Mütter- und Schwangerenforum

Ist das deren Ernst? Grenzen der Bedürfnissorientierung

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Schnecke510
7213 Beiträge
19.11.2016 20:33
Ein Nachtrag zum Thema Schlafenszeit: Wenn beide Eltern berufstätig sind, dann muss das Kind morgens früh aufstehen und kann nicht ausschlafen. Wenn das Kind dann erst um 24 Uhr ins Bett will, aber am nächsten Morgen um 6 aufstehen soll, dann ist das Geschrei groß. Trotz allem bleibe ich dabei: In einer Großfamilie und mit berufstätigen Eltern ist dieses Modell nicht praktizierbar.
19.11.2016 20:37
Zitat von Seramonchen:

Ich glaube mit nicht selbstbestimmten schlafen ist eher so was gemeint, wo es sich immer mehr steigert.

Kind wird bettfertig gemacht
Es gibt ein Ritual
Gute Nacht

Dann geht es los. Kind kommt mehrfach raus und muss pipi/ trinken/ was wegräumen / alles zusammen

Beim ersten Mal noch ok

Beim zweiten auch

Beim dritten werden die Eltern langsam genervt. Das erste "ins Bett und Augen zu" fällt jetzt, gefolgt von "Schlaf jetzt sonst mach ich die cd aus / kaufe morgen kein Eis / werde richtig böse

Das zieht sich teilweise über Stunden und alle sind gefrustet, nur weil sich an feste Zeiten gehalten werden soll.

Und das passiert in vielen Wohnungen / Häusern

Ich sehe die Intention dahinter schon. Es ist auch schwierig, das stressfrei hinzubekommen.
Nur sehe ich eben auch den Tag danach, an dem ich ein Kind habe, das alle 5 Minuten aus irgendeinem Grund weint, weil es einfach übermüdet ist. (Keine Überspitzung, ich kenne das 1:1 so von Schappi.) Das aufgrunddessen Streit mit den Kindergartenfreunden hat, schreckliche Schmerzen beim Haarekämmen, sich tränenreich ärgert, dass der Schuh nicht auf Anhieb zu geht und vieles mehr. Da frage ich mich, was sich für ein Kind mehr nach Gewalt ist. Das Durchsetzen der Zeit mit (selbstverständlich begründeten) Ansagen und ggf. nochmal kurz dazulegen oder so ein Tag voller Übermüdung.

Im übrigen frage ich mich ganz oft, ob die Kinder, wenn sie nicht schlafen können, wirklich noch nicht müde sind oder im Gegenteil schon völlig übermüdet. Das ist jedenfalls mein Eindruck bei Schnappi. Wenn sie einfach noch nicht müde ist, spielt sie im Bett noch mit ihren Stofftieren, brabbelt vor sich hin, puhlt an ihren Zehen und schläft irgendwann friedlich ein. Wenn sie aber übermüdet ist, sucht sie immer wieder unsere Nähe. Wenn wir dann nochmal zu ihr kommen und sie in den Arm nehmen, kommt sie irgendwann von der rhytmischen Sportgymnastik direkt in den Tiefschlaf, dass man spontan Puls und Atmung kontrolliert. Selbst die Zeit bestimmen lassen wäre in dem Fall wohl eher kontraproduktiv.
-Brünni88
23365 Beiträge
19.11.2016 20:40
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Ich glaube mit nicht selbstbestimmten schlafen ist eher so was gemeint, wo es sich immer mehr steigert.

Kind wird bettfertig gemacht
Es gibt ein Ritual
Gute Nacht

Dann geht es los. Kind kommt mehrfach raus und muss pipi/ trinken/ was wegräumen / alles zusammen

Beim ersten Mal noch ok

Beim zweiten auch

Beim dritten werden die Eltern langsam genervt. Das erste "ins Bett und Augen zu" fällt jetzt, gefolgt von "Schlaf jetzt sonst mach ich die cd aus / kaufe morgen kein Eis / werde richtig böse

Das zieht sich teilweise über Stunden und alle sind gefrustet, nur weil sich an feste Zeiten gehalten werden soll.

