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Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 18:36
Zitat von silbermarie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Zitat von khaleesi:

...


Oft sind sie relativ zufrieden, solange sie überleben können. Depressionen und sowas gibt es dort nicht. Die haben vor lauter Arbeit keine Zeit zum grübeln.


Sie haben ja leider keine Wahl und kämpfen jeden Tag ums überleben. Hier in Deutschland hat jeder eine Wahl, kann einen guten Abschluss machen, arbeiten und Geld verdienen. Wer sich dagegen entscheidet regt sich dann meist über die auf, wo es anders ist, redet alles schlecht, stellt sich gegen das System und fühlt sich dabei im Recht. Luxusprobleme eben...


Genau das... First-World-Problems nenne ich das immer

Ist die Fruchtblase schon geplatzt?



Neee und das obwohl wir schon wieder einer Meinung sind. Was muss denn noch passieren????
Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 18:38
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

...

Ich bin mal durchgerasselt, hatte aber zum Glück ein familiäres Netz, das mich auffing. Ich wurde vom Freistaat Bayern für 3 Monate entlassen (üblich bei Junglehrern) und hübsch warmgehalten, so dass ich mich nicht getraut habe, mir was anderes zu suchen. Da man im Ref. nicht in die Arbeitslosenkasse einzahlt, gab es da nichts. ALG II gab es auch nicht, da mein damaliger Mann theoretisch gut verdient hat. In der Schweiz. Und auch nur theoretisch, da er nämlich um sein Geld geprellt wurde, was den deutschen Staat verständlicherweise nicht interessiert hat. Also stand ich da, ohne Job, ohne Krankenversicherung, mit Bafögrückzahlung im Nacken und Lebenskosten, die ich nicht bezahlen konnte. Schwubbs, da ist das große Loch im Netz.


Mhm nein ist es nicht. Du schreibst ja selbst, du hast dich nicht getraut dir was anderes zu suchen, also war es ja selbst verschuldet. Da es, wie du sagst, bei junglehrern normal ist, wusstest du es vorher und hättest dir was suchen können. Ohne kv? Ohne Verdienst kannst du bei deinem Mann familienversichert werden.

Er war privat versichert in der Schweiz. Da ging gar nix. Wir waren nicht blöd genug es nicht zu versuchen.
Tja, und selbstverschuldet mag sein, aber wenn man bei jedem Telefonat mit dem zuständigen Büro hört, dass man ja schon Platz 38, 20, 15, 7, 3,... auf der Nachrückliste ist und ganz sicher noch reinrutscht, tendiert man nunmal zu Leichtgläubigkeit als junger Mensch. Heute hätte ich vermutlich schon längst was anderes gesucht, aber so frisch nach der Ausbildung war das dann doch noch anders.


Dennoch ist es kein Loch im System gewesen
28.12.2014 18:40
Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

...


Sie haben ja leider keine Wahl und kämpfen jeden Tag ums überleben. Hier in Deutschland hat jeder eine Wahl, kann einen guten Abschluss machen, arbeiten und Geld verdienen. Wer sich dagegen entscheidet regt sich dann meist über die auf, wo es anders ist, redet alles schlecht, stellt sich gegen das System und fühlt sich dabei im Recht. Luxusprobleme eben...


Genau das... First-World-Problems nenne ich das immer

Ist die Fruchtblase schon geplatzt?



Neee und das obwohl wir schon wieder einer Meinung sind. Was muss denn noch passieren????


Boah, also so langsam weiß ich jetzt auch nicht mehr... wir müssen auch aufpassen, dass es nicht ausufert und wir am Ende noch sowas wie gegenseitige Sympathie entwickeln
khaleesi
3596 Beiträge
28.12.2014 18:41
Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Zitat von khaleesi:

Zitat von silbermarie:

...
das witzige ist ja dass gerade diese menschen sich wenig beschweren. Bzw. hat sich bei mir noch keiner beschwert oder sein leid geklagt. Was das leid natürlich nicht weniger macht. Aber ich finde es schon faszinierend. Unsereins kann ja hervorragend über nichtige dinge klagen. Das fällt einem dann besonders auf


Oft sind sie relativ zufrieden, solange sie überleben können. Depressionen und sowas gibt es dort nicht. Die haben vor lauter Arbeit keine Zeit zum grübeln.


