Mütter- und Schwangerenforum

interessanter Artikel zur Kindererziehung

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Titania
5975 Beiträge
30.04.2018 16:05
Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

...


Und was genau war daran früher jetzt besser? Ich kann das echt nicht verstehen Es ist doch völlig normal, dass sich das Leben weiter entwickelt. Heute haben wir doch ganz andere Erkenntnisse als damals und in vielen Bereichen können wir froh sein, dass früher nicht viel mehr passiert ist.


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Ja, aber das meinte ich ja vorhin: Tun wir das denn wirklich? Ich kenne persönlich einfach nicht ein einziges Beispiel dafür. Keins. Bei vier Kindern, alle in Schulklassen, in Vereinen usw. - nicht eins. Daher glaube ich, die Verallgemeinerung, "wir" könnten uns gerade zu "komplett verweichlicht" entwickeln, die ist genauso unberechtigt wie der Eindruck, den die Medien erwecken, dass die Welt voller neuer Gefahren sei.


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.
Seramonchen
37809 Beiträge
30.04.2018 16:09
Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

...


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Ja, aber das meinte ich ja vorhin: Tun wir das denn wirklich? Ich kenne persönlich einfach nicht ein einziges Beispiel dafür. Keins. Bei vier Kindern, alle in Schulklassen, in Vereinen usw. - nicht eins. Daher glaube ich, die Verallgemeinerung, "wir" könnten uns gerade zu "komplett verweichlicht" entwickeln, die ist genauso unberechtigt wie der Eindruck, den die Medien erwecken, dass die Welt voller neuer Gefahren sei.


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.


Und das ist schlimm? Erwachsene müssen doch auch nichts. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Ich nenne nur mal die flexiblen Arbeitszeiten als beispiel. so oft kommt das Argument, man muss ja später auch pünktlich auf Arbeit sein. Das ist doch heute längst nicht mehr so. Deswegen erbringen die Menschen aber nicht weniger Leistung - im Gegenteil. Es besteht immer mehr die Möglichkeit, sein persönliches leistungshoch zu nutzen.
Obsidian
15967 Beiträge
30.04.2018 16:09
Zitat von Schnecke510:

Zitat von KRÄTZÄ:

Zitat von Obsidian:

Das ist ein ganz toller Artikel. Ausführlich, gründlich recherchiert, mit Studien belegt, ohne wertende Ausdrücke und es werden alle Seiten des Themas beleuchtet.


Ein weiterer Fachtext aus dem wissenschaftlichen klickbait Komplex.

Ihr wisst aber schon, dass der Focus kein wissenschaftliches Journal ist, oder?


Wenn ichs bis jetzt nicht gewußt hätte, hätte dieser Pseudo-Artikel es klar gemacht.
30.04.2018 16:10
Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

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ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Ja, aber das meinte ich ja vorhin: Tun wir das denn wirklich? Ich kenne persönlich einfach nicht ein einziges Beispiel dafür. Keins. Bei vier Kindern, alle in Schulklassen, in Vereinen usw. - nicht eins. Daher glaube ich, die Verallgemeinerung, "wir" könnten uns gerade zu "komplett verweichlicht" entwickeln, die ist genauso unberechtigt wie der Eindruck, den die Medien erwecken, dass die Welt voller neuer Gefahren sei.


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.


