Mütter- und Schwangerenforum

Me too - ist sexuelle Belästigung ein Thema?

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Schnecke510
7207 Beiträge
13.11.2017 09:29
Hallo

Gestern Abend wurde bei Anne Will über das Thema sexuelle Belästigung/Gewalt und sexistische Einstellungen gesprochen.
Ist das tatsächlich ein Thema in eurem Alltag?
Ich persönlich denke, dass nicht Männer per se belästigen, sondern dass es MENSCHLICH ist...ich kenne genug Frauen, die auch mal einen Spruch loslassen oder sexistisch reden.
Wie seht ihr das?

...ich spreche jetzt wirklich nur von sexistischem Gerede, sexuelle Gewalt ist natürlich nochmal was anderes und ist auf jeden Fall zu verurteilen.

Freue mich auf eine Diskussion!
13.11.2017 09:35
Also ich kenn keine Frauen die Männer sexuell belästigen.

Wenn ich nach den Erfahrungen von Frauen im Internet geh glaub ich die aktuelle Umfrage die hier heute in der Zeitung ist auf jeden Fall - da ist es jede 3te Frau.
13.11.2017 09:39
nunja irgendwie ist es ja leider echt mittlerweile normal geworden, daher finde ich diese Kampange so überaus wichtig. Wenn ich im TV mal ein Sahneschnittchen sehe breche ich ihn definitv auch aufs Äußere runter und sexualisiere ihn damit. Meinen Freunden gegenüber lasse ich auch mal einen sexistischen Spruch los und necke sie damit, das ist durchaus normal. Aber noch nie in meinem Leben habe ich gegenüber einer fremden Person oder auch nur einem flüchtigen Bekannten oder Arbeitskollegen in irgendeiner Weise so einen Spruch verlauten lassen.
13.11.2017 09:42
Zitat von StilleWasser:

Also ich kenn keine Frauen die Männer sexuell belästigen.

Wenn ich nach den Erfahrungen von Frauen im Internet geh glaub ich die aktuelle Umfrage die hier heute in der Zeitung ist auf jeden Fall - da ist es jede 3te Frau.


Sexistisch ist aber auch einem Mann zu sagen er fährt ein Sportauto um etwas zu kompensieren oder das er zu doof zum handwerken ist, zu sehr auf sein äußeres achtet, zu mukulös ist, ein Macho ist....etc. pp. auch das sind sexistische Sprüche die in derh eutigen Gesellschaft aber eher als normal angesehen werden oder eben nur als Frauenproblem wahrgenommen werden. Wird die Frau als Heimchen bezeichnet schreit jeder Sexismus, betitelt man den Mann als Muskelprotz ohne Hirn dann ist das eben so. Beides ist auf gleicher Ebene unangebracht
Christen
25089 Beiträge
13.11.2017 09:48
Zitat von NiAn:

nunja irgendwie ist es ja leider echt mittlerweile normal geworden, daher finde ich diese Kampange so überaus wichtig. Wenn ich im TV mal ein Sahneschnittchen sehe breche ich ihn definitv auch aufs Äußere runter und sexualisiere ihn damit. Meinen Freunden gegenüber lasse ich auch mal einen sexistischen Spruch los und necke sie damit, das ist durchaus normal. Aber noch nie in meinem Leben habe ich gegenüber einer fremden Person oder auch nur einem flüchtigen Bekannten oder Arbeitskollegen in irgendeiner Weise so einen Spruch verlauten lassen.
so bin ich auch
13.11.2017 09:50
Zitat von NiAn:

Zitat von StilleWasser:

Also ich kenn keine Frauen die Männer sexuell belästigen.

Wenn ich nach den Erfahrungen von Frauen im Internet geh glaub ich die aktuelle Umfrage die hier heute in der Zeitung ist auf jeden Fall - da ist es jede 3te Frau.


Sexistisch ist aber auch einem Mann zu sagen er fährt ein Sportauto um etwas zu kompensieren oder das er zu doof zum handwerken ist, zu sehr auf sein äußeres achtet, zu mukulös ist, ein Macho ist....etc. pp. auch das sind sexistische Sprüche die in derh eutigen Gesellschaft aber eher als normal angesehen werden oder eben nur als Frauenproblem wahrgenommen werden. Wird die Frau als Heimchen bezeichnet schreit jeder Sexismus, betitelt man den Mann als Muskelprotz ohne Hirn dann ist das eben so. Beides ist auf gleicher Ebene unangebracht


warum sollte es sexistisch sein wenn eine Frau ein Heimchen ist, diese so zu betiteln? Oder den Muskelprotz? Unhöflich und Unvecshämt (je nach Fall) ok, aber sexistisch? Da verstehe ich was anderes drunter. Und wieso ist es sexistisch, wenn man sagt, jemand sei zu doof zum heimwerken?

