Mütter- und Schwangerenforum

Der Frust der Bauern....

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-Brünni88
23365 Beiträge
26.10.2020 21:42
Zitat von Landkatze:

Ich muss sagen, daß ich bisschen am wanken war. Einer Seits haben sie Recht, aber die Methode ist zu hart.
Wir leben auch hier auf dem Land und haben Landwirtschaft gehabt, aber als sich nicht mehr lohnte sind wir auf Bio-Gas umgestiegen und bis jetzt verdienen wir damit sehr gut.

Bei einigen Bauern hat sich so eine Einstellung entwickelt, daß sie ihren Hof vom Haus nicht trennen können, dabei ist der Hof nur eine Firma. Viele Bauern sind da stupide festgefahren in ihren Vorstellungen und nicht wirklich flexibel.
was essen wir, wenn jetzt alle auf Biogas umsteigen, weil es mehr Gewinn bringt. So geht doch nur noch mehr wertvolle Fläche verloren
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 06:13
Zitat von -Brünni88:

Zitat von Lealein:

Zitat von Landkatze:

Ich muss sagen, daß ich bisschen am wanken war. Einer Seits haben sie Recht, aber die Methode ist zu hart.
Wir leben auch hier auf dem Land und haben Landwirtschaft gehabt, aber als sich nicht mehr lohnte sind wir auf Bio-Gas umgestiegen und bis jetzt verdienen wir damit sehr gut.

Bei einigen Bauern hat sich so eine Einstellung entwickelt, daß sie ihren Hof vom Haus nicht trennen können, dabei ist der Hof nur eine Firma. Viele Bauern sind da stupide festgefahren in ihren Vorstellungen und nicht wirklich flexibel.

Wie meinst du das? Dass sie sich einfach ihr Hof verkaufen sollen, weil es nicht mehr läuft und sich eine andere Arbeit suchen? Als was?
Und wenn auf Erdgas gehen, bringt es auch nichts?

Bauer zu sein, sehe ich als Leidenschaftsarbeit. Das machen sicherlich nur Leute freiwillig, weil sie ihren Job sehr gerne mögen und nicht weil er profitabel ist.

Hier in der Schweiz ist mir aufgefallen, dass die Bauernhöfe stets in einem gepflegten und modernen Zustand ist, der vermuten lässt, dass es ihnen sehr gut geht. Woran liegt das? Ich vermute weil die Schweiz vorrangig ihr eigenes Fleisch produziert und nicht importieren lässt (entsprechend teuer ist das Fleisch hier). Dh für mich, dass das Problem nicht die Bauern selbst sind, die einfach zu engstirnig sind und ihren Hof nicht hergeben wollen, sondern die Politik und die EU, die zulässt, dass die hiesigen Bauern in einem unfairen Konkurrenzkampf gezwungen werden, den sie nicht gewinnen können. Oder sehe ich das falsch?


Nein. Gold richtig. Bauern dürfen ihre Preise hier leider nicht selbst gestalten, wenn sie an Edeka etc. liefern. Die müssen das nehmen, was sie kriegen, weil Lebensmittel in D für jedermann zugänglich bleiben müssen und dadurch verramscht und null wertgeschätzt werden. Dann wird lieber hier alles runtergewirtschaftet und noch mehr importiert aus Ländern, deren Lebensmittelstandart nicht annähernd dem unseren nahe kommt, Hauptsache D kann sagen wir tun ganz viel fürs Klima. Im Endeffekt verlagern wir die Probleme grad ins Ausland.

