Mütter- und Schwangerenforum

Ich habe meine Schwangerschaft abbrechen lassen

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17.06.2015 18:18
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

...


Aber du hast doch grad selbst geschrieben, wäre sie noch schwanger, hättest du was anderes gesagt. Also wärst du schon mal jemand, der hier so und da anders sagt.

Ich finde zurückhalten hier eher nicht sinnvoll. Vielleicht liest eine Frau den Thread, die sich noch unsicher ist und stellt dann fest, dass alle die TS trösten, sagen, dass sie ihre Entscheidung verstehen können ... Dann denkt sich diese Frau vielleicht, dass dann dieser Weg ja der richtige ist und geht ihn. Antworten, die nicht nur voller Verständnis sind, regen dagegen vielleicht an, noch einmal nachzudenken vor dem letzten Schritt. Weiß man wie ich das meine?

Ich habe aber auch keine feste Meinung zum Thema und mache das immer von der Situation abhängig. Ich finde es wünscheswert, das werdende Leben zu erhalten, kann aber auch meist nachvollziehen, wenn sich jemand nach reiflicher Überlegung dafür entscheidet.
Hauptsächlich bin ich froh und dankbar, dass ich noch niemals diese Entscheidung treffen musste.

Was ich nicht glaube, ist, dass jemand genau diesen Thread lesen wird und denken: Abtreibung ist ja so eine einfache Lösung ohne Konsequenzen. Im Gegenteil. Die Zerrissenheit und Trauer der TS hätte mich eher zum Nachdenken darüber gebracht, ob ich dieser Entscheidung wirklich gewachsen wäre.


Naja dann widersprichst du dir ja selbst, dass es immer andere sind, wie du gesagt hast. Ich verstehe, was du meinst aber nicht jeder kann auf die Themen halt so objektiv schauen und daher finde ich es völlig normal, dass hier eben auch Gegenstimmen kommen.

Du vielleicht, ein junges Mädel, das eben nur verzweifelt aber nicht selbstreflektiert ist, ist da vielleicht anders.

Nein, ich widerspreche mir nicht. Ich sehe mich nur zwischen den Stühlen und habe auch nicht das Gefühl, mich hier für die Liga der Abtreibungsverharmloser stark gemacht zu haben, während ich woanders predige, dass Abtreibung Mord ist. Ich vertrete überall meine gemäßigte Position oder gar keine. Die eher extremen Äußerungen, die du zu Beginn ansprachst, kamen höchst wahrscheinlich von verschiedenen Leuten. Nehme ich jedenfalls gutgläubig und mich auf Logik berufend an.

Ich glaube wirklich, dass gerade die nicht so Gefestigten hier nicht die Absolution zur Abtreibung rauslesen. Der Eingangspost macht doch ziemlich deutlich, dass Abtreibung eben keine einfache Lösung ist, sondern, dass man womöglich ein Leben lang unter der Entscheidung leidet.
Seramonchen
37809 Beiträge
17.06.2015 18:19
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

...

Ich habe aber auch keine feste Meinung zum Thema und mache das immer von der Situation abhängig. Ich finde es wünscheswert, das werdende Leben zu erhalten, kann aber auch meist nachvollziehen, wenn sich jemand nach reiflicher Überlegung dafür entscheidet.
Hauptsächlich bin ich froh und dankbar, dass ich noch niemals diese Entscheidung treffen musste.

Was ich nicht glaube, ist, dass jemand genau diesen Thread lesen wird und denken: Abtreibung ist ja so eine einfache Lösung ohne Konsequenzen. Im Gegenteil. Die Zerrissenheit und Trauer der TS hätte mich eher zum Nachdenken darüber gebracht, ob ich dieser Entscheidung wirklich gewachsen wäre.


Naja dann widersprichst du dir ja selbst, dass es immer andere sind, wie du gesagt hast. Ich verstehe, was du meinst aber nicht jeder kann auf die Themen halt so objektiv schauen und daher finde ich es völlig normal, dass hier eben auch Gegenstimmen kommen.

Du vielleicht, ein junges Mädel, das eben nur verzweifelt aber nicht selbstreflektiert ist, ist da vielleicht anders.

