Mütter- und Schwangerenforum

....einfach vor den Zug gestoßen - unfassbar

Gehe zu Seite:
Yogi_Baer
39802 Beiträge
31.07.2019 15:06
Zitat von Alaska:

Zum Thema, früher war ja alles besser.

Ich erinner mich daran, dass in unserer schwäbisch-beschaulichen Gegend, in der sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, weil so friedlich früher schon unsere Eltern zu uns sagten: Aber wenn es dunkel wird, kommt ihr heim!
Auch damals waren unsere Eltern besorgt, dass nach Einbruch der Dunkelheit etwas passieren konnte.
Das haben auch schon die Großeltern zu unseren Eltern gesagt. Den "unsichtbaren" Feind gab es schon immer und wurde selbst in den ruhigsten Gegenden vermutet - weil schon immer grausame Taten passiert sind.
Ich kann mich auch gut erinnern, wie meine Eltern Nachrichten schauten und meinten, wie schlimm die Welt doch wird und dass man bald gar nicht mehr vor die Haustüre gehen könne (in den 80er und früheren 90ern) - also die Zeit, die so dafür instrumentalisiert wird, wie perfekt doch alles gewesen sein soll.

Als ich in der 2./3. Klasse war, hat der Vater meiner Klassenkameradin am helligten Tag an "meinem" Wald, in meiner Parallelstraße eine Joggerin mit dem Messer abgestochen. Der Mann war vorher total unauffällig, die Familie hatte lediglich einen etwas "assozialeren" Touch, vermutlich war Alkohol im Spiel. Ist direkt vor meiner Haustüre passiert. Hätte jeden treffen können, sie kam einfach nur zufällig vorbei.

Parallel dazu hat ein völlig unauffäliger, angesehener (!) Familienvater in der Nachbarstadt eine Realschülerin ermordert und sie verbuddelt. Das Mädchen war mit ihrer Freundin unterwegs und sie trennten sich auf dem Nachhauseweg. Warum auch immer das Mädchen auf dem Hof telefonieren wollte, was auch immer ihn zum ausrasten gebracht hat - es kam nie so richtig raus (zumindest nicht bis zur Bevölkerung). Fakt ist, das Mädchen hat tagelang gefehlt und der Bauer saß noch mit am Stammtisch und meinte, den "Hund soll man aufhängen, wenn man ihn findet!".
Er hat sich dann später in der Zelle erhängt. Die Familien auf beiden Seiten wohnen noch immer nah zusammen und sind bis heute völlig traumatisiert. Ein stinknormaler angesehener Familienvater, der ohne ersichtlichen Grund von jetzt auf gleich ein Mädchen umbringt, das - laut Aussagen von damals - wohl nur mal kurz telefonieren wollte.

Ich erinner mich noch sehr gut, wie alle meinten, die Welt wird immer schlechter und man müsse ja nur noch Angst haben. Die Taten von zwei deutschen Mitbürgern verübt. Die Angst die Gleiche, die Presse hat auch da ordentlich die Stimmung angeheizt - wie immer halt.

Das ist fast 30 Jahre her. Ich seh nicht, dass die Welt schlimmer wurde. Nur anders.
das denke ich auch, und ich denke, das vor allem das Internet dabei eine große Rolle spielt, früher gab es hier bei uns auch Verbrechen und nicht wirklich mehr wie heute und es waren auch verschiedene Nationalitäten als Täter, doch es wurde nicht alles so haarklein berichtet wie heute.
Wir hatten ende der 90ger und in den 2000er hier den Uni Vergewaltiger oder wie man ihn genannt hat, das war zb ein deutscher ( bzw ist- er wurde nie gefunden) .
Marf
29864 Beiträge
31.07.2019 15:50
Wir erfahren heute jede noch so kleine Straftat aus jedem Erdenwinkel, in Sekunden.Das macht natürlich den Eindruck das sich Verbrechen erhöht.
Früher....wobei sich dieser Ausdruck so bescheuert anhört,war dem nicht so.Da sickerten Straftaten aus den USA z.B. frühestens zu den 20 UHR Nachrichten durch.....und auch dieses immense,oft schonungslose Bildmaterial gab es ebenso nicht.Und man ging damit anders um,ergötzte sich nicht daran.Es gab keine 27 FB Seiten mit Spendenaufrufe oder Kerzchenbilder.....es wurde intensiver,aber auch respektvoller beobachtet.
Hier starben letzten Freitag 2 Mädchen durch die Hand des Vaters.Die Familie ist hier jedem bekannt und es lag keine psychische Störung vor.Also damit auch keine mögliche vorherige Vermeidung....weil man diese Dinge nicht vermeiden KANN.Nicht zu 100 %.Weils um Menschen geht.Und einzig was etwas helfen könnte,wäre Möglichkeiten zu schaffen, das Menschen in solchen Situationen von Hilfe wissen.Das man Notausgänge schafft,durch 24/7 Praxen,Notwohnungen etc. um mehr Dramen zu vermeiden.Aber ganz wird man es nie können.Und diese Hilflosigkeit macht solche Vorfälle so schrecklich.
Im Falle des Jungen ,das es jeden treffen kann.Das sich nun jeder angreifbar macht,sobald er vor die Tür geht.Dieses Gefühl macht vielen Angst....wobei dies aber schon immer so war,es jetzt nur sehr deutlich zu Tage trat durch die Sinnlosigkeit.
Nuya
10737 Beiträge
31.07.2019 17:39
Zitat von Nuya:

@tildaline: Mir ist durchaus schmerzlich und sehr persönlich aus erster hand bewusst, dass die welt kein rosa glitzernder einhornpups ist, sondern dass da drin sehr viel kranke sch**** passiert. Es ist also nicht so, dass ich "keine ahnung" hab und deswegen die gefahr nicht erkennen kann oder sowas. Dennoch habe ich keinen "bullshit" geschrieben.

Es bringt überhaupt gar nichts, wenn ich mir irgendein abstraktes feindbild im sinne von dem "grossen unbekannten bösen wolf" konstruiere, nur weil ich vor dem leichter die türe verschliessen kann, weil das trotz allem greifbarer und weiter weg ist.

Was da passiert ist ist furchtbar, absolut schrecklich! Aber es scheint einfacher zu sein, die schuld dem grossen unbekannten zuzuschreiben, weil ich vor dem innerlich und äusserlich die tür schliessen kann?
Das kann man vor psychischer krankheit nicht. Das kann jeden treffen. Also suche ich lieber ein anderes alleinstellungsmerkmal an dem "bösen", sodass ich es identifizieren und aussperren kann?

Das ist ein versuch, sich davon zu distanzieren. Und das ist auch was mich an "wie konnte das nur passieren?" Jedes mal so ärgert. Denn einerseits sagen die welt wäre ja so viel schlimmer als früher, und sich dann gleichsam jedes mal wieder aufs neue wundern und anschliessend ein abstraktes feindbild konstruieren, das ich in eine kiste packen und wegsperren kann und damit die sehr viel näheren dinge übersehen...

Diese blinde panikmache lässt einen die statistisch deutlich wahrscheinlicheren gefahren dann nämlich nicht sehen. Dann kommt
"das hätte ich von herrn doktor sowieso aber nicht gedacht, dass der seine eigene tochter..."
"Aber der fussballtrainer war doch immer so lieb und hat die jungs so toll gefördert, wer hätte da sowas ahnen können?"
"Aber die frau hassenichgesehen schien immer so normal, dass die jetzt ihr baby..."
"Es wusste ja nichtmal jemand, dass die überhaupt schwanger war, und jetzt ist das baby tot."
"..." und so weiter
Und dann kommt
"Wieso hat niemand eher was bemerkt?"

Ich will keinesfalls wegreden, was dieser familie schreckliches widerfahren ist, aber dennoch ist der grund kein abstraktes böses feindbild, sondern psychische erkrankung einer person.

Sehr viel wahrscheinlicher ist die gefahr übrigens deutlich näher im umfeld zu finden. Sehr viel eher wird das kind von den eigenen eltern tot geschüttelt, von familienangehörigen missbraucht, von der eigenen mutter (eventuell z.b. mit wochenbettpsychose) umgebracht, sehr viel eher wird die frau vom eigenen mann umgebracht, sehr viel eher wird die pflegebedürftige alte person von den überforderten und mit dem eigenen leben beschäftigten erwachsenen kindern vernachlässigt und so weiter.