Und zum Thema Corona:
Ich wusste nicht, dass man sich auf nem Traktor sitzend anstecken kann. Bei der letzten bauerndemo auf der ich war, war mundschutz und Abstand angesagt, wenn man vom Traktor abgestiegen ist.
dann würde ich nicht an Supermärkte verkaufen, sondern auf dem Hof, Wochenmarkt oder an Restaurants, denen gute Waren auch was wert sind.Viele Leute denken doch um und sind bereit, mehr zu zahlen für gute Lebensmittel. Denke, der Markt ist gerade definitiv da...
Aber Edeka und co können doch nix für die Politik und wären als Geschäftsleute auch doof, das nicht zu nutzen.
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 06:14
Zitat von -Brünni88:

Zitat von Landkatze:

Ich muss sagen, daß ich bisschen am wanken war. Einer Seits haben sie Recht, aber die Methode ist zu hart.
Wir leben auch hier auf dem Land und haben Landwirtschaft gehabt, aber als sich nicht mehr lohnte sind wir auf Bio-Gas umgestiegen und bis jetzt verdienen wir damit sehr gut.

Bei einigen Bauern hat sich so eine Einstellung entwickelt, daß sie ihren Hof vom Haus nicht trennen können, dabei ist der Hof nur eine Firma. Viele Bauern sind da stupide festgefahren in ihren Vorstellungen und nicht wirklich flexibel.
was essen wir, wenn jetzt alle auf Biogas umsteigen, weil es mehr Gewinn bringt. So geht doch nur noch mehr wertvolle Fläche verloren
das wäre tatsächlich schlecht
-Brünni88
23365 Beiträge
27.10.2020 06:33
Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Zitat von Lealein:

Zitat von Landkatze:

Ich muss sagen, daß ich bisschen am wanken war. Einer Seits haben sie Recht, aber die Methode ist zu hart.
Wir leben auch hier auf dem Land und haben Landwirtschaft gehabt, aber als sich nicht mehr lohnte sind wir auf Bio-Gas umgestiegen und bis jetzt verdienen wir damit sehr gut.

Bei einigen Bauern hat sich so eine Einstellung entwickelt, daß sie ihren Hof vom Haus nicht trennen können, dabei ist der Hof nur eine Firma. Viele Bauern sind da stupide festgefahren in ihren Vorstellungen und nicht wirklich flexibel.

Wie meinst du das? Dass sie sich einfach ihr Hof verkaufen sollen, weil es nicht mehr läuft und sich eine andere Arbeit suchen? Als was?
Und wenn auf Erdgas gehen, bringt es auch nichts?

Bauer zu sein, sehe ich als Leidenschaftsarbeit. Das machen sicherlich nur Leute freiwillig, weil sie ihren Job sehr gerne mögen und nicht weil er profitabel ist.

Hier in der Schweiz ist mir aufgefallen, dass die Bauernhöfe stets in einem gepflegten und modernen Zustand ist, der vermuten lässt, dass es ihnen sehr gut geht. Woran liegt das? Ich vermute weil die Schweiz vorrangig ihr eigenes Fleisch produziert und nicht importieren lässt (entsprechend teuer ist das Fleisch hier). Dh für mich, dass das Problem nicht die Bauern selbst sind, die einfach zu engstirnig sind und ihren Hof nicht hergeben wollen, sondern die Politik und die EU, die zulässt, dass die hiesigen Bauern in einem unfairen Konkurrenzkampf gezwungen werden, den sie nicht gewinnen können. Oder sehe ich das falsch?


Nein. Gold richtig. Bauern dürfen ihre Preise hier leider nicht selbst gestalten, wenn sie an Edeka etc. liefern. Die müssen das nehmen, was sie kriegen, weil Lebensmittel in D für jedermann zugänglich bleiben müssen und dadurch verramscht und null wertgeschätzt werden. Dann wird lieber hier alles runtergewirtschaftet und noch mehr importiert aus Ländern, deren Lebensmittelstandart nicht annähernd dem unseren nahe kommt, Hauptsache D kann sagen wir tun ganz viel fürs Klima. Im Endeffekt verlagern wir die Probleme grad ins Ausland.

