Mütter- und Schwangerenforum

Krankes Kind in der SS bekommen oder nicht!

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WhistlingKite
2974 Beiträge
02.02.2011 22:13
Ich wäre überhaupt nicht in der Lage eine solche Entscheidung zu treffen.. Wer entscheidet was das Beste für diesen ungeborenen Menschen ist? Tu ich das Richtige, wenn ich der Natur freien Lauf lasse und somit einem Menschen sein Recht auf Leben gebe, er dadurch aber nur Leid und Qual erfährt? Der Wunsch nach Leben, so wie wir ihn jetzt definieren, existiert dieser denn bei dem ungeborenen Wesen ?
Ich weiß nicht, gehn wir mal von einer wirklich komplett einnehmenden Behinderung aus, welche in der SS erkannt wird, man auch wirklich davon ausgehen kann, dass dieser Mensch wenn er geboren wurde, leiden wird, warum ist es dann so falsch, dem Ungeborenen dies zu ersparen?
Mal angenommen ein Familienmitglied liegt gehobenen Alters ans Bett gefesselt, Organe versagen aber eben nicht die überlebenswichtigen, vegetiert vor sich hin und wir haben die Wahl, den geliebten Menschen zu erlösen.. ICH würde der natur da nicht freien Lauf lassen, ich würde die Person erlösen, wenn ich die Möglichkeit hätte..

hach, die Frage möcht ich mir niemals stellen müssen..ist übrigens ein Grund weshalb ich kein weiteres Mal schwanger werden möchte, ich könnte so eine Entscheidung einfach nicht treffen und irgendwie muss man sowas ja immer mit einkalkulieren.
02.02.2011 22:13
Gerade die grössren Kinder....
Bei mir im Zimmer war eine Mutter mit ihrem Kind (6) und einen Tag vor der OP sagte das Kind zu seiner Mutter...Du hast mich gar nicht lieb,du hast mich hier hergebracht das sie mich aufschneiden....
Die Mutter hat noch versucht liebvoll ihm alles zu erklären,aber er wollte nicht mehr mit ihr reden....
Sie ging mit mir raus auf den Flur und weinte sich aus.
Was soll ich sagen,das Kind ist auch verstorben....
Und die arme Mama,hat heute noch im Kopf wie ihr Sohn ihr die schuld daran gab das sie ihn in die OP schickte....
selbstverständlich kann sie nichts dafür,sie wollte auch nur alles mögliche für ihn tun,aber muss damit jetzt leben!
mütze
12031 Beiträge
02.02.2011 22:16
Doch ich kanns verstehen.
Bei uns in der Famlie sidn soviele an den verschiedensten Krankheiten,oft früh,verstorben.Und bei meine SS von Guschtl mußte ich auch befürchten das er viel zu früh kommen sollte mit all den Konzequenzen.
Kein Kind soll leiden,keines an Krankheiten,Hunger o.Behinderungen sterben.
Aber sie tuns,es passiert.Und es kostet soviel Kraft durchzustehn.
Jede OP,jeder Arztbesuch ist eine immense Belastung.Und die Pflege,Behördengänge....
Doch trotzdem ist es ein Kind das anscheinend leben will.Es ist da,es hat ein Bewusstsein (egal wie wir 'normalen' dies auch definieren),es möchte anscheinend bei uns sein.....
Ich glaube das einem durch solch eine Situation auch viel gegeben wird.Einem Grenzen zeigt,sie sprengt.
Keiner möchte das,aber dahinter steckt oft viel Angst vor sich selber,dem nicht gewachsen zu sein.
02.02.2011 22:21
In dieser Situation handelt und funktioniert man nur....
Als damals der Chefarzt der Inesiv zu uns kam,und sagte das sie das jetzt nicht mehr überlebt und wir sie gehen lassen müssten...
Sagte ich das kann doch nicht sein,es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein....
Er sagte, Doch es war leider alles umsonst.....
Bibie
1559 Beiträge
02.02.2011 22:21
Zitat von mütze:

Doch ich kanns verstehen.
Bei uns in der Famlie sidn soviele an den verschiedensten Krankheiten,oft früh,verstorben.Und bei meine SS von Guschtl mußte ich auch befürchten das er viel zu früh kommen sollte mit all den Konzequenzen.
Kein Kind soll leiden,keines an Krankheiten,Hunger o.Behinderungen sterben.
Aber sie tuns,es passiert.Und es kostet soviel Kraft durchzustehn.
Jede OP,jeder Arztbesuch ist eine immense Belastung.Und die Pflege,Behördengänge....
Doch trotzdem ist es ein Kind das anscheinend leben will.Es ist da,es hat ein Bewusstsein (egal wie wir 'normalen' dies auch definieren),es möchte anscheinend bei uns sein.....
Ich glaube das einem durch solch eine Situation auch viel gegeben wird.Einem Grenzen zeigt,sie sprengt.
Keiner möchte das,aber dahinter steckt oft viel Angst vor sich selber,dem nicht gewachsen zu sein.


