Mütter- und Schwangerenforum

Vorstellungsgespräch - mit Kind kein Problem! - ist das ne Falle?

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Schnecke510
7207 Beiträge
27.06.2018 12:42
Zitat von Tanzbär:

Zitat von Schnecke510:

Zitat von Tanzbär:

Zitat von Schnecke510:

...

Jetzt bin ich doch mal neugierig: In welcher Branche arbeitest du eigentlich?

Bei uns (in der Automobilbranche) ist es ja doch recht männerlastig und doch haben alle Verständnis, wenn man mal sagen muss, dass man jetzt kein weiteres Meeting mehr machen kann, weil man die Kinder abholen muss. Das machen im Übrigen alle dort, also auch die Männer (und die Chefs), und da guckt keiner blöd.

Früher war ich in der Wissenschaft. Nach einem Burnout habe ich mich neu orientiert und fahre nun zweigleisig - Projektjob und "Beratungstätigkeiten" im Bereich Wissenschaft.

Wissenschaft ist jetzt natürlich ziemlich weitgefasst. Kann ja quasi alles sein von Natur- bis hin zu Sozialwissenschaften . Aber egal.

Mir persönlich wäre das zu anstrengend, wenn ich wüsste oder auch nur das Gefühl hätte, dass ich mich wegen der Kinder immer verbiegen muss. Bloß professionell rüberkommen, die Kinder mit keinem Wort erwähnen usw. Da bin ich sehr froh über den lockeren Umgang, der bei uns auf der Arbeit herrscht, wodurch auch viele Freundschaften entstanden sind (nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen).

Weder noch. Aber etwas sehr Spezielles. Deswegen möchte ich es nicht sagen, weil die Welt der sog. "Orchideenfächer" klein ist. Irgendwann geht es auch nicht mehr um Inhalte, sondern man arbeitet als Manager. Da ist es egal, "was" man eigentlich macht.
27.06.2018 13:08
Also ich muss ja ehrlich ich nehme Luisa überall mit hin: alle Ärzte, Krankengymnastik, zum Friseur, Anwalt, zum Sport. Geht halt nicht anders, wenn man arbeiten ist und sonst keine Betreuung hat. Aber: zum Bewerbungsgespräch niemals!
Dann muss sie hinterher auf Toilette dort quengelt und du kannst dich nickt konzentrieren, es geht ja um was, da musst du voll da sein. Dein Kind ist noch sehr Klein, ich würde es nicht tun, obwohl ich wie gesagt sonst alles mt meiner Tochter macht
Marlen84
6884 Beiträge
27.06.2018 13:10
Ich hab schon wieder ein Vorstellungsgespräch...
Marlen84
6884 Beiträge
27.06.2018 13:12
Und das Beste, er hat gehört, wo ich am Freitag hinngeh, und frage, ob ich dannach nicht mal kurz vorbei kommen möchte (liegt unngefähhr auf dem Weg). Da sagte ich, ich hab doch mein Kind dabei, unnd er, das ist doch kein Problem!
27.06.2018 13:12
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Ich finde es gut und ich würde mit Kind hingehen, wenn er es schon anbietet. Letztlich ist es ja auch so, dass das Kind Bestandteil deines Lebens ist und immer die Nummer 1. Das ist auch jedem Chef klar. Und jeder Chef mit Herz und Verstand, wird es dem Arbeitnehmer so einrichten, soweit eben möglich, dass Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind.

Ich habe da nie einen Hehl draus macht. Ich habe in JEDEM Vorstellungsgespräch klar gesagt, dass ich grundsätzlich eine Betreuung habe, dass es aber immer Situationen geben kann (Krankheit, KIta-Schließzeiten etc. pp.) wo diese Betreuung eben nicht greifen kann und das nur ich als Mutter abdecken kann. Entweder haben sie mich dann genommen oder eben nicht. In den Fällen des Nichtnehmens, war ich dann auch zufrieden, weil ich da gar nicht hin wollte, wenn man sich nicht darauf einstellt. Man arbeitet doch i.d.R. um sein Leben zu finanzieren, und lebt nicht, um zu arbeiten. Wenn der Job dann noch Spaß macht, umso besser. Für mich geht das nur in Kombi. Von daher: Geh mit Kind und berichte bitte, wie es war und wie es ausgeht.