Und zum Thema Corona:
Ich wusste nicht, dass man sich auf nem Traktor sitzend anstecken kann. Bei der letzten bauerndemo auf der ich war, war mundschutz und Abstand angesagt, wenn man vom Traktor abgestiegen ist.
dann würde ich nicht an Supermärkte verkaufen, sondern auf dem Hof, Wochenmarkt oder an Restaurants, denen gute Waren auch was wert sind.Viele Leute denken doch um und sind bereit, mehr zu zahlen für gute Lebensmittel. Denke, der Markt ist gerade definitiv da...
Aber Edeka und co können doch nix für die Politik und wären als Geschäftsleute auch doof, das nicht zu nutzen.


Das ist aber auch nicht immer so einfach wie es sich anhört. Wir verkaufen jetzt zum Beispiel gerade unsere Kartoffeln in Selbstvermarktung. Die Sorten die wir verkaufen, verkaufen wir für 1,00 Euro pro Kilo und 800 m weiter bei meinem Arbeitgeber werden die gleichen Sorten für 0,40 € pro Kilo angeboten. Natürlich nutzen dass einige bei uns, aber die Mehrheit Kauf natürlich die für 0,40 €. Würde ich auch machen, wenn ich mir null Gedanken drüber machen würde In der Theorie ist dass alles immer ganz einfach. Die Praxis sieht aber leider anders aus... im Endeeffekt werden vermutlich gerade unsere Unkosten gedeckt sein, obwohl wir sie für mehr als das Doppelte verkaufen wie Sie der Einzelhandel anbietet. Wir könnten natürlich einfach noch mehr nehmen aber dann wird halt fast gar keiner mehr kommen und doch, die Einzelhandel könnten ihre Produzenten auch etwas unterstützen, denn neun von zehn sind mittlerweile schon weg, viele sind nicht mehr da... und dann geht’s demnächst nur noch in die Riesenmassenproduktion, wenn dann alle Flächen einer Handvoll Bauern gehören...
-Brünni88
23365 Beiträge
27.10.2020 06:39
Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch

Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 07:06
Zitat von -Brünni88:

Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch
Knebelverträge? und das ist der wirkliche Skandal, dass sowas rechtens ist die ganze Agrarpolitik gehört reformiert!
-Brünni88
23365 Beiträge
27.10.2020 07:14
Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch
Knebelverträge? und das ist der wirkliche Skandal, dass sowas rechtens ist die ganze Agrarpolitik gehört reformiert!


Eben. Es läuft grundlegend verkehrt und darauf versucht Land schafft Verbindung aufmerksam zu machen. Die Verbraucher wissen darüber einfach viel zu wenig, wie es ihren „Versorgern“ wirklich geht. Natürlich sind schwarze Schafe drunten. Aber gerade wird einem kompletten Berufsstand den schwarzen Peter für alles zugeschoben, ohne die Gegenseite mit einzubeziehen, anzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
MaWe
1938 Beiträge
27.10.2020 07:15
Zitat von -Brünni88:

Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch
Knebelverträge? und das ist der wirkliche Skandal, dass sowas rechtens ist die ganze Agrarpolitik gehört reformiert!


Eben. Es läuft grundlegend verkehrt und darauf versucht Land schafft Verbindung aufmerksam zu machen. Die Verbraucher wissen darüber einfach viel zu wenig, wie es ihren „Versorgern“ wirklich geht. Natürlich sind schwarze Schafe drunten. Aber gerade wird einem kompletten Berufsstand den schwarzen Peter für alles zugeschoben, ohne die Gegenseite mit einzubeziehen, anzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.


Ist hier in der Schweiz ähnlich.
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 07:21
Zitat von -Brünni88:

Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch
Knebelverträge? und das ist der wirkliche Skandal, dass sowas rechtens ist die ganze Agrarpolitik gehört reformiert!