Ja, nein, sehe ich einfach anders und meine Beobachtung über die Jahre hinweg ist auch anders. Daher habe ich die Sorge jetzt nicht .
Kiddo89
2072 Beiträge
30.04.2018 16:13
Interessanter Artikel...Ich gebe dem Autor auch recht. Ich arbeite in der Grundschule, dieses Schild hängt auch bei uns am Eingang. Jeden Morgen kann man beobachten wie mindestens die Hälfte der Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren wird, trotz guter Busverbindungen und Fuß-/Radwegen. Viele Eltern nehmen den Kindern dann auch noch die Ranzen ab und würden sie gerne täglich bis ins Klassenzimmer begleiten. Gerade in der 1. und 2. Klasse merkt man, dass die Kinder das erste Mal mit Grenzen in Berührung kommen und oft (schmerzlich) feststellen, dass sie nicht immer der Mittelpunkt sind und sich alles nach ihren Bedürfnissen richten kann. Wir Lehrer müssen sehr viel Erziehungsarbeit leisten in Bereichen für die eigentlich die Eltern zuständig wären.
Im Übrigen kritisiert der Artikel meiner Meinung nach nicht AP, sofern ich das Erziehungskonzept richtig verstanden habe...
Ich möchte natürlich auf die Bedürfnisse meiner Tochter eingehen, sie begleiten, ihr aber auch möglichst oft ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen. Das kann für Eltern sicherlich auch schwierig sein, die Kinder ein stückweit loszulassen, sie eigene Fehler machen zu lassen, aber ich denke, dass sie sich nur so zu "gesunden" Erwachsenen entwickeln können. Bei meinen Kommilitonen im Studium habe ich es einige Male erlebt, dass sie "das richtige Leben" regelrecht umgehauen hat.
Ich möchte, dass mein Kind Selbstvertrauen aufbaut, indem es lernt, dass es selbst etwas (leisten) kann, selbst Konflikte lösen kann und nicht alles von mir abgenommen bekommt.
Titania
5975 Beiträge
30.04.2018 16:14
Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

...


Ja, aber das meinte ich ja vorhin: Tun wir das denn wirklich? Ich kenne persönlich einfach nicht ein einziges Beispiel dafür. Keins. Bei vier Kindern, alle in Schulklassen, in Vereinen usw. - nicht eins. Daher glaube ich, die Verallgemeinerung, "wir" könnten uns gerade zu "komplett verweichlicht" entwickeln, die ist genauso unberechtigt wie der Eindruck, den die Medien erwecken, dass die Welt voller neuer Gefahren sei.


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.


Ja, nein, sehe ich einfach anders und meine Beobachtung über die Jahre hinweg ist auch anders. Daher habe ich die Sorge jetzt nicht .


Ich bekomme das schon so ein wenig mit. Das Kind möchte nicht mehr, dann wird es eben abgemeldet. Dann heißt es Emil wollte nicht mehr, ich kann ihn ja nicht zwingen. Sicherlich nicht, aber vielleicht motivieren, etwas länger durchhalten und dann zu schauen, ob es besser wird? Nein Kind wird sofort abgemeldet.
Alaska
19477 Beiträge
30.04.2018 16:21
Ich sehe die Entwicklung von Helikopter-Eltern übrigens u.a. daran, dass "früher" die Welt einfach kleiner war.
Ehrlich, wenn ich mal überlege, wie oft meine Großeltern vermutlich von einem Kind gehört haben, dass in Norddeutschland verschwunden ist - gar nicht.
Heute hört mann von überall in Deutschland, wenn Kinder vermisst sind. Das Netzwerk selber find ich zwar gigantisch, aber es schürt sicher auch bei vielen Eltern Ängste. Diesbezüglich gibt es diese heile Welt einfach nicht mehr, wir werden zugeballert mit Meldungen, die unser Gehirn so sicher nicht immer filtern kann.

Mir geht es ja ähnlich. Ich weiß z.b., dass 25 km weiter seit 2 oder 3 Jahren ein schwarzer Bus versucht, Kinder anzusprechen und sie einlädt, mitzufahren. So nah war hier noch nie etwas in der Art und zum Glück ist bislang nichts passiert, weil die Kinder informiert genug waren und entweder laut geschrien oder weggelaufen sind.
Das find ich dann auch nicht mehr spaßig, denn im Prinzip ist es ein Katzensprug zu uns.
Sowas hat doch jede Mutter durch all die Nachrichten im Hinterkopf.
Und ich denke, besonders sensible und ängstliche Mütter tendieren dann dazu, das Kind in seiner Freiheit auch enorm zu beschränken. Bei der Aussage hier hab ich keinen von hier im Hinterkopf. Das möcht ich nur gleich dazu sagen.