Sie haben ja leider keine Wahl und kämpfen jeden Tag ums überleben. Hier in Deutschland hat jeder eine Wahl, kann einen guten Abschluss machen, arbeiten und Geld verdienen. Wer sich dagegen entscheidet regt sich dann meist über die auf, wo es anders ist, redet alles schlecht, stellt sich gegen das System und fühlt sich dabei im Recht. Luxusprobleme eben...
jap so ist es wohl
Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 18:43
Zitat von silbermarie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Zitat von Seramonchen:

...


Genau das... First-World-Problems nenne ich das immer

Ist die Fruchtblase schon geplatzt?



Neee und das obwohl wir schon wieder einer Meinung sind. Was muss denn noch passieren????


Boah, also so langsam weiß ich jetzt auch nicht mehr... wir müssen auch aufpassen, dass es nicht ausufert und wir am Ende noch sowas wie gegenseitige Sympathie entwickeln


Ach nun hör aber auf
28.12.2014 18:45
Zitat von silbermarie:

Ich hab so lange keine Prügel mehr von euch kassiert, dass ich jetzt mal wieder was Provokantes in die Runde werfen muss:

Ich finde es immer ziemlich albern, wenn in Bezug auf die Armut und das Leid in der 3. Welt gesagt wird "Es gibt auch in Deutschland genug Armut und Leid"

In Deutschland gibt es im globalen Vergleich keine tatsächliche materielle Armut. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben. Wer sich mal mit Obdachlosen unterhalten hat, der weiß, dass diese die Entscheidung oft aus ideologischen Gründen selbst getroffen haben, weil sie lieber auf der Straße leben, als sich von einem Amt abhängig zu machen. Aber auch für diese Obdachlosen wird gespendet, es gibt Heime, Kältebusse und andere Einrichtungen.

Es gibt Hartz IV und Sozialhilfe. Es gibt Lebensmittelmarken. Anderswo auf der Welt heißt es: Haste keine Arbeit, haste nix zu fressen.
Für einen monatlichen Hartz-IV-Satz muss sich anderswo eine komplette Familie über lange Zeit den Buckel krumm schuften und lebt davon dann am Ende in Verhältnissen, die wir hier als unzumutbar empfinden.

Ich habe in Afrika "Behausungen" gesehen an den Stadträndern, die bestanden aus 4 in den Boden gesteckten Ästen, die mit Lumpen bedeckt wurden, dass man, falls es regnet, nicht komplett nass wird.
Da liegen Leute herum und verhungern - bei uns gibt es eine Tafel.

Die Zustände in diesen Ländern sind zum Teil auch dem Umstand geschuldet, dass wir von unserem Überfluss, der zum Teil auch aus dieser Menschen Boden und Arbeit gewonnen wird, nichts abgeben, sondern nur wiederum unseren eigenen Leuten zustecken.
Ein Mensch, der unter einem richtigen Dach lebt, der monatlich Geld bekommt und sich aus vollen Regalen mit Lebensmitteln versorgen kann (auch wenn's am Monatsende eng wird) hat in meinen Augen nicht das Recht, zu behaupten, er sei arm!

Genauso sieht es aus. Den Nagel auf den Kopf getroffen.
28.12.2014 18:46
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

...


Mhm nein ist es nicht. Du schreibst ja selbst, du hast dich nicht getraut dir was anderes zu suchen, also war es ja selbst verschuldet. Da es, wie du sagst, bei junglehrern normal ist, wusstest du es vorher und hättest dir was suchen können. Ohne kv? Ohne Verdienst kannst du bei deinem Mann familienversichert werden.

Er war privat versichert in der Schweiz. Da ging gar nix. Wir waren nicht blöd genug es nicht zu versuchen.
Tja, und selbstverschuldet mag sein, aber wenn man bei jedem Telefonat mit dem zuständigen Büro hört, dass man ja schon Platz 38, 20, 15, 7, 3,... auf der Nachrückliste ist und ganz sicher noch reinrutscht, tendiert man nunmal zu Leichtgläubigkeit als junger Mensch. Heute hätte ich vermutlich schon längst was anderes gesucht, aber so frisch nach der Ausbildung war das dann doch noch anders.