Eben. Es läuft grundlegend verkehrt und darauf versucht Land schafft Verbindung aufmerksam zu machen. Die Verbraucher wissen darüber einfach viel zu wenig, wie es ihren „Versorgern“ wirklich geht. Natürlich sind schwarze Schafe drunten. Aber gerade wird einem kompletten Berufsstand den schwarzen Peter für alles zugeschoben, ohne die Gegenseite mit einzubeziehen, anzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
aber informieren oder demonstrieren kann man doch auch anders. Dieses Blockieren und Strassenverstopfen macht Bauern nicht gerade beliebter bei der Bevölkerung
-Brünni88
23365 Beiträge
27.10.2020 07:30
Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Und da hängen ja auch Vertragsketten hinten dran. Es kann nicht einfach der Bauer XY hingehen und sagen, ich liefere jetzt nicht mehr an Edeka, sondern verkaufe mein Zeug selbst. Das sind Knebelverträge aus denen sie nicht so einfach rauskommen. Und dann muss er ja auch zuerst mal investieren, um Selbstvermarktung machen zu können. Und stellt sich ja nicht mehr einfach mit ner Bierzeltgarnitur hin und macht auf einmal Umsatz des Todes. Viele sind ja auch mittlerweile so verschuldet, dass sie sich gar nicht mehr trauen, diese Investition zu tätigen. Wenn du 10.000 € kosten im Monat zu tragen hast, musst du auch gucken wie die reinkommen und die kommen nicht von 20 Kilo Kartoffeln an den Nachbar verkaufen rein. So wie es im Moment läuft, führt es zwangsläufig dazu dass immer mehr und mehr produziert werden muss, damit die besagten Landwirte ihre Kosten gedeckt kriegen was wiederum genau das Gegenteil von dem ist was wir eigentlich wollen, eine nachhaltige Landwirtschaft, du ja auch
Knebelverträge? und das ist der wirkliche Skandal, dass sowas rechtens ist die ganze Agrarpolitik gehört reformiert!


Eben. Es läuft grundlegend verkehrt und darauf versucht Land schafft Verbindung aufmerksam zu machen. Die Verbraucher wissen darüber einfach viel zu wenig, wie es ihren „Versorgern“ wirklich geht. Natürlich sind schwarze Schafe drunten. Aber gerade wird einem kompletten Berufsstand den schwarzen Peter für alles zugeschoben, ohne die Gegenseite mit einzubeziehen, anzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
aber informieren oder demonstrieren kann man doch auch anders. Dieses Blockieren und Strassenverstopfen macht Bauern nicht gerade beliebter bei der Bevölkerung

Anders wurde es ein ganzes Jahr versucht und hat genau null gebracht bevor es vorbei ist, wird jetzt nochmal aufs ganze gegangen. Das bekanntlich „aus dem letzten Loch pfeifen“
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 07:31
Zitat von -Brünni88:

Zitat von Christen:

Zitat von -Brünni88:

Zitat von Christen:

...


Eben. Es läuft grundlegend verkehrt und darauf versucht Land schafft Verbindung aufmerksam zu machen. Die Verbraucher wissen darüber einfach viel zu wenig, wie es ihren „Versorgern“ wirklich geht. Natürlich sind schwarze Schafe drunten. Aber gerade wird einem kompletten Berufsstand den schwarzen Peter für alles zugeschoben, ohne die Gegenseite mit einzubeziehen, anzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
aber informieren oder demonstrieren kann man doch auch anders. Dieses Blockieren und Strassenverstopfen macht Bauern nicht gerade beliebter bei der Bevölkerung

Anders wurde es ein ganzes Jahr versucht und hat genau null gebracht bevor es vorbei ist, wird jetzt nochmal aufs ganze gegangen. Das bekanntlich „aus dem letzten Loch pfeifen“
27.10.2020 07:34
Da wir ja selber Landwirtschaft haben, möchte ich dazu was sagen:

1. Bis ich hier davon las, hätte ich tatsächlich noch gar nichts von diesen Protesten mitbekommen ( liegt vielleicht am "Nachrichtenfasten", das ich grad mache)

2. Obwohl wir auch Bauern sind, sind wir nicht immer der gleichen Meinung, wie das gros der Landwirte, zumindest der konventionellen. Es sind tatsächlich oft unterschiedliche Sichtweisen zwischen biolandwirte und konventionellen Bauern.
Das ist nun nicht abwertend gemeint, es ist halt so, sonst wären die einen auch meine Biobauern geworden oder die anderen wären es auch.