Und das passiert in vielen Wohnungen / Häusern

Ich sehe die Intention dahinter schon. Es ist auch schwierig, das stressfrei hinzubekommen.
Nur sehe ich eben auch den Tag danach, an dem ich ein Kind habe, das alle 5 Minuten aus irgendeinem Grund weint, weil es einfach übermüdet ist. (Keine Überspitzung, ich kenne das 1:1 so von Schappi.) Das aufgrunddessen Streit mit den Kindergartenfreunden hat, schreckliche Schmerzen beim Haarekämmen, sich tränenreich ärgert, dass der Schuh nicht auf Anhieb zu geht und vieles mehr. Da frage ich mich, was sich für ein Kind mehr nach Gewalt ist. Das Durchsetzen der Zeit mit (selbstverständlich begründeten) Ansagen und ggf. nochmal kurz dazulegen oder so ein Tag voller Übermüdung.

Im übrigen frage ich mich ganz oft, ob die Kinder, wenn sie nicht schlafen können, wirklich noch nicht müde sind oder im Gegenteil schon völlig übermüdet. Das ist jedenfalls mein Eindruck bei Schnappi. Wenn sie einfach noch nicht müde ist, spielt sie im Bett noch mit ihren Stofftieren, brabbelt vor sich hin, puhlt an ihren Zehen und schläft irgendwann friedlich ein. Wenn sie aber übermüdet ist, sucht sie immer wieder unsere Nähe. Wenn wir dann nochmal zu ihr kommen und sie in den Arm nehmen, kommt sie irgendwann von der rhytmischen Sportgymnastik direkt in den Tiefschlaf, dass man spontan Puls und Atmung kontrolliert. Selbst die Zeit bestimmen lassen wäre in dem Fall wohl eher kontraproduktiv.
das ist hier auch so. Wenn jana nur 30 minuten zu wenig schläft brächte ich 3 kg snickers um die diva zu vertreiben kommt gott sei dank nur selten vor. Chris ist da auch schon so. Wenn er vor 7 wach wird ist er 2 std zickig.
Seramonchen
37805 Beiträge
19.11.2016 20:41
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Ich glaube mit nicht selbstbestimmten schlafen ist eher so was gemeint, wo es sich immer mehr steigert.

Kind wird bettfertig gemacht
Es gibt ein Ritual
Gute Nacht

Dann geht es los. Kind kommt mehrfach raus und muss pipi/ trinken/ was wegräumen / alles zusammen

Beim ersten Mal noch ok

Beim zweiten auch

Beim dritten werden die Eltern langsam genervt. Das erste "ins Bett und Augen zu" fällt jetzt, gefolgt von "Schlaf jetzt sonst mach ich die cd aus / kaufe morgen kein Eis / werde richtig böse

Das zieht sich teilweise über Stunden und alle sind gefrustet, nur weil sich an feste Zeiten gehalten werden soll.

Und das passiert in vielen Wohnungen / Häusern

Ich sehe die Intention dahinter schon. Es ist auch schwierig, das stressfrei hinzubekommen.
Nur sehe ich eben auch den Tag danach, an dem ich ein Kind habe, das alle 5 Minuten aus irgendeinem Grund weint, weil es einfach übermüdet ist. (Keine Überspitzung, ich kenne das 1:1 so von Schappi.) Das aufgrunddessen Streit mit den Kindergartenfreunden hat, schreckliche Schmerzen beim Haarekämmen, sich tränenreich ärgert, dass der Schuh nicht auf Anhieb zu geht und vieles mehr. Da frage ich mich, was sich für ein Kind mehr nach Gewalt ist. Das Durchsetzen der Zeit mit (selbstverständlich begründeten) Ansagen und ggf. nochmal kurz dazulegen oder so ein Tag voller Übermüdung.