Du nimmst mir die Worte aus dem Mund! Ich sehe das genauso. Aber ich bin ehrlich ich möchte auch selber nie in eine solche Situation kommen. Ich denke dadurch wird man als Eltern wahrscheinlich auch geprüft. Wenn das Leben doch nur einfach wäre und es sowas garnicht geben würde. Das wäre sooo schön! Dann müsste keiner leiden. Weder Eltern noch Kinder. Aber so ist das Leben nun mal leider nicht. Also muss man da durch. Ich habe einen heiden Respekt vor MEnschen die sowas mitgemacht haben und nicht daran zerbrochen sind und ich wünsche den Menschen alle Kraft dieser Welt.
finchen86
6290 Beiträge
02.02.2011 22:22
Zitat von mütze:

Doch ich kanns verstehen.
Bei uns in der Famlie sidn soviele an den verschiedensten Krankheiten,oft früh,verstorben.Und bei meine SS von Guschtl mußte ich auch befürchten das er viel zu früh kommen sollte mit all den Konzequenzen.
Kein Kind soll leiden,keines an Krankheiten,Hunger o.Behinderungen sterben.
Aber sie tuns,es passiert.Und es kostet soviel Kraft durchzustehn.
Jede OP,jeder Arztbesuch ist eine immense Belastung.Und die Pflege,Behördengänge....
Doch trotzdem ist es ein Kind das anscheinend leben will.Es ist da,es hat ein Bewusstsein (egal wie wir 'normalen' dies auch definieren),es möchte anscheinend bei uns sein.....
Ich glaube das einem durch solch eine Situation auch viel gegeben wird.Einem Grenzen zeigt,sie sprengt.
Keiner möchte das,aber dahinter steckt oft viel Angst vor sich selber,dem nicht gewachsen zu sein.


gg mütze ich sags noch mal ich mag dich
02.02.2011 22:26
Heute sage ich immer.....
Dort wo sie jetzt ist hat sie ihre ruhe und frieden.
Und ich bin froh das sie und wir ( mein Mann,und die drei Kinder ) diese qualen nicht mehr ertragen müssen.
Ich meinte auch nur das wenn mein Baby noch mal eine so schwere Fehlbildung gehabt hätte,dann hätte ich ihn nicht bekommen.
Aber er ist gesund wo ich auch heilfroh bin unser Bauchzwerg hat uns unser Lachen wieder gegeben.
mütze
12031 Beiträge
02.02.2011 22:27
Zitat von FleurMum:

In dieser Situation handelt und funktioniert man nur....
Als damals der Chefarzt der Inesiv zu uns kam,und sagte das sie das jetzt nicht mehr überlebt und wir sie gehen lassen müssten...
Sagte ich das kann doch nicht sein,es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein....
Er sagte, Doch es war leider alles umsonst.....

...nein umsonst war es nicht.Ich glaube du hast da viel über dich erfahren.Und bis zu dieser Sekunde konntet ihr kämpfen.
Ich bin wirklich froh 2 gesunde Kinder zu haben.Und ich hoffe inständig das dies so bleibt.
Allein die Vorstellung das etwas den Kindern das Leben nehmen könnte macht wohl jeden irre.
Aber genau deswegen darf man solch eine Entscheidung nicht treffen BEVOR dieser Mensch überhaupt geboren wurde.Diese Chance sollte jeder bekommen.
mütze
12031 Beiträge
02.02.2011 22:30
Zitat von finchen86:

Zitat von mütze:

Doch ich kanns verstehen.
Bei uns in der Famlie sidn soviele an den verschiedensten Krankheiten,oft früh,verstorben.Und bei meine SS von Guschtl mußte ich auch befürchten das er viel zu früh kommen sollte mit all den Konzequenzen.
Kein Kind soll leiden,keines an Krankheiten,Hunger o.Behinderungen sterben.
Aber sie tuns,es passiert.Und es kostet soviel Kraft durchzustehn.
Jede OP,jeder Arztbesuch ist eine immense Belastung.Und die Pflege,Behördengänge....
Doch trotzdem ist es ein Kind das anscheinend leben will.Es ist da,es hat ein Bewusstsein (egal wie wir 'normalen' dies auch definieren),es möchte anscheinend bei uns sein.....
Ich glaube das einem durch solch eine Situation auch viel gegeben wird.Einem Grenzen zeigt,sie sprengt.
Keiner möchte das,aber dahinter steckt oft viel Angst vor sich selber,dem nicht gewachsen zu sein.