3. Es gibt tatsächlich viele Gesetze und Vorschriften, die unsinnig , erschwerend, verteuernd, kontraproduktiv und einfach nur Quatsch sind.

4. Einige dieser Gesetze gibt es aber deshalb, weil es manche Bauern mit manchen Dingen übertrieben haben. Man muss nicht noch mehr und noch mehr an die Bachläufe pflügen, jedes winzige Stück abmähen, noch mehr Düngen , jedes noch so kleine Stück Wiese zum Acker machen, jedes zweite Jahr Mais auf dem gleichen Feld anbauen ( Biogas! )
wesentlich mehr Tiere halten, als Feld zur Verfügung steht ... Es gäbe da noch mehr zu sagen.

5. Viele Bauern sind aufgrund der Preise " gezwungen", sich so zu verhalten, wie unter 4. beschrieben. Deshalb haben wir auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die allermeisten tun das übrigens aus Überzeugung.
Und wir stellen fest: Es geht. Es macht viel, viel mehr Spaß, weil es interessanter ist.
Man muss sich mehr Gedanken über Fruchtfolgen, Anbaumethoden, Foodtrends, Märkte machen ( uns gefällt das, ).
Wenn man einen ökoverband hat, stimmt auch der Preis, denn es geht eigentlich alles nur über Verträge. Und da ist der Preis für Bioware schon deutlich besser, als der für konventionelle Produkte. Klar, man produziert, was gefragt ist und muss sich evtl von seinem "Standardprogramm" lösen, aber warum nicht.

6. Es wäre natürlich wünschenswert, dass Lebensmittel generell nicht verramscht werden, sondern wertgeschätzt und entsprechend bezahlt werden.

7. Der Verbraucher hat es mit seinem verkaufsverhalten in der Hand. Wenn mehr Bio gekauft wird, stellen auch mehr Bauern um. Und der höhere Preis landet nicht nur beim Bauern, sondern ist eine Investition in die Natur.
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 07:34
Und ich ertappe mich mit schlechtem Gewissen, dass ich noch Obst und Gemüse im Supermarkt kaufe
Aber ich gelobe, beim nächsten Wocheneinkauf fahren wir für's Obst und Gemüse zum Biobauernhof keine 10km von hier. Das ist wohl das Einzige, was wir tun können und zugleich das Einzige was Edeka und co wirklich trifft!
-Brünni88
23365 Beiträge
27.10.2020 07:36
Zitat von mia85:

Da wir ja selber Landwirtschaft haben, möchte ich dazu was sagen:

1. Bis ich hier davon las, hätte ich tatsächlich noch gar nichts von diesen Protesten mitbekommen ( liegt vielleicht am "Nachrichtenfasten", das ich grad mache)

2. Obwohl wir auch Bauern sind, sind wir nicht immer der gleichen Meinung, wie das gros der Landwirte, zumindest der konventionellen. Es sind tatsächlich oft unterschiedliche Sichtweisen zwischen biolandwirte und konventionellen Bauern.
Das ist nun nicht abwertend gemeint, es ist halt so, sonst wären die einen auch meine Biobauern geworden oder die anderen wären es auch.

3. Es gibt tatsächlich viele Gesetze und Vorschriften, die unsinnig , erschwerend, verteuernd, kontraproduktiv und einfach nur Quatsch sind.

4. Einige dieser Gesetze gibt es aber deshalb, weil es manche Bauern mit manchen Dingen übertrieben haben. Man muss nicht noch mehr und noch mehr an die Bachläufe pflügen, jedes winzige Stück abmähen, noch mehr Düngen , jedes noch so kleine Stück Wiese zum Acker machen, jedes zweite Jahr Mais auf dem gleichen Feld anbauen ( Biogas! )
wesentlich mehr Tiere halten, als Feld zur Verfügung steht ... Es gäbe da noch mehr zu sagen.