Darum ist dieses "früher" einfach gefühlt sicherer gewesen. Nur gefühlt, denn in Wirklichkeit sind unsere Kinder so sicher wie nie zuvor.
demianda
7137 Beiträge
30.04.2018 16:26
Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

Zitat von cooky:

...


bei mir war es damals so gewesen, dss vereinzelte, sehr wenige Kinder etwas nicht durften. z. B. auf unserer Klasssenfahrt (da waren wir 16) mittags nicht auf´s Oktoberfest. Das waren genau 2 Kinder von 22 Kindern gewesen.

Heute ist es so, dass viel weniger Kinder alleine zur Schule unterwegs sind. Dass es das gar nicht gibt, habe ich nicht behauptet. Aber das eben auch viele gebracht und abgeholt werden. Das war "früher" so eben nicht gewesen. DA sind Kinder auch mal 5 km zur Schule gegangen. Ich stelle das jetzt einfach mal so dahin, ob es gut oder schlecht war. Es war einfach so gewesen.

Ich glaube, dass die Zeiten sich geändert haben. Früher hatten die Menschen noch andere Sorgen und Nöte, bedingt z. B. durch die Kriege. Kinder mussten mit anpacken, auf die größern Geschwister aufpassen. Es wurden einfach ganz andere Erwartungen an sie gestellt, als es heute der Fall ist.

Nach der Kommunion meiner Tochter hatten wir für sie ein Konto bei der Sparkasse eröffnet. Sie hat eigentlich schon ein anderes, bei einer anderen Bank, aber diese ist weiter entfernt. Es ist schon ein nettes Sümmchen zusammengekommen. Die Kassiererin, bei der ich das Geld einzahlte meinte zu mir:" und wir bekamen früher ein paar Handtücher und solche Sachen zur Kommunion geschenkt." Was die Kinder heutzutage schon alles haben bzw. geschenkt bekommen. Das empfand ich schon so ein wenig als kritische Äußerung. aber ja, sie hat ja nicht Unrecht.


Und was genau war daran früher jetzt besser? Ich kann das echt nicht verstehen Es ist doch völlig normal, dass sich das Leben weiter entwickelt. Heute haben wir doch ganz andere Erkenntnisse als damals und in vielen Bereichen können wir froh sein, dass früher nicht viel mehr passiert ist.


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Falls es dich interessiert... lies doch mal etwas über "Kriegsenkel".

Desweiteren finde ich Diskussionen über solche Themen - ohne sich umfangreich informiert und mehrere Seiten beleuchtet zu haben - nicht sehr aufschlussreich. Ich kann mir meine Lebenseinstellungen ausnahmslos in alle Richtungen bestätigen lassen. Zu Allem finde ich irgendeinen Artikel.

Außerdem sehe ich es auch so, dass ich meine eigenen Mängel in den Schatten stelle, solange ich meinen Fokus auf die Mängel der anderen richte. Ich hab genug mit mir zu tun und ich kenne es zu Genüge von mir selbst, dass ich Konflikten lieber aus dem Weg gehe (eben aus einer Angst und aus Bequemlichkeit heraus). Das resultiert zwar aus den Erfahrungen, die ich als Kind machen durfte, aber heute hab ich die Möglichkeit einen Umgang damit zu finden und mich meinen Gefühlen zu stellen. Etwas, was in den Generationen vorher (in meiner Familie) überhaupt nicht "gern gesehen" ist. Emotionen gehören schön unter den Tisch oder Teppich. Konflikte sind demnach bedrohlich.

30.04.2018 16:34
Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

...


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.


Ja, nein, sehe ich einfach anders und meine Beobachtung über die Jahre hinweg ist auch anders. Daher habe ich die Sorge jetzt nicht .


Ich bekomme das schon so ein wenig mit. Das Kind möchte nicht mehr, dann wird es eben abgemeldet. Dann heißt es Emil wollte nicht mehr, ich kann ihn ja nicht zwingen. Sicherlich nicht, aber vielleicht motivieren, etwas länger durchhalten und dann zu schauen, ob es besser wird? Nein Kind wird sofort abgemeldet.


