Mütter- und Schwangerenforum

Vorzeitige Einschulung - ja oder nein?

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Hazel90
161 Beiträge
06.04.2021 11:14
Hallo!
Ich bin so hin und her gerissen, deswegen hoffe ich, dass mir eure Sicht als unbeteiligte Außenstehende weiterhilft.
Meine Kurze ist im Februar 5 geworden. Seit sie 2 1/2 ist, geht sie in den Kindergarten. Leider hat sie nie Spaß daran gefunden. Als ich dies dem Kinderarzt erzählte, schlug er vor, sie dieses Jahr einschulen zu lassen. Er meinte, Anzeichen einer Hochbegabung bei ihr zu erkennen. Z. B. hat sie immer wieder eher altersuntypische Themen mit denen sie sich sehr ausdauernd und über längere Zeiträume beschäftigt (aktuell sind es Vulkane und der menschliche Körper). Sie hat zwar spät zu sprechen angefangen, dafür aber mittlerweile einen sehr ausgebildeten Wortschatz. Sie kann alle Druckbuchstaben erkennen seit sie 2 3/4 ist, schreibt erste Wörter und rechnet kleinere Aufgaben. Sie hat ein super Gedächtnis, kann ganze Bücher auswendig und fantasiert eigene Lieder zusammen. Von ihrer Statur her steht sie den kommenden Erstklässlern kaum nach mit ~ 20 kg auf ca. 116 cm. Es kamen schon des öfteren Leute (Verwandschaft / Freunde, Ärzte) auf mich zu und meinten, sie wäre "interessant" oder "anders". Mir als Mutter fällt das nicht wirklich auf, da sie ja nun mal auch mein ältestes Kind ist und mir ein wenig der Vergleich fehlt.
Da die Anmeldefrist ja egtl. bereits um ist, muss ich mich nun möglichst rasch entscheiden: Einschulen, ja oder nein?
Meine Tochter selbst möchte definitiv in die Schule. Sie mag den Kindergarten nicht, versucht tlw. Bauch- / Hals- / Kopfweh vorzutäuschen, um nicht hin zu müssen und scheint dort nur für sich zu bleiben.
Mit gerade mal 5 kommt sie mir halt egtl. noch sehr jung vor und ich mache mir Sorgen, dass ihr ja die Vorschule fehlt. Andererseits glaube ich ehrlich nicht, dass sie in einem weiteren Kindergartenjahr aufblühen würde. Sozial ist sie auffällig dadurch, dass sie absolut keinen Kontakt zu anderen Kindern außer ihren Geschwistern möchte. Weder privat noch im Kiga hatte sie jemals einen Spielpartner / Freund. Mit ihren Stiefgeschwistern (8 J. und 10 J) spielt sie oft und gern. Mit ihrem kleinen Bruder (3 J.) macht sie ebenfalls sehr viel, allerdings ist sie dabei immer diejenige, die entscheidet, was und wie gespielt wird. Im Kiga beschäftigt sie sich wohl größtenteils alleine.
Mit den Erziehern möchte ich zwar noch sprechen, denke aber nicht, dass das sonderlich hilfreich wird, denn sie geht erst seit September hier in den Kiga und durch den Lockdown wird es für die Erzieher sicher schwierig sein, sich eine Meinung gebildet zu haben.

Ich bin jetzt einfach mal für eure Meinungen und Gedanken dankbar. Ich hoffe, mein Text ist nicht zu wirr

Achja, dass aufgrund von Corona ggf nochmal Homeschooling kommen könnte, ist mir natürlich klar; einbeziehen möchte ich das erstmal nicht.
DieOhneNamen
24768 Beiträge
06.04.2021 11:18
Huhu.

Nein, würde ich nie machen.
Es wird früh genug ernst.

Was du erzählst, klingt für mich ehrlich gesagt nach einem ganz normalen Kind.
Wenn dein Arzt Hochbegabung in den Raum stellt, sollte das auch getestet werden.

Heißt aber nicht unbedingt, dass es dann in der Schule super wird.

LG
Marie2010
2628 Beiträge
06.04.2021 11:35
Ich würde es nicht machen.

