Mütter- und Schwangerenforum

Baby trotz Erbkrankheit bekommen?

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24.02.2021 09:02
Zitat von Gwen85:

Zitat von -bald-mami-:

Zitat von Elsilein:

Zitat von -bald-mami-:

...

Naja, in jedem Leben gibt es Aspekte, die nicht schön sind. Aber deshalb nicht geboren werden (dürfen)?


Na aber jeder versucht doch, es seinem Kind so gut wie möglich gehen zu lassen im Leben. Und Gesundheit ist für mich da ein großer Bestandteil!
Wenn ich durch eine Samenspende ebenso ein (in meinen Augen) gemeinsames Kind bekommen kann aber das Risiko einer erblichen Erkrankung weitgehend ausschließen kann wäre das für mich ein guter Weg!
Ich stelle aber grade fest, dass für mich dich genetische Verwandtschaft offensichtlich weniger wichtig ist als für andere Menschen.
Ich finde diese Frage hier auch echt schwierig und die (angenehm friedliche ) Diskussion daher wirklich spannend!
Letztlich muss das natürlich jedes Paar für sich wissen aber ich finde es schon toll, dasd die TS sich versucht hier unterschiedliche Sichtweisen einzuholen.
Wie steht denn dein Partner eigentlich zur Samenspende?


Es bedarf nicht unbedingt einer Erbkrankheit um schwer zu erkranken, oder beeinträchtigt zu sein. Es gibt genug andere unschöne Krankheiten, die ein Kind ganz unverhofft treffen können. Unser Sohn lag mit einer schweren Pneumokokkeninfektion im Januar 2019 auf der Kinderintensivstation in einem großen Klinikum in der nächstgelegenen Großstadt, weil ihn unser Wald- und Wiesenkrankenhaus nicht helfen konnte. Durch die Pneumokokkeninfektion hatte er einen Pleuraerguss und ein Pleuraempyem. Er brauchte mehrfache Thoraxdrainagen und eine große Lungen-Op um das verfestige Gewebe entfernt zu bekommen. Da war er 2,5 Jahre alt. Wir waren fast 4 Wochen in der Klinik. Und er war/ist gegen Pneumokokken geimpft, was wir aber auch erst dort erfahren haben ist, dass die Kinder heutzutage gegen 13 von 20 bekannten Stämmen geimpft werden, es aber keine Impfung gegen die 7 anderen gibt. Einen von diesen Erreger hat er sich wo auch immer evtl. Kita eingefangen, der sich erst harmlos als Angina tarnt.
Er hat seit seinem 5 Lebensmonat eh eine Obstruktion der Atemwege, die sich laut der Ärzte verwachsen würde. Ob er das von meinem Mann, der als Kind Asthmatiker war, hat? Möglicherweise, aber genaues weiß man eben nicht. Was wir da aber machen, damit es gar nicht erst zu keiner schweren Bronchitis oder gar Lungenentzündung kommt ist, regelmäßige mit ihm zu inhalieren, sobald die Nase läuft.
Sicherlich sind OP's und alles was zu einem Klinikaufenthalt gehört für ein Kind nicht schön, aber wichtig ist dem Kind dann da zu sein als Mama und Papa und zu vermitteln, wir gehen diesen Weg gemeinsam und lassen dich nicht alleine.

In eurem Fall würde ich mich, da die Chance ja 50/50 ist, für ein Kind entscheiden. Es ist so viel mehr, was wichtig ist und zählt. Und wie viele wissen nicht einmal, dass in ihnen ein gewisses Gen schlummert? Müssen sich jetzt alle Paare, die sich Kinder wünschen vorab testen lassen, damit nur gesunder Nachwuchs dabei rum kommt? Wo kämen wir denn da hin?
Und den Aspekt mit dem Mobbing finde ich affig. Mobber finden an jedem was zu mobben, wenn sie wollen. Und da sehe ich die Pflicht ganz klar bei den Eltern, den Kindern liebe-, verantwortungsvolle, hilfsbereite und achtsame Werte mit auf dem Weg zu geben, damit sie sich nicht unbedingt von der Masse leiten zu lassen und ihren Verstand einsetzen und mit dem Herzen sehen.


Das ist aber schon etwas anderes, ob ich ein Kind dem allgemeinen Risiko des Lebens - oder dem mir bekannten stark erhöhten Risiko einer Krankheit aussetze.

Es ist ja nicht so, dass bei diesem Kind das Risiko anderer zusätzlicher Krankheiten/Behinderungen/wasauchimmer geringer wäre, nur kommt dieses eben noch obendrauf.

Im Fall der TS klingt es nun aber wirklich nicht so dramatisch Wenn die Weitergabe meiner eigenen Gene so wichtig wäre für mein Lebensglück, würde ich das "Risiko eingehen".