LG Zaubi

Puh aber direkt durchblicken lässt „‚mein Kind steht an erster Stelle“ bekommt nicht überall einen Job. Man soll ja zumindest so tun, als würde man alles für den Job geben. Der Arbeitgeber zahlt dich, damit du dort deine Leistung zur Verfügung stellst und da hat privates nix zu tun.
Pakuna
7805 Beiträge
27.06.2018 13:39
Zitat von Marlen84:

Und das Beste, er hat gehört, wo ich am Freitag hinngeh, und frage, ob ich dannach nicht mal kurz vorbei kommen möchte (liegt unngefähhr auf dem Weg). Da sagte ich, ich hab doch mein Kind dabei, unnd er, das ist doch kein Problem!


Herrlich Bin gespannt was du berichtest.
Lealein
10295 Beiträge
27.06.2018 13:43
Zitat von Marlen84:

Und das Beste, er hat gehört, wo ich am Freitag hinngeh, und frage, ob ich dannach nicht mal kurz vorbei kommen möchte (liegt unngefähhr auf dem Weg). Da sagte ich, ich hab doch mein Kind dabei, unnd er, das ist doch kein Problem!

Wie krass ist das denn?? na dann poker mal schön hoch!!
Zwerginator
7890 Beiträge
27.06.2018 14:08
Bei uns gibt es keine Trennung zwischen Arbeit und Privat, ist einfach so. Wir hatten bei Vorstellungsgesprächen für einen neuen Mitarbeiter schon unsere damals Einjährige dabei weil es nicht anders machbar war und hatten auch schon Bewerber mit Kind im Schlepptau.
Ich finde es super, dass die potentiellen Arbeitgeber so reagiert haben, es gibt nichts besseres als einen Arbeitgeber, der kinderfreundlich ist.
Tanzbär
13616 Beiträge
27.06.2018 15:47
Zitat von Schnecke510:

Zitat von Marlen84:

Schnecke, ich bin ganz sicher, das es da ganz verschiedene Ansichten gibt.
Ich arbeite, um zu leben, mit und für meine Familie. Und wenn meine Umstände nicht zur Firma passen, ist die Firma nichts für mich. Das hat aber jetzt nichts mit dem Vorstellungsgespräch mit Kind zutun, das war Entscheidung vom Chef, sondern mit der Einstellung, ob Arbeit höchste Priorität hat.
Bei mir haben das die Kinder, und wenn sie krank/verletzt sind oder sonstwas haben, komme ich natürlich von jeder Arbeitsstelle herbei geeilt. Ganz klar, und wenn das jemand nicht versteht, passt es nicht zusammen. Die fehlende Arbeitszeit kann man nachholen, einen anderen Tag länger machen.

Ich finde es für MICH viel entspannter, wenn meine Umstände in einer neuen Firma bekannt sind. Ich würde nie wieder einen Vertrag unterschrieben, wenn das nicht alles besprochen wurde.

Werden deine Kinder nie krank? Wirst du nie auf Arbeit angerufen, bitte abholen? Nimmst du keinen Urlaub in den Ferien?