Im übrigen frage ich mich ganz oft, ob die Kinder, wenn sie nicht schlafen können, wirklich noch nicht müde sind oder im Gegenteil schon völlig übermüdet. Das ist jedenfalls mein Eindruck bei Schnappi. Wenn sie einfach noch nicht müde ist, spielt sie im Bett noch mit ihren Stofftieren, brabbelt vor sich hin, puhlt an ihren Zehen und schläft irgendwann friedlich ein. Wenn sie aber übermüdet ist, sucht sie immer wieder unsere Nähe. Wenn wir dann nochmal zu ihr kommen und sie in den Arm nehmen, kommt sie irgendwann von der rhytmischen Sportgymnastik direkt in den Tiefschlaf, dass man spontan Puls und Atmung kontrolliert. Selbst die Zeit bestimmen lassen wäre in dem Fall wohl eher kontraproduktiv.


Ja verstehe ich und ich finde ja auch nicht, dass das, wie du es beschreibst, wie es bei euch abläuft, irgendwas mit Zwang zu tun hat. Ich meinte mit meinem Beispiel eher, dass das eben gezwungenes Schlafen ist, was alle Seiten nur frustet, obwohl es vielleicht einfacher gewesen wäre, das Kind noch mal 20 Minuten spielen zu lassen oder eben auch eine halbe Stunde früher zu probieren, ob es schläft, um der Übermüdung vorzubeugen. Viele halten ja wirklich strikt an beispielsweise 19 Uhr fest, egal, ob sich schon vorher die Augen gerieben werden oder eben das Kind noch sehr wach ist. Das ist dann zumindest für mich eben nicht selbstbestimmtes schlafen. Wenn ich hier dagegen lese: Wir haben feste Zeiten und dann reden die Geschwister noch eine Stunden -> Voila: Selbstbestimmtes Schlafen Weiß man, wie ich das meine?
Möhre
1145 Beiträge
19.11.2016 20:41
Zitat von Mamota:

Zitat von Möhre:

Zitat von Mamota:

Zitat von Stefanka93:

...

Kannst du nicht den Bekannten fragen? Dann muss ich die nicht extra noch mal ausleihen, ohne zu wissen, dass ich fündig werde.

Vergleichendes Loben passiert oft. Genauso wie das Gegenteil.
Berümtester Vergleich in Elternhäusern:
"Und welche Noten haben die anderen so?"

Gibt aber auch:
"Ui, du spielst so viel toller mit deinen Bauklötzen als andere Kinder. Du wirst bestimmt mal ein Ingenieur."
"Deine Schwester war in dem Alter noch nicht so weit."
"Bist du der Klügste in deiner Klasse? Gut, war ja auch klar bei dem Papa. Hö hö!"
"Du bist das hübscheste Mädchen."

Und der Klassiker:
"Ich weiß, aus dir wird mal was ganz Besonderes."


ich muss sagen, dass wir auch loben, aber nicht mit anderen vergleichen.

Vielleicht könnte mir die Geschichte mit den Noten auch passieren, bisher hat meine Tochter noch keine in der Schule . Aber das ist dann doch eher die Neugier

Mir wird das hoffentlich nie passieren. Dafür hat mich meine Familie immer viel zu sehr gedemütigt, wenn ich ausnahmsweise mal stolz mit einer 2 ankam. Ich wusste schon, dass ich gut vertuschen musste, wer eine 1 hat, um wenigstens etwas Respekt zu bekommen von der Frau mit dem 3,7 er Hauptschulzeugnis und dem Mann, der die Achte im Gymnasium doppelt machte, um danach beim eigenen Vater Frisör zu lernen. Für mich stank das damals schon nach Doppelmoral. Gekränkt hat es mich dennoch.

Bei uns fielen auch Sätze wie: "Ich wollte immer, dass mein Kind das Aussehen meiner Frau und meinen Verstand erbt. Leider kam es anders."
Ich hoffe wirklich inständig, dass ich Schnappi weder das noch das Gegenteil jemals sagen werde.


ich würde es nicht kommentieren. Also sagen, schau die XY hat eine 1 und du nur eine 2 oder dergleichen. Das mache ich übrigens auch nicht bei meiner Tochter und meinem Sohn. Wobei es mir manchmal auf der Zunge liegt, wenn ich mal einen schlechten Tag habe, weil ich es auch so von meinen Eltern her kenne. Aber da ich um das Gefühl weiß, wie es ist verglichen zu werden, möchte ich es bei meinen Kindern anders machen.
Schnecke510
7213 Beiträge
19.11.2016 20:43
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Ich glaube mit nicht selbstbestimmten schlafen ist eher so was gemeint, wo es sich immer mehr steigert.