5. Viele Bauern sind aufgrund der Preise " gezwungen", sich so zu verhalten, wie unter 4. beschrieben. Deshalb haben wir auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die allermeisten tun das übrigens aus Überzeugung.
Und wir stellen fest: Es geht. Es macht viel, viel mehr Spaß, weil es interessanter ist.
Man muss sich mehr Gedanken über Fruchtfolgen, Anbaumethoden, Foodtrends, Märkte machen ( uns gefällt das, ).
Wenn man einen ökoverband hat, stimmt auch der Preis, denn es geht eigentlich alles nur über Verträge. Und da ist der Preis für Bioware schon deutlich besser, als der für konventionelle Produkte. Klar, man produziert, was gefragt ist und muss sich evtl von seinem "Standardprogramm" lösen, aber warum nicht.

6. Es wäre natürlich wünschenswert, dass Lebensmittel generell nicht verramscht werden, sondern wertgeschätzt und entsprechend bezahlt werden.

7. Der Verbraucher hat es mit seinem verkaufsverhalten in der Hand. Wenn mehr Bio gekauft wird, stellen auch mehr Bauern um. Und der höhere Preis landet nicht nur beim Bauern, sondern ist eine Investition in die Natur.



Danke für dein Statement.
Christen
23238 Beiträge
27.10.2020 07:37
Zitat von mia85:

Da wir ja selber Landwirtschaft haben, möchte ich dazu was sagen:

1. Bis ich hier davon las, hätte ich tatsächlich noch gar nichts von diesen Protesten mitbekommen ( liegt vielleicht am "Nachrichtenfasten", das ich grad mache)

2. Obwohl wir auch Bauern sind, sind wir nicht immer der gleichen Meinung, wie das gros der Landwirte, zumindest der konventionellen. Es sind tatsächlich oft unterschiedliche Sichtweisen zwischen biolandwirte und konventionellen Bauern.
Das ist nun nicht abwertend gemeint, es ist halt so, sonst wären die einen auch meine Biobauern geworden oder die anderen wären es auch.

3. Es gibt tatsächlich viele Gesetze und Vorschriften, die unsinnig , erschwerend, verteuernd, kontraproduktiv und einfach nur Quatsch sind.

4. Einige dieser Gesetze gibt es aber deshalb, weil es manche Bauern mit manchen Dingen übertrieben haben. Man muss nicht noch mehr und noch mehr an die Bachläufe pflügen, jedes winzige Stück abmähen, noch mehr Düngen , jedes noch so kleine Stück Wiese zum Acker machen, jedes zweite Jahr Mais auf dem gleichen Feld anbauen ( Biogas! )
wesentlich mehr Tiere halten, als Feld zur Verfügung steht ... Es gäbe da noch mehr zu sagen.

5. Viele Bauern sind aufgrund der Preise " gezwungen", sich so zu verhalten, wie unter 4. beschrieben. Deshalb haben wir auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die allermeisten tun das übrigens aus Überzeugung.
Und wir stellen fest: Es geht. Es macht viel, viel mehr Spaß, weil es interessanter ist.
Man muss sich mehr Gedanken über Fruchtfolgen, Anbaumethoden, Foodtrends, Märkte machen ( uns gefällt das, ).
Wenn man einen ökoverband hat, stimmt auch der Preis, denn es geht eigentlich alles nur über Verträge. Und da ist der Preis für Bioware schon deutlich besser, als der für konventionelle Produkte. Klar, man produziert, was gefragt ist und muss sich evtl von seinem "Standardprogramm" lösen, aber warum nicht.

6. Es wäre natürlich wünschenswert, dass Lebensmittel generell nicht verramscht werden, sondern wertgeschätzt und entsprechend bezahlt werden.

7. Der Verbraucher hat es mit seinem verkaufsverhalten in der Hand. Wenn mehr Bio gekauft wird, stellen auch mehr Bauern um. Und der höhere Preis landet nicht nur beim Bauern, sondern ist eine Investition in die Natur.
auf dich habe ich gewartet hier im Thread
Punkt 7 werde ich mir noch mehr zu Herzen nehmen!
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