Mütter- und Schwangerenforum

interessanter Artikel zur Kindererziehung

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30.04.2018 18:37
Ich mag Watte. Watte ist schön.

Und ich bin heute noch dankbar, dass ich mehrere Jahre zur Schule gefahren und wieder abgeholt wurde, denn sonst hätte ich vermutlich komplett verweigert.
Luni
31779 Beiträge
30.04.2018 18:57
Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

...


sie hatte doch aber geschrieben, dass sie nur Eltern kennt, die das über andere behaupten würden. Das hörte sich für mich so danach an, als würde sie es anzweifeln, dass es tatsächliche überbehütete Kinder gibt. Und alle die das hier schreiben, Unwahrheiten verbreiten. Ebenso auch der Autor des Artikels.

Sicherlich gibt es keine Kinder, die alle diese Punkte erfüllen. Trotzdem gehört eben dieses Hochbringen der Kinder bis ins Klassenzimmer zur Überbehütung dazu. Das können die Kinder in dem Alter gut alleine. Sie müssen nicht bis ins Klassenzimmer begleitet werden. Das ist eben der Punkt.


Nö ist es nicht. Kann nicht jedes Kind allein - unterschiedliche Charaktere und so.

Und ich finde auch, du interpretierst zu viel in ihre Antwort rein. Der Punkt ist eher, dass sich Mütter über andere Mütter aufregen und denken, sie wüssten Bescheid, wie es bei denen zu Hause läuft und warum das Kind ist, wie es ist. Das ist aber eben nicht der Fall. Kann man nicht vor seiner eigenen Tür kehren?


ich sehe das anders. Wenn man es ihnen zutraut und mit ihnen übt und es nicht sonst wie thematisiert, wird das jedes Kind schaffen. Das ist nun wirklich keine große Herausforderung, die Treppen hoch ins Klassenzimmer zu gehen bzw. gerade aus oder sonst wohin. Wie schafft es das Kind denn alleine auf Toilette?

Mein Mann z. B. ärgert sich häufig über die Auszubildenen. Die würden nichts selbstständig sehen, alles muss man ihnen sagen. Von alleine sehen sie die Arbeit z. B. gar nicht. Und ich bespreche solche Sachen sicherlich nicht mit ihm und ärgere mich über andere Kinder Er empfindet es selber so, dass sich das mit der Zeit sehr gewandelt hat. z. B. rufen die Eltern an und melden ihr Kind, welches sich in Ausbildung befindet krank. Wieso kann es das Kind nicht alleine erledigen?

Richtig.
Mein Kind hat sich schon in der Krippe selbst krank gemeldet. OK, manchmal musste ich nochmal ran und übersetzen, weil EA so genuschelt hat, aber ich finde es ist wichtig sie einfach selbstverständlich in alles reinwachsen zu lassen.
Alaska
19484 Beiträge
30.04.2018 19:02
Zitat von Schnecke510:

Zitat von Alaska:

Ich sehe die Entwicklung von Helikopter-Eltern übrigens u.a. daran, dass "früher" die Welt einfach kleiner war.
Ehrlich, wenn ich mal überlege, wie oft meine Großeltern vermutlich von einem Kind gehört haben, dass in Norddeutschland verschwunden ist - gar nicht.
Heute hört mann von überall in Deutschland, wenn Kinder vermisst sind. Das Netzwerk selber find ich zwar gigantisch, aber es schürt sicher auch bei vielen Eltern Ängste. Diesbezüglich gibt es diese heile Welt einfach nicht mehr, wir werden zugeballert mit Meldungen, die unser Gehirn so sicher nicht immer filtern kann.

Mir geht es ja ähnlich. Ich weiß z.b., dass 25 km weiter seit 2 oder 3 Jahren ein schwarzer Bus versucht, Kinder anzusprechen und sie einlädt, mitzufahren. So nah war hier noch nie etwas in der Art und zum Glück ist bislang nichts passiert, weil die Kinder informiert genug waren und entweder laut geschrien oder weggelaufen sind.
Das find ich dann auch nicht mehr spaßig, denn im Prinzip ist es ein Katzensprug zu uns.
Sowas hat doch jede Mutter durch all die Nachrichten im Hinterkopf.
Und ich denke, besonders sensible und ängstliche Mütter tendieren dann dazu, das Kind in seiner Freiheit auch enorm zu beschränken. Bei der Aussage hier hab ich keinen von hier im Hinterkopf. Das möcht ich nur gleich dazu sagen.