Dennoch ist es kein Loch im System gewesen

Na gut, stimmt genau genommen. Aaaaber: Hätte ich einen Job gesucht und keinen gefunden (was bei mir zugegebenermaßen damals tatsächlich unwahrscheinlich gewesen wäre, weil ich jung, gesund, ungebunden und wenig wählerisch war), dann wäre es ein Loch im System gewesen, denn ich wäre tatsächlich völlig ungesichert gewesen. Kein Allg II, keine KV. Dabei wäre es geblieben. Können wir das als Kompromiss gelten lassen für: Ich war selber schuld (zumal das für mich auch nicht schlimm war, da Papa mir großzügig ausgeholfen hat), aber das Loch im Netz ist trotzdem da?
28.12.2014 18:51
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

...

Er war privat versichert in der Schweiz. Da ging gar nix. Wir waren nicht blöd genug es nicht zu versuchen.
Tja, und selbstverschuldet mag sein, aber wenn man bei jedem Telefonat mit dem zuständigen Büro hört, dass man ja schon Platz 38, 20, 15, 7, 3,... auf der Nachrückliste ist und ganz sicher noch reinrutscht, tendiert man nunmal zu Leichtgläubigkeit als junger Mensch. Heute hätte ich vermutlich schon längst was anderes gesucht, aber so frisch nach der Ausbildung war das dann doch noch anders.


Dennoch ist es kein Loch im System gewesen

Na gut, stimmt genau genommen. Aaaaber: Hätte ich einen Job gesucht und keinen gefunden (was bei mir zugegebenermaßen damals tatsächlich unwahrscheinlich gewesen wäre, weil ich jung, gesund, ungebunden und wenig wählerisch war), dann wäre es ein Loch im System gewesen, denn ich wäre tatsächlich völlig ungesichert gewesen. Kein Allg II, keine KV. Dabei wäre es geblieben. Können wir das als Kompromiss gelten lassen für: Ich war selber schuld (zumal das für mich auch nicht schlimm war, da Papa mir großzügig ausgeholfen hat), aber das Loch im Netz ist trotzdem da?


Naja, strenggenommen ist ein Netz ja auch eine Aneinanderreihung von Luftmaschen
Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 18:52
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Er war privat versichert in der Schweiz. Da ging gar nix. Wir waren nicht blöd genug es nicht zu versuchen.
Tja, und selbstverschuldet mag sein, aber wenn man bei jedem Telefonat mit dem zuständigen Büro hört, dass man ja schon Platz 38, 20, 15, 7, 3,... auf der Nachrückliste ist und ganz sicher noch reinrutscht, tendiert man nunmal zu Leichtgläubigkeit als junger Mensch. Heute hätte ich vermutlich schon längst was anderes gesucht, aber so frisch nach der Ausbildung war das dann doch noch anders.


Dennoch ist es kein Loch im System gewesen

Na gut, stimmt genau genommen. Aaaaber: Hätte ich einen Job gesucht und keinen gefunden (was bei mir zugegebenermaßen damals tatsächlich unwahrscheinlich gewesen wäre, weil ich jung, gesund, ungebunden und wenig wählerisch war), dann wäre es ein Loch im System gewesen, denn ich wäre tatsächlich völlig ungesichert gewesen. Kein Allg II, keine KV. Dabei wäre es geblieben. Können wir das als Kompromiss gelten lassen für: Ich war selber schuld (zumal das für mich auch nicht schlimm war, da Papa mir großzügig ausgeholfen hat), aber das Loch im Netz ist trotzdem da?


Von mir aus ich hatte ja von Anfang an gesagt, dass man in Deutschland nicht unverschuldet durchs netz fällt
28.12.2014 18:57
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

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Dennoch ist es kein Loch im System gewesen

Na gut, stimmt genau genommen. Aaaaber: Hätte ich einen Job gesucht und keinen gefunden (was bei mir zugegebenermaßen damals tatsächlich unwahrscheinlich gewesen wäre, weil ich jung, gesund, ungebunden und wenig wählerisch war), dann wäre es ein Loch im System gewesen, denn ich wäre tatsächlich völlig ungesichert gewesen. Kein Allg II, keine KV. Dabei wäre es geblieben. Können wir das als Kompromiss gelten lassen für: Ich war selber schuld (zumal das für mich auch nicht schlimm war, da Papa mir großzügig ausgeholfen hat), aber das Loch im Netz ist trotzdem da?


Von mir aus ich hatte ja von Anfang an gesagt, dass man in Deutschland nicht unverschuldet durchs netz fällt

Wah, böse Mamota, aber ich kann es nicht lassen.