Das Interesse an Zahlen, Buchstaben usw. ist das eine...das andere ist, dass Schule ein Hohes Maß an Selbstständigkeit erfordert. Bei den Kindern, die in unserem Umfeld, früher eingeschult wurden, wurde das jedem zum Verhängnis. Da fehlte dann eben doch noch dieses eine Jahr um zu reifen.
Und in der Schule kommen eben nicht immer nur Themen dran, die einen interessieren. Und trotzdem muss man auch an den Sachen, die man uninteressant findet, konzentriert arbeiten.

Dann gerade jetzt mit Corona würde ich lieber noch ein Jahr warten und darauf setzen, dass es nächstes Jahr alles etwas entspannter läuft.

Ich würde eher gucken, wo man ansetzen kann, um das letzte Kigajahr für sie so zu gestalten, dass es ihr mehr Spaß macht.
JuRa1014
5496 Beiträge
06.04.2021 11:36
Wer garantiert dir, dass sie dann gerne in die Schule geht, wenn der Kindergarten schon der Horror für sie ist. Kinder wissen ja gar nicht, wie die Schule abläuft, wie da der Alltag ist. Das ist ja auch eine enorme Umstellung.
Auch in Zeiten von Corona würde ich es mir 3x überlegen. Die Nachbarstochter wurde im letzten Jahr eingeschult. Sie weiß bis heute nicht, was richtiger Unterricht ist und hat den Großteil der Zeit im Homeschooling verbracht.

Mein einer Sohn ist auf Hochbegabung getestet. Er kommt jetzt auch auf das Gymnasium, aber dass er jetzt der absolute Einser-Kandidat ist, ist so nicht. In Deutsch hat er eine bestätigte LRS und ganz große Probleme mit dem Schreiben und dem Lesen.
Mein kleiner wurde nie getestet, ist aber sehr sehr gut und ein Einser-Kandidat. Letztes Schuljahr war im Gespräch, dass er die zweite Klasse überspringt. Wir haben uns aufgrund von Corona dagegen entschieden.

06.04.2021 11:36
Das mit dem "Ernst" sehr ich persönlich nicht so eng, mein Kleiner fand Kindi doof und Schule toll ...

Vom kognitiven scheint es ja schon zu passen bei Euch, wie sieht es denn im emotionalen Bereich aus .. Frustrationstoleranz etc?

Mag sie es, länger still zu sitzen und konzentriert zuzuhören (ich meine nicht TV )?
bambina_1990
15465 Beiträge
06.04.2021 11:39
Viele Dinge die du beschreibst macht meine 5 jährige ( auch Februar Kind ) auch das Wort hochbegabung fiel noch nie . Nein ich würde es nicht machen , was macht ihr wenn sie nicht mehr in die Schule will ? Nur weil sie nicht in den kiga will heißt das nicht das sie sich in der Schule super macht

Hochbegabung würde ich testen lassen bevor ich sie einschulen lassen würde Kenne einige die zeitig eingeschult haben weil das Kind ja schon Soooo weit ist und im Endeffekt mussten sie die erste oder zweite Klasse wiederholen weil sie nicht hinterher kamen heißt natürlich nicht das das immer so ist .
Hazel90
161 Beiträge
06.04.2021 11:40
Zitat von DieOhneNamen:

Huhu.

Nein, würde ich nie machen.
Es wird früh genug ernst.

Was du erzählst, klingt für mich ehrlich gesagt nach einem ganz normalen Kind.
Wenn dein Arzt Hochbegabung in den Raum stellt, sollte das auch getestet werden.

Heißt aber nicht unbedingt, dass es dann in der Schule super wird.

LG

Thx, für die schnelle Antwort und deine Meinung.
Hm, für mich ist sie natürlich was ganz besonderes und toll, so wie sie ist. Dass sie sich in einigen Punkten von Gleichaltrigen unterscheidet kann ich aber nicht wegreden. Wäre sie jetzt einfach glücklich, so wie es ist, wäre es ja super. Aber sie ist unglücklich, fühlt sich nicht wohl und wird in letzter Zeit auffällig, was aber egtl nicht zu ihrer Art passt. Irgendwas sollte also schon passieren - natürlich nicht auf Teufel komm raus Schule.
Testen wollte ich in der Vergangenheit nicht, weil es für mich irrelevant war. Ihr Papa ist als Kind hochbegabt getestet worden und für ihn war die Hochbegabung eher Fluch als Segen. Solange meine Kurze also zufrieden war, hat es für mich keine Rolle gespielt.
06.04.2021 11:43
Zitat von Bimbam:

Das mit dem "Ernst" sehr ich persönlich nicht so eng, mein Kleiner fand Kindi doof und Schule toll ...