Darum ist dieses "früher" einfach gefühlt sicherer gewesen. Nur gefühlt, denn in Wirklichkeit sind unsere Kinder so sicher wie nie zuvor.

Ich glaube, diese Angst hat jede Mutter irgendwie. Aber das ist doch was anderes als Helikoptertum.


Ja, hat jede. Sag ich ja.
Aber bei überängstlichen Müttern kann das eben in dieser Helikopterei enden.
30.04.2018 19:09
Zitat von Mathelenlu:

Ich kenne wirklich keine Eltern, wie in dem Artikel beschrieben, die dermaßen überbehüten oder "alles abnehmen". Noch nie erlebt. Weder heute noch damals zu meiner Kindheit.

Ich kenne nur Leute, die sich einbilden, bestimmte andere Eltern würden ihren Kindern zuviel abnehmen, und sich ebenso einbilden, das würde ein bestimmtes Ergebnis erzeugen. Das beobachte ich oft .


danke. Genau daran dachte ich grad auch beim Lesen. Klar kann man hier Beispiele aufzählen, die die eigene These untermauern. Da kann dann natürlich auch niemand was gegen sagen, weil niemand diese Personen kennt.
Also diese "Ich kenne da jemanden und da ist es deswegen GENAU SO" ...sind eigentlich ehrlich für die Katz
YellowBird
3982 Beiträge
30.04.2018 19:09
Mir wurde als Kind sehr viel abgenommen. Ich musste gar nichts machen, nur Schulkram. Meine Mutter hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren kann.

Naja.. ich habe dann jahrzehntelang wirklich gar nichts an Pflichten übernommen. Ich habe keine Hefter geführt, keine Hausaufgaben gemacht und nicht gelernt - eigentlich habe ich mich immer irgendwie durchgemogelt. "Kann ich deine Aufzeichnungen kopieren?", im Bus: "Was hatten wir auf?", ... Im Studium durften wir häufig zu zweit oder zu dritt Zettel abgeben und ich wurde häufiger draufgeschrieben ohne den Zettel auch nur angesehen zu haben. Um die Prüfungen zu schaffen, habe ich mich dann für jedes Fach wochenlang nicht blicken lassen, um im Schnelldurchlauf alles aufzuholen, natürlich Mithilfe der Scripte meiner Kommilitonen.

Kurz: ich war jahrzehntelang arschig, habe Erfolg nur durch die Hilfe anderer verbuchen können und sollte auf wenig, das "ich" im Leben erzielt habe, stolz sein.

Ich habe enorm schwer damit zu kämpfen, mich zu Dingen aufzuraffen, auf die ich keine Lust habe. Ich arbeite daran, aber diese Gewohnheit - ja Faulheit - sitzt so tief, dass ich tatsächlich häufig sehr darüber leide und mich stellenweise zu unfähig für ein normales Leben halte.

Ich möchte meiner Mutter oder ihrer Erziehungsmethode da gar nicht die alleinige Schuld geben, aber unterstützt hat es diese Entwicklung auf jeden Fall.

Für meinen Sohn habe ich mir vorgenommen, ihn zu mehr eigener Verantwortung zu motivieren und auch deutlich zu machen, dass alles, was man selbst nicht tut, auf den Schultern anderer lastet. Das klingt jetzt sicher naiv, aber für mich war das jahrelang einfach so normal, dass mir erst vor einigen Jahren klar wurde, wie schlimm mein Verhalten eigentlich war.



LIttleOne13
26290 Beiträge
30.04.2018 19:09
Zitat von demianda:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Titania:

...


Und was genau war daran früher jetzt besser? Ich kann das echt nicht verstehen Es ist doch völlig normal, dass sich das Leben weiter entwickelt. Heute haben wir doch ganz andere Erkenntnisse als damals und in vielen Bereichen können wir froh sein, dass früher nicht viel mehr passiert ist.