Nur mal eben angenommen, ich wäre in der gleichen Situation gewesen, aber nicht jung und kraftstrotzend, sondern 62 Jahre alt
oder mit einer körperlichen Behinderung, die Akkordarbeit o.ä. unmöglich gemacht hätte
oder hochschwanger mit vorzeitigen Wehen
oder einfach jemand, der nicht besonders helle ist und zwei linke Hände hat,
wäre es dann auch nicht unverschuldet?
khaleesi
3596 Beiträge
28.12.2014 19:01
Ganz schön weit off topic das ganze hier

Marie ich habe mich auch schon sehr tief mit dem islam beschäftigt, auch ich fand ihn vorher recht übel muss ich sagen. Aber die religion ansich ist nicht das übel, erst die Menschen machen sie draus. Aber ich habe schonmal gelesen, dass du dich damit auch schon tiefergehend beschäftigt hast und deine meinung also nicht nur durch medien usw. geblidet hast. Also ist es auch ok so.
Ich selber glaube ja garnicht an irgendeinen gott in dem sinne, interressiere mich aber für Religionen und habe für jeden religiösen verständnis(solange es im rahmen bleibt halt).
Das der glaube immer wieder zu kriegen führt ist glaube ich garnicht mal nur dem glauben geschuldet. Stets wird alles andersartige bekämpft. Damals der holocaust hierzulande, die hutu gegen die tutsi in ruanda, die weißen gegen die schwarzen, die heterosexuellen gegen die homosexuellen, die gläubigen gegen die ungläubigen und so weiter.... Das wird wohl ewig so weiter gehen, toleranz ist wohl nicht des menschen stärke.

Was die religionen nebeneinander betrifft, finde ich ghana sehr vorbildlich. Die leben miteinander und nebeneinander und respektieren den anderen in vollem umfang. Nur(und da ist es wieder) ist es wichtig, dass man überhaupt glaubt. Und man auf garkeinen fall schwul ist

Jetzt wurde ich tausendmal unterbrochen und hab vergessen wo ich eigentlich draif hinaus wollte

Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 19:09
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Na gut, stimmt genau genommen. Aaaaber: Hätte ich einen Job gesucht und keinen gefunden (was bei mir zugegebenermaßen damals tatsächlich unwahrscheinlich gewesen wäre, weil ich jung, gesund, ungebunden und wenig wählerisch war), dann wäre es ein Loch im System gewesen, denn ich wäre tatsächlich völlig ungesichert gewesen. Kein Allg II, keine KV. Dabei wäre es geblieben. Können wir das als Kompromiss gelten lassen für: Ich war selber schuld (zumal das für mich auch nicht schlimm war, da Papa mir großzügig ausgeholfen hat), aber das Loch im Netz ist trotzdem da?


Von mir aus ich hatte ja von Anfang an gesagt, dass man in Deutschland nicht unverschuldet durchs netz fällt

Wah, böse Mamota, aber ich kann es nicht lassen.

Nur mal eben angenommen, ich wäre in der gleichen Situation gewesen, aber nicht jung und kraftstrotzend, sondern 62 Jahre alt
oder mit einer körperlichen Behinderung, die Akkordarbeit o.ä. unmöglich gemacht hätte
oder hochschwanger mit vorzeitigen Wehen
oder einfach jemand, der nicht besonders helle ist und zwei linke Hände hat,
wäre es dann auch nicht unverschuldet?


Mit 62 Jahren hast du sicher in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Wenn nicht, ja selbst schuld, denn da zahle ich sogar als selbstständige freiwillig ein.
Körperliche Behinderung - da kenn ich mich ehrlich gesagt nicht aus mit den Sozialleistungen, kann ich nichts zu sagen.
Hochschwanger mit vorzeitigen Wehen - da ist dein sozialbedarf ein anderer soweit ich weiß, ich glaube zu meinen da hättest du was bekommen.
Nicht so helle - Mhm ja und dann Lehrer?
Interessant zu wissen wäre ja auch, warum dein Mann um sein Geld geprellt wurde und warum du nicht, wenn du von den drei Monaten wusstest, den grundbetrag für die kV zur Seite gelegt hast? Und wenn dein Mann in der Schweiz kv war, muss er da dann nicht auch gemeldet sein? Und hätte dementsprechend dort Anspruch auf Leistungen gehabt?
Und warum sucht man sich nicht einen Job an der kasse im supermarkt für die drei Monate? Oder macht telefonsex oder geht putzen? Warum zahlt man nicht vorher schon während des Studiums freiwillig in die aLG-Versicherung eln? Das ist kein hoher Betrag. Ich komme immer wieder auf blauäugigkeit und Naivität Aber vielleicht irre ich mich auch
28.12.2014 19:29
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

...