Heute ist das kein Thema mehr. Ich arbeite sowieso aktuell von zu Hause aus. Wenn sie jetzt krank werden, dann umsorge ich sie ganz normal und es erfüllt mich. Ja. Ich nehme auch Urlaub in den Ferien - und auch das finde ich schön.
Früher musste es eben irgendwie gehen. Wir hatten immer ein Aupair, das zur Not eben die kranken Kinder betreut hat. Abends kam dann meine Mutter - da habe ich angerufen. Da ich teilweise 1,5 Stunden einfach gependelt bin zu meiner Arbeitsstelle, war es nicht möglich, irgendwen einfach mal so abzuholen. Das war den Kindern aber auch bewusst. Zumal meine Anwesenheit an der Arbeitsstelle nur vier Tage die Woche betrug und da war jede Minute meiner Anwesenheit verplant. Da es sich um eine Führungsposition handelte, war ich da sehr in Anspruch genommen. Private Telefonate höchstens mal in der Mittagspause, die aber oft genug ausfiel.
Meist kam ich um halb 10 Uhr dort an und da stand schon eine Schlange Leute vor meinem Büro. Bis ich die Leute "versorgt" hatte, war es 10:15. Dann 15 Minuten fest eingeplante Zeit für die Sekretärin. Dann einen Termin bis Mittag. Dann Nachbereitung des Termins und diverse Telefonate. Wenn Zeit für ein Brot blieb, war das schon entspannend. Um 14 Uhr wieder ein Meeting bzw. eine Präsentation bis 16 Uhr. Ab 16 Uhr dann Mitarbeitergespräche. Bei wichtigen Projektfristen dauerte das schon mal bis 22 Uhr. Wann hätte ich da Zeit für Privatleben gehabt?
Urlaub hatte ich damals nur pro forma. Vielleicht 10 freie Tage pro Jahr. Jedes Wochenende und jeden Feiertag habe ich gearbeitet. Die 10 freien Tage waren die Tage, wo wir weggefahren sind.
Und dann habe ich gesagt, ich will das nicht mehr.
Bei meinem Mann geht das bis heute so. Allerdings hatte mein Mann nie den Konflikt zwischen Arbeit und Familie, da er größtenteils im Ausland tätig war. Erst in Korea und nun seit fast 10 Jahren in den USA. Davor ca. 500km weg von uns, da haben wir allerdings zusammengewohnt.

Von nichts kommt nichts. Wenn ich eins in meinem Leben gelernt habe, dann das.

In deiner Branche / bei deinem AG vielleicht, aber ansonsten geht es sehr wohl auch anders als deine beschriebene Situation.

Für mich wäre es nichts, aber wenn es für euch so passt, ist es ja i.O.
27.06.2018 18:00
Zitat von Julemaus:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Ich finde es gut und ich würde mit Kind hingehen, wenn er es schon anbietet. Letztlich ist es ja auch so, dass das Kind Bestandteil deines Lebens ist und immer die Nummer 1. Das ist auch jedem Chef klar. Und jeder Chef mit Herz und Verstand, wird es dem Arbeitnehmer so einrichten, soweit eben möglich, dass Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind.

Ich habe da nie einen Hehl draus macht. Ich habe in JEDEM Vorstellungsgespräch klar gesagt, dass ich grundsätzlich eine Betreuung habe, dass es aber immer Situationen geben kann (Krankheit, KIta-Schließzeiten etc. pp.) wo diese Betreuung eben nicht greifen kann und das nur ich als Mutter abdecken kann. Entweder haben sie mich dann genommen oder eben nicht. In den Fällen des Nichtnehmens, war ich dann auch zufrieden, weil ich da gar nicht hin wollte, wenn man sich nicht darauf einstellt. Man arbeitet doch i.d.R. um sein Leben zu finanzieren, und lebt nicht, um zu arbeiten. Wenn der Job dann noch Spaß macht, umso besser. Für mich geht das nur in Kombi. Von daher: Geh mit Kind und berichte bitte, wie es war und wie es ausgeht.

LG Zaubi

Puh aber direkt durchblicken lässt „‚mein Kind steht an erster Stelle“ bekommt nicht überall einen Job. Man soll ja zumindest so tun, als würde man alles für den Job geben. Der Arbeitgeber zahlt dich, damit du dort deine Leistung zur Verfügung stellst und da hat privates nix zu tun.


Ja und? Warum soll ich so tun, dass Arbeit an erster Stelle kommt, wenn das glatt gelogen ist? Was ist das für eine Basis? Eine beschissene, wenn du mich fragst. Und die Jobs, die ich nicht bekomme, WEIL ich sage: Familie steht an Platz 1.. naja, das sind eh die falschen Jobs für mich.
Und es geht ja auch anders. Ich habe länger gesucht, bis ich angekommen bin. Bis ich genau das hatte, was ich wollte. Wo Privatleben eben wichtig ist, wo auf Mitarbeiterhygiene geachtet wird, wo ich als Mensch geschätzt werde und wo allen klar ist: Man kann nur Bestleistung erbringen, wenn man 100% bei der Sache ist und das ist man eben nicht, wenn irgendwas ungeklärt ist, oder wenn ich mich verbiegen muss, weil blos niemand merken soll, dass Arbeit nicht mein Leben ist, sondern nur ein Mittel, um mein Leben zu finanzieren. Und ich gehe wirklich gern arbeiten. Mit Herzblut und voller Elan. Aber wenn irgendwas mit meinem Kind ist, lasse ich alles liegen und eile zu ihm. Notfalls kündige ich dann auch. Ist mir ganz egal. Die Jahre mit meinem Kind sind so wichtig und niemand kann mir die wiedergeben. Deswegen: Arbeiten ja, unglaublich gern auch, aber NICHT zu Lasten meines Kindes. Niemals.