Vom kognitiven scheint es ja schon zu passen bei Euch, wie sieht es denn im emotionalen Bereich aus .. Frustrationstoleranz etc?

Mag sie es, länger still zu sitzen und konzentriert zuzuhören (ich meine nicht TV )?


Und erledigt sie auch Aufgaben, auf die sie keine Lust hat? Das hätte bei uns "vorzeitig" nicht funktioniert ...
Viala2.0
243 Beiträge
06.04.2021 11:44
Gibt es bei euch einen Schulkindergarten? In der Gruppe meiner kleinen gibt es gerade auch ein Mädchen (allerdings ein Sommerkind) bei der fraglich ist, ob oder ob nicht. Da scheint der Schulkindergarten momentan die ideale Zwischenlösung zu sein.
Denn die Mutter ist sich auch klar, wie wir alle hier, dass es ein denkbar Besch.... Jahr ist zum einschulen. Das ist nichtmal nur das Homeschooling. Es fehlen praktisch alle sozialen Aspekte in der Schule. Die Lehrerin meines mittleren reißt sich ein Bein aus, die Kinder bestmöglich zu beschulen und wir sind so gut wie im Regelplan, allerdings nur in Deutsch, Mathe und Sachunterricht. Klassengemeinschaft gibt es nicht wirklich, zusammenarbeiten usw. Konnte kaum bearbeitet werden, es gab einen Ausflug im Spätsommer und einen Adventskalender im Dezember, das war es.
Mein kleiner macht das tun Glück super mit, er will auch lernen, aber selbst bei ihm ist die Luft langsam raus (und wir haben hier das Glück, Wechselunterricht zu haben.

Ganz ehrlich, in einem normalen Jahr würde ich drüber nachdenken. Aber dieses Jahr? Nein. Ich würde es lassen und lieber Zuhause Projekte machen und so. Ist denn Homeschooling ja nicht unähnlich, aber du ersparst deinen Kind einen unnötig holprigen Start ins Schulleben.
DieOhneNamen
24768 Beiträge
06.04.2021 11:45
Zitat von Hazel90:

Zitat von DieOhneNamen:

Huhu.

Nein, würde ich nie machen.
Es wird früh genug ernst.

Was du erzählst, klingt für mich ehrlich gesagt nach einem ganz normalen Kind.
Wenn dein Arzt Hochbegabung in den Raum stellt, sollte das auch getestet werden.

Heißt aber nicht unbedingt, dass es dann in der Schule super wird.

LG

Thx, für die schnelle Antwort und deine Meinung.
Hm, für mich ist sie natürlich was ganz besonderes und toll, so wie sie ist. Dass sie sich in einigen Punkten von Gleichaltrigen unterscheidet kann ich aber nicht wegreden. Wäre sie jetzt einfach glücklich, so wie es ist, wäre es ja super. Aber sie ist unglücklich, fühlt sich nicht wohl und wird in letzter Zeit auffällig, was aber egtl nicht zu ihrer Art passt. Irgendwas sollte also schon passieren - natürlich nicht auf Teufel komm raus Schule.
Testen wollte ich in der Vergangenheit nicht, weil es für mich irrelevant war. Ihr Papa ist als Kind hochbegabt getestet worden und für ihn war die Hochbegabung eher Fluch als Segen. Solange meine Kurze also zufrieden war, hat es für mich keine Rolle gespielt.


Ich würde da wirklich testen lassen.
Deine Tochter muss ja damit klar kommen, und du weißt ja, oft ist es nicht super-duper sondern anstrengend.
Grad für die Kinder, weil sie nicht gefordert und gefördert werden können wie sie es brauchen.

Es ist gut das sie sich unterscheidet, jedes Kind ist ein Individuum.

Ich würde eher versuchen das letzte Kigajahr mehr zu fordern, anstatt jetzt einzuschulen.
Das kann ansonsten in die Hose gehen.
Viala2.0
243 Beiträge
06.04.2021 11:46
Zitat von Hazel90:

Zitat von DieOhneNamen:

Huhu.

Nein, würde ich nie machen.
Es wird früh genug ernst.