gg mütze ich sags noch mal ich mag dich

finchen86
6290 Beiträge
02.02.2011 22:31
Zitat von mütze:

Zitat von finchen86:

Zitat von mütze:

Doch ich kanns verstehen.
Bei uns in der Famlie sidn soviele an den verschiedensten Krankheiten,oft früh,verstorben.Und bei meine SS von Guschtl mußte ich auch befürchten das er viel zu früh kommen sollte mit all den Konzequenzen.
Kein Kind soll leiden,keines an Krankheiten,Hunger o.Behinderungen sterben.
Aber sie tuns,es passiert.Und es kostet soviel Kraft durchzustehn.
Jede OP,jeder Arztbesuch ist eine immense Belastung.Und die Pflege,Behördengänge....
Doch trotzdem ist es ein Kind das anscheinend leben will.Es ist da,es hat ein Bewusstsein (egal wie wir 'normalen' dies auch definieren),es möchte anscheinend bei uns sein.....
Ich glaube das einem durch solch eine Situation auch viel gegeben wird.Einem Grenzen zeigt,sie sprengt.
Keiner möchte das,aber dahinter steckt oft viel Angst vor sich selber,dem nicht gewachsen zu sein.


gg mütze ich sags noch mal ich mag dich




nana nur ent rot werden
02.02.2011 22:32
Nein eine Chance sollten die Kinder ja auch bekommen,aber diesen Herzfehler wo meine Tochter hatte,operriert man erst seit 15 Jahren davor hat man die Kinder sterben lassen....
Wenn es gut läuft kommen sie ins Jugendlichenalter aber mit einer Herzkammer leben....
Mir tuen die Kinder immer leid,auch mit dennen ich noch kontakt habe,wo ich doch weis das sie vieleicht morgen nicht mehr aufwachen.
NickyDD
3220 Beiträge
02.02.2011 22:34
Das ist eine schwierige Frage. Ich habe mich in den letzten Monaten auch oft mit dem Gedanken "Schwerstbehinderung" auseinandergesetzt. Bei meinem Sohn laufen derzeit einige Untersuchungen und da kamen so einige "was-wäre-wenn"-Gedanken auf.

Hätte ich in der SS sicher (d.h. 2 Ärzte bestätigen die Diagnose meiner FÄ) erfahren, dass mein Kind schwerstbehindert zur Welt kommt, hätte ich einen SSAbruch vornehmen lassen. Nicht, weil es mir zu viel Arbeit wäre, mich ein Leben lang um dieses Kind zu kümmern...sondern weil Leben auch lebenswert sein soll. Es ist schwer, da eine Grenze zu ziehen. Jeder hat eine eigene Meinung darüber, wann Leben nicht mehr lebenswert ist.

Mal hypothetisch: Das Kind ist geistig und körperlich schwerstbehindert. Wo in der Gesellschaft soll es integriert werden? Es wird nie ein auch nur annähernd "normales" Leben führen können. Es wird nie zur Schule oder arbeiten gehen. Es wird nie Freunde haben. Das Leben besteht nur aus Ärzten, Diagnostik und Krankenhaus. DAS ist für mich nicht vertretbar.

Natürlich hat im Prinzip jeder Mensch ein Recht auf Leben. Aber ich könnte nicht mit ansehen, wie mein Kind "dahin vegetiert" (mal ganz böse ausgedrückt).

Und mit Gott hat sowas überhaupt nichts zu tun. Wenn es den lieben omnipräsenten Kunden wirklich gibt....warum gibt es Krankheiten wie Pest, Cholera und Malaria? Warum sterben SINNLOS jeden Tag Menschen?