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Falls es dich interessiert... lies doch mal etwas über "Kriegsenkel".

Desweiteren finde ich Diskussionen über solche Themen - ohne sich umfangreich informiert und mehrere Seiten beleuchtet zu haben - nicht sehr aufschlussreich. Ich kann mir meine Lebenseinstellungen ausnahmslos in alle Richtungen bestätigen lassen. Zu Allem finde ich irgendeinen Artikel.

Außerdem sehe ich es auch so, dass ich meine eigenen Mängel in den Schatten stelle, solange ich meinen Fokus auf die Mängel der anderen richte. Ich hab genug mit mir zu tun und ich kenne es zu Genüge von mir selbst, dass ich Konflikten lieber aus dem Weg gehe (eben aus einer Angst und aus Bequemlichkeit heraus). Das resultiert zwar aus den Erfahrungen, die ich als Kind machen durfte, aber heute hab ich die Möglichkeit einen Umgang damit zu finden und mich meinen Gefühlen zu stellen. Etwas, was in den Generationen vorher (in meiner Familie) überhaupt nicht "gern gesehen" ist. Emotionen gehören schön unter den Tisch oder Teppich. Konflikte sind demnach bedrohlich.


Konfliktunfähigkeit der Eltern ist mMn auch ein Problem, wenn Bedürfnisorientiertheit auf Realität trifft. Wir hatten erst heute wieder so eine Reallife-Erfahrung: Der Mäuserich wollte im Baumarkt einen weiteren Bagger für den Sandkasten mitnehmen, ich nicht. Wir haben bereits mehrere im Schrebergarten und Haus verteilt und ich habe, wenn ich mit beiden Kindern im Bus fahre, nicht die Möglichkeit, so ein riesiges Ding zusätzlich zu transportieren. Wir haben den Bagger nicht mitgenommen und er war zuerst furchtbar wütend und saß schreiend im Gang, als schon der erste doof vorbei kam und meinte, nu lassen se den doch da sitzen, der ist ja nur bockig. Warum? Nein! Er hat das Recht, wütend auf mich zu sein deswegen und ich muss mit der Konsequenz meiner Entscheidung gegen den Bagger leben und seine Wut aushalten. Als er sich etwas beruhigt hatte und ich ihn weinend auf dem Arm Richtung Kasse trug, kam der nächste Schlaumeyer: Warum weeeeiiiinst du denn so? Du musst doch gar nicht weinen! - Doch, darf er. Er darf trauern, wenn ich ihm diesen Bagger nicht kaufe. An der Kasse hatte er sich fast beruhigt, als ihm eine Frau ein Bonbon anbot, “damit der arme Kleine endlich nicht mehr weinen muss“.
Wir haben also in einem nicht mal 10minütigen Drama wegen einem dämlichen Plastikbagger Erwachsene, die nicht mit einem frustrierten Kind umgehen können, erlebt. Und ich glaube nicht, dass heute in unserem Baumarkt eine auffallend hohe Quote von Menschen, die Konflikte nicht ertragen, unterwegs waren.
30.04.2018 19:22
Zitat von Schnecke510:

Zitat von KRÄTZÄ:

Zitat von Titania:

Zitat von KRÄTZÄ:

Und genau deshalb muss ich gar nichts.
Ich muss nicht arbeiten, ich muss mir kein Ticket kaufen und ich muss keine Miete zahlen. Oh halte mich daran - freiwillig - weil die Folgen mir für mein Lebensmodell zu unangenehm sind.

Aber das wird ja eh wieder nicht kapiert


ok du musst nicht arbeiten, dein Mann aber bestimmt. Wenn er aber auch nicht möchte? Was dann? Dann von H4 leben, als Alternative? Und wenn man das nicht möchte, dann muss man ja doch arbeiten.


Nein muss er nicht.
Und auch harzt 4 muss nicht. Man kann tatsächlich ohne arbeiten leben. Frag mal einen der Obdachlosen auf der Straße.