Kind wird bettfertig gemacht
Es gibt ein Ritual
Gute Nacht

Dann geht es los. Kind kommt mehrfach raus und muss pipi/ trinken/ was wegräumen / alles zusammen

Beim ersten Mal noch ok

Beim zweiten auch

Beim dritten werden die Eltern langsam genervt. Das erste "ins Bett und Augen zu" fällt jetzt, gefolgt von "Schlaf jetzt sonst mach ich die cd aus / kaufe morgen kein Eis / werde richtig böse

Das zieht sich teilweise über Stunden und alle sind gefrustet, nur weil sich an feste Zeiten gehalten werden soll.

Und das passiert in vielen Wohnungen / Häusern

Ich sehe die Intention dahinter schon. Es ist auch schwierig, das stressfrei hinzubekommen.
Nur sehe ich eben auch den Tag danach, an dem ich ein Kind habe, das alle 5 Minuten aus irgendeinem Grund weint, weil es einfach übermüdet ist. (Keine Überspitzung, ich kenne das 1:1 so von Schappi.) Das aufgrunddessen Streit mit den Kindergartenfreunden hat, schreckliche Schmerzen beim Haarekämmen, sich tränenreich ärgert, dass der Schuh nicht auf Anhieb zu geht und vieles mehr. Da frage ich mich, was sich für ein Kind mehr nach Gewalt ist. Das Durchsetzen der Zeit mit (selbstverständlich begründeten) Ansagen und ggf. nochmal kurz dazulegen oder so ein Tag voller Übermüdung.

Im übrigen frage ich mich ganz oft, ob die Kinder, wenn sie nicht schlafen können, wirklich noch nicht müde sind oder im Gegenteil schon völlig übermüdet. Das ist jedenfalls mein Eindruck bei Schnappi. Wenn sie einfach noch nicht müde ist, spielt sie im Bett noch mit ihren Stofftieren, brabbelt vor sich hin, puhlt an ihren Zehen und schläft irgendwann friedlich ein. Wenn sie aber übermüdet ist, sucht sie immer wieder unsere Nähe. Wenn wir dann nochmal zu ihr kommen und sie in den Arm nehmen, kommt sie irgendwann von der rhytmischen Sportgymnastik direkt in den Tiefschlaf, dass man spontan Puls und Atmung kontrolliert. Selbst die Zeit bestimmen lassen wäre in dem Fall wohl eher kontraproduktiv.

Das ist ebenso mein Eindruck. Diese Quengeligkeit kommt von der Müdigkeit, nicht von der Unlust zu schlafen. Wenn sie einfach nicht müde sind, dann spielen sie halt noch was oder verlassen das Bett, nicht aber das Zimmer. Wenn sie völlig übermüdet sind, werden sie quengelig, die Eltern sind genervt, schimpfen, Kind heult, dann sind sie zwar müde, aber innerlich total aufgewühlt und schlafen nicht, weil sie weinen und traurig sind. Und dann ist der Teufelskreis in Bewegung gesetzt. Manchmal hilft es in solchen Fällen dann doch, wenn man als Eltern ernst genommen wird und ein Machtwort spricht, sodass sie im Bett bleiben und einschlafen, dann ist das Problem gelöst; Kind ärgert sich vielleicht erstmal, aber das Einschlafen ist dann alternativlos.
Nina_Nekro
25217 Beiträge
19.11.2016 20:44
Zitat von Mamota:

Zitat von Möhre:

Zitat von Mamota:

Zitat von Stefanka93:

...

Kannst du nicht den Bekannten fragen? Dann muss ich die nicht extra noch mal ausleihen, ohne zu wissen, dass ich fündig werde.

Vergleichendes Loben passiert oft. Genauso wie das Gegenteil.
Berümtester Vergleich in Elternhäusern:
"Und welche Noten haben die anderen so?"