In so einem Fall denke ich mir halt, ich weiß ja nicht, was im Hintergrund lief. Vielleicht haben sie schon diskutiert, vielleicht schon den Deal gemacht, probier mal noch vier Wochen - das sehen wir als Außenstehende ja nicht unbedingt. Da erlaube ich mir jetzt kein Urteil in so einer Situation - ich war ja nicht 24/7 dabei vorher, um das einschätzen zu können.
30.04.2018 16:34
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

...


Und was genau war daran früher jetzt besser? Ich kann das echt nicht verstehen Es ist doch völlig normal, dass sich das Leben weiter entwickelt. Heute haben wir doch ganz andere Erkenntnisse als damals und in vielen Bereichen können wir froh sein, dass früher nicht viel mehr passiert ist.


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Ich sehe die Entwicklung eher dahingehend, dass Eltern sich mehr für die Kinder interessieren (können) und auf Ihre Bedürfnisse eingehen. Dafür war früher kaum Raum dar. Aber nur, weil man heute bereit ist, ein eher sensibles Kind eben nicht zu zwingen, gleich mit drei Jahren das Brötchen selbst zu zahlen, heißt das doch nicht, dass alle verweichlichen. Es heißt eher, dass Kinder die Chance bekommen, sich nicht immer nur anpassen und funktionieren zu müssen, sondern auch eigene Wege gehen zu können. Und das empfinde ich als sehr gut.

MEine Tochter ist 4 geworden und nimmt noch nicht mal das Brötchen von anderen an. Das muss ich machen. Sie ist schüchtern und „kann „ es halt nicht. Das hat nix mit verzogen zu tun. Die Leute verlangen viel zu viel von kleinen Kindern und dadurch werden sie immens unter Druck gesetzt.
Ich werde meine Tochter auch bis zur Schule fahren, Großstadt Hauptstraße und zu viele bekloppte. Ist leider so.
30.04.2018 16:35
Zitat von Alaska:

Ich sehe die Entwicklung von Helikopter-Eltern übrigens u.a. daran, dass "früher" die Welt einfach kleiner war.
Ehrlich, wenn ich mal überlege, wie oft meine Großeltern vermutlich von einem Kind gehört haben, dass in Norddeutschland verschwunden ist - gar nicht.
Heute hört mann von überall in Deutschland, wenn Kinder vermisst sind. Das Netzwerk selber find ich zwar gigantisch, aber es schürt sicher auch bei vielen Eltern Ängste. Diesbezüglich gibt es diese heile Welt einfach nicht mehr, wir werden zugeballert mit Meldungen, die unser Gehirn so sicher nicht immer filtern kann.

Mir geht es ja ähnlich. Ich weiß z.b., dass 25 km weiter seit 2 oder 3 Jahren ein schwarzer Bus versucht, Kinder anzusprechen und sie einlädt, mitzufahren. So nah war hier noch nie etwas in der Art und zum Glück ist bislang nichts passiert, weil die Kinder informiert genug waren und entweder laut geschrien oder weggelaufen sind.
Das find ich dann auch nicht mehr spaßig, denn im Prinzip ist es ein Katzensprug zu uns.
Sowas hat doch jede Mutter durch all die Nachrichten im Hinterkopf.
Und ich denke, besonders sensible und ängstliche Mütter tendieren dann dazu, das Kind in seiner Freiheit auch enorm zu beschränken. Bei der Aussage hier hab ich keinen von hier im Hinterkopf. Das möcht ich nur gleich dazu sagen.

Darum ist dieses "früher" einfach gefühlt sicherer gewesen. Nur gefühlt, denn in Wirklichkeit sind unsere Kinder so sicher wie nie zuvor.


Genau, das meinte ich oben . Als ich über Medien geschrieben habe.
Titania
5975 Beiträge
30.04.2018 16:44
Zitat von demianda:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

...


Und was genau war daran früher jetzt besser? Ich kann das echt nicht verstehen Es ist doch völlig normal, dass sich das Leben weiter entwickelt. Heute haben wir doch ganz andere Erkenntnisse als damals und in vielen Bereichen können wir froh sein, dass früher nicht viel mehr passiert ist.