Von mir aus ich hatte ja von Anfang an gesagt, dass man in Deutschland nicht unverschuldet durchs netz fällt

Wah, böse Mamota, aber ich kann es nicht lassen.

Nur mal eben angenommen, ich wäre in der gleichen Situation gewesen, aber nicht jung und kraftstrotzend, sondern 62 Jahre alt
oder mit einer körperlichen Behinderung, die Akkordarbeit o.ä. unmöglich gemacht hätte
oder hochschwanger mit vorzeitigen Wehen
oder einfach jemand, der nicht besonders helle ist und zwei linke Hände hat,
wäre es dann auch nicht unverschuldet?


Mit 62 Jahren hast du sicher in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Wenn nicht, ja selbst schuld, denn da zahle ich sogar als selbstständige freiwillig ein.
Körperliche Behinderung - da kenn ich mich ehrlich gesagt nicht aus mit den Sozialleistungen, kann ich nichts zu sagen.
Hochschwanger mit vorzeitigen Wehen - da ist dein sozialbedarf ein anderer soweit ich weiß, ich glaube zu meinen da hättest du was bekommen.
Nicht so helle - Mhm ja und dann Lehrer?
Interessant zu wissen wäre ja auch, warum dein Mann um sein Geld geprellt wurde und warum du nicht, wenn du von den drei Monaten wusstest, den grundbetrag für die kV zur Seite gelegt hast? Und wenn dein Mann in der Schweiz kv war, muss er da dann nicht auch gemeldet sein? Und hätte dementsprechend dort Anspruch auf Leistungen gehabt?
Und warum sucht man sich nicht einen Job an der kasse im supermarkt für die drei Monate? Oder macht telefonsex oder geht putzen? Warum zahlt man nicht vorher schon während des Studiums freiwillig in die aLG-Versicherung eln? Das ist kein hoher Betrag. Ich komme immer wieder auf blauäugigkeit und Naivität Aber vielleicht irre ich mich auch

62: Hast du vollkommen recht. Mit dem Fall der Behinderung kenne ich mich auch nicht aus.
Hochschwanger: Nein, hätte ich nicht, da mein Mann dann immer noch theoretisch gut verdient hätte.
Nicht so helle: Wie schön, dass du ein so gutes Lehrerbild hast.
Mein Exmann wurde um sein Geld geprellt, weil sein Arbeitgeber immer wieder prophezeit hat, er hätte jetzt gaaanz gleich einen neuen Investor bei der Hand. Das Übliche halt. Nach einem halben Jahr hatten es alle Angestellten gecheckt und sind abgesprungen. War so eine junge IT-Firma, die in der Schweiz die Steuervorteile nutzen wollte. Er hatte keinerlei Anspruch auf irgendwas, dank der Systemlücken, die die Firma vorhatte zu ihrem Vorteil zu nutzen, was dann ja nach hinten losging.
Nein, ich wusste nicht, dass ich arbeitslos werden würde. Damals war das noch eine eher neue Praxis, heute kennt das jeder und man wird schon im Studium vorgewarnt. Und hätte ich im Studium Geld zurücklegen können, hätte ich nicht bis vor Kurzem noch BaFög und Studienkredit zurückgezahlt, obwohl ich während des Studiums teilweise 5 Nebenjobs gleichzeitig hatte. Ich denke, die Allerwenigsten schaffen es in Studium und Ref. Geld beiseite zu legen.
Ja, ich hätte mich an die Kasse setzen können, aber mich hätten sie auch genommen. Sie nehmen aber nicht jeden. Gibt genügend Leute, die (siehe meine Aufzählung vorhin) eben nicht genommen werden.
Und selbst wenn nicht: Sollte ein angeblich sicheres soziales Netz nicht auch und vor allem die Naiven und Blauäugigen schützen?
Seramonchen
37809 Beiträge
28.12.2014 19:38
Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Mamota:

Zitat von Seramonchen:

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Wah, böse Mamota, aber ich kann es nicht lassen.

Nur mal eben angenommen, ich wäre in der gleichen Situation gewesen, aber nicht jung und kraftstrotzend, sondern 62 Jahre alt
oder mit einer körperlichen Behinderung, die Akkordarbeit o.ä. unmöglich gemacht hätte
oder hochschwanger mit vorzeitigen Wehen
oder einfach jemand, der nicht besonders helle ist und zwei linke Hände hat,
wäre es dann auch nicht unverschuldet?