Nein, ich widerspreche mir nicht. Ich sehe mich nur zwischen den Stühlen und habe auch nicht das Gefühl, mich hier für die Liga der Abtreibungsverharmloser stark gemacht zu haben, während ich woanders predige, dass Abtreibung Mord ist. Ich vertrete überall meine gemäßigte Position oder gar keine. Die eher extremen Äußerungen, die du zu Beginn ansprachst, kamen höchst wahrscheinlich von verschiedenen Leuten. Nehme ich jedenfalls gutgläubig und mich auf Logik berufend an.

Ich glaube wirklich, dass gerade die nicht so Gefestigten hier nicht die Absolution zur Abtreibung rauslesen. Der Eingangspost macht doch ziemlich deutlich, dass Abtreibung eben keine einfache Lösung ist, sondern, dass man womöglich ein Leben lang unter der Entscheidung leidet.


Das wäre schön aber sicher kann man sich da nie sein ...
17.06.2015 18:20
Zitat von Mamota:

Das Unterforum ist wohl tatsächlich nicht ideal. Kann das ein Mod verschieben? In einigen anderen Foren wird sowas öfter mal gemacht.

Zaubis Einwand finde ich auch interessant. Ich glaube, hätte die TS das, was sie geschrieben hat, zum Zeitpunkt der Schwangerschaft geschrieben, hätte ich wohl auch eher versucht sie auf Alternativen zu stoßen. Therapie, Familienberatung, usw. Eben weil es sich so hilflos und zerrissen klingt. Eine Frau, die wirklich abtreiben will, klingt anders. Aber gut, auch das ist hypothetisch.

Brünni, vor deiner Position habe ich übrigens höchsten Respekt. Ich tu mir ja immer schwer, Leuten dieses "nie, nie, niemals" abzunehmen. Aber du scheinst da für dich sehr gefestigt zu sein und das dennoch nicht auf andere zu übertragen. Das finde ich schwerer, als von einer eher neutralen Position aus fair und sachlich zu bleiben.


Ich finde es eigentlich ziemlich schade, dass Brünni quasi zum "Outing" genötigt wurde, weil es anscheinend allen unfassbar schwer fällt, zu glauben, dass es Menschen gibt, die tatsächlich konsequent hinter ihren Überzeugungen stehen
Ich mag dieses "Sag niemals nie"-Gerede nicht. Es gibt einfach Situationen, da kann ich für mich (und andere können das auch) einfach definitiv gewisse Sachen von vornherein ausschließen, auch wenn ich noch nie in der Situation war.
Ich habe z.B. einen Freund, sehr gläubig, Single. Der sagt, wenn er mal verheiratet ist, wird er sich niemals scheiden lassen. Er schließt das für sich kategorisch aus (die Frau könnte ja theoretisch auch die Scheidung einreichen, aber er wird sie eben nie einreichen) und weißt du was - ich glaub ihm das, 100%, weil ich weiß, es ist seine absolute Überzeugung und er steht konsequent dahinter, und wenn die Frau noch so eine Kratzbürste wäre.
Und ich muss mich beim Thema Abtreibung da auch nicht mit einem Hintertürchen befassen, weil es für mich, bis auf eine einzige, sehr eng umrissene Ausnahme, ein großes und unverrückbares NIE wäre.
17.06.2015 18:21
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

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Wo habe ich behauptet, dass es dein Problem wäre? Aber ich werde ja wohl sagen dürfen, dass ich persönlich das als störend empfinde. Wenn es dich stört, dass ich das sage, dann ist das dein Problem, nicht meins.

Ich hatte nicht vor, dir auf den Schlips zu treten. Du hast natürlich nicht behauptet, dass das mein Problem wäre. Aber du hast es abfällig als Gequatsche bezeichnet und da bin ich wohl mit in den Jargon gerutscht.


Ja ich hätte noch dranhängen sollen, dass ich mich auf das Gequatsche in Bezug auf die Entscheidung beziehe. Dieses Respekt zeigen, wo es einfach unangebracht ist und das ist es m.E. nach, wenn jemand sagt er zieht den Hut davor, das abgetrieben wurde. Ich bezog mich nicht auf die Verarbeitung in Form dieses Themas hier. Sorry, wenn du dich da angesprochen gefühlt hast.

Ich habe übrigens auch honeybunny anders verstanden, als sich das jetzt so isoliert liest. Aber da kann ich auch subjektiv sein in meiner Wahrnehmung. Da will ich mich der Beweislast beugen, bis es ein Dementi gibt.