Es gibt auch eine riesige Aussteiger-Szene, die fast alle nicht kommerziell arbeiten. Ich kenne sogar ein paar privat, die keinem geregelten Job nachgehen und zB in Bauwagen leben. Ein paar richtig glückliche und zufriedene Menschen.

Denkst du, es ist für ein Kind gut, wenn die Eltern obdachlos sind? Wenn du so lebst, dann rückt dir sicherlich bald das JA auf die Pelle - und das zu Recht! Insofern muss man schon bestimmte Dinge.


Aber es geht doch gar nicht um gut und schlecht. Oder richtig und falsch.
Es geht nur darum, dass es neben dem was man angeblich tun MUSS, auch andere Wege gibt. Das widerspricht doch dann einem MUSS. Das heißt ja nicht, dass man diesen anderen Weg gehen will. Nur, dass es ihn gibt...wenn man nicht tut was man angeblich ja muss. Ist doch rein hypothetisch.
30.04.2018 19:26
Zitat von YellowBird:

Mir wurde als Kind sehr viel abgenommen. Ich musste gar nichts machen, nur Schulkram. Meine Mutter hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren kann.

Naja.. ich habe dann jahrzehntelang wirklich gar nichts an Pflichten übernommen. Ich habe keine Hefter geführt, keine Hausaufgaben gemacht und nicht gelernt - eigentlich habe ich mich immer irgendwie durchgemogelt. "Kann ich deine Aufzeichnungen kopieren?", im Bus: "Was hatten wir auf?", ... Im Studium durften wir häufig zu zweit oder zu dritt Zettel abgeben und ich wurde häufiger draufgeschrieben ohne den Zettel auch nur angesehen zu haben. Um die Prüfungen zu schaffen, habe ich mich dann für jedes Fach wochenlang nicht blicken lassen, um im Schnelldurchlauf alles aufzuholen, natürlich Mithilfe der Scripte meiner Kommilitonen.

Kurz: ich war jahrzehntelang arschig, habe Erfolg nur durch die Hilfe anderer verbuchen können und sollte auf wenig, das "ich" im Leben erzielt habe, stolz sein.

Ich habe enorm schwer damit zu kämpfen, mich zu Dingen aufzuraffen, auf die ich keine Lust habe. Ich arbeite daran, aber diese Gewohnheit - ja Faulheit - sitzt so tief, dass ich tatsächlich häufig sehr darüber leide und mich stellenweise zu unfähig für ein normales Leben halte.



Pfff ... mein Leben grob zusammengefasst, aber ich find's im Gegensatz zu dir recht cool.
Ich kann deswegen heute super delegieren und habe gelernt, wie man mit minimalem Aufwand das maximale Ergebnis bekommt. Perfekt
30.04.2018 19:27
Zitat von LIttleOne13:

Zitat von demianda:

Zitat von Titania:

Zitat von Seramonchen:

...


ich meine nicht damit, dass früher alles besser gewesen ist, oder dass es verkehrt ist sich weiterzuentwickeln. Sondern, dass wir uns nicht von früher z. B. von eher härter/grausam zu komplett verweichlicht entwickeln...


Falls es dich interessiert... lies doch mal etwas über "Kriegsenkel".

Desweiteren finde ich Diskussionen über solche Themen - ohne sich umfangreich informiert und mehrere Seiten beleuchtet zu haben - nicht sehr aufschlussreich. Ich kann mir meine Lebenseinstellungen ausnahmslos in alle Richtungen bestätigen lassen. Zu Allem finde ich irgendeinen Artikel.

Außerdem sehe ich es auch so, dass ich meine eigenen Mängel in den Schatten stelle, solange ich meinen Fokus auf die Mängel der anderen richte. Ich hab genug mit mir zu tun und ich kenne es zu Genüge von mir selbst, dass ich Konflikten lieber aus dem Weg gehe (eben aus einer Angst und aus Bequemlichkeit heraus). Das resultiert zwar aus den Erfahrungen, die ich als Kind machen durfte, aber heute hab ich die Möglichkeit einen Umgang damit zu finden und mich meinen Gefühlen zu stellen. Etwas, was in den Generationen vorher (in meiner Familie) überhaupt nicht "gern gesehen" ist. Emotionen gehören schön unter den Tisch oder Teppich. Konflikte sind demnach bedrohlich.