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Falls es dich interessiert... lies doch mal etwas über "Kriegsenkel".

Desweiteren finde ich Diskussionen über solche Themen - ohne sich umfangreich informiert und mehrere Seiten beleuchtet zu haben - nicht sehr aufschlussreich. Ich kann mir meine Lebenseinstellungen ausnahmslos in alle Richtungen bestätigen lassen. Zu Allem finde ich irgendeinen Artikel.

Außerdem sehe ich es auch so, dass ich meine eigenen Mängel in den Schatten stelle, solange ich meinen Fokus auf die Mängel der anderen richte. Ich hab genug mit mir zu tun und ich kenne es zu Genüge von mir selbst, dass ich Konflikten lieber aus dem Weg gehe (eben aus einer Angst und aus Bequemlichkeit heraus). Das resultiert zwar aus den Erfahrungen, die ich als Kind machen durfte, aber heute hab ich die Möglichkeit einen Umgang damit zu finden und mich meinen Gefühlen zu stellen. Etwas, was in den Generationen vorher (in meiner Familie) überhaupt nicht "gern gesehen" ist. Emotionen gehören schön unter den Tisch oder Teppich. Konflikte sind demnach bedrohlich.


man kann ja im Grunde genommen nur aus seiner eigenen Erfahrung heraus sprechen. Die habe ich mit 3 Kindern ja auch. Es ging mir hier auch nicht darum, Kinder ins schlechte Licht zu rücken und mir selber auf die Schulter zu klopfen weil ich es besonders gut gemacht habe.
Die Kinder die ich erwähnte, empfanden die eigenen Eltern vom Verhalten her selber als schwierig.

Es werden auch Beispiele gewählt, wenn es z. B. darum geht, einen strengen Umgang eines Elternteils mit seinem Kind zu beschreiben. Da weiß man genauso wenig was die Situation auslöste, war der Elternteil gestresst, das Kind wurde vorher schon zig mal ermahnt und machte weiter usw. Da wird auch gleich gewettert und sich über den jeweiligen Elternteil aufgeregt. Von daher dürfte man sich nie darüber austauschen, weil man ja nie die genauen Hintergründe kennt. Trotzdem kann man doch dazu seine Meinung äußern, insbesondere in einem Forum über Erziehung.
Titania
5975 Beiträge
30.04.2018 17:09
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

Zitat von Mathelenlu:

Zitat von Titania:

...


Ja, aber das meinte ich ja vorhin: Tun wir das denn wirklich? Ich kenne persönlich einfach nicht ein einziges Beispiel dafür. Keins. Bei vier Kindern, alle in Schulklassen, in Vereinen usw. - nicht eins. Daher glaube ich, die Verallgemeinerung, "wir" könnten uns gerade zu "komplett verweichlicht" entwickeln, die ist genauso unberechtigt wie der Eindruck, den die Medien erwecken, dass die Welt voller neuer Gefahren sei.


man muss bedenken, dass alles eine Entwicklung ist. Dass es nicht von heute auf gleich erfolgt ist verständlich.

Natürlich kann ich nicht wissen wohin die Entwicklung geht, aber ich finde schon, dass Kinder heutzutage z. B. fast nichts mehr müssen. Dass das Wort muss, ja schon ein absolutes Nogo geworden ist. Das jetzt so mal als Beispiel.


Und das ist schlimm? Erwachsene müssen doch auch nichts. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Ich nenne nur mal die flexiblen Arbeitszeiten als beispiel. so oft kommt das Argument, man muss ja später auch pünktlich auf Arbeit sein. Das ist doch heute längst nicht mehr so. Deswegen erbringen die Menschen aber nicht weniger Leistung - im Gegenteil. Es besteht immer mehr die Möglichkeit, sein persönliches leistungshoch zu nutzen.