Offensichtlich haben wir uns wohl danebenverstanden. Schwamm drüber?
Seramonchen
37809 Beiträge
17.06.2015 18:23
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Ich hatte nicht vor, dir auf den Schlips zu treten. Du hast natürlich nicht behauptet, dass das mein Problem wäre. Aber du hast es abfällig als Gequatsche bezeichnet und da bin ich wohl mit in den Jargon gerutscht.


Ja ich hätte noch dranhängen sollen, dass ich mich auf das Gequatsche in Bezug auf die Entscheidung beziehe. Dieses Respekt zeigen, wo es einfach unangebracht ist und das ist es m.E. nach, wenn jemand sagt er zieht den Hut davor, das abgetrieben wurde. Ich bezog mich nicht auf die Verarbeitung in Form dieses Themas hier. Sorry, wenn du dich da angesprochen gefühlt hast.

Ich habe übrigens auch honeybunny anders verstanden, als sich das jetzt so isoliert liest. Aber da kann ich auch subjektiv sein in meiner Wahrnehmung. Da will ich mich der Beweislast beugen, bis es ein Dementi gibt.

Offensichtlich haben wir uns wohl danebenverstanden. Schwamm drüber?


Ich habe extra den gesamten Kommentar zitiert, damit es nicht isoliert da steht und es dann heißt, man solle wenn dann alles zitieren. Bei der Suche sind mir auch zwei bis drei "ich kann dich verstehen" über den Weg gelaufen.

Ja eh, ich hätte mich auch klarer ausdrücken können.
17.06.2015 18:23
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

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Naja dann widersprichst du dir ja selbst, dass es immer andere sind, wie du gesagt hast. Ich verstehe, was du meinst aber nicht jeder kann auf die Themen halt so objektiv schauen und daher finde ich es völlig normal, dass hier eben auch Gegenstimmen kommen.

Du vielleicht, ein junges Mädel, das eben nur verzweifelt aber nicht selbstreflektiert ist, ist da vielleicht anders.

Nein, ich widerspreche mir nicht. Ich sehe mich nur zwischen den Stühlen und habe auch nicht das Gefühl, mich hier für die Liga der Abtreibungsverharmloser stark gemacht zu haben, während ich woanders predige, dass Abtreibung Mord ist. Ich vertrete überall meine gemäßigte Position oder gar keine. Die eher extremen Äußerungen, die du zu Beginn ansprachst, kamen höchst wahrscheinlich von verschiedenen Leuten. Nehme ich jedenfalls gutgläubig und mich auf Logik berufend an.

Ich glaube wirklich, dass gerade die nicht so Gefestigten hier nicht die Absolution zur Abtreibung rauslesen. Der Eingangspost macht doch ziemlich deutlich, dass Abtreibung eben keine einfache Lösung ist, sondern, dass man womöglich ein Leben lang unter der Entscheidung leidet.


Das wäre schön aber sicher kann man sich da nie sein ...

Ich kann auch nicht sicher sein, dass jemand mein "Guten Morgen!" nicht als "Schlag mich!" versteht.
Sorry, aber in meiner Wahrnehmung steht das auf einer logischen Ebene. Eben weil es sich für mich wie ein "Mir geht's total dreckig mit meiner Entscheidung" liest.
17.06.2015 18:25
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Nein, ich widerspreche mir nicht. Ich sehe mich nur zwischen den Stühlen und habe auch nicht das Gefühl, mich hier für die Liga der Abtreibungsverharmloser stark gemacht zu haben, während ich woanders predige, dass Abtreibung Mord ist. Ich vertrete überall meine gemäßigte Position oder gar keine. Die eher extremen Äußerungen, die du zu Beginn ansprachst, kamen höchst wahrscheinlich von verschiedenen Leuten. Nehme ich jedenfalls gutgläubig und mich auf Logik berufend an.

Ich glaube wirklich, dass gerade die nicht so Gefestigten hier nicht die Absolution zur Abtreibung rauslesen. Der Eingangspost macht doch ziemlich deutlich, dass Abtreibung eben keine einfache Lösung ist, sondern, dass man womöglich ein Leben lang unter der Entscheidung leidet.