Ich glaube, ein Teil des Problems ist, dass keiner wirklich weiß, was denn jetzt Sexismus eigentlich ist, deswegen neigt die Gesellschaft dazu schlicht alles darunter zu fassen.
13.11.2017 09:52
Zitat von NiAn:

Zitat von StilleWasser:

Also ich kenn keine Frauen die Männer sexuell belästigen.

Wenn ich nach den Erfahrungen von Frauen im Internet geh glaub ich die aktuelle Umfrage die hier heute in der Zeitung ist auf jeden Fall - da ist es jede 3te Frau.


Sexistisch ist aber auch einem Mann zu sagen er fährt ein Sportauto um etwas zu kompensieren oder das er zu doof zum handwerken ist, zu sehr auf sein äußeres achtet, zu mukulös ist, ein Macho ist....etc. pp. auch das sind sexistische Sprüche die in derh eutigen Gesellschaft aber eher als normal angesehen werden oder eben nur als Frauenproblem wahrgenommen werden. Wird die Frau als Heimchen bezeichnet schreit jeder Sexismus, betitelt man den Mann als Muskelprotz ohne Hirn dann ist das eben so. Beides ist auf gleicher Ebene unangebracht


Ja, aber das muss ich ihm ja dann auch wirklich ins Gesicht sagen - da kenn ich auch keine Frau die das macht.

Und um sexistische Sprüche gehts ja in der Kampagne gar nicht sondern rein um sexuelle Belästigung (und mehr).
13.11.2017 09:59
Belästigung ist in meinem Fall kein Thema. Für Männer vom "alten Schlag" bin ich einfach kein sehr lohnendes Zielobjekt. (Belästigt wurde ich genau einmal, von einer Frau in der Sauna. Die hat sich mit ihrem Schweiß eingerieben und mich dabei angegrinst und rumgestöhnt.) Ich kenne aber haufenweise Frauen, die schon bedrängt, belästigt oder angetatscht wurden. Manchmal fühlt sich das an, als wäre ich die einzige Frau in meinem Umfeld, die keine traurige, erschreckende, üble Geschichte parat hat.
Nur im Kindergartenalter bin ich mal in einem Sportgeschäft einem alten Mann begegnet, der seinen Dödel vor mir rausgeholt hat. Das ist aber wohl ein anderes großes Fass aus der gleichen Charge.

---

Alltags-Sexismus begegnet mir hingegen öfter. Es ist extrem unterschiedlich je nach Umfeld, in dem ich mich bewege, aber er ist definitiv noch nicht ausgestorben. Also in dem Kreis, in dem ich mich bewegen möchte, habe ich diesbezüglich nie Probleme. Bei der Arbeit auch nicht. In der Familie und deren Bekanntenkreis sieht es aber wieder ganz anders aus.
Versuche, mich als Frau zu mehr Weiblichkeit zu"erziehen", mich in die Schranken zu verweisen, in die ich angeblich gehöre. Mir wurde schon oft gezeigt, wie unangebracht es doch ist, als Frau mit den Männern Witze zu erzählen oder über Politik zu diskutieren. Auch so subilere, unbewusste Sexismen.

Wenn am Tisch alle Männer automatisch einen Klaren vorgesetzt bekommen und du als Frau höchstens gefragt wirst, ob du einen heißen Amaretto mit Sahne möchtest, oder ob du noch deinen Mann heimfahren musst.

Der Vermieter, der nur dir erklärt, wo Platz für die Waschmaschine ist und ihm den Vertrag zum Unterschreiben unter die Nase hält.

Der Sachbearbeiter, der grinst, wenn du nach der Hochzeit für dich Steuerklasse 3 beantragst und für ihn 5.

Die schockierten Gesichter, dass du mit Baby gleich wieder arbeiten gehst und das Kind einfach herzlos dem Mann (muss wohl so ein komisches paramenschliches Wesen mit Unfähigkeit Erziehung sein) überlässt. Im Gegenzug der rote Teppich, der dem tollen Kerl überall ausgerollt wird, weil er ja zum Pekip und in die Krabbelgruppe geht, die du neben der Arbeit
sorgfältig ausgesucht, angemeldet und bezahlt hast, mit Kind an der Brust.
(Daran sieht man auch so schön, dass es falsch ist, die Schuld allein auf den Mann als Täter zu schieben.)