Nochmal,: damit will ich diesen wirklich furchtbaren mord an diesem kleinen jungen und die zerstörung einer familie in KEINSTER WEISE klein reden! Das ist furchtbar und erschreckend und ich kann mir nicht im ansatz ausmalen, wie diese familie diesen fürchterlichen schicksalsschlag verarbeiten soll.
Dennoch ist es nicht das böse unbekannte was ausserhalb lauert, was die gefahr ist, sondern die gefahr ist unter uns. Bessere aufklärung (und da bin ich ganz bei mamota) ist elementar um solchen dingen ein stück weit entgegen zu wirken. Denn auch hier war es nicht das böse unbekannte, was den jungen ermordet hat, sondern es war ein psychisch schwer kranker mann, wo sich die psychische erkrankung durch die türen, die du gern zuschliessen möchtest zugang verschafft hat. Vor psychischen erkrankungen kann man nämlich nicht die türen verschliessen, die finden ihren weg trotzdem rein.

Aufklärung, offene augen in der eigenen umgebung, keine blinde panikmache vor irgendwelchen feindbildern. Nicht JEDES MAL WIEDER "wie konnte das nur passieren?" Den genau so kann es passieren. Wenn die panik auf die völlig falschen dinge gerichtet wird.
Und: hilferufe ernstnehmen, wenn sie kommen. Sowohl von der seite eines potentiellen täters, als auch von opferseite.


Ich konnte nicht mehr editieren:

Die welt ist ein ort voller willkür. Diese willkür macht angst, das ist klar. Aber es ist dennoch willkür. Dieser ein ebenso willkürlich gewähltes gesicht aufsetzen zu wollen macht die welt nur noch willkürlicher und angsterfüllter, nicht sicherer.

Ganz grundsätzlich verstehe ich, woher der wunsch nach schubladen, nach sicheren boxen, in die man geschehnisse verpacken und sortieren kann und idealerweise von sich schieben kann, kommt. Das ist menschlich. Aber sehr oft ist gewalt eben einfach willkürlich und nicht so einfach schubladen zuzuordnen.

Um mit der angst und der willkür und der angst vor der willkür umzugehen, muss man einen weg finden. Und der kann nicht sein, das ganze in eine box zu packen, ein label möglichst weit weg von meiner eigenen haustür drauf zu packen, und dann auf die box mit dem label zu schimpfen und diese box mit dem label für einen grossteil des übels in der welt verantwortlich zu machen. Das ist schlicht falsch. Das ist ebenfalls willkür. Und diese angst vor einem willkürlich selbst gebastelten feindbild bringt selbst gewalt hervor.

Und (nicht, dass das missverständlich aufgefasst wird) weder ist jeder mensch mit einer diagnostizierten psychischen krankheit unzurechnungsfähig und gefährlich, noch geht jeder gewalttat eine lange psychische auffälligkeit hervor. Das wäre ja nur wieder das nächste gefährliche label. Es gibt schlicht menschen mit gefährlichen neigungen. Und die sind nicht notwendigerweise sichtbar auffällig.
Es gab menschen, die tagsüber menschen scharenweise in gaskammern treiben und ermorden, und abends als liebenswürdiger papa die kinder ins bett bringen. Im privaten völlig unauffällig. Dennoch hochgradig gefährlich.
Es gibt menschen, die beruflich erfolgreich sind, bei den kollegen total beliebt und die dann abends nach hause gehen und ihre frau zusammenschlagen, ihre kinder missbrauchen oder was auch immer und am nächsten tag wieder als augenscheinlich normaler teil der gesellschaft weiter leben.
Es gibt auch menschen, bei denen augenscheinlich plötzlich eine sicherung durchbrennt, oder die über jahre unbemerkt im stillen kämmerchen ein narzisstisches "die welt schuldet mir was" kultivieren und dann plötzlich ihre schule oder arbeitsstelle zerschiessen.

Klar macht diese vorstellung angst. Klar wäre es angenehmer die täter würden mit einem stempel auf der stirn rum laufen, sodass man sich von ihnen fern halten kann. Tun sie aber nicht. Damit gilt es, sich abzufinden. Mit dem wissen, es eben nicht an äusserlichkeiten festmachen zu können (und dadurch evtl sogar ein wacheres auge zu entwickeln) Nicht mit der tatsache, dass es gewalt gibt, damit sollten wir uns nicht abfinden, sondern stetig dagegen arbeiten. Gewalt gehört bestraft und durch mehr hilfsangebote und aufklärung adressiert, und so gut es geht gemindert. Aber eben nicht willkürlich urteilen. Die täter tragen KEINEN stempel auf der stirn.
Titania
5972 Beiträge
31.07.2019 18:10
Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Kitsune
1202 Beiträge
31.07.2019 18:16
Manchmal frage ich mich echt, was falsch läuft..