Das wäre schön aber sicher kann man sich da nie sein ...

Ich kann auch nicht sicher sein, dass jemand mein "Guten Morgen!" nicht als "Schlag mich!" versteht.
Sorry, aber in meiner Wahrnehmung steht das auf einer logischen Ebene. Eben weil es sich für mich wie ein "Mir geht's total dreckig mit meiner Entscheidung" liest.


Aber nur zwischen den Zeilen, und das kann nicht jeder so filtern.
Seramonchen
37809 Beiträge
17.06.2015 18:25
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Nein, ich widerspreche mir nicht. Ich sehe mich nur zwischen den Stühlen und habe auch nicht das Gefühl, mich hier für die Liga der Abtreibungsverharmloser stark gemacht zu haben, während ich woanders predige, dass Abtreibung Mord ist. Ich vertrete überall meine gemäßigte Position oder gar keine. Die eher extremen Äußerungen, die du zu Beginn ansprachst, kamen höchst wahrscheinlich von verschiedenen Leuten. Nehme ich jedenfalls gutgläubig und mich auf Logik berufend an.

Ich glaube wirklich, dass gerade die nicht so Gefestigten hier nicht die Absolution zur Abtreibung rauslesen. Der Eingangspost macht doch ziemlich deutlich, dass Abtreibung eben keine einfache Lösung ist, sondern, dass man womöglich ein Leben lang unter der Entscheidung leidet.


Das wäre schön aber sicher kann man sich da nie sein ...

Ich kann auch nicht sicher sein, dass jemand mein "Guten Morgen!" nicht als "Schlag mich!" versteht.
Sorry, aber in meiner Wahrnehmung steht das auf einer logischen Ebene. Eben weil es sich für mich wie ein "Mir geht's total dreckig mit meiner Entscheidung" liest.


Allein der Satz, sie hätte für sich Verantwortung übernommen und sich für ihre Familie richtig entschieden liest sich für micht nicht wie " es geht mir dreckig"
17.06.2015 18:26
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

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Das wäre schön aber sicher kann man sich da nie sein ...

Ich kann auch nicht sicher sein, dass jemand mein "Guten Morgen!" nicht als "Schlag mich!" versteht.
Sorry, aber in meiner Wahrnehmung steht das auf einer logischen Ebene. Eben weil es sich für mich wie ein "Mir geht's total dreckig mit meiner Entscheidung" liest.


Allein der Satz, sie hätte für sich Verantwortung übernommen und sich für ihre Familie richtig entschieden liest sich für micht nicht wie " es geht mir dreckig"


Genau das.
Ich glaube schon, dass sie weiß, dass ihre Entscheidung falsch war. Aber wie gesagt, es kann nicht jeder so zwischen den Zeilen lesen und rein von der Wortwahl her kann eben auch der Eindruck entstehen: War kein Spaziergang, aber letztendlich eine gute Sache.
17.06.2015 18:28
... und genau deshalb ziehe ich lieber Keule statt Hut, weil ich es einfach nicht richtig finde, solche Sätze ("Ich habe Verantwortung übernommen") im Zusammenhang mit einer Abtreibung öffentlich zu posten.
Sonst entsteht am Ende wirklich noch der Eindruck, Abtreiben habe etwas mit VErantwortung übernehmen zu tun... besonders, wenn es noch allgemeines Schultergetätschel dazu gibt.
17.06.2015 18:29
Die Selbstgerechtigkeit einiger Damen verursacht einem wirklich Brechreiz
17.06.2015 18:30
Zitat von silbermarie:

Zitat von Mamota:

Das Unterforum ist wohl tatsächlich nicht ideal. Kann das ein Mod verschieben? In einigen anderen Foren wird sowas öfter mal gemacht.

Zaubis Einwand finde ich auch interessant. Ich glaube, hätte die TS das, was sie geschrieben hat, zum Zeitpunkt der Schwangerschaft geschrieben, hätte ich wohl auch eher versucht sie auf Alternativen zu stoßen. Therapie, Familienberatung, usw. Eben weil es sich so hilflos und zerrissen klingt. Eine Frau, die wirklich abtreiben will, klingt anders. Aber gut, auch das ist hypothetisch.

