Mütter- und Schwangerenforum

Wie ist das mit den Emotionen? Ich versteh es nicht...

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Nina_Nekro
25222 Beiträge
17.05.2013 16:58
Zitat von Pünktchennr3:

Zitat von Nina_Nekro:

Zitat von Gwen85:

Zitat von Pünktchennr3:

...


Hättest dir doch auch 2, 3 Perrücken besorgen können und sagen: "Da schau mal ICH kann nun 3 Mal am Tag ne andere Frisur tragen!-So hat meine Tante es gemacht. Die war da echt cool


Ich weiss nicht, ob ich die Anekdote in P3s Thread schon mal zum besten gab:

Meine Familie hat einen etwas schrägen Sinn für Humor, mit dem nicht jeder zurecht kommt.
Vor einigen Jahren erkrankte meine Cousine an Krebs.
Es war dann schnell klar, dass sie sterben würde und lag dann dauerhaft im Krankenhaus.
Damals bat sie mich einen Plüschgeier zu kaufen und über ihrem Bett anzubringen.
Sie erfreute sich daran und im KH brach Protest aus.
Schwestern und Ärzte fanden es unmöglich und wollten den Geier weg haben.
Wir setzten uns durch.
Geil, der hätte auch von mir sein können!
Aber das auch das was ich denke:ich lasse menschen heulen und emotinal sein.Aber warum steht mir dann nicht das selbe recht zu es eben nicht zu sein?Warum muss ich mir anhören ich sei böse und kalt(gut das erste kann ich gar nicht oft genug hören )?
Ihr habt euch kaputt gelacht deine cousine auch.steht euch das nicht zu?Durfte sie die die es am allermeisten betrifft nicht?

Gerade ihr stand es doch zu mit ihrem Tod umgehen zu dürfen, wie sie mit allem in ihrem leben umgegangen war.
Aber das KH war eh gaga. Die wollten meiner sterbenden Cousine in den letzten Wochen ihres Lebens das rauchen untersagen.
Gwen85
18464 Beiträge
17.05.2013 17:03
Zitat von Nina_Nekro:

Zitat von Gwen85:

Zitat von Pünktchennr3:

Zitat von Urson:

@P.,
die Leute können dir doch nur so zeigen das sie mitfühlen.Viele können auch mit so einer Nachricht über die Krankheit des Gegenübers nur so umgehen.
Keiner klopft da jemanden auf die Schulter und sagt:
Ey,geil...du hast Krebs!
...Nahestehende haben da mehr Möglichkeiten.Fremde aber nur diese.
Ja ich weiß schon.Aber es ist so: meine eine freundin ist bei der diagnose wahrlich in tränen ausgebrochen und hat geheult wie ein schlosshund.Die andere schluckte und sagte"Ok und was machen wir als nächstes?!"
Was glaubst zu welcher ich in ganz üblen Zeiten besseren draht hatte?
Ich kann das jetzt nur mit der kranheit anhand von beispielen bringen weil ich da die komplette bandbreite an emotionen mitbekommen habe.
Das erste Bild nach der chemo ohne haare, die waren gerade ab.Es gab immer die reaktion:
Bis auf von 2: die eine sagte mir das ich verdammt sexy aussehe und meine freundin meinte"Na endlich bist du die zossen los!"
Ne Bekannte bekam das mit und meinte"ahh zu der würde ich den kontakt abbrechen.Sowas böses und uneinfühlsames!"
Aber warum?
Ich meine es war schlimm genug die haarte loszusein.Es war scheißen schwer und ich war traurig, aber warum alle anderen?
Die hatten ihre Haare ja noch!



Hättest dir doch auch 2, 3 Perrücken besorgen können und sagen: "Da schau mal ICH kann nun 3 Mal am Tag ne andere Frisur tragen!-So hat meine Tante es gemacht. Die war da echt cool


Ich weiss nicht, ob ich die Anekdote in P3s Thread schon mal zum besten gab:

Meine Familie hat einen etwas schrägen Sinn für Humor, mit dem nicht jeder zurecht kommt.
Vor einigen Jahren erkrankte meine Cousine an Krebs.
Es war dann schnell klar, dass sie sterben würde und lag dann dauerhaft im Krankenhaus.
Damals bat sie mich einen Plüschgeier zu kaufen und über ihrem Bett anzubringen.
Sie erfreute sich daran und im KH brach Protest aus.
Schwestern und Ärzte fanden es unmöglich und wollten den Geier weg haben.
Wir setzten uns durch.