Also ich finde schon, dass wir einiges müssen. Wir müssen arbeiten um zu leben. Egal ob man flexible Zeiten hat oder nicht. Ich muss zur Arbeit, auch wenn ich vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger Lust dazu habe. Ich muss bei rot anhalten, auch wenn ich vielleicht lieber drüber fahren würde. Ich muss mir ein Ticket kaufen für die Bahn, obwohl ich viel lieber umsonst fahren würde. Ich muss z. B. auf die Damentoilette und darf nicht auf die Herrentoilette so kann man das denke ich beliebig fortsetzen. Wir müssen sehr wohl Vieles tun, ob wir wollen oder nicht. Sonst müssen wir mit den Konsequenzen leben. Wenn ich Lust darauf habe in einer 50er Zone 100 zu fahren, dann hat das Konsequenzen. Das finde ich auch richtig so. Wenn jeder so machen würde, wie er möchte, würde Chaos herrschen. Dafür haben wir Regeln, an die auch wir Erwachsenen uns halten müssen. Insbesondere bei uns in Deutschland ist alles geregelt. Da darf man z. B. sein Haus nicht schwarz inmitten von weißen Häusern streichen. Man muss sich da anpassen. Selbst die Hecke darf eine Größe nicht überschreiten. Wir leben schon sehr geregelt hier
demianda
7137 Beiträge
30.04.2018 17:14
Zitat von Titania:

Zitat von demianda:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

...


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Falls es dich interessiert... lies doch mal etwas über "Kriegsenkel".

Desweiteren finde ich Diskussionen über solche Themen - ohne sich umfangreich informiert und mehrere Seiten beleuchtet zu haben - nicht sehr aufschlussreich. Ich kann mir meine Lebenseinstellungen ausnahmslos in alle Richtungen bestätigen lassen. Zu Allem finde ich irgendeinen Artikel.

Außerdem sehe ich es auch so, dass ich meine eigenen Mängel in den Schatten stelle, solange ich meinen Fokus auf die Mängel der anderen richte. Ich hab genug mit mir zu tun und ich kenne es zu Genüge von mir selbst, dass ich Konflikten lieber aus dem Weg gehe (eben aus einer Angst und aus Bequemlichkeit heraus). Das resultiert zwar aus den Erfahrungen, die ich als Kind machen durfte, aber heute hab ich die Möglichkeit einen Umgang damit zu finden und mich meinen Gefühlen zu stellen. Etwas, was in den Generationen vorher (in meiner Familie) überhaupt nicht "gern gesehen" ist. Emotionen gehören schön unter den Tisch oder Teppich. Konflikte sind demnach bedrohlich.


man kann ja im Grunde genommen nur aus seiner eigenen Erfahrung heraus sprechen. Die habe ich mit 3 Kindern ja auch. Es ging mir hier auch nicht darum, Kinder ins schlechte Licht zu rücken und mir selber auf die Schulter zu klopfen weil ich es besonders gut gemacht habe.
Die Kinder die ich erwähnte, empfanden die eigenen Eltern vom Verhalten her selber als schwierig.

Es werden auch Beispiele gewählt, wenn es z. B. darum geht, einen strengen Umgang eines Elternteils mit seinem Kind zu beschreiben. Da weiß man genauso wenig was die Situation auslöste, war der Elternteil gestresst, das Kind wurde vorher schon zig mal ermahnt und machte weiter usw. Da wird auch gleich gewettert und sich über den jeweiligen Elternteil aufgeregt. Von daher dürfte man sich nie darüber austauschen, weil man ja nie die genauen Hintergründe kennt. Trotzdem kann man doch dazu seine Meinung äußern, insbesondere in einem Forum über Erziehung.


Ich hab dich nur mit dem ersten Satz angesprochen.

Der Rest ist auf die Allgemeinheit (mich eingeschlossen) bezogen.

Im Übrigen habe ich doch mit meinem Beitrag auch eine Meinung geäußert

30.04.2018 17:18
Und genau deshalb muss ich gar nichts.
Ich muss nicht arbeiten, ich muss mir kein Ticket kaufen und ich muss keine Miete zahlen. Oh halte mich daran - freiwillig - weil die Folgen mir für mein Lebensmodell zu unangenehm sind.

Aber das wird ja eh wieder nicht kapiert
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