Eine Samenspende bedeutet aber nicht einem Menschen das Leben zu verwehren, wie von manchen hier argumentiert. Man hat ja dann trotzdem Kinder Sonst hätte ich ja auch all den anderen Kindern, die theoretisch in der fruchtbaren Zeit meines/unseres Lebens hätten geboren werden können, das Leben verwehrt
Mathelenlu
47983 Beiträge
24.02.2021 19:40
Da es das Leben nicht verkürzt und auch nicht wirklich beeinträchtigt, wäre das für mich kein Grund, keine Kinder zu bekommen.
Es ist ohnehin ein relativ neuer "Luxus", dass wir solche Dinge heute wissen, das war noch eine Generation zuvor ja eine absolute Seltenheit. Obs immer gut ist, alles zu wissen, weiss ich nicht genau. Es hat irgendwie was von "schöne neue Welt", wenn nur Gesunde Babys bekommen und man alle Risiken ausschließen möchte - was, wie die Erfahrung und das Leben ja zeigt, ohnehin nicht möglich ist... Schwer beeinträchtigende Erkrankungen wären für mich aber auch eine andere Frage.

Zuguterletzt: Wahrscheinlichkeiten sind immer nur Wahrscheinlichkeiten. Ich habe eine Thrombophilie (Faktor 2), geerbt von meiner Mutter (50/50 Chance). Das habe ich erst nach meinen Kindern erfahren, die auch eine 50/50 Chance hatten, das von mir geerbt zu haben. Ich habe vier Kinder. Und was soll ich sagen: ich konnte es kaum glauben, aber KEINS meiner Kinder hat diese Gerinnungsstörung geerbt. Keins. Bei Fiftyfifty vier Mal nix. Das gibts auch .

Das ist jetzt natürlich eine relativ undramatische Sache bei mir in der Regel - wobei meine Mutter vor ein paar Jahren fast an der Thrombose und Lungenembolie gestorben ist, die ihr das beschert hatte.
Aber dennoch: 50% Chance hatten meine Kinder auch, und es ging gut.
Goldbär
3813 Beiträge
24.02.2021 20:29
Zitat von Lisaliaa:

Zitat von MiramitLionel:

Ich bin sehr zwiegespalten durch meine Erfahrung. Es kommt natürlich drauf an, was es für eine Krankheit ist, aber auch mir stößt das "ein paar OPs mehr oder weniger" etwas auf. Mein bester Freund starb 2018 an Mukoviszidose... er hatte drei Geschwister, zwei starben im Babyalter daran und seine Schwester, als sie 17 war und er 15. Er hat sie leiden sehen er meinte oft zu mir, er versteht selbst nicht, warum seine Eltern die Kinder bekommen haben, trotz des Wissens, dass sie Leiden werden. Das ist nicht vergleichbar mit der Krankheit des Mannes der Ts, aber doch, mein bester Freund hätte gern auf zwei Lungentransplantationen verzichtet.

Oh je, das tut mir leid
Also das ist eine Krankheit da würde ich gar nicht mal darüber nachdenken leibliche Kinder zu bekommen.. da ziehe ich auf jeden Fall die Grenze..


Oh jesses...
Also doch, haben wir und würden es rückblickend immer wieder so tun. Unser Kind ist nämlich das beste, was wir fabriziert haben
Wisst ihr eigentlich, wieviele Menschen irgendwas in ihren Genen haben um Krankheiten weiter zu vererben? Die wenigstens wissen es nur... denn wer lässt schon vorher solche Tests machen?
Jarla
6576 Beiträge
25.02.2021 07:33
Ich finde bei dem Thema darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Reden wir von Krankheiten, bei denen man dennoch ein gutes Leben führen kann, würde hier wohl kaum jemand ernsthaft darüber nachdenken. Ich denke auch nicht, dass man dafür eine Überweisung überhaupt vom Arzt bekäme zur Humangenetik. Wg meinem Asthma und meiner Blutgerinnungsstörung. Das sind für mich persönlich keine Gründe überhaupt an einem Kinderwunsch zu zweifeln. Reden wir hier über Gendefekte, die wie Kinderdemenz sind oder starke Beeinträchtigungen mit sich bringen, da sollte man genau abwägen. Das wäre z. B. eine Krankheit genau wie unser Gendefekt der eine Spätabtreibung erlaubt und dies eben, weils Lebensverkürzend ist. Ich würde dennoch nicht abtreiben, aber ich verstehe Eltern, die das tun würden. Unseren Gendefekt finde ich schlimm, aber ich sehe, dass mein Sohn dennoch ein schönes Leben hat, wenn auch prognostiziert nicht so lange leider. Hier ist aktuell eine Mama mit zwei Kindern. Die Kinder verlernen alles bis sie an Atemlähmung meist ersticken. Vorher jahrelang ein Leidensweg und Heilung gibt es keine. Da würde ich defintiv abtreiben und ja das mag hart klingen, aber für mich persönlich ist dieses Leben nicht lebenswert.
In eurem Fall liebe TS. Redet nochmal darüber. Fragt vllt noch einen Arzt, aber nach all den Schilderungen scheint das ja keine große Beeinträchtigung zu sein
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