Es war ihr Wunsch und wenn es ihr dadurch zeitweilig kurz besser ging? Da hätte ich mich auch durchgesetzt! Aber das meinte ich auch, nicht jeder kann die Art eines anderen im Umgang mit derselbsen Situation verstehen. Wobei ein Geier vermutlich da echt etwas makaber ankam, aber es war ihre Entscheidung ihr Wille, scheiß egal was andere denken darüber!
Hummers_Mami
26714 Beiträge
17.05.2013 17:05
Zitat von Viala:

So... auch auf die Gefahr hin, dass das eskaliert... mir brennt seit Monaten etwas in den Fingern... bisher hab ichs mir allerdings gekniffen und mich lieber zurückgenommen, bevor ich jemandem auf den Schlips trete...
Daher vorweg: Ich meine es nicht böse, angreifend oder provokant... ich verstehe es wirklich nicht...

Bisher war ich relativ zufrieden damit, wenig durch Emotionen abgelenkt bzw. beeinflusst zu sein. Die Zeit nach der Geburt hat mich schon überfordert, weil ich durch die Hormone so emotional war... gut, ich heule jetzt noch schnell, aber es steht kein gefühl dahinter... es ist mehr ein Reflex...
Aber wenn ich dann hier lese, dass Frauen stark mitgenommen werden, weil ein Kind vielleicht 2 Tage nach NMT mit der Mens abgeht... oder scheinbar wirklich trauern, wenn irgendwo ein Kind, dass sie noch nie gesehen haben, getötet wurde... oder jemand ein Jahrzehnt nach dem Tod einer Person immernoch gelähmt ist von trauer...
dann schaue ich mir manchmal die Texte an und frage mich ernsthaft, ob es gut oder schlecht ist, dass ich solche Dinge nicht nachvollziehen kann
Wie fühlt sich das an? Ist man wirklich richtig traurig oder ist das mehr so ein Gesellschaftsding? (wie der Zwang, sich lieber einmal zuviel als einmal zuwenig zu nörgeln) Ist es tatsächlich schon vorgekommen, dass hier jemand weinend vor der Kiste gesessen hat, weil es einen so mitgenommen hat?
Wenn ja, war das schon immer so? Oder ist das bei euch durch die Geburt passiert? Habt ihr je versucht, daran etwas zu ändern?

Ich habe dieses "Problem" auch bei positiven Ereignissen... aber da irritiert es mich seltsamer Weise weniger

Fändet ihr es grundsätzlich besser, von Gefühlen nicht so aus der Bahn geworfen zu werden? Also auch weniger stark zu leiden? Oder gehört "Leid" für euch irgendwie dazu?

Vielleicht gibt's ja die ein oder andere Person, die ebenso auf dem Schlauch stehen wie ich?


Unterschreib ich genauso! Ich bin momentan tatsächlich empfindlicher - das sind einfach die Hormone.

Z. B. das Thema Abgang. Also was ich schreibe ist zu 100 % auf mich bezogen und ich werfe damit keiner anderen Frau falsches Trauerverhalten vor!! Nur das vorab... So, aber nun zurück. Wenn ich jetzt ein Baby verlieren würde, dann würde es mir garantiert erst wirklich was machen, wenn ich eine Verbindung z. B. durch Kindsbewegungen etc. aufgebaut habe. Also mind. bis zur 15. Woche würde mich die Tatsache traurig machen, dass ICH jetzt mein Kind nicht bekomme...aber nicht die Tatsache, dass ich DIESES Kind nicht haben werde. Versteht ihr?

