Mütter- und Schwangerenforum

Me too - ist sexuelle Belästigung ein Thema?

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13.11.2017 13:02
Nun ja-wo fängt es an,wo hört es auf?
Was ich amüsant finde,müssen andere nicht lustig finden.
In dem Augenblick wo die Grenzen des Anderen überschritten und verletzt werden, fängt (sexuelle)Belästigenug an.
Das betrifft Mann ,wie Frau und Kind.
13.11.2017 13:04
In meinem Leben war sexuelle Belästigung und Sexismus definitiv schon Thema. Gerade als ich eine Zeit lang bei der Bundeswehr war, kam das häufiger vor. Da war von saudummen Sprüchen bis Busengrapscher alles dabei.
Ich finde es gut, dass diese Debatte erneut angestoßen wurde und sehe da noch sehr viel Handlungsbedarf.
13.11.2017 13:11
Ist mir sehr sehr häufig passiert. Im Bus, auf der Arbeit, Fahrlehrer, im Schwimmbad.
Bin auch schon 2x angetatscht worden und habe sogar schon von Mandanten eindeutige Angebote bekommen.
Ich weiß mich zu wehren, aber ist schon schlimm, oft nur als Objekt betrachtet zu werden.
13.11.2017 13:16
Mich würde grad brennend interessieren,wie viele Männer sich belästigt fühlen.Und ob sie die Belästigungen genauso empfinden und es auch als solche wahrnehmen wie Frauen.
13.11.2017 13:17
Zitat von Julemaus:

Ist mir sehr sehr häufig passiert. Im Bus, auf der Arbeit, Fahrlehrer, im Schwimmbad.
Bin auch schon 2x angetatscht worden und habe sogar schon von Mandanten eindeutige Angebote bekommen.
Ich weiß mich zu wehren, aber ist schon schlimm, oft nur als Objekt betrachtet zu werden.

Schon als Azubi machten die Kerle immer Witze. Ich solle doch die Männer mal massieren und engere Blusen tragen. Mein Chef war leider keinen deut besser.
Es war auch manchmal nett von allen angehimmelt zu werden aber oft war es zu viel des Guten aber richtig bösartig habe ich es ihnen nicht unterstellt.
Das war mein Fahrlehrer der immer mein Knie angegrapscht hat und einmal meine Hand genommen hat auf sein Tal gezogen hat...
13.11.2017 13:18
Zitat von DieW:

Mich würde grad brennend interessieren,wie viele Männer sich belästigt fühlen.Und ob sie die Belästigungen genauso empfinden und es auch als solche wahrnehmen wie Frauen.


Also hier bei uns in der Umfrage waren es grad mal 6% die angegeben haben mal belästigt worden zu sein.

Das die das eher geil finden kann ich mir schon vorstellen.*augenroll*
Seramonchen
37809 Beiträge
13.11.2017 13:23
hm schwierig, ich höre sehr oft Sprüche oder bekomme Angebote. Ganz extrem war es, als ich eine Zeit lang an der Kasse gearbeitet habe, jetzt haben wir Bauarbeiter vor dem Haus, da kommt öfter was und als ich noch Chefsekretärin war habe ich mehr als einmal gehört, ich würde mit Telefonsex eine goldene Nase verdienen. Das hat auch letztens der Postbote zu mir gesagt. Händisch übergriffig wurde noch niemand.

Allerdings stehe ich drüber, über solchen Sprüchen, geb manchmal einen zurück oder kann auch mal drüber lachen, daher habe ich mich dadurch noch nie belästigt gefühlt. Also ich denke es kommt drauf an, wie man das selbst empfindet. Hier ist jeder anders.
13.11.2017 13:25
Zitat von StilleWasser:

Zitat von DieW:

Mich würde grad brennend interessieren,wie viele Männer sich belästigt fühlen.Und ob sie die Belästigungen genauso empfinden und es auch als solche wahrnehmen wie Frauen.


Also hier bei uns in der Umfrage waren es grad mal 6% die angegeben haben mal belästigt worden zu sein.

Das die das eher geil finden kann ich mir schon vorstellen.*augenroll*


Welche Umfrage war das? HIER in der Mc?

Was heisst geil?Wie gesagt,was ich mag ,muss eine andere Person nicht mögen.
Zelda86
2561 Beiträge
13.11.2017 13:28
Ich selbst hatte bisher "Glück". Mir ist nichts widerfahren, was ich als übergriffig wahrgenommen habe.

In meinem Namen Umfeld weiß ich aber von 2 Frauen, die sexuell mißbraucht wurden.
Meine Schwiegermutter war damals ein Teenie, ihr Vater früh verstorben und die Mutter alleinerziehend. Ihr Mutter war mit ihr wegen des Missbrauchs beim Arzt, der den beiden sagte, dass sie selbst Schuld wäre. Die Mutter hat die Aussage einfach so hingenommen.
Meine Schwägerin wurde von ihrem deutlich älteren Cousin missbraucht - knapp 25 Jahre her. Ihre Mutter war bei einer Beratungsstelle für Opfer. Die haben empfohlen, nichts zu unternehmen, damit das Kind nicht wieder alles durchmachen muss - das galt sowohl für eine Anzeige, als auch für eine Therapie. Ihre Mutter hat den Leuten vertraut und nichts getan. Der Umgang mit der Familie des Cousins wurde abgebrochen, weil auch die mit dem Spruch kamen "sie ist doch selbst schuld".
Bis heute gibt es noch immer Phasen, wo meine Schwägerin arg am Missbrauch zu knabbern hat - trotz späterer Therapie. Vertrauen und der Umgang mit Männern fallen ihr extrem schwer.

Ich finde die Debatte richtig und wichtig!
13.11.2017 13:29
Zitat von DieW:

Zitat von StilleWasser:

Zitat von DieW:

Mich würde grad brennend interessieren,wie viele Männer sich belästigt fühlen.Und ob sie die Belästigungen genauso empfinden und es auch als solche wahrnehmen wie Frauen.


Also hier bei uns in der Umfrage waren es grad mal 6% die angegeben haben mal belästigt worden zu sein.

Das die das eher geil finden kann ich mir schon vorstellen.*augenroll*


Welche Umfrage war das? HIER in der Mc?

Was heisst geil?Wie gesagt,was ich mag ,muss eine andere Person nicht mögen.


Und streng genommen ist das, was Du sagst auch eine sexuelle Beleidigung. DENN auch Männer möchten SO nicht wahr genommen werden und haben ihre Grenzen .
Obsidian
15967 Beiträge
13.11.2017 13:38
Zitat von StilleWasser:

Zitat von DieW:

Mich würde grad brennend interessieren,wie viele Männer sich belästigt fühlen.Und ob sie die Belästigungen genauso empfinden und es auch als solche wahrnehmen wie Frauen.


Also hier bei uns in der Umfrage waren es grad mal 6% die angegeben haben mal belästigt worden zu sein.

Das die das eher geil finden kann ich mir schon vorstellen.*augenroll*


Der zweite Satz ist Sexismus vom feinsten.
13.11.2017 13:39
Ich glaube nicht, dass eine vergleichende Studie zu wirklich verwertbaren Ergebnissen käme.

Das Problem an Belästigung ist mE der Faktor Furcht. Ich fühle mich eher belästigt, wenn ich mich in Abhängigkeit befinde, körperlich oder anderweitig unterlegen fühle. Eben weil mich das real angreifbarer macht.

Der Fall, dass Männer sich also belästigt fühlen, greift in unserer Gesellschaft seltener, dafür aber drastischer, weil es ja gänzlich gegen Männlichkeitsklischees geht.

Eben wenn der männliche Angestellte von seiner Chefin genötigt wird; wenn der junge Mann mit schicken Körperformen mitten in einer Horde betrunkener Frauen landet und von einem Zombiekalypse-Feeling beschlichen wird.
Aber wie oft ergibt sich eine derartige Situation im Vergleich zur Frau, die für Männer arbeitet; zur einzelnen Frau, die dem einzelnen Mann oft schon körperlich ausgeliefert ist?

Außerdem ist da noch die Dunkelziffer. Selbst wenn einem Mann so etwas passiert, ist er halt traurigerweise ein Einzelfall, dem dann auch noch das Aberkennen seiner Männlichkeit droht. Die Umfrage, in der ich das als Mann zugebe, müsste dann aber wirklich richtig gut anonymisiert sein. Männern geht es da heute noch wie Frauen in den 50ern, als es noch gesellschaftlicher Konsens war, dass ein kurzer Rock automatisch eine Einladung darstellt.

Eine Umfrage, die mich wirklich interessieren würde: Würden Männer eher zugeben Täter oder Opfer sexueller Gewalt zu sein. Was ist im konkreten Fall schlimmer für sie und welche sozialen Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle?
13.11.2017 13:48
Zitat von Mamota:

Ich glaube nicht, dass eine vergleichende Studie zu wirklich verwertbaren Ergebnissen käme.

Das Problem an Belästigung ist mE der Faktor Furcht. Ich fühle mich eher belästigt, wenn ich mich in Abhängigkeit befinde, körperlich oder anderweitig unterlegen fühle. Eben weil mich das real angreifbarer macht.

Der Fall, dass Männer sich also belästigt fühlen, greift in unserer Gesellschaft seltener, dafür aber drastischer, weil es ja gänzlich gegen Männlichkeitsklischees geht.

Eben wenn der männliche Angestellte von seiner Chefin genötigt wird; wenn der junge Mann mit schicken Körperformen mitten in einer Horde betrunkener Frauen landet und von einem Zombiekalypse-Feeling beschlichen wird.
Aber wie oft ergibt sich eine derartige Situation im Vergleich zur Frau, die für Männer arbeitet; zur einzelnen Frau, die dem einzelnen Mann oft schon körperlich ausgeliefert ist?

Außerdem ist da noch die Dunkelziffer. Selbst wenn einem Mann so etwas passiert, ist er halt traurigerweise ein Einzelfall, dem dann auch noch das Aberkennen seiner Männlichkeit droht. Die Umfrage, in der ich das als Mann zugebe, müsste dann aber wirklich richtig gut anonymisiert sein. Männern geht es da heute noch wie Frauen in den 50ern, als es noch gesellschaftlicher Konsens war, dass ein kurzer Rock automatisch eine Einladung darstellt.

Eine Umfrage, die mich wirklich interessieren würde: Würden Männer eher zugeben Täter oder Opfer sexueller Gewalt zu sein. Was ist im konkreten Fall schlimmer für sie und welche sozialen Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle?


Würde ich widersprechen, wenn es um das Arbeitsverhältnis geht. Wie viele Männer arbeiten "unter "Frauen.Schule,Kindergärten,Friseuerstudios....und es gibt so viele Männer,die vielleicht körperlich überlegen sind,aber auch nur da.
Und zum Rest- wie traurig.Dann sind wir jetzt gefragt um zukünftige Männer groß zu ziehen,die verletzlich sein dürfen,ohne ihre "Männlichkeit "zu verlieren.
13.11.2017 13:56
Zitat von DieW:

Zitat von Mamota:

Ich glaube nicht, dass eine vergleichende Studie zu wirklich verwertbaren Ergebnissen käme.

Das Problem an Belästigung ist mE der Faktor Furcht. Ich fühle mich eher belästigt, wenn ich mich in Abhängigkeit befinde, körperlich oder anderweitig unterlegen fühle. Eben weil mich das real angreifbarer macht.

Der Fall, dass Männer sich also belästigt fühlen, greift in unserer Gesellschaft seltener, dafür aber drastischer, weil es ja gänzlich gegen Männlichkeitsklischees geht.

Eben wenn der männliche Angestellte von seiner Chefin genötigt wird; wenn der junge Mann mit schicken Körperformen mitten in einer Horde betrunkener Frauen landet und von einem Zombiekalypse-Feeling beschlichen wird.
Aber wie oft ergibt sich eine derartige Situation im Vergleich zur Frau, die für Männer arbeitet; zur einzelnen Frau, die dem einzelnen Mann oft schon körperlich ausgeliefert ist?

Außerdem ist da noch die Dunkelziffer. Selbst wenn einem Mann so etwas passiert, ist er halt traurigerweise ein Einzelfall, dem dann auch noch das Aberkennen seiner Männlichkeit droht. Die Umfrage, in der ich das als Mann zugebe, müsste dann aber wirklich richtig gut anonymisiert sein. Männern geht es da heute noch wie Frauen in den 50ern, als es noch gesellschaftlicher Konsens war, dass ein kurzer Rock automatisch eine Einladung darstellt.

Eine Umfrage, die mich wirklich interessieren würde: Würden Männer eher zugeben Täter oder Opfer sexueller Gewalt zu sein. Was ist im konkreten Fall schlimmer für sie und welche sozialen Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle?


Würde ich widersprechen, wenn es um das Arbeitsverhältnis geht. Wie viele Männer arbeiten "unter "Frauen.Schule,Kindergärten,Friseuerstudios....und es gibt so viele Männer,die vielleicht körperlich überlegen sind,aber auch nur da.
Und zum Rest- wie traurig.Dann sind wir jetzt gefragt um zukünftige Männer groß zu ziehen,die verletzlich sein dürfen,ohne ihre "Männlichkeit "zu verlieren.

Es werden mehr weibliche Chefs. Aber im Vergleich ist der umgekehrte Fall immer noch deutlich häufiger. Wenn man davon dann noch abzieht, dass die allermeisten Chefs - männlich wie weiblich - eben keine Schweine sind und die Umfrage an die Frauen nicht nur auf heute, sondern auf die Erlebnisse ihrer kompletten Lebensspanne zielt, bleibt der umgekehrte Fall (in meiner persönlichen Wahrnehmung - Wer eine Studie hat, immer her damit!) immer noch die Ausnahme.
Zelda86
2561 Beiträge
13.11.2017 13:59
Ergänzend zu meinem anderen Post:

Ich finde die Debatte richtig und wichtig!
Jeder Mensch hat eine, für ihn ganz eigene Grenze, wann er/sie sich belästigt fühlt. Und das ist auch gut so.
Wenn ich mir die Kommentarspalten bei Facebook anschaue wird einem ja manchmal schlecht.
Das einige Männer den Frauen ihr Recht auf "Unversehrtheit" absprechen, erwarten man ja traurigerweise schon.
Aber das, häufig ältere, Frauen anderen Frauen dieses Recht absprechen finden ich wirklich furchtbar.
Da muss man zb lesen "Früher war das Gang und gäbe. Wir haben uns auch nicht so angestellt. Und dem man ggf eine Backpfeife gegeben."
Warum fällt es den Menschen so schwer zu akzeptieren, dass jeder seine eigene Grenze hat, wo Sexismus anfängt? Für die einen ist es ein derber Spruch, für die anderen tätscheln und für den nächsten schlimmeres.
Aus dem Grund finde ich die Debatte auch wichtig. Damit die Menschen sehen, dass andere ihre Sprüche schon als übergriffig wahrnehmen und somit ihr Verhalten ggf ändern.

Für mich persönlich wäre ein Spruch sexistisch, wenn er direkt damit zusammenhängt, dass ich eine Frau bin bzw das Frau sein abwerten. Diese Sprüche würden mich nicht zwangsläufig verletzen o.ä. Aber sexistisch sind sie dann doch.
Einige Arbeitskollegen meines Freundes sind sehr derb, da bekommt jeder "sein Fett weg", egal ob Mann oder Frau. Und weil ich weiß, dass sie nicht nur mit Frauen so reden, sondern auch untereinander sehr derbe sind, sind diese Sprüche für mich nicht sexistisch. Ich würde aber nie jemandem das Recht absprechen, diese Sprüche als sexistisch zu empfinden.
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