Ich bin selbst Türkin und darf mich so einige Vorurteile geben. Meist kommt es von Menschen, die wirklich denken, dass die Türken die hier alles falsch machen in der Türkei genauso sind. Das hat bei uns ebenso rein gar nichts mit Kultur zutun! Bei uns in der Türkei verabscheuen sie kinderehen/ Zwangsehen.. in der Türkei erheben sich diese Menschen gegen solche Taten.. Bei uns gehen die deutschen ja auch davon aus, dass man sein Kind schlagen darf.. wie kommt ihr auf sowas? Auch in der Türkei haben wir Jugendämter, die sich sofort einmischen wenn ein Kind geschlagen wird.. auch wir haben Frauenhäuser etc.

Und da ist ja das Problem. Man sieht hier einen Türken/Afghanen/ was auch immer, der Gewalt in der Familie ausübt und dann heißt es gleich " Die kultur"... Fahrt doch bitte mal in diese Länder und fragt mal nach, ob es da wirklich so ist!!!

Ich kann es langsam wirklich nicht mehr hören.. Sowas macht mich tatsächlich traurig, dass man solche Äußerungen wie Tindaline angeblich wegen "angst" äußert. Das hat rein gar nichts mit Angst zutun.. eher damit, das man einen buhmann gesucht und nun seit 2015 auch gefunden hat. Und das bei allem was nicht deutsch ist.

Es haben auch genug deutsche Eltern ihre Kinder umgebracht.. aus dem balkon geworden etc. Da schreit auch niemand auf, dass es normal wäre und kulturell wäre.. wirklich, wacht mal auf.. wer sowas als "Kultur" abtut, der hat tatsächlich nimmer alle latten am Zaun..
Kitsune
1202 Beiträge
31.07.2019 18:18
Zitat von Titania:

Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Ja, genau! Und was bekommen diese Menschen? Solche Sätze wie du sie äußerst. Da fühlt man sich doch gleich besser
Nuya
10737 Beiträge
31.07.2019 18:47
@kitsune: falls du mich mit der äusserung wegen der angst als "entschuldigung" für tildalines verhalten und weltsicht meinst, bin ich jetzt ernsthaft erschrocken, falls mein beitrag derart missverständlich war und werde gleich nochmal nachlesen gehen.

Ich wollte nur sagen, dass, völlig wertfrei, die ursache für eine solch verkorkste weltsicht, sicherlich in irgendeiner (eventuell diffusen) angst vor irgendwas liegt. Die solche leute für sich "greifbar" machen wollen. Dass das der VÖLLIG falsche umgang damit ist, steht vollkommen ausser frage und ist für mich persönlich auch nicht nachvollziehbar, aber ich erkenne den psychologischen mechanismus, der dahinter steckt, an, angst greifbar machen zu wollen.
Damit sage ich NICHT, dass das in ordnung wäre! Wirklich niemals!
Gewalt ist vollkommen kulturübergreifend!

@titania: ich zitiere meine eigene therapeutin (ja, vielleicht sollte man mich mal wieder weg sperren? ): "dissoziation und eine komplexe posttraumatische belastungsstörung ist eine normale reaktion auf unnormale erlebnisse, mit denen man anders nicht hätte umgehen können. Es ist ein überlebensmechanismus, keine krankheit."
Aber ja, ich stimme zu, es muss mehr und einfacheren zugang zu psychologischer hilfe geben.
Btw: was hätte mit den psychisch angeschlagenen leuten passieren sollen, wenn sie dauerhaft in psychologisch noch schlechterer versorgung auharren sollen?
Kitsune
1202 Beiträge
31.07.2019 18:52
Zitat von Nuya:

@kitsune: falls du mich mit der äusserung wegen der angst als "entschuldigung" für tildalines verhalten und weltsicht meinst, bin ich jetzt ernsthaft erschrocken, falls mein beitrag derart missverständlich war und werde gleich nochmal nachlesen gehen.

Ich wollte nur sagen, dass, völlig wertfrei, die ursache für eine solch verkorkste weltsicht, sicherlich in irgendeiner (eventuell diffusen) angst vor irgendwas liegt. Die solche leute für sich "greifbar" machen wollen. Dass das der VÖLLIG falsche umgang damit ist, steht vollkommen ausser frage und ist für mich persönlich auch nicht nachvollziehbar, aber ich erkenne den psychologischen mechanismus, der dahinter steckt, an, angst greifbar machen zu wollen.
Damit sage ich NICHT, dass das in ordnung wäre! Wirklich niemals!
Gewalt ist vollkommen kulturübergreifend!