Was du erzählst, klingt für mich ehrlich gesagt nach einem ganz normalen Kind.
Wenn dein Arzt Hochbegabung in den Raum stellt, sollte das auch getestet werden.

Heißt aber nicht unbedingt, dass es dann in der Schule super wird.

LG

Thx, für die schnelle Antwort und deine Meinung.
Hm, für mich ist sie natürlich was ganz besonderes und toll, so wie sie ist. Dass sie sich in einigen Punkten von Gleichaltrigen unterscheidet kann ich aber nicht wegreden. Wäre sie jetzt einfach glücklich, so wie es ist, wäre es ja super. Aber sie ist unglücklich, fühlt sich nicht wohl und wird in letzter Zeit auffällig, was aber egtl nicht zu ihrer Art passt. Irgendwas sollte also schon passieren - natürlich nicht auf Teufel komm raus Schule.
Testen wollte ich in der Vergangenheit nicht, weil es für mich irrelevant war. Ihr Papa ist als Kind hochbegabt getestet worden und für ihn war die Hochbegabung eher Fluch als Segen. Solange meine Kurze also zufrieden war, hat es für mich keine Rolle gespielt.
eine Hochbegabung verschwindet aber ohne Test nicht
Wenn der Verdacht begründet ist, würde ich es testen lassen. Sollten dann Probleme auftreten und Mutmaßungen angestellt werden, wo das Problem liegen könnte, kannst du zügig reagieren, ohne dass sich eine Mauer ausschreibe von Missverständnissen aufbaut
Hazel90
161 Beiträge
06.04.2021 11:48
Einfach nochmal allgemein: das hier ist nicht als "Ohhhhh- mein Kind kann schon xy und ist hochbegabt "-Thread gemeint.
Ich mache mit einfach Sorgen. Darum, dass ich hier eine Zuhause sehr aufgeschlossene 5jährige habe, die Bauchschmerzen vortäuscht, um nicht in den Kiga zu müssen, obwohl dort nichts vorgefallen ist. Einfach weil es ihr zu laut, unruhig, verspielt ist.
Natürlich denke ich mir auch, was wenn sie Schule noch blöder findet? Es war einfach eine (gut gemeinte) Lösungsidee vom Kinderarzt, über die ich mir aber lieber erstmal Meinungen einholen wollte.
Danke auf jeden Fall für euren Input
shelyra
68045 Beiträge
06.04.2021 11:58
Ich würde eher auf die Ursachen Forschung gehen warum sie solches Verhalten im kiga an den tag legt. Warum findet sie keinen Anschluss zu anderen Kindern?
Daher würde ich mit den Erziehern reden, dem Kinderarzt.

Von dem "was sie kann" und wie du sie beschreibst sehe ich sie nicht in der Schule. Interesse an zahlen, einfache Wörter schreiben, usw sind in diesem Alter nicht so ungewöhnlich. Und sagen nicht viel über schulreife aus.
Dazu kommt dass sie als Februar geborene auch noch sehr jung ist.
nilou
9922 Beiträge
06.04.2021 12:27
Ich sehe es vom sozialen Aspekt als schwierig an. Sie hat jetzt schon in der Kita keinen Kontakt zu den Gleichaltrigen. Jetzt dieses Jahr mit Corona einschulen könnte für den Schulstart sehr ungünstig sein. Da kommt das soziale, die Bildung der Klassengemeinschaft, der Aufbau von Freundschaften viel zu kurz. Sehe ich bei meiner, die ist letztes Jahr eingeschult worden und ein Januar-Kind. Das muss ein Kind sozial und emotional verkraften Können. Meine hat trotzdem Freundschaften aufbauen können trotz der reduzierten Kontakte. Die Frage ist, kann deine das auch.

Ich würde schauen was man am sozialen machen kann. Das kann für sie in der Schule einfach zum Problem werden und spricht meist gegen eine frühere Einschulung. Mathe, Deutsch, lesen etc., dafür ist die Schule da zum lernen, beim Rest sollten einfach wichtige Basics da sein.
Bumasbaby
1806 Beiträge
06.04.2021 12:30
Meine Tochter hat den Kindergarten gehasst (hatte verschiedene Gründe) wir haben sie frühzeitig eingeschult, sie ist vom ersten Tag an gerne zur Schule gegangen und das hat sich bis heute nicht geändert. Sie ist mittlerweile in der 6. Klasse und wir haben es nie bereut.
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