Oder auch ansonsten bin ich anscheinend ehr kalt, wenn ich lese wegen was hier manche weinen. Traurige Geschichten von Usern z. B. Es kann mir mal ans Herz gehen...aber weinen? Wegen dem Schicksal einer fremden Frau? Das kann ich irgendwie nicht
SpieloReloaded
14096 Beiträge
17.05.2013 17:11
@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.
Leseratte-Brianna
26552 Beiträge
17.05.2013 17:14
Zitat von SpieloReloaded:

@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.
hier stimme ich dir 100% zu....
auch wenn ich ne Heulsuse bin

17.05.2013 17:20
Zitat von Hummers_Mami:

Zitat von Viala:

So... auch auf die Gefahr hin, dass das eskaliert... mir brennt seit Monaten etwas in den Fingern... bisher hab ichs mir allerdings gekniffen und mich lieber zurückgenommen, bevor ich jemandem auf den Schlips trete...
Daher vorweg: Ich meine es nicht böse, angreifend oder provokant... ich verstehe es wirklich nicht...

Bisher war ich relativ zufrieden damit, wenig durch Emotionen abgelenkt bzw. beeinflusst zu sein. Die Zeit nach der Geburt hat mich schon überfordert, weil ich durch die Hormone so emotional war... gut, ich heule jetzt noch schnell, aber es steht kein gefühl dahinter... es ist mehr ein Reflex...
Aber wenn ich dann hier lese, dass Frauen stark mitgenommen werden, weil ein Kind vielleicht 2 Tage nach NMT mit der Mens abgeht... oder scheinbar wirklich trauern, wenn irgendwo ein Kind, dass sie noch nie gesehen haben, getötet wurde... oder jemand ein Jahrzehnt nach dem Tod einer Person immernoch gelähmt ist von trauer...
dann schaue ich mir manchmal die Texte an und frage mich ernsthaft, ob es gut oder schlecht ist, dass ich solche Dinge nicht nachvollziehen kann
Wie fühlt sich das an? Ist man wirklich richtig traurig oder ist das mehr so ein Gesellschaftsding? (wie der Zwang, sich lieber einmal zuviel als einmal zuwenig zu nörgeln) Ist es tatsächlich schon vorgekommen, dass hier jemand weinend vor der Kiste gesessen hat, weil es einen so mitgenommen hat?
Wenn ja, war das schon immer so? Oder ist das bei euch durch die Geburt passiert? Habt ihr je versucht, daran etwas zu ändern?

Ich habe dieses "Problem" auch bei positiven Ereignissen... aber da irritiert es mich seltsamer Weise weniger

Fändet ihr es grundsätzlich besser, von Gefühlen nicht so aus der Bahn geworfen zu werden? Also auch weniger stark zu leiden? Oder gehört "Leid" für euch irgendwie dazu?

Vielleicht gibt's ja die ein oder andere Person, die ebenso auf dem Schlauch stehen wie ich?


Unterschreib ich genauso! Ich bin momentan tatsächlich empfindlicher - das sind einfach die Hormone.

Z. B. das Thema Abgang. Also was ich schreibe ist zu 100 % auf mich bezogen und ich werfe damit keiner anderen Frau falsches Trauerverhalten vor!! Nur das vorab... So, aber nun zurück. Wenn ich jetzt ein Baby verlieren würde, dann würde es mir garantiert erst wirklich was machen, wenn ich eine Verbindung z. B. durch Kindsbewegungen etc. aufgebaut habe. Also mind. bis zur 15. Woche würde mich die Tatsache traurig machen, dass ICH jetzt mein Kind nicht bekomme...aber nicht die Tatsache, dass ich DIESES Kind nicht haben werde . Versteht ihr?

Oder auch ansonsten bin ich anscheinend ehr kalt, wenn ich lese wegen was hier manche weinen. Traurige Geschichten von Usern z. B. Es kann mir mal ans Herz gehen...aber weinen? Wegen dem Schicksal einer fremden Frau? Das kann ich irgendwie nicht

Damit beschreibst du ziemlich perfekt, wie es bei mir auch wäre also ja, ich verstehe dich
17.05.2013 17:23
Zitat von SpieloReloaded:

@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.

ok, also arbeitest du, zusammengefasst, daran, dich von deinen gefühlen nicht unterbuttern zu lassen, primär aus dem grund, dass es bestenfalls unnütz ist, schlimmstenfalls aber kontraproduktiv? und würdest du nicht aktiv daran arbeiten, wärst du spürbar häufiger von gefühlen eingenommen?
SpieloReloaded
14096 Beiträge
17.05.2013 17:28
Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.

ok, also arbeitest du, zusammengefasst, daran, dich von deinen gefühlen nicht unterbuttern zu lassen, primär aus dem grund, dass es bestenfalls unnütz ist, schlimmstenfalls aber kontraproduktiv? und würdest du nicht aktiv daran arbeiten, wärst du spürbar häufiger von gefühlen eingenommen?