@titania: ich zitiere meine eigene therapeutin (ja, vielleicht sollte man mich mal wieder weg sperren? ): "dissoziation und eine komplexe posttraumatische belastungsstörung ist eine normale reaktion auf unnormale erlebnisse, mit denen man anders nicht hätte umgehen können. Es ist ein überlebensmechanismus, keine krankheit."
Aber ja, ich stimme zu, es muss mehr und einfacheren zugang zu psychologischer hilfe geben.
Btw: was hätte mit den psychisch angeschlagenen leuten passieren sollen, wenn sie dauerhaft in psychologisch noch schlechterer versorgung auharren sollen?
Alles gut, du warst nicht gemeint Ich setz mich nur gern mit solchen Menschen wie Tildaline auseinander.. da hört man oft, dass man ja NUR Angst hätte und deshalb solche Äußerungen kämen.
Titania
5972 Beiträge
31.07.2019 18:52
Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Ja, genau! Und was bekommen diese Menschen? Solche Sätze wie du sie äußerst. Da fühlt man sich doch gleich besser


Es ist aber Fakt , dass die Menschen teilweise schwerst traumatisiert sind. In dem Umfang der benötigt wird, gibt es keine psychologische Betreuung obwohl es notwendig wäre. Sie leben teilweise zusammengepfercht auf engstem Raum mit verschiedenen anderen. Das stelle ich mir schon schwierig vor. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen, man hat keine Rückzugsmöglichkeiten. Ist leider anders bei der Menge auch nicht realisierbar. aber verständlich dass die ganze Situation belastend ist. Zusätzlich zu dem Erlebten.
mäusebande
132 Beiträge
31.07.2019 19:05
ich hab nicht alles nachgelesen, was geschrieben wurde.

für mich ist diese tat die tat eines sehr kranken menschen, schrecklich und macht einfach fassungslos.

ich glaube nicht, dass der mann das getan hat, weil er dunkle haut, eine andere religion oder ein anderes geburtsland hatte - aber ich halte eine psychose aufgrund unbewältigter traumata durchaus für möglich.

abseits von diesem konkreten fall: ich glaube aber, dass menschen aus anderen kulturkreisen auch eine andere einstellung zu werten, die für uns so normal sind, dass wir nicht groß drüber nachdenken (gleichwertigkeit von mann und frau, demokratie, menschenrechte, trennund von staat und religion) mitbringen.
und das kann durchaus zu problemen führen.

wie wir als gesellschaft gut damit umgehen können, muss noch herausgefunden werden. bisher wurden zuviele ungerechtfertigte vorurteile zementiert, die von echten rassisten dann instrumentalisiert werden, sodaß man schon vorsichtig sein muss, was man sagt, will man nicht ebenfalls als rassist gebrandmarkt werden.

aber ich denke - damit hat der schrecklichen vorfall nichts direkt was zu tun.
psychotische schübe können menschen jeglicher herkunft erleiden.
schützen kann man sich davor auch nicht.
31.07.2019 19:10
Zitat von Titania:

Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Ja, genau! Und was bekommen diese Menschen? Solche Sätze wie du sie äußerst. Da fühlt man sich doch gleich besser


Es ist aber Fakt , dass die Menschen teilweise schwerst traumatisiert sind. In dem Umfang der benötigt wird, gibt es keine psychologische Betreuung obwohl es notwendig wäre. Sie leben teilweise zusammengepfercht auf engstem Raum mit verschiedenen anderen. Das stelle ich mir schon schwierig vor. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen, man hat keine Rückzugsmöglichkeiten. Ist leider anders bei der Menge auch nicht realisierbar. aber verständlich dass die ganze Situation belastend ist.

Dezentrale Unterbringung, wie sie vielerorts üblich ist, funktioniert ziemlich gut. Das nimmt viel Problempotential raus.

Ich sehe deinen Punkt mit der fehlenden psychologischen Betreuung. Nur muss man aufpassen, dass die Diskussion dann nicht in Victim Blaming übergeht. Es ist unsere Pflicht Menschen zu helfen. Durch Aufnahme UND durch therapeutische Betreuung. Wenn wir die Menschen nicht aufnehmen, weil wir ihre Probleme meinen nicht bewältigen zu können, ist das halt mal unterlassene Hilfeleistung und weit weg von den viel beschworenen christlichen Werten.