Gibt aber auch:
"Ui, du spielst so viel toller mit deinen Bauklötzen als andere Kinder. Du wirst bestimmt mal ein Ingenieur."
"Deine Schwester war in dem Alter noch nicht so weit."
"Bist du der Klügste in deiner Klasse? Gut, war ja auch klar bei dem Papa. Hö hö!"
"Du bist das hübscheste Mädchen."

Und der Klassiker:
"Ich weiß, aus dir wird mal was ganz Besonderes."


ich muss sagen, dass wir auch loben, aber nicht mit anderen vergleichen.

Vielleicht könnte mir die Geschichte mit den Noten auch passieren, bisher hat meine Tochter noch keine in der Schule . Aber das ist dann doch eher die Neugier

Mir wird das hoffentlich nie passieren. Dafür hat mich meine Familie immer viel zu sehr gedemütigt, wenn ich ausnahmsweise mal stolz mit einer 2 ankam. Ich wusste schon, dass ich gut vertuschen musste, wer eine 1 hat, um wenigstens etwas Respekt zu bekommen von der Frau mit dem 3,7 er Hauptschulzeugnis und dem Mann, der die Achte im Gymnasium doppelt machte, um danach beim eigenen Vater Frisör zu lernen. Für mich stank das damals schon nach Doppelmoral. Gekränkt hat es mich dennoch.

Bei uns fielen auch Sätze wie: "Ich wollte immer, dass mein Kind das Aussehen meiner Frau und meinen Verstand erbt. Leider kam es anders."
Ich hoffe wirklich inständig, dass ich Schnappi weder das noch das Gegenteil jemals sagen werde.

Wie grausam. Warum macht man so etwas?
19.11.2016 20:45
Zitat von Schnecke510:

Ein Nachtrag zum Thema Schlafenszeit: Wenn beide Eltern berufstätig sind, dann muss das Kind morgens früh aufstehen und kann nicht ausschlafen. Wenn das Kind dann erst um 24 Uhr ins Bett will, aber am nächsten Morgen um 6 aufstehen soll, dann ist das Geschrei groß. Trotz allem bleibe ich dabei: In einer Großfamilie und mit berufstätigen Eltern ist dieses Modell nicht praktizierbar.

Eigentlich ist das Modell speziell für Großfamilien angedacht. Gerade da funktioniert es auch am zuverlässigsten, da die Kinder voneinander lernen und viele Regeln ganz natürlich kommen, die bei Einzelkindern künstlich erzeugt werden müssen.
Man kann nicht die halbe Nacht rumturnen, weil das Baby schläft. Tut man es doch, schreit es und das ist für keinen angenehm. Mama hat dann auch keine Zeit mehr.
Wenn man die halbe Nacht wach war, aber 3 Geschwister, die rechtzeitig ins Bett gegangen sind, wühlen sich schon durch die Klamottenschubladen und poltern durch die Wohnung, wird man zwangsläufig zu früh wach und macht es am nächsten Abend besser. Schon bevor man überhaupt das erste mal in den Kindergarten muss und da miese Laune haben könnte.

In der Großfamilie läuft die Mutter auch selten Gefahr, sich zu stark auf ein Kind zu fokussieren und es überzubehüten.
Möhre
1145 Beiträge
19.11.2016 20:45
Zitat von Nina_Nekro:

Zitat von Mamota:

Zitat von Möhre:

Zitat von Mamota:

...


ich muss sagen, dass wir auch loben, aber nicht mit anderen vergleichen.

Vielleicht könnte mir die Geschichte mit den Noten auch passieren, bisher hat meine Tochter noch keine in der Schule . Aber das ist dann doch eher die Neugier

Mir wird das hoffentlich nie passieren. Dafür hat mich meine Familie immer viel zu sehr gedemütigt, wenn ich ausnahmsweise mal stolz mit einer 2 ankam. Ich wusste schon, dass ich gut vertuschen musste, wer eine 1 hat, um wenigstens etwas Respekt zu bekommen von der Frau mit dem 3,7 er Hauptschulzeugnis und dem Mann, der die Achte im Gymnasium doppelt machte, um danach beim eigenen Vater Frisör zu lernen. Für mich stank das damals schon nach Doppelmoral. Gekränkt hat es mich dennoch.