Konfliktunfähigkeit der Eltern ist mMn auch ein Problem, wenn Bedürfnisorientiertheit auf Realität trifft. Wir hatten erst heute wieder so eine Reallife-Erfahrung: Der Mäuserich wollte im Baumarkt einen weiteren Bagger für den Sandkasten mitnehmen, ich nicht. Wir haben bereits mehrere im Schrebergarten und Haus verteilt und ich habe, wenn ich mit beiden Kindern im Bus fahre, nicht die Möglichkeit, so ein riesiges Ding zusätzlich zu transportieren. Wir haben den Bagger nicht mitgenommen und er war zuerst furchtbar wütend und saß schreiend im Gang, als schon der erste doof vorbei kam und meinte, nu lassen se den doch da sitzen, der ist ja nur bockig. Warum? Nein! Er hat das Recht, wütend auf mich zu sein deswegen und ich muss mit der Konsequenz meiner Entscheidung gegen den Bagger leben und seine Wut aushalten. Als er sich etwas beruhigt hatte und ich ihn weinend auf dem Arm Richtung Kasse trug, kam der nächste Schlaumeyer: Warum weeeeiiiinst du denn so? Du musst doch gar nicht weinen! - Doch, darf er. Er darf trauern, wenn ich ihm diesen Bagger nicht kaufe. An der Kasse hatte er sich fast beruhigt, als ihm eine Frau ein Bonbon anbot, “damit der arme Kleine endlich nicht mehr weinen muss“.
Wir haben also in einem nicht mal 10minütigen Drama wegen einem dämlichen Plastikbagger Erwachsene, die nicht mit einem frustrierten Kind umgehen können, erlebt. Und ich glaube nicht, dass heute in unserem Baumarkt eine auffallend hohe Quote von Menschen, die Konflikte nicht ertragen, unterwegs waren.


Hab auch noch ein Beispiel. Unsere Nachbarin (ü80) war letztens unzufrieden damit, wie mein Mann den Rasen gemäht hat. Aber anstatt mal bei uns zu klingeln und es anzusprechen, was ja wirklich kein Problem gewesen wäre, beschwerte sie sich darüber bei einem weiteren Nachbarn, welcher dann wiederum den Rasen einfach selbst nochmal mähte. Alles hinten rum und bloß keinen möglichen Konflikt provozieren... Mich ärgert sowas, aber irgendwie habe ich es mir damit erklärt, dass man früher einfach nach vorn hin nett und freundlich sein musste....
YellowBird
3982 Beiträge
30.04.2018 19:31
Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Mir wurde als Kind sehr viel abgenommen. Ich musste gar nichts machen, nur Schulkram. Meine Mutter hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren kann.

Naja.. ich habe dann jahrzehntelang wirklich gar nichts an Pflichten übernommen. Ich habe keine Hefter geführt, keine Hausaufgaben gemacht und nicht gelernt - eigentlich habe ich mich immer irgendwie durchgemogelt. "Kann ich deine Aufzeichnungen kopieren?", im Bus: "Was hatten wir auf?", ... Im Studium durften wir häufig zu zweit oder zu dritt Zettel abgeben und ich wurde häufiger draufgeschrieben ohne den Zettel auch nur angesehen zu haben. Um die Prüfungen zu schaffen, habe ich mich dann für jedes Fach wochenlang nicht blicken lassen, um im Schnelldurchlauf alles aufzuholen, natürlich Mithilfe der Scripte meiner Kommilitonen.

Kurz: ich war jahrzehntelang arschig, habe Erfolg nur durch die Hilfe anderer verbuchen können und sollte auf wenig, das "ich" im Leben erzielt habe, stolz sein.

Ich habe enorm schwer damit zu kämpfen, mich zu Dingen aufzuraffen, auf die ich keine Lust habe. Ich arbeite daran, aber diese Gewohnheit - ja Faulheit - sitzt so tief, dass ich tatsächlich häufig sehr darüber leide und mich stellenweise zu unfähig für ein normales Leben halte.