Davon ab wäre die therapeutische Versorgung in Deutschland selbst dann unzureichend, wenn kein einziger Asylsuchender mit PTBS hier im Land aufgetaucht wäre.

Übrigens sind die psychischen Auffälligkeiten von Geflüchteten gar nicht so viel Größer als die der Allgemeinbevölkerung. Der menschliche Körper ist komplex und macht herzlich wenig Unterschied zwischen für uns objektiv grausamen Erlebnissen und für den Betroffenen subjektive grausamen Erlebnissen. Das merke ich auch im Berufsalltag. Ob Scheidungskrieg der Eltern oder realer Krieg im Heimatland, die Auffälligkeiten sind vielfältig, aber in einem ähnlichen Maß. So unbelastet, wie es im Vergleich scheinen mag, sind wir Mitteleuropäer gar nicht. Man schleppt zwar andere Päckchen rum, aber lebt nicht in einer heilen Welt, die nur durch die eingeschleppten Probleme der Migration verdorben wird.

Das alles erwähne ich nicht wegen deines Arguments, sondern wegen der Art und Weise, wie es womöglich gelesen wird. Zur Sicherheit halt. Dein Argument ist definitv berechtigt. In meiner idealen Welt stünde jedem Menschen therapeutische Hilfe zu. Aber ich bin nicht Zoe und habe keinen Zauberschrank, daher bleibe ich besser mal auf dem Boden der Tatsachen.

P.S.: In meiner idealen Welt gibt es auch Zoes Zauberschrank nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Musste nur der Völlständigkeit halber mit rein.
Kitsune
1202 Beiträge
31.07.2019 19:18
Zitat von Titania:

Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Ja, genau! Und was bekommen diese Menschen? Solche Sätze wie du sie äußerst. Da fühlt man sich doch gleich besser


Es ist aber Fakt , dass die Menschen teilweise schwerst traumatisiert sind. In dem Umfang der benötigt wird, gibt es keine psychologische Betreuung obwohl es notwendig wäre. Sie leben teilweise zusammengepfercht auf engstem Raum mit verschiedenen anderen. Das stelle ich mir schon schwierig vor. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen, man hat keine Rückzugsmöglichkeiten. Ist leider anders bei der Menge auch nicht realisierbar. aber verständlich dass die ganze Situation belastend ist. Zusätzlich zu dem Erlebten.
Aber was genau soll man denn sonst tun? An die Wand und gut ist, oder was?
Natürlich brauchen diese Menschen extreme Hilfe. Da bin ich bei dir. Aber das muss so halt auch zur Verfügung gestellt werden.. wie können die Leute doch jetzt nicht ausweisen und sich selbst überlassen, nur damit wir "geschützter sind" obwohl das ja so nicht stimmt.. überall gibt es kranke.. macht es heute kein Ausländer, weil er ausgewiesen wurde, ist es morgen jemand anderes.
Mir selbst geht das nicht mal in den Kopf, wie man das überhaupt so machen kann. Ein gesunder Menschenverstand kann das halt auch nicht realisieren.
Christen
25096 Beiträge
31.07.2019 19:23
Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Wobei man bei dieser Diskussion grundsätzlich berücksichtigen sollte, dass Flüchtlinge durch die Gegebenheiten weitaus häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden können. Es ist also schon so, dass wir uns teilweise psychisch kranke Menschen hierher holen, aber die nötige psychologische Betreuung in dem großen Umfang fehlt.
Ja, genau! Und was bekommen diese Menschen? Solche Sätze wie du sie äußerst. Da fühlt man sich doch gleich besser