Brünni, vor deiner Position habe ich übrigens höchsten Respekt. Ich tu mir ja immer schwer, Leuten dieses "nie, nie, niemals" abzunehmen. Aber du scheinst da für dich sehr gefestigt zu sein und das dennoch nicht auf andere zu übertragen. Das finde ich schwerer, als von einer eher neutralen Position aus fair und sachlich zu bleiben.


Ich finde es eigentlich ziemlich schade, dass Brünni quasi zum "Outing" genötigt wurde, weil es anscheinend allen unfassbar schwer fällt, zu glauben, dass es Menschen gibt, die tatsächlich konsequent hinter ihren Überzeugungen stehen
Ich mag dieses "Sag niemals nie"-Gerede nicht. Es gibt einfach Situationen, da kann ich für mich (und andere können das auch) einfach definitiv gewisse Sachen von vornherein ausschließen, auch wenn ich noch nie in der Situation war.
Ich habe z.B. einen Freund, sehr gläubig, Single. Der sagt, wenn er mal verheiratet ist, wird er sich niemals scheiden lassen. Er schließt das für sich kategorisch aus (die Frau könnte ja theoretisch auch die Scheidung einreichen, aber er wird sie eben nie einreichen) und weißt du was - ich glaub ihm das, 100%, weil ich weiß, es ist seine absolute Überzeugung und er steht konsequent dahinter, und wenn die Frau noch so eine Kratzbürste wäre.
Und ich muss mich beim Thema Abtreibung da auch nicht mit einem Hintertürchen befassen, weil es für mich, bis auf eine einzige, sehr eng umrissene Ausnahme, ein großes und unverrückbares NIE wäre.


Tja und da sage ich dir: So habe ich mit Mitte 20 und auch mit MItte 30 noch gedacht. Sogar mit Ende 30 habe ich noch so gedacht: Niemals würde ich ein Kind abtreiben.

Und jetzt? Ich dachte letztes Jahr im Sommer, dass ich schwanger sei. Meine Mens blieb 2x hintereinander aus. Das konnte gar nicht anders sein. (auf wechseljahre mit Mitte 40 bin ich ja nicht gekommen ) Ich dachte die ganze Zeit: Das kann doch nicht sein. Nein, ich will das nicht mehr. Ich bin viel zu alt. Nein, nein, nein... ich will einfach nicht mehr. Ich schleppte diesen Gedanken tagelang mit mir rum und immer wieder kam mir der Abtreibungsgedanke. Noch 5 Jahre zuvor war das für mich unvorstellbar. Niemals hätte ich auch nur den Gedanken zugelassen. Aber letztes Jahr im Sommer ließ ich ihn zu. Und hatte dann, als mein Freund mit Kumpel in den DM fuhr um den Test zu kaufen, hier meinen Laptop an. Und ganze 2 Tabs offen. Tab 1: Wie breche ich eine Schwangerschaft ab, was muss ich tun... Tab 2: Tragetücher
Mit 39 habe ich noch im Brustton der Überzeugung behauptet: Ich treibe niemals ab. Mit 43 dachte ich: Vielleicht? Das wäre eine Lösung....

Was ich getan hätte, kann ich nicht sagen. ich war es zum Glück nicht. Wahrscheinlich.. alles zusammengenommen (meine religion, meine bisherige Einstellung, meine eigene Moral, mein persönlicher Optimismus usw.) wäre ich wohl zum Jahresanfang mit Sera zusammen Mutter geworden. Vielleicht, ganz vielleicht aber auch nicht.
Lebenssituationen ändern sich und damit auch Einstellungen. Sag also niemals NIE.
17.06.2015 18:31
Zitat von silbermarie:

Zitat von Mamota:

Das Unterforum ist wohl tatsächlich nicht ideal. Kann das ein Mod verschieben? In einigen anderen Foren wird sowas öfter mal gemacht.

Zaubis Einwand finde ich auch interessant. Ich glaube, hätte die TS das, was sie geschrieben hat, zum Zeitpunkt der Schwangerschaft geschrieben, hätte ich wohl auch eher versucht sie auf Alternativen zu stoßen. Therapie, Familienberatung, usw. Eben weil es sich so hilflos und zerrissen klingt. Eine Frau, die wirklich abtreiben will, klingt anders. Aber gut, auch das ist hypothetisch.