Pfff ... mein Leben grob zusammengefasst, aber ich find's im Gegensatz zu dir recht cool.
Ich kann deswegen heute super delegieren und habe gelernt, wie man mit minimalem Aufwand das maximale Ergebnis bekommt. Perfekt


Hmm... Vielleicht sollte ich irgendwo Chefin werden. Ach Moment, ich bin ja Lehrerin Wie praktisch. Ich glaube, das mit dem "Delegieren" muss ich wirklich einfach nur noch positiver sehen

Nein, im Ernst. Delegieren lernt damit tatsächlich... Aber es sollte halt auch hier wieder kein Extrem entstehen.
30.04.2018 19:36
Zitat von YellowBird:

Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Mir wurde als Kind sehr viel abgenommen. Ich musste gar nichts machen, nur Schulkram. Meine Mutter hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren kann.

Naja.. ich habe dann jahrzehntelang wirklich gar nichts an Pflichten übernommen. Ich habe keine Hefter geführt, keine Hausaufgaben gemacht und nicht gelernt - eigentlich habe ich mich immer irgendwie durchgemogelt. "Kann ich deine Aufzeichnungen kopieren?", im Bus: "Was hatten wir auf?", ... Im Studium durften wir häufig zu zweit oder zu dritt Zettel abgeben und ich wurde häufiger draufgeschrieben ohne den Zettel auch nur angesehen zu haben. Um die Prüfungen zu schaffen, habe ich mich dann für jedes Fach wochenlang nicht blicken lassen, um im Schnelldurchlauf alles aufzuholen, natürlich Mithilfe der Scripte meiner Kommilitonen.

Kurz: ich war jahrzehntelang arschig, habe Erfolg nur durch die Hilfe anderer verbuchen können und sollte auf wenig, das "ich" im Leben erzielt habe, stolz sein.

Ich habe enorm schwer damit zu kämpfen, mich zu Dingen aufzuraffen, auf die ich keine Lust habe. Ich arbeite daran, aber diese Gewohnheit - ja Faulheit - sitzt so tief, dass ich tatsächlich häufig sehr darüber leide und mich stellenweise zu unfähig für ein normales Leben halte.



Pfff ... mein Leben grob zusammengefasst, aber ich find's im Gegensatz zu dir recht cool.
Ich kann deswegen heute super delegieren und habe gelernt, wie man mit minimalem Aufwand das maximale Ergebnis bekommt. Perfekt


Hmm... Vielleicht sollte ich irgendwo Chefin werden. Ach Moment, ich bin ja Lehrerin Wie praktisch. Ich glaube, das mit dem "Delegieren" muss ich wirklich einfach nur noch positiver sehen

Nein, im Ernst. Delegieren lernt damit tatsächlich... Aber es sollte halt auch hier wieder kein Extrem entstehen.


Ich zwinge ja keinen mit vorgehaltener Pistole, mit mein Leben zu erleichtern ... aber wenn sie's freiwillig wollen, wer bin ich, ihnen zu widersprechen?
Ich bin deswegen aber tatsächlich in die Selbständigkeit gegangen. Ich lasse mich von keinem herumscheuchen. Ich scheuche lieber. Und wenn ich keinen Bock habe, mache ich halt auch mal nix.
Titania
5979 Beiträge
30.04.2018 20:10
Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Mir wurde als Kind sehr viel abgenommen. Ich musste gar nichts machen, nur Schulkram. Meine Mutter hat alles von mir ferngehalten, damit ich mich voll und ganz auf die Schule konzentrieren kann.

Naja.. ich habe dann jahrzehntelang wirklich gar nichts an Pflichten übernommen. Ich habe keine Hefter geführt, keine Hausaufgaben gemacht und nicht gelernt - eigentlich habe ich mich immer irgendwie durchgemogelt. "Kann ich deine Aufzeichnungen kopieren?", im Bus: "Was hatten wir auf?", ... Im Studium durften wir häufig zu zweit oder zu dritt Zettel abgeben und ich wurde häufiger draufgeschrieben ohne den Zettel auch nur angesehen zu haben. Um die Prüfungen zu schaffen, habe ich mich dann für jedes Fach wochenlang nicht blicken lassen, um im Schnelldurchlauf alles aufzuholen, natürlich Mithilfe der Scripte meiner Kommilitonen.