Es ist aber Fakt , dass die Menschen teilweise schwerst traumatisiert sind. In dem Umfang der benötigt wird, gibt es keine psychologische Betreuung obwohl es notwendig wäre. Sie leben teilweise zusammengepfercht auf engstem Raum mit verschiedenen anderen. Das stelle ich mir schon schwierig vor. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen, man hat keine Rückzugsmöglichkeiten. Ist leider anders bei der Menge auch nicht realisierbar. aber verständlich dass die ganze Situation belastend ist. Zusätzlich zu dem Erlebten.
Aber was genau soll man denn sonst tun? An die Wand und gut ist, oder was?
Natürlich brauchen diese Menschen extreme Hilfe. Da bin ich bei dir. Aber das muss so halt auch zur Verfügung gestellt werden.. wie können die Leute doch jetzt nicht ausweisen und sich selbst überlassen, nur damit wir "geschützter sind" obwohl das ja so nicht stimmt.. überall gibt es kranke.. macht es heute kein Ausländer, weil er ausgewiesen wurde, ist es morgen jemand anderes.
Mir selbst geht das nicht mal in den Kopf, wie man das überhaupt so machen kann. Ein gesunder Menschenverstand kann das halt auch nicht realisieren.
also, jetzt muss ich sie aber mal in Schutz nehmen. Sie hat doch weder gesagt, dass sie an die Wand gehören, noch weg sollen. Sondern dass es mehr Hilfen/Unterstützung geben muss. Und da bin ich ganz bei ihr...
Kitsune
1202 Beiträge
31.07.2019 19:26
Zitat von Christen:

Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

Zitat von Kitsune:

...


Es ist aber Fakt , dass die Menschen teilweise schwerst traumatisiert sind. In dem Umfang der benötigt wird, gibt es keine psychologische Betreuung obwohl es notwendig wäre. Sie leben teilweise zusammengepfercht auf engstem Raum mit verschiedenen anderen. Das stelle ich mir schon schwierig vor. Man kann sich nicht aus dem Weg gehen, man hat keine Rückzugsmöglichkeiten. Ist leider anders bei der Menge auch nicht realisierbar. aber verständlich dass die ganze Situation belastend ist. Zusätzlich zu dem Erlebten.
Aber was genau soll man denn sonst tun? An die Wand und gut ist, oder was?
Natürlich brauchen diese Menschen extreme Hilfe. Da bin ich bei dir. Aber das muss so halt auch zur Verfügung gestellt werden.. wie können die Leute doch jetzt nicht ausweisen und sich selbst überlassen, nur damit wir "geschützter sind" obwohl das ja so nicht stimmt.. überall gibt es kranke.. macht es heute kein Ausländer, weil er ausgewiesen wurde, ist es morgen jemand anderes.
Mir selbst geht das nicht mal in den Kopf, wie man das überhaupt so machen kann. Ein gesunder Menschenverstand kann das halt auch nicht realisieren.
also, jetzt muss ich sie aber mal in Schutz nehmen. Sie hat doch weder gesagt, dass sie an die Wand gehören, noch weg sollen. Sondern dass es mehr Hilfen/Unterstützung geben muss. Und da bin ich ganz bei ihr...
Das unterstelle ich ihr auch gar nicht, meine liebe. Das sagte ich, weil eben viele genau das verlangen.. das man sie ja dann töten soll, weil da nichts mehr zu retten wäre. Das schiebe ich ihr nicht in die schuhe. ^^ Keine Sorge.

Falls es aber so rüberkam, tut es mir natürlich leid

Bei der Hilfe bin ich selbst bei ihr. Finde ich absolut richtig.
Christen
25096 Beiträge
31.07.2019 19:27
Zitat von Kitsune:

Zitat von Christen:

Zitat von Kitsune:

Zitat von Titania:

...
Aber was genau soll man denn sonst tun? An die Wand und gut ist, oder was?
Natürlich brauchen diese Menschen extreme Hilfe. Da bin ich bei dir. Aber das muss so halt auch zur Verfügung gestellt werden.. wie können die Leute doch jetzt nicht ausweisen und sich selbst überlassen, nur damit wir "geschützter sind" obwohl das ja so nicht stimmt.. überall gibt es kranke.. macht es heute kein Ausländer, weil er ausgewiesen wurde, ist es morgen jemand anderes.
Mir selbst geht das nicht mal in den Kopf, wie man das überhaupt so machen kann. Ein gesunder Menschenverstand kann das halt auch nicht realisieren.
also, jetzt muss ich sie aber mal in Schutz nehmen. Sie hat doch weder gesagt, dass sie an die Wand gehören, noch weg sollen. Sondern dass es mehr Hilfen/Unterstützung geben muss. Und da bin ich ganz bei ihr...
Das unterstelle ich ihr auch gar nicht, meine liebe. Das sagte ich, weil eben viele genau das verlangen.. das man sie ja dann töten soll, weil da nichts mehr zu retten wäre. Das schiebe ich ihr nicht in die