Ja, definitiv. Ich muss mich immer und immer wieder wachrütteln und mir sagen, dass es nichts bringt, wenn ich jetzt den Kopf in den Sand stecke. Darüber bin ich aber ganz froh. Wenn Emotionslosigkeit zu meiner Grundeinstellung werden würde, wär's auch wieder nicht in Ordnung für mich. Das berühmte Mittelmaß.
17.05.2013 17:35
Zitat von SpieloReloaded:

Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.

ok, also arbeitest du, zusammengefasst, daran, dich von deinen gefühlen nicht unterbuttern zu lassen, primär aus dem grund, dass es bestenfalls unnütz ist, schlimmstenfalls aber kontraproduktiv? und würdest du nicht aktiv daran arbeiten, wärst du spürbar häufiger von gefühlen eingenommen?

Ja, definitiv. Ich muss mich immer und immer wieder wachrütteln und mir sagen, dass es nichts bringt, wenn ich jetzt den Kopf in den Sand stecke. Darüber bin ich aber ganz froh. Wenn Emotionslosigkeit zu meiner Grundeinstellung werden würde, wär's auch wieder nicht in Ordnung für mich. Das berühmte Mittelmaß.

Hmmm ja, ein Mittelmaß wäre schön Wobei ich festgestellt habe, dass Gefühllos bzw. ich nenne es eher Gefühlsneutral... nicht mit Emotionslos gleichzusetzen ist... Meistens bin ich zB einfach nur neutral... ich fühle nicht großartig Freude, Traurigkeit, wut oder ähnliches... dennoch reagiere ich mit Emotionen... allerdings eher verhalten, weilsie... hm... klingt doof, aber... weil sie antrainiert sind...
SpieloReloaded
14096 Beiträge
17.05.2013 17:51
Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

@Viala
So, ich habe gerade ein paar Minuten.

Ich musste über die Jahre lernen, dass das Mittragen von Leid, das Mitleid, keine Basis ist, um Jemandem zu helfen. Wenn ich selber voller Trauer bin, weil irgendwo, irgendein Kind gerade am Hungertod stirbt, habe ich nichts außer Trauer. Trauer lähmt die Menschen. Trauer macht uns handlungsunfähig. Um aber den Grund der Trauer zu bekämpfen (sofern man das kann), MUSS man handeln können. Und an der Stelle musste ich lernen, dass Trauer etwas ist, was ich mir manchmal nicht leisten kann.

Ich kann zum Beispiel meine Arbeit als Stillberaterin nicht gut machen, wenn ich immer traurig darüber bin, dass soviele Kinder nicht gestillt werden. Wenn ich ständig meine ganze Energie darauf konzentriere, die nichtgestillten Kinder zu bemitleiden, habe ich keine Energie mehr, um den gestillten Kindern und den stillenden Müttern zum Stillen zu verhelfen.
Stillen ist hier eine sehr emotionale Geschichte in diesem Forum. Hier haben sich regelrechte Kriegslager gebildet. Würde nur eine handvoll der Mütter, die ständig den Nichtstillenden hinterher rennen und sie davon zu überzeugen versuchen, dass sie doch stillen sollen und was für fürchterliche Mütter sie doch sind, wenn sie es nicht tun (zwischen den Zeilen gelesen), auch nur die Hälfte ihrer Stillmissionierungszeit dafür aufwenden, den wirklich Bedürftigen (die Mütter, die stillen wollen und Probleme haben) unter die Arme zu greifen, dann gäbe es schon viel mehr gestillte Kinder. Stattdessen konzentrieren sich die Missionare darauf, die armen nichtgestillten Kinder zu bedauern und den Nichtstillenden Vorwürfe zu machen.
Zur Verdeutlichung: Ja, ich finde es nicht schön, wenn Kinder nicht gestillt werden. Aber ich möchte nicht mehr ständig Mitleid mit den Kindern haben. Davon haben die Kinder nichts, die Mütter sowieso nicht (außer einen Hass auf mich, weil ich sie damit für sie gefühlt als schlechte Mütter darstelle) und die Mütter, die eigentlich Hilfe bräuchten, gehen leer aus, weil ich vor lauter Mitleid keinerlei Energie mehr für meine Arbeit habe.