Kurz: ich war jahrzehntelang arschig, habe Erfolg nur durch die Hilfe anderer verbuchen können und sollte auf wenig, das "ich" im Leben erzielt habe, stolz sein.

Ich habe enorm schwer damit zu kämpfen, mich zu Dingen aufzuraffen, auf die ich keine Lust habe. Ich arbeite daran, aber diese Gewohnheit - ja Faulheit - sitzt so tief, dass ich tatsächlich häufig sehr darüber leide und mich stellenweise zu unfähig für ein normales Leben halte.



Pfff ... mein Leben grob zusammengefasst, aber ich find's im Gegensatz zu dir recht cool.
Ich kann deswegen heute super delegieren und habe gelernt, wie man mit minimalem Aufwand das maximale Ergebnis bekommt. Perfekt


Hmm... Vielleicht sollte ich irgendwo Chefin werden. Ach Moment, ich bin ja Lehrerin Wie praktisch. Ich glaube, das mit dem "Delegieren" muss ich wirklich einfach nur noch positiver sehen

Nein, im Ernst. Delegieren lernt damit tatsächlich... Aber es sollte halt auch hier wieder kein Extrem entstehen.


Ich zwinge ja keinen mit vorgehaltener Pistole, mit mein Leben zu erleichtern ... aber wenn sie's freiwillig wollen, wer bin ich, ihnen zu widersprechen?
Ich bin deswegen aber tatsächlich in die Selbständigkeit gegangen. Ich lasse mich von keinem herumscheuchen. Ich scheuche lieber. Und wenn ich keinen Bock habe, mache ich halt auch mal nix.


ist dein Lebensmodell denn für die Allgemeinheit gedacht oder doch eher sehr individuell? Das ist eben die Frage.
Wenn ich mir vorstelle, keiner hat mehr Lust unseren Müll zu beseitigen. Keiner hat mehr Lust Wochenendschichten einzulegen, jeder macht nur noch das, wozu er Lust hat, ähm ja. Dann würden wir wahrscheinlich in unserem eigenen Müll verrotten. Daher bin ich froh, dass es Leute gibt, die es trotzdem machen. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, dass man gerne den Müll anderer Menschen beseitigt oder Straßen kehrt.
cooky
12601 Beiträge
30.04.2018 20:22
Zitat von Titania:

Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Zitat von white.rose:

...


Hmm... Vielleicht sollte ich irgendwo Chefin werden. Ach Moment, ich bin ja Lehrerin Wie praktisch. Ich glaube, das mit dem "Delegieren" muss ich wirklich einfach nur noch positiver sehen

Nein, im Ernst. Delegieren lernt damit tatsächlich... Aber es sollte halt auch hier wieder kein Extrem entstehen.


Ich zwinge ja keinen mit vorgehaltener Pistole, mit mein Leben zu erleichtern ... aber wenn sie's freiwillig wollen, wer bin ich, ihnen zu widersprechen?
Ich bin deswegen aber tatsächlich in die Selbständigkeit gegangen. Ich lasse mich von keinem herumscheuchen. Ich scheuche lieber. Und wenn ich keinen Bock habe, mache ich halt auch mal nix.


ist dein Lebensmodell denn für die Allgemeinheit gedacht oder doch eher sehr individuell? Das ist eben die Frage.
Wenn ich mir vorstelle, keiner hat mehr Lust unseren Müll zu beseitigen. Keiner hat mehr Lust Wochenendschichten einzulegen, jeder macht nur noch das, wozu er Lust hat, ähm ja. Dann würden wir wahrscheinlich in unserem eigenen Müll verrotten. Daher bin ich froh, dass es Leute gibt, die es trotzdem machen. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, dass man gerne den Müll anderer Menschen beseitigt oder Straßen kehrt.