Mit 62 Jahren hast du sicher in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Wenn nicht, ja selbst schuld, denn da zahle ich sogar als selbstständige freiwillig ein.
Körperliche Behinderung - da kenn ich mich ehrlich gesagt nicht aus mit den Sozialleistungen, kann ich nichts zu sagen.
Hochschwanger mit vorzeitigen Wehen - da ist dein sozialbedarf ein anderer soweit ich weiß, ich glaube zu meinen da hättest du was bekommen.
Nicht so helle - Mhm ja und dann Lehrer?
Interessant zu wissen wäre ja auch, warum dein Mann um sein Geld geprellt wurde und warum du nicht, wenn du von den drei Monaten wusstest, den grundbetrag für die kV zur Seite gelegt hast? Und wenn dein Mann in der Schweiz kv war, muss er da dann nicht auch gemeldet sein? Und hätte dementsprechend dort Anspruch auf Leistungen gehabt?
Und warum sucht man sich nicht einen Job an der kasse im supermarkt für die drei Monate? Oder macht telefonsex oder geht putzen? Warum zahlt man nicht vorher schon während des Studiums freiwillig in die aLG-Versicherung eln? Das ist kein hoher Betrag. Ich komme immer wieder auf blauäugigkeit und Naivität Aber vielleicht irre ich mich auch

62: Hast du vollkommen recht. Mit dem Fall der Behinderung kenne ich mich auch nicht aus.
Hochschwanger: Nein, hätte ich nicht, da mein Mann dann immer noch theoretisch gut verdient hätte.
Nicht so helle: Wie schön, dass du ein so gutes Lehrerbild hast.
Mein Exmann wurde um sein Geld geprellt, weil sein Arbeitgeber immer wieder prophezeit hat, er hätte jetzt gaaanz gleich einen neuen Investor bei der Hand. Das Übliche halt. Nach einem halben Jahr hatten es alle Angestellten gecheckt und sind abgesprungen. War so eine junge IT-Firma, die in der Schweiz die Steuervorteile nutzen wollte. Er hatte keinerlei Anspruch auf irgendwas, dank der Systemlücken, die die Firma vorhatte zu ihrem Vorteil zu nutzen, was dann ja nach hinten losging.
Nein, ich wusste nicht, dass ich arbeitslos werden würde. Damals war das noch eine eher neue Praxis, heute kennt das jeder und man wird schon im Studium vorgewarnt. Und hätte ich im Studium Geld zurücklegen können, hätte ich nicht bis vor Kurzem noch BaFög und Studienkredit zurückgezahlt, obwohl ich während des Studiums teilweise 5 Nebenjobs gleichzeitig hatte. Ich denke, die Allerwenigsten schaffen es in Studium und Ref. Geld beiseite zu legen.
Ja, ich hätte mich an die Kasse setzen können, aber mich hätten sie auch genommen. Sie nehmen aber nicht jeden. Gibt genügend Leute, die (siehe meine Aufzählung vorhin) eben nicht genommen werden.
Und selbst wenn nicht: Sollte ein angeblich sicheres soziales Netz nicht auch und vor allem die Naiven und Blauäugigen schützen?


Nein finde ich persönlich nicht Naivität und blauäugigkeit ist etwas, das man ablegen kann und sollte, wenn man erwachsen ist. Warum soll der Staat hier herhalten? Ich stolpere noch immer über die Schweizer kv und kann mir das nicht so richtig vorstellen. Aber ich kenne mich mit länderübergreifender Arbeit auch nicht aus, also was da die Sozialleistungen und Pflichten des Unternehmens angeht.

Ach komm, wer will findet einen aushilfsjob auch wenn er nicht die hellste Kerze auf der Torte ist.

Zwischen BAföG brauchen und etwas Geld für die Versicherung übrig haben, liegen doch Welten. Ich habe im ersten Jahr 37 Euro gezahlt in die Versicherung pro Monat. Das wäre es mir wert, auf was anderes zu verzichten.
28.12.2014 19:48
MAmota, heutzutage wärst du da wohl temporär in H4 gerutscht
mit 62 und unvermittelbar: H4
da du als Studentin sicherlich eine eher kleine Wohung hattest, gehe ich mal ganz einfach davon aus, dass die im satz drin gewesen wäre

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