Das war jetzt nur ein Beispiel, wo ich meine Emotionen abschalte. Das gibt es noch in vielen anderen Lebensbereichen. Sei es Ernährung, Erziehung, Technik usw. - nennen wir es emotionaler Energiesparmodus. Denn wenn man professionell mit seinen Gefühlen umgeht, kann man weit mehr in der Welt verändern, als wenn man alles an sich heran lässt.

Und genau aus diesem Grund, weigere ich mich auch, ständig in Tränen auszubrechen, wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, in Syrien viele tausend Menschen keine Heimat mehr haben und ein Großteil aller Milchkühe ein unwürdiges Leben führen. Es würde mich lähmen.

ok, also arbeitest du, zusammengefasst, daran, dich von deinen gefühlen nicht unterbuttern zu lassen, primär aus dem grund, dass es bestenfalls unnütz ist, schlimmstenfalls aber kontraproduktiv? und würdest du nicht aktiv daran arbeiten, wärst du spürbar häufiger von gefühlen eingenommen?

Ja, definitiv. Ich muss mich immer und immer wieder wachrütteln und mir sagen, dass es nichts bringt, wenn ich jetzt den Kopf in den Sand stecke. Darüber bin ich aber ganz froh. Wenn Emotionslosigkeit zu meiner Grundeinstellung werden würde, wär's auch wieder nicht in Ordnung für mich. Das berühmte Mittelmaß.

Hmmm ja, ein Mittelmaß wäre schön Wobei ich festgestellt habe, dass Gefühllos bzw. ich nenne es eher Gefühlsneutral... nicht mit Emotionslos gleichzusetzen ist... Meistens bin ich zB einfach nur neutral... ich fühle nicht großartig Freude, Traurigkeit, wut oder ähnliches... dennoch reagiere ich mit Emotionen... allerdings eher verhalten, weilsie... hm... klingt doof, aber... weil sie antrainiert sind...

Wieso antrainiert?
17.05.2013 17:55
nur zum eingangspost, ich les jetzt net alles nach

bestes beispiel, der thread mit sara, die jetzt beerdigt wurde.
joa ... find ich schrecklich und kann es nicht nachvollziehen wie eltern ihr fleisch und blut töten können und in den müll schmeißen können, aber deswegen trauern oder weinen? nö, wieso auch?
ich hab keine emotionale bindung zu dem kind.

bei manchen filmen, wenn ich sehr intensiv die handlung verfolge, hab ich schonmal tränen in den augen ("beim leben meiner schwester" zb. fand ich wirklich sehr traurig und hab mich da dezent rein gesteigert weil ich den das erste mal gesehen hab als ich schwanger war und meine hormone sowieso übergeschwappt sind)
17.05.2013 18:27
Zitat von SpieloReloaded:

Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

Zitat von Viala:

...

Ja, definitiv. Ich muss mich immer und immer wieder wachrütteln und mir sagen, dass es nichts bringt, wenn ich jetzt den Kopf in den Sand stecke. Darüber bin ich aber ganz froh. Wenn Emotionslosigkeit zu meiner Grundeinstellung werden würde, wär's auch wieder nicht in Ordnung für mich. Das berühmte Mittelmaß.

Hmmm ja, ein Mittelmaß wäre schön Wobei ich festgestellt habe, dass Gefühllos bzw. ich nenne es eher Gefühlsneutral... nicht mit Emotionslos gleichzusetzen ist... Meistens bin ich zB einfach nur neutral... ich fühle nicht großartig Freude, Traurigkeit, wut oder ähnliches... dennoch reagiere ich mit Emotionen... allerdings eher verhalten, weilsie... hm... klingt doof, aber... weil sie antrainiert sind...