Aber da sind Menschen eben unterschiedlich. Heute noch im Oma ZDF Fernsehen am Vormittag, ein junges Mädel die Studium und alles hat aufgeben um in Abwasserkanälen rumzuhängen und dort zu arbeiten.
Ein Bekannter von mir ist Kraftfahrer und der erzählte mir mal er würde total gern bei der Müllabfuhr hier arbeiten. Geregelte Arbeitszeiten, der Lohn sei gut und die ganze Firma sehr sehr bemüht.
Marf
30124 Beiträge
30.04.2018 20:31
Zitat von cooky:

Zitat von Titania:

Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

...


Ich zwinge ja keinen mit vorgehaltener Pistole, mit mein Leben zu erleichtern ... aber wenn sie's freiwillig wollen, wer bin ich, ihnen zu widersprechen?
Ich bin deswegen aber tatsächlich in die Selbständigkeit gegangen. Ich lasse mich von keinem herumscheuchen. Ich scheuche lieber. Und wenn ich keinen Bock habe, mache ich halt auch mal nix.


ist dein Lebensmodell denn für die Allgemeinheit gedacht oder doch eher sehr individuell? Das ist eben die Frage.
Wenn ich mir vorstelle, keiner hat mehr Lust unseren Müll zu beseitigen. Keiner hat mehr Lust Wochenendschichten einzulegen, jeder macht nur noch das, wozu er Lust hat, ähm ja. Dann würden wir wahrscheinlich in unserem eigenen Müll verrotten. Daher bin ich froh, dass es Leute gibt, die es trotzdem machen. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, dass man gerne den Müll anderer Menschen beseitigt oder Straßen kehrt.


Aber da sind Menschen eben unterschiedlich. Heute noch im Oma ZDF Fernsehen am Vormittag, ein junges Mädel die Studium und alles hat aufgeben um in Abwasserkanälen rumzuhängen und dort zu arbeiten.
Ein Bekannter von mir ist Kraftfahrer und der erzählte mir mal er würde total gern bei der Müllabfuhr hier arbeiten. Geregelte Arbeitszeiten, der Lohn sei gut und die ganze Firma sehr sehr bemüht.

Ohne unser System,das diese Individualität aushalten kann - nicht muss ,wäre sie nicht machbar.
Es ist richtig ,man muss nichts....doch dazu zählt auch das anderen dasselbe Recht eingeräumt wird ,selbst wenn es genau ins Gegenteil geht und ab da kann es plötzlich unbequem werden ' nichts zu müssen'.
30.04.2018 20:33
Zitat von Titania:

Zitat von white.rose:

Zitat von YellowBird:

Zitat von white.rose:

...


Hmm... Vielleicht sollte ich irgendwo Chefin werden. Ach Moment, ich bin ja Lehrerin Wie praktisch. Ich glaube, das mit dem "Delegieren" muss ich wirklich einfach nur noch positiver sehen

Nein, im Ernst. Delegieren lernt damit tatsächlich... Aber es sollte halt auch hier wieder kein Extrem entstehen.


Ich zwinge ja keinen mit vorgehaltener Pistole, mit mein Leben zu erleichtern ... aber wenn sie's freiwillig wollen, wer bin ich, ihnen zu widersprechen?
Ich bin deswegen aber tatsächlich in die Selbständigkeit gegangen. Ich lasse mich von keinem herumscheuchen. Ich scheuche lieber. Und wenn ich keinen Bock habe, mache ich halt auch mal nix.


ist dein Lebensmodell denn für die Allgemeinheit gedacht oder doch eher sehr individuell? Das ist eben die Frage.
Wenn ich mir vorstelle, keiner hat mehr Lust unseren Müll zu beseitigen. Keiner hat mehr Lust Wochenendschichten einzulegen, jeder macht nur noch das, wozu er Lust hat, ähm ja. Dann würden wir wahrscheinlich in unserem eigenen Müll verrotten. Daher bin ich froh, dass es Leute gibt, die es trotzdem machen. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, dass man gerne den Müll anderer Menschen beseitigt oder Straßen kehrt.


Glaubst du ernsthaft, dass Müllmänner ihren Beruf aus sozialem Pflichtbewusstsein ergreifen?
Und überhaupt - was ist die "Allgemeinheit"? Gerade in Berufsfragen ist die ja wohl praktisch nicht existent.
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