein (bei uns) anzieht. Er schläft auch im Familienbett, das wir extra auf 2,70 Breite erweitert haben. Wir wollen ihn unbedingt die Liebe und Zuwendung zukommen lassen, die er braucht.
Aber. Ich fand in dem Moment auch meine persönliche Grenze deutlich erreicht. Und wie weit geht diese Entwicklung ohne deutliches Zeichen weiter?
Spoiler: Er hat mich heute kein einziges Mal gehauen. Einmal hat er die Hand gehoben und wollte boxen. Er hat die Hand kurz vor knapp zurückgezogen und wir haben beide gestaunt und und uns gefreut.
06.04.2022 22:12
Zitat von kataleia:
Ich ziehe heute noch meinen fast 6 jährigen mit an.
Einfach weil er es mag.
Den 3 jährigen erst recht.
Die Kinder machen auch was, vor allem beim Ausziehen und ansonsten gemeinsam.
Ich mag es ja auch, wenn mir mein Mann einen Tee macht und an das es Sofa stellt.
Es hat nichts mit können zu tun.
Die Kinder funktionieren so oft.
Im Kindergarten oder in anderen Situationen.
Das Kind ist nicht unselbständig, wenn es Dinge kann, wenn es darauf ankommt.
Für viele Kinder ist das ein Zeichen von "Mama und Papa lieben mich", wenn man sich eben auch einfach mal kümmert und sowas macht.
Besonders am Abend, wenn viel Energie schon weg ist und die Kooperationsfähigkeit nicht mehr so groß ist.
Ich ziehe den Kindern morgens auch oft die Schuhe an.
Ist doch nichts dabei.
Ich sehe das genau wie du. Um das Thema Selbständigkeit ging es mir auch gar nicht. Mir ist natürlich wichtig zu wissen, ob er es kann - und er kann. Er kann ganz viel ganz toll und ist in vielen Dingen auch super selbständig. So selbständig müsste er noch gar nicht sein. Es ging um solche Momente mit Angriffen, vor allem, wenn sie scheinbar aus dem Nichts kommen.
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Argumente und Angebote setzte er auch ein: "ich will aber!" "Ich habe dir jetzt schon hundertmal gesagt, dass ich von dir angezogen werden will!" "Ich hau auch nicht mehr!" "Vorhin hast du mich auch angezogen."