Glaube versetzt keine Berge. Glaube ist nur eine Ausflucht. "Alles hat seinen Sinn". Klar...und morgen ist Weihnachten. Ich habe schon zu viel schlechtes erlebt, als dass ich jemals an jemanden wie Gott glauben könnte.
mütze
12031 Beiträge
02.02.2011 22:35
Zitat von FleurMum:

Nein eine Chance sollten die Kinder ja auch bekommen,aber diesen Herzfehler wo meine Tochter hatte,operriert man erst seit 15 Jahren davor hat man die Kinder sterben lassen....
Wenn es gut läuft kommen sie ins Jugendlichenalter aber mit einer Herzkammer leben....
Mir tuen die Kinder immer leid,auch mit dennen ich noch kontakt habe,wo ich doch weis das sie vieleicht morgen nicht mehr aufwachen.

Ja aber genau das ist doch diese Chance!
Vor 15 Jahren war es ein Todesurteil,heute besteht durch die OP eine Chance!
Und was meinst du was in 15 Jahren alles Möglich sein wird?!
Die Medizin entwickelt sich immer weiter,und was heute noch eine furchterregende Krankheit ist,ist morgen vielleicht schon mit Medis heilbar?.....genau deswegen darf man doch nicht solche Entscheidungen der Natur abnehmen!
02.02.2011 22:36
Zitat von NickyDD:

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe mich in den letzten Monaten auch oft mit dem Gedanken "Schwerstbehinderung" auseinandergesetzt. Bei meinem Sohn laufen derzeit einige Untersuchungen und da kamen so einige "was-wäre-wenn"-Gedanken auf.

Hätte ich in der SS sicher (d.h. 2 Ärzte bestätigen die Diagnose meiner FÄ) erfahren, dass mein Kind schwerstbehindert zur Welt kommt, hätte ich einen SSAbruch vornehmen lassen. Nicht, weil es mir zu viel Arbeit wäre, mich ein Leben lang um dieses Kind zu kümmern...sondern weil Leben auch lebenswert sein soll. Es ist schwer, da eine Grenze zu ziehen. Jeder hat eine eigene Meinung darüber, wann Leben nicht mehr lebenswert ist.

Mal hypothetisch: Das Kind ist geistig und körperlich schwerstbehindert. Wo in der Gesellschaft soll es integriert werden? Es wird nie ein auch nur annähernd "normales" Leben führen können. Es wird nie zur Schule oder arbeiten gehen. Es wird nie Freunde haben. Das Leben besteht nur aus Ärzten, Diagnostik und Krankenhaus. DAS ist für mich nicht vertretbar.

Natürlich hat im Prinzip jeder Mensch ein Recht auf Leben. Aber ich könnte nicht mit ansehen, wie mein Kind "dahin vegetiert" (mal ganz böse ausgedrückt).

Und mit Gott hat sowas überhaupt nichts zu tun. Wenn es den lieben omnipräsenten Kunden wirklich gibt....warum gibt es Krankheiten wie Pest, Cholera und Malaria? Warum sterben SINNLOS jeden Tag Menschen?

Glaube versetzt keine Berge. Glaube ist nur eine Ausflucht. "Alles hat seinen Sinn". Klar...und morgen ist Weihnachten. Ich habe schon zu viel schlechtes erlebt, als dass ich jemals an jemanden wie Gott glauben könnte.


Danke du sprichst mir aus der Seele
02.02.2011 22:39
Zitat von mütze:

Zitat von FleurMum:

Nein eine Chance sollten die Kinder ja auch bekommen,aber diesen Herzfehler wo meine Tochter hatte,operriert man erst seit 15 Jahren davor hat man die Kinder sterben lassen....
Wenn es gut läuft kommen sie ins Jugendlichenalter aber mit einer Herzkammer leben....
Mir tuen die Kinder immer leid,auch mit dennen ich noch kontakt habe,wo ich doch weis das sie vieleicht morgen nicht mehr aufwachen.

Ja aber genau das ist doch diese Chance!
Vor 15 Jahren war es ein Todesurteil,heute besteht durch die OP eine Chance!
Und was meinst du was in 15 Jahren alles Möglich sein wird?!
Die Medizin entwickelt sich immer weiter,und was heute noch eine furchterregende Krankheit ist,ist morgen vielleicht schon mit Medis heilbar?.....genau deswegen darf man doch nicht solche Entscheidungen der Natur abnehmen!


Ja aber wenn wir mal ehrlich sind war meine Tochter und diese Kinder sind ( böse ausgedrückt) Versuchskaninchen.
Man übt ja noch, und das will niemand für sein Kind das es ein Versuchskaninchen ist,oft wussten die Ärzte auch nicht wie es weitergeht...dann ging man mit der einstellung dran... sie hat ja nichts mehr zu verlieren....TOLL nein das kann man keinem Kind bzw. Menschen zumuten.
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