Und wie der andere Thread gezeigt hat, habe ich ja alles richtig gemacht. Passt alles, inkl. dem Verdienst, der offenbar nicht so selbstverständlich ist.
Lobulus
1386 Beiträge
28.06.2018 11:52
Auf’n jeden Fall würde ich sie mitnehmen, er hat’s doch selbst vorgeschlagen. Denke wirklich nicht, dass das ne Falle ist. Der durchschnittschef hat keine Zeit und keine Nerven, potentielle Mitarbeiter auf solch eine Weise zu testen, ist doch Zeitverschwendung.

Und warum sollte das nicht möglich sein? Selbst in professionellen Branchen ist das teilweise üblich, kommt nämlich total auf den Chef an. Die Zeiten a la „ich muss hier professionell auftreten, sonst geht dies und jenes nicht“ sind vorbei. Jeder normal denkende Mensch weiß, dass eine work-life-Balance wichtig ist. Wer regelmäßig bis 22 Uhr arbeitet landet früher oder später im burnout. Und noch nicht genug: bevor es zum Bornout kommt, leidet die Arbeit schon einige Monate darunter, also tun sich auch die höchsten Tiere und Inhaber keinen Gefallen damit.

Bin gespannt auf deinen Bericht.
Marlen84
6884 Beiträge
28.06.2018 12:56
Zitat von Lobulus:

Auf’n jeden Fall würde ich sie mitnehmen, er hat’s doch selbst vorgeschlagen. Denke wirklich nicht, dass das ne Falle ist. Der durchschnittschef hat keine Zeit und keine Nerven, potentielle Mitarbeiter auf solch eine Weise zu testen, ist doch Zeitverschwendung.

Und warum sollte das nicht möglich sein? Selbst in professionellen Branchen ist das teilweise üblich, kommt nämlich total auf den Chef an. Die Zeiten a la „ich muss hier professionell auftreten, sonst geht dies und jenes nicht“ sind vorbei. Jeder normal denkende Mensch weiß, dass eine work-life-Balance wichtig ist. Wer regelmäßig bis 22 Uhr arbeitet landet früher oder später im burnout. Und noch nicht genug: bevor es zum Bornout kommt, leidet die Arbeit schon einige Monate darunter, also tun sich auch die höchsten Tiere und Inhaber keinen Gefallen damit.

Bin gespannt auf deinen Bericht.


Und die Familie!!!
Ein schöner Beitrag, das unterschreibe ich so.

Ach ja, ich wollte sie mitnehmen. Aber nun ist das so kompliziert, wenn ich tatsächlich im Anschluß noch zum nächsten Termin fahre (das ergibt sich erst morgen nach dem ersten Gespräch). Da wirds dann langsam haarig, sie hat um 11.30 Uhr Hunger und will um 12 Uhr im Bett sein. Meine Mutter schaut gerade, ob sie ihre Termine morgen früh irgendwie spontan anders regeln kann, ansonten ists wie gehabt, ich nehme sie mit.
Jani85
27577 Beiträge
30.06.2018 00:01
Uuuund???
Pakuna
7805 Beiträge
30.06.2018 12:01
Genau, erzähl!
Marlen84
6884 Beiträge
02.07.2018 22:27
Ach ja!

Ich hab die kleine Maus Zuhause bei Oma gelassen. Ich war auch erst um 12.30 Uhr zurück, das wäre viel zu lang geworden!
Aber, der Herr T. hat sofort bei der Begrüßung sehr freundlich gesagt "ach doch ohne Nachwuchs"? Das war sehr nett.

Das Gespräch an sich war super. Ich warte noch die anderen ab, aber da ist es wirklich sehr schön und unkompliziert.
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