Bei uns fielen auch Sätze wie: "Ich wollte immer, dass mein Kind das Aussehen meiner Frau und meinen Verstand erbt. Leider kam es anders."
Ich hoffe wirklich inständig, dass ich Schnappi weder das noch das Gegenteil jemals sagen werde.

Wie grausam. Warum macht man so etwas?


weil manche sich überhaupt gar keine Gedanken darüber machen, was solche Worte bei ihren Kindern anrichten können.
Schnecke510
7213 Beiträge
19.11.2016 20:48
Zitat von Mamota:

Zitat von Schnecke510:

Ein Nachtrag zum Thema Schlafenszeit: Wenn beide Eltern berufstätig sind, dann muss das Kind morgens früh aufstehen und kann nicht ausschlafen. Wenn das Kind dann erst um 24 Uhr ins Bett will, aber am nächsten Morgen um 6 aufstehen soll, dann ist das Geschrei groß. Trotz allem bleibe ich dabei: In einer Großfamilie und mit berufstätigen Eltern ist dieses Modell nicht praktizierbar.

Eigentlich ist das Modell speziell für Großfamilien angedacht. Gerade da funktioniert es auch am zuverlässigsten, da die Kinder voneinander lernen und viele Regeln ganz natürlich kommen, die bei Einzelkindern künstlich erzeugt werden müssen.
Man kann nicht die halbe Nacht rumturnen, weil das Baby schläft. Tut man es doch, schreit es und das ist für keinen angenehm. Mama hat dann auch keine Zeit mehr.
Wenn man die halbe Nacht wach war, aber 3 Geschwister, die rechtzeitig ins Bett gegangen sind, wühlen sich schon durch die Klamottenschubladen und poltern durch die Wohnung, wird man zwangsläufig zu früh wach und macht es am nächsten Abend besser. Schon bevor man überhaupt das erste mal in den Kindergarten muss und da miese Laune haben könnte.

In der Großfamilie läuft die Mutter auch selten Gefahr, sich zu stark auf ein Kind zu fokussieren und es überzubehüten.

Vielleicht hast du Recht und wir praktizieren das Ganze schon völlig unbewusst.
Ja, in der Tat läuft bei uns viel über Interaktion, Rücksichtnahme usw.
19.11.2016 20:48
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Ich glaube mit nicht selbstbestimmten schlafen ist eher so was gemeint, wo es sich immer mehr steigert.

Kind wird bettfertig gemacht
Es gibt ein Ritual
Gute Nacht

Dann geht es los. Kind kommt mehrfach raus und muss pipi/ trinken/ was wegräumen / alles zusammen

Beim ersten Mal noch ok

Beim zweiten auch

Beim dritten werden die Eltern langsam genervt. Das erste "ins Bett und Augen zu" fällt jetzt, gefolgt von "Schlaf jetzt sonst mach ich die cd aus / kaufe morgen kein Eis / werde richtig böse

Das zieht sich teilweise über Stunden und alle sind gefrustet, nur weil sich an feste Zeiten gehalten werden soll.

Und das passiert in vielen Wohnungen / Häusern

Ich sehe die Intention dahinter schon. Es ist auch schwierig, das stressfrei hinzubekommen.
Nur sehe ich eben auch den Tag danach, an dem ich ein Kind habe, das alle 5 Minuten aus irgendeinem Grund weint, weil es einfach übermüdet ist. (Keine Überspitzung, ich kenne das 1:1 so von Schappi.) Das aufgrunddessen Streit mit den Kindergartenfreunden hat, schreckliche Schmerzen beim Haarekämmen, sich tränenreich ärgert, dass der Schuh nicht auf Anhieb zu geht und vieles mehr. Da frage ich mich, was sich für ein Kind mehr nach Gewalt ist. Das Durchsetzen der Zeit mit (selbstverständlich begründeten) Ansagen und ggf. nochmal kurz dazulegen oder so ein Tag voller Übermüdung.