Wieso antrainiert?

naja, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass bestimmte Emotionen bzw. Verhaltensweisen notwendig sind, um in der Gesellschaft anerkannt zu werden genauso habe ich auch in der schule mitgejammert, dass ich "ganz bestimmt" die Klausur verhaun habe... weil ich gelernt habe: keiner mag eine Person, die von sich selbst überzeugt ist...
ok, heutzutage weiß ichs besser und der Großteil der menschen ist mir schnurz... aber als Kind wars mir wichtig, also habe ich mir antrainiert, was alle machen, damit ich nicht all zu sehr auffalle...
ohne würde ich ein wenig wie sheldon wirken, fürchte ich
Titania
5975 Beiträge
17.05.2013 18:27
ich finde es ganz schrecklich, wenn ich lese dass ein Kind grausam von seiner Mutter, Vater, Stiefvater getötet wurde. Warum? Weil ich selber ein Kind habe und ich mich frage, was in so einem Leben schief gelaufen sein muss, dass man fähig ist, ein Kind auf´s brutalste zu quälen und zu töten.

Ja, das beschäftigt mich dann tatsächlich. Genauso ist es bei Tieren. Denn das sind Wesen, die das aushalten müssen, die können nicht einfach gehen oder Hilfe holen, sie sind total ausgeliert.

Als Mutter kann ich nicht nachvollziehen, dass es anderen da anders geht. Dass man da nicht einmal berührt ist, wenn man liest, dass ein Kind gequält und getötet wurde. Da frage ich mich, ist die Menschheit schon so abgestumpft, dass selbst das Wichtigste für andere so Unwichtig geworden ist, dass es nicht mal mehr eine Gefühlsregung wert ist?
17.05.2013 18:31
Zitat von Titania:

ich finde es ganz schrecklich, wenn ich lese dass ein Kind grausam von seiner Mutter, Vater, Stiefvater getötet wurde. Warum? Weil ich selber ein Kind habe und ich mich frage, was in so einem Leben schief gelaufen sein muss, dass man fähig ist, ein Kind auf´s brutalste zu quälen und zu töten.

Ja, das beschäftigt mich dann tatsächlich. Genauso ist es bei Tieren. Denn das sind Wesen, die das aushalten müssen, die können nicht einfach gehen oder Hilfe holen, sie sind total ausgeliert.

Als Mutter kann ich nicht nachvollziehen, dass es anderen da anders geht. Dass man da nicht einmal berührt ist, wenn man liest, dass ein Kind gequält und getötet wurde. Da frage ich mich, ist die Menschheit schon so abgestumpft, dass selbst das Wichtigste für andere so Unwichtig geworden ist, dass es nicht mal mehr eine Gefühlsregung wert ist?

abgestumpft? äh ja, danke... dann bin ich wohl mehr oder weniger abgestumpft auf die welt gekommen
hab zwar immer schnell geheult, aber ich kann mich nicht erinnern, je große Gefühle für irgendwas gehabt zu haben war immer schon recht "neutral"
SpieloReloaded
14096 Beiträge
17.05.2013 18:33
Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

Zitat von Viala:

Zitat von SpieloReloaded:

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Hmmm ja, ein Mittelmaß wäre schön Wobei ich festgestellt habe, dass Gefühllos bzw. ich nenne es eher Gefühlsneutral... nicht mit Emotionslos gleichzusetzen ist... Meistens bin ich zB einfach nur neutral... ich fühle nicht großartig Freude, Traurigkeit, wut oder ähnliches... dennoch reagiere ich mit Emotionen... allerdings eher verhalten, weilsie... hm... klingt doof, aber... weil sie antrainiert sind...

Wieso antrainiert?

naja, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass bestimmte Emotionen bzw. Verhaltensweisen notwendig sind, um in der Gesellschaft anerkannt zu werden genauso habe ich auch in der schule mitgejammert, dass ich "ganz bestimmt" die Klausur verhaun habe... weil ich gelernt habe: keiner mag eine Person, die von sich selbst überzeugt ist...
ok, heutzutage weiß ichs besser und der Großteil der menschen ist mir schnurz... aber als Kind wars mir wichtig, also habe ich mir antrainiert, was alle machen, damit ich nicht all zu sehr auffalle...
ohne würde ich ein wenig wie sheldon wirken, fürchte ich

Achso, dann hast du da andere Erfahrungen als ich gemacht. Sich anpassen und Gefühle heucheln (knapp formuliert) heißt ja nicht, dass man sie sich antrainiert hat. Beim Antrainieren lebst du ja die Gefühle, beim Heucheln nicht. So wäre das meine Ansicht.
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