Brünni, vor deiner Position habe ich übrigens höchsten Respekt. Ich tu mir ja immer schwer, Leuten dieses "nie, nie, niemals" abzunehmen. Aber du scheinst da für dich sehr gefestigt zu sein und das dennoch nicht auf andere zu übertragen. Das finde ich schwerer, als von einer eher neutralen Position aus fair und sachlich zu bleiben.


Ich finde es eigentlich ziemlich schade, dass Brünni quasi zum "Outing" genötigt wurde, weil es anscheinend allen unfassbar schwer fällt, zu glauben, dass es Menschen gibt, die tatsächlich konsequent hinter ihren Überzeugungen stehen
Ich mag dieses "Sag niemals nie"-Gerede nicht. Es gibt einfach Situationen, da kann ich für mich (und andere können das auch) einfach definitiv gewisse Sachen von vornherein ausschließen, auch wenn ich noch nie in der Situation war.
Ich habe z.B. einen Freund, sehr gläubig, Single. Der sagt, wenn er mal verheiratet ist, wird er sich niemals scheiden lassen. Er schließt das für sich kategorisch aus (die Frau könnte ja theoretisch auch die Scheidung einreichen, aber er wird sie eben nie einreichen) und weißt du was - ich glaub ihm das, 100%, weil ich weiß, es ist seine absolute Überzeugung und er steht konsequent dahinter, und wenn die Frau noch so eine Kratzbürste wäre.
Und ich muss mich beim Thema Abtreibung da auch nicht mit einem Hintertürchen befassen, weil es für mich, bis auf eine einzige, sehr eng umrissene Ausnahme, ein großes und unverrückbares NIE wäre.

Dass Brünni sich genötigt gesehen hat, finde ich auch tragisch. Wobei man daraus sicherlich keinem einen Vorwurf machen kann. Denn natürlich wird eine absolute Aussage hinterfragt.
Die Erfahrung zeigt halt, dass Menschen extrem schnell "niemals" schreien und dann doch irgendwann mal alles ganz anders kommt, woraufhin ganz laut in die andere Richtung weitergeschrieen wird. Ich z.B. habe früher ganz laut verkündet, dass ich niemals nach Norddeutschland ziehen würde. Das war meine feste Überzeugung. Hat sich auch geändert.
Klar gibt es Leute wie deinen Freund und Brünni, bei denen merkt man, dass es ihnen ernst ist. Bei den allermeisten Leuten ist es aber einfach so, dass sie sich einfach so manche Situation überhaupt noch nicht vorstellen können und dadurch völlig ungerechtfertigt hart gegenüber anderen sind. Da liest man die Scheuklappen schon mit.
17.06.2015 18:34
Zitat von silbermarie:

... und genau deshalb ziehe ich lieber Keule statt Hut, weil ich es einfach nicht richtig finde, solche Sätze ("Ich habe Verantwortung übernommen") im Zusammenhang mit einer Abtreibung öffentlich zu posten.
Sonst entsteht am Ende wirklich noch der Eindruck, Abtreiben habe etwas mit VErantwortung übernehmen zu tun... besonders, wenn es noch allgemeines Schultergetätschel dazu gibt.


Ja, aber vielleicht hat sie auch wirklich die Verantwortung für ihre Familie übernommen. Vielleicht wäre ihr Mann dann gegangen. Vielleicht hätten die beiden anderen Kinder darunter gelitten und dann ist es eben doch Verantwortung zu übernehmen. Das bestehende System nicht gefährden. Sicher mit einem faden Beigeschmack, aber doch Verantwortung.
Seramonchen
37809 Beiträge
17.06.2015 18:36
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von silbermarie:

Zitat von Mamota:

Das Unterforum ist wohl tatsächlich nicht ideal. Kann das ein Mod verschieben? In einigen anderen Foren wird sowas öfter mal gemacht.

Zaubis Einwand finde ich auch interessant. Ich glaube, hätte die TS das, was sie geschrieben hat, zum Zeitpunkt der Schwangerschaft geschrieben, hätte ich wohl auch eher versucht sie auf Alternativen zu stoßen. Therapie, Familienberatung, usw. Eben weil es sich so hilflos und zerrissen klingt. Eine Frau, die wirklich abtreiben will, klingt anders. Aber gut, auch das ist hypothetisch.