Im übrigen frage ich mich ganz oft, ob die Kinder, wenn sie nicht schlafen können, wirklich noch nicht müde sind oder im Gegenteil schon völlig übermüdet. Das ist jedenfalls mein Eindruck bei Schnappi. Wenn sie einfach noch nicht müde ist, spielt sie im Bett noch mit ihren Stofftieren, brabbelt vor sich hin, puhlt an ihren Zehen und schläft irgendwann friedlich ein. Wenn sie aber übermüdet ist, sucht sie immer wieder unsere Nähe. Wenn wir dann nochmal zu ihr kommen und sie in den Arm nehmen, kommt sie irgendwann von der rhytmischen Sportgymnastik direkt in den Tiefschlaf, dass man spontan Puls und Atmung kontrolliert. Selbst die Zeit bestimmen lassen wäre in dem Fall wohl eher kontraproduktiv.


Ja verstehe ich und ich finde ja auch nicht, dass das, wie du es beschreibst, wie es bei euch abläuft, irgendwas mit Zwang zu tun hat. Ich meinte mit meinem Beispiel eher, dass das eben gezwungenes Schlafen ist, was alle Seiten nur frustet, obwohl es vielleicht einfacher gewesen wäre, das Kind noch mal 20 Minuten spielen zu lassen oder eben auch eine halbe Stunde früher zu probieren, ob es schläft, um der Übermüdung vorzubeugen. Viele halten ja wirklich strikt an beispielsweise 19 Uhr fest, egal, ob sich schon vorher die Augen gerieben werden oder eben das Kind noch sehr wach ist. Das ist dann zumindest für mich eben nicht selbstbestimmtes schlafen. Wenn ich hier dagegen lese: Wir haben feste Zeiten und dann reden die Geschwister noch eine Stunden -> Voila: Selbstbestimmtes Schlafen Weiß man, wie ich das meine?

Ja, schon.
Wobei wir tatsächlich die 19 Uhr fest haben. Wenn Schnappi da schon sehr müde ist, sagt sie aber auch, dass sie heute schnell macht im Bad und nicht mehr vom Kindergarten erzählen möchte. Klappt neuerdings erstaunlich gut.
19.11.2016 20:53
Zitat von Nina_Nekro:

Zitat von Mamota:

Zitat von Möhre:

Zitat von Mamota:

...


ich muss sagen, dass wir auch loben, aber nicht mit anderen vergleichen.

Vielleicht könnte mir die Geschichte mit den Noten auch passieren, bisher hat meine Tochter noch keine in der Schule . Aber das ist dann doch eher die Neugier

Mir wird das hoffentlich nie passieren. Dafür hat mich meine Familie immer viel zu sehr gedemütigt, wenn ich ausnahmsweise mal stolz mit einer 2 ankam. Ich wusste schon, dass ich gut vertuschen musste, wer eine 1 hat, um wenigstens etwas Respekt zu bekommen von der Frau mit dem 3,7 er Hauptschulzeugnis und dem Mann, der die Achte im Gymnasium doppelt machte, um danach beim eigenen Vater Frisör zu lernen. Für mich stank das damals schon nach Doppelmoral. Gekränkt hat es mich dennoch.

Bei uns fielen auch Sätze wie: "Ich wollte immer, dass mein Kind das Aussehen meiner Frau und meinen Verstand erbt. Leider kam es anders."
Ich hoffe wirklich inständig, dass ich Schnappi weder das noch das Gegenteil jemals sagen werde.

Wie grausam. Warum macht man so etwas?

Weil das in einer Familie ohne Respekt voreinander leider ein ganz normaler Umgangston ist. Mein alter Herr hält das für witzig und nannte uns immer "Mimöschen", wenn wir das anders sahen.
Echo verträgt er aber keins. Seit meine Schwester und ich erwachsen sind, bekommt er es dafür oft genug.
19.11.2016 20:58
Zitat von Mamota:

Zitat von Stefanka93:

Zitat von Mamota:

Zitat von Stefanka93:

...

Nachdem Schnappi sich gerade in ihre Eisenbahn vertieft hatte, habe ich eben die drei Zeitschriften Juni, Juli und September durchgeblättert. Da war es nicht drin. Nachdem im Juniheft was drin stand, was aber noch ohne die neuen Erkenntnisse war, nehme ich an, ich muss das Augustheft nochmal ausleihen. Ich hoffe, dass ich mich nicht geirrt habe und es da finde. (Manchmal verwechsle ich, wo ich etwas gelesen oder gehört habe. Aber das war so ausführlich, dass es fast da gewesen sein muss. Wäre es im Kulturradio gewesen, hätte ich sicherlich nur Ausschnitte davon mitbekommen. )

An die Begleitumstände kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern.
Vergleichendes Lob, glaube ich, war ein wichtiger Faktor. (bei indirekter Aussage: Du bist besser als andere.) Je weniger Kinder, je gewünschter und je später geboren war auch noch Thema. Außerdem die Vorbildfunktion. Und halt, dass der Fokus oft fälschlicherweise einseitig auf die scheinbaren Bedürfnisse des Kindes gelegt wird, anstatt die Bedürfnisse aller und die langfristigen Bedürfnisse des Kindes im Blick zu haben.
Probleme würden wohl dann entstehen, wenn die Außenwelt (Kindergartengruppe, Schulklasse, ...) dem Kind nicht die gewohnte Aufmerksamkeit schenke, das Kind aber davon ausginge, sie erwarten zu können.

Ich kann mich darum noch so gut dran erinnern, weil mich das so stark ein eine frühere Schülerin erinnert hat.

Wobei, der Vollständigkeit halber: Der Fokus lag nur in einer kurzen Passage auf der Bedürfnisorientierung. Es ging streckenweise auch um besonders strenge Erziehung und hohen Erwartungsdruck, gebündelt mit elitären Vorstellungen.


Völlig unabhängig vom Thema fällt mir da gerade wieder ein, dass der Onkel eines guten Schulfreundes jahrelang Chefredakteur bei Psychologie heute war (oder ist?)

Vergleichendes Loben? Wer macht denn sowas? Klingt jedenfalls sehr interessant. Ich bin jetzt jedenfalls auf den Artikel gespannt

Kannst du nicht den Bekannten fragen? Dann muss ich die nicht extra noch mal ausleihen, ohne zu wissen, dass ich fündig werde.

Vergleichendes Loben passiert oft. Genauso wie das Gegenteil.
Berümtester Vergleich in Elternhäusern:
"Und welche Noten haben die anderen so?"

Gibt aber auch:
"Ui, du spielst so viel toller mit deinen Bauklötzen als andere Kinder. Du wirst bestimmt mal ein Ingenieur."
"Deine Schwester war in dem Alter noch nicht so weit."
"Bist du der Klügste in deiner Klasse? Gut, war ja auch klar bei dem Papa. Hö hö!"
"Du bist das hübscheste Mädchen."

Und der Klassiker:
"Ich weiß, aus dir wird mal was ganz Besonderes."


Weißt du zufällig die Überschrift des Artikels? Er schaut mal für mich nach

Diese Art des Lobens ist mir noch nicht untergekommen bisher. Außer vielleicht ähnlich wie bei dir. ("Wie der Klassenschnitt ist 1,9? Dann bekommst du für deinen 1 aber nur 2€ statt 5€").
19.11.2016 21:02
Ne, sorry. Ich weiß nur noch das, was ich schon geschrieben habe und hoffe immer noch, dass ich nichts verwechselt habe. Ich meine mich an eine Interviewstruktur zu erinnern, aber auch da bin ich nicht sicher.

Langsam interessiert mich das auch wieder, was es genau war.
Hoffentlich wird er fündig!
19.11.2016 21:25
Zitat von Mamota:

Ne, sorry. Ich weiß nur noch das, was ich schon geschrieben habe und hoffe immer noch, dass ich nichts verwechselt habe. Ich meine mich an eine Interviewstruktur zu erinnern, aber auch da bin ich nicht sicher.

Langsam interessiert mich das auch wieder, was es genau war.
Hoffentlich wird er fündig!


Ich schreib dir, wenn er was gefunden hat. Könnte aber ein bisschen dauern, meint er.
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