Das freundliche Anraten zu mehr Geschlechtsverkehr ("Die muss doch einfach mal wieder richtig durchgefickt werden."), sobald du auf grassierende gesellschaftliche Missstände aufmerksam machst. Das kennt so gut wie jede Frau, die sich mal in einem Forum oder in den Medien geäußert hat.

Das Reduzieren von weiblichen Politikern auf Frisur oder Gebiss, während man bei den Männern schon den Dobrindt geben muss,um optisch aufzufallen.

Und der Fairness halber: Der Damen-Kegelclub mittleren Alters, der den armen jungen Kerl, der im Zug einfach nur vorbeigehen möchte, mit anzüglichen Bemerkungen bedenkt und im Suff idealerweise noch die Finger bei sich behalten kann.

---

Doch, Sexismus ist ein Thema und sollte es immer sein. Die Rufe nach weniger PC halte ich für kurzsichtig und rückschrittlich. Jedes "Das wird man wohl noch sagen dürfen" hat schädliches Potential. Klar kann man alles übertreiben. Aber davon ist der moderne Feminismus noch weit weg. Nur weil die Oasen in der Sexismuswüste sich in den letzen 40 Jahren ordentlich manifestieren konnten, heißt das nicht, dass die Wüste im Alltag besser zu durchdringen ist.

Mir kommt immer die Galle hoch, wenn ausgerechnet die Männer, die vor Alltags-Misogynie nur so strotzen, das Thema auf die Migration reduzieren wollen.

Neulich habe ich mal die Kommentarspalte von Rayk Anders Video zu MeToo gelesen. Da fliegt einem schon der Vogel gegen die Schädeldecke beim Versuch seinem jämmerlichen Dasein ein Ende zu setzen.
13.11.2017 10:21
Zitat von zuppilini:

Zitat von NiAn:

Zitat von StilleWasser:

Also ich kenn keine Frauen die Männer sexuell belästigen.

Wenn ich nach den Erfahrungen von Frauen im Internet geh glaub ich die aktuelle Umfrage die hier heute in der Zeitung ist auf jeden Fall - da ist es jede 3te Frau.


Sexistisch ist aber auch einem Mann zu sagen er fährt ein Sportauto um etwas zu kompensieren oder das er zu doof zum handwerken ist, zu sehr auf sein äußeres achtet, zu mukulös ist, ein Macho ist....etc. pp. auch das sind sexistische Sprüche die in derh eutigen Gesellschaft aber eher als normal angesehen werden oder eben nur als Frauenproblem wahrgenommen werden. Wird die Frau als Heimchen bezeichnet schreit jeder Sexismus, betitelt man den Mann als Muskelprotz ohne Hirn dann ist das eben so. Beides ist auf gleicher Ebene unangebracht


warum sollte es sexistisch sein wenn eine Frau ein Heimchen ist, diese so zu betiteln? Oder den Muskelprotz? Unhöflich und Unvecshämt (je nach Fall) ok, aber sexistisch? Da verstehe ich was anderes drunter. Und wieso ist es sexistisch, wenn man sagt, jemand sei zu doof zum heimwerken?

Ich glaube, ein Teil des Problems ist, dass keiner wirklich weiß, was denn jetzt Sexismus eigentlich ist, deswegen neigt die Gesellschaft dazu schlicht alles darunter zu fassen.


Sexistisch ist es dann wenn ich eine mir fremde oder nahezu unbekannte Person auf sowas runterbreche und sie damit reduziere. Das ist für mich sexistisch!
13.11.2017 10:23
Zitat von Mamota:

Belästigung ist in meinem Fall kein Thema. Für Männer vom "alten Schlag" bin ich einfach kein sehr lohnendes Zielobjekt. (Belästigt wurde ich genau einmal, von einer Frau in der Sauna. Die hat sich mit ihrem Schweiß eingerieben und mich dabei angegrinst und rumgestöhnt.) Ich kenne aber haufenweise Frauen, die schon bedrängt, belästigt oder angetatscht wurden. Manchmal fühlt sich das an, als wäre ich die einzige Frau in meinem Umfeld, die keine traurige, erschreckende, üble Geschichte parat hat.
Nur im Kindergartenalter bin ich mal in einem Sportgeschäft einem alten Mann begegnet, der seinen Dödel vor mir rausgeholt hat. Das ist aber wohl ein anderes großes Fass aus der gleichen Charge.

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Alltags-Sexismus begegnet mir hingegen öfter. Es ist extrem unterschiedlich je nach Umfeld, in dem ich mich bewege, aber er ist definitiv noch nicht ausgestorben. Also in dem Kreis, in dem ich mich bewegen möchte, habe ich diesbezüglich nie Probleme. Bei der Arbeit auch nicht. In der Familie und deren Bekanntenkreis sieht es aber wieder ganz anders aus.
Versuche, mich als Frau zu mehr Weiblichkeit zu"erziehen", mich in die Schranken zu verweisen, in die ich angeblich gehöre. Mir wurde schon oft gezeigt, wie unangebracht es doch ist, als Frau mit den Männern Witze zu erzählen oder über Politik zu diskutieren. Auch so subilere, unbewusste Sexismen.

Wenn am Tisch alle Männer automatisch einen Klaren vorgesetzt bekommen und du als Frau höchstens gefragt wirst, ob du einen heißen Amaretto mit Sahne möchtest, oder ob du noch deinen Mann heimfahren musst.

Der Vermieter, der nur dir erklärt, wo Platz für die Waschmaschine ist und ihm den Vertrag zum Unterschreiben unter die Nase hält.

Der Sachbearbeiter, der grinst, wenn du nach der Hochzeit für dich Steuerklasse 3 beantragst und für ihn 5.

Die schockierten Gesichter, dass du mit Baby gleich wieder arbeiten gehst und das Kind einfach herzlos dem Mann (muss wohl so ein komisches paramenschliches Wesen mit Unfähigkeit Erziehung sein) überlässt. Im Gegenzug der rote Teppich, der dem tollen Kerl überall ausgerollt wird, weil er ja zum Pekip und in die Krabbelgruppe geht, die du neben der Arbeit
sorgfältig ausgesucht, angemeldet und bezahlt hast, mit Kind an der Brust.
(Daran sieht man auch so schön, dass es falsch ist, die Schuld allein auf den Mann als Täter zu schieben.)

Das freundliche Anraten zu mehr Geschlechtsverkehr ("Die muss doch einfach mal wieder richtig durchgefickt werden."), sobald du auf grassierende gesellschaftliche Missstände aufmerksam machst. Das kennt so gut wie jede Frau, die sich mal in einem Forum oder in den Medien geäußert hat.

Das Reduzieren von weiblichen Politikern auf Frisur oder Gebiss, während man bei den Männern schon den Dobrindt geben muss,um optisch aufzufallen.

Und der Fairness halber: Der Damen-Kegelclub mittleren Alters, der den armen jungen Kerl, der im Zug einfach nur vorbeigehen möchte, mit anzüglichen Bemerkungen bedenkt und im Suff idealerweise noch die Finger bei sich behalten kann.

---

Doch, Sexismus ist ein Thema und sollte es immer sein. Die Rufe nach weniger PC halte ich für kurzsichtig und rückschrittlich. Jedes "Das wird man wohl noch sagen dürfen" hat schädliches Potential. Klar kann man alles übertreiben. Aber davon ist der moderne Feminismus noch weit weg. Nur weil die Oasen in der Sexismuswüste sich in den letzen 40 Jahren ordentlich manifestieren konnten, heißt das nicht, dass die Wüste im Alltag besser zu durchdringen ist.

Mir kommt immer die Galle hoch, wenn ausgerechnet die Männer, die vor Alltags-Misogynie nur so strotzen, das Thema auf die Migration reduzieren wollen.

Neulich habe ich mal die Kommentarspalte von Rayk Anders Video zu MeToo gelesen. Da fliegt einem schon der Vogel gegen die Schädeldecke beim Versuch seinem jämmerlichen Dasein ein Ende zu setzen.


Toll geschrieben!
13.11.2017 10:28
Mit 17/18 in der Disco... Da hat mich n Typ angegrapscht, der hat wohl heute noch meine Hand im Gesicht.

Seit dem nicht mehr, ich wirke auf Männer zu selbstbewusst (obwohl ich das absolut nicht bin), gucke grimmig (danke schlechte Augen... Ich versuche doch nur etwas zu sehen)

Ich bin darüber aber auch froh, erspart mir so einiges.
13.11.2017 10:30
nope... aber ich habe zugegeben auch keinerlei resonanzen in die richtung
Ich passe mich da meinem Umfeld an, aus rücksicht vor den anderen...
in meinem büro damals musste ich einiges an überzeugungsarbeit leisten, dass ich zoten und co. gut abkann, weil einfach die sorge da war, mich im zweifel zu belästigen... war fürs betriebsklima (saß mit 4 männern in einem büro und sie waren mir einfach doch zu höflich und rücksichtsvoll ) einfach nicht so doll.

mir ists mal vor jahren passiert, dass mir halb quer über die straße eine art anmachspruch zugerufen wurde... da hab ich die hand mit meinem verlobungsring hochgehoben und die sache war gegessen... es gibt da frauen, die fühlen sich vielleicht belästigt davon... ich hingegen musste schmunzeln, dass er tatsächlich dachte, dass da frauen drauf anspringen...

ansonsten ist es tatsächlich noch nicht vorgekommen, dass man mich aufgrund meines geschlechts nicht ernst genommen hätte... da hat mir eher mein alter immer dazwischen gehauen... zugegeben erlebe ich es aber häufiger, dass männern nichts zugetraut wird, weils eben "nur" männer sind
13.11.2017 10:35
Ja ich muss sagen leider bekomm ich immer wieder sexistische Sprüche zu hören die als lustig verkauft werden und ich fühle mich einfach nicht ernst genommen.

Gerade weil ich im Kiga eine von den jüngsten Mamas bin und dann auch noch gleich 3 Kinder hab meinen manche von den deutlich älteren Papas mir immer mal auf die Pelle rücken zu müssen a la "auf alten Gaul lernt ma des reiten!".
13.11.2017 10:45
Ja, schon in verschiedenen Härtegraden erlebt.

Ich habe einmal mit einem Date geschlafen, weil der Mann körperlich so stark und groß, und vom Verhalten her so fordernd und bestimmt war, dass ich mich mit meinen jungen Jahren nicht getraut habe, nein zu sagen.
Es war nicht schlimm, er war nach dem Sex freundlich, usw., aber ich war ziemlich eingeschüchtert und hatte das Gefühl, dass er als Mann sich einfach genommen hat, was ihm nach dem von ihm gezahlten Restaurantbesuch seiner Meinung nach zustand.

Im Alltag bin ich z.B. bei Bewerbungsgesprächen auf Sexismus gestoßen.
Ich war einmal zu einem Gespräch zusammen mit einer anderen Bewerberin eingeladen. Es ging um einen dreitägigen Job bei einer Kunstmesse als Beraterin und natürlich Verkäuferin. Ich hatte offensichtlich die höhere Qualifikation, Berufserfahrung, Verkaufsschulungen, etc., die andere Bewerberin war Studentin im ersten Semester und hat keinen ordentlichen Satz herausbekommen.
Sie hatte ein kurzes Röckchen und eine männerfreundliche Bluse an, ich einen Hosenanzug.
Wer den Job bekommen hat? Ich jedenfalls nicht.
13.11.2017 10:46
Ich finde ja, bei Sprüchen, die lustig sein sollen, kommt es ganz arg auf das Klima an und v.a. auf die Augenhöhe.

Ich war mal an einer Hauptschule, da ging es im Kollegium schon recht derb zu. Aber halt nicht mit Machtgefälle oder Avancen, sondern einfach so derb, weil man gut miteinander konnte. Da hat mich auch mal einer völlig unvermittelt eingeschätzt, ob ich "Schlucker" oder "Spucker" wäre. Meine Antwort war "Beißer" und wir fanden den Dialog alle ziemlich lustig. Weil einfach klar war, dass man solchen Kram nicht ernst meint.

In ganz, ganz vielen Fällen ist es aber so, dass nur eine Partei sich über die witzige Intention im Klaren ist, oder aber es ist doch ein Funken Ernst dabei.
Daher finde ich es ganz schwierig, diesen zotigen Umgang als normal und die, die nicht mitmachen mögen als verklemmt hinzustellen.
Ein derartiges Klima stellt in meinen Augen eine absolute Ausnahmesituation dar. Man muss sich schon gut kennen und sich gut verstehen, um voraussetzen zu können, dass man niemanden in unangenehme Situationen bringt. Will man so einen Umgang, erfordert das auch viel Empathie, um die Grenzen richtig abzustecken.
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