Brünni, vor deiner Position habe ich übrigens höchsten Respekt. Ich tu mir ja immer schwer, Leuten dieses "nie, nie, niemals" abzunehmen. Aber du scheinst da für dich sehr gefestigt zu sein und das dennoch nicht auf andere zu übertragen. Das finde ich schwerer, als von einer eher neutralen Position aus fair und sachlich zu bleiben.


Ich finde es eigentlich ziemlich schade, dass Brünni quasi zum "Outing" genötigt wurde, weil es anscheinend allen unfassbar schwer fällt, zu glauben, dass es Menschen gibt, die tatsächlich konsequent hinter ihren Überzeugungen stehen
Ich mag dieses "Sag niemals nie"-Gerede nicht. Es gibt einfach Situationen, da kann ich für mich (und andere können das auch) einfach definitiv gewisse Sachen von vornherein ausschließen, auch wenn ich noch nie in der Situation war.
Ich habe z.B. einen Freund, sehr gläubig, Single. Der sagt, wenn er mal verheiratet ist, wird er sich niemals scheiden lassen. Er schließt das für sich kategorisch aus (die Frau könnte ja theoretisch auch die Scheidung einreichen, aber er wird sie eben nie einreichen) und weißt du was - ich glaub ihm das, 100%, weil ich weiß, es ist seine absolute Überzeugung und er steht konsequent dahinter, und wenn die Frau noch so eine Kratzbürste wäre.
Und ich muss mich beim Thema Abtreibung da auch nicht mit einem Hintertürchen befassen, weil es für mich, bis auf eine einzige, sehr eng umrissene Ausnahme, ein großes und unverrückbares NIE wäre.


Tja und da sage ich dir: So habe ich mit Mitte 20 und auch mit MItte 30 noch gedacht. Sogar mit Ende 30 habe ich noch so gedacht: Niemals würde ich ein Kind abtreiben.

Und jetzt? Ich dachte letztes Jahr im Sommer, dass ich schwanger sei. Meine Mens blieb 2x hintereinander aus. Das konnte gar nicht anders sein. (auf wechseljahre mit Mitte 40 bin ich ja nicht gekommen ) Ich dachte die ganze Zeit: Das kann doch nicht sein. Nein, ich will das nicht mehr. Ich bin viel zu alt. Nein, nein, nein... ich will einfach nicht mehr. Ich schleppte diesen Gedanken tagelang mit mir rum und immer wieder kam mir der Abtreibungsgedanke. Noch 5 Jahre zuvor war das für mich unvorstellbar. Niemals hätte ich auch nur den Gedanken zugelassen. Aber letztes Jahr im Sommer ließ ich ihn zu. Und hatte dann, als mein Freund mit Kumpel in den DM fuhr um den Test zu kaufen, hier meinen Laptop an. Und ganze 2 Tabs offen. Tab 1: Wie breche ich eine Schwangerschaft ab, was muss ich tun... Tab 2: Tragetücher
Mit 39 habe ich noch im Brustton der Überzeugung behauptet: Ich treibe niemals ab. Mit 43 dachte ich: Vielleicht? Das wäre eine Lösung....

Was ich getan hätte, kann ich nicht sagen. ich war es zum Glück nicht. Wahrscheinlich.. alles zusammengenommen (meine religion, meine bisherige Einstellung, meine eigene Moral, mein persönlicher Optimismus usw.) wäre ich wohl zum Jahresanfang mit Sera zusammen Mutter geworden. Vielleicht, ganz vielleicht aber auch nicht.
Lebenssituationen ändern sich und damit auch Einstellungen. Sag also niemals NIE.


Wobei ich hier behaupte, dass möglicherweise dein Verstand vielleicht gesagt hat aber dein Herz würde immer laut "nein" sagen. Und ich denke das weißt du auch. Schwanger mit 18 hat man mir auch nahe gelegt, es mir doch noch einmal zu überlegen. Keinen Partner, mitten im Abitur, kein Geld. Ich habe kurz drüber nachgedacht und als mich meine Eltern gefragt haben, wie ich mich entschieden habe, war meine Antwort: Ich brauchte mich nicht entscheiden, ich wusste es von Anfang an.

Daher kann ich mir schon vorstellen, dass es auch Frauen gibt, die eben wissen, dass sie es NIE tun würden. Auch wenn das natürlich nicht alle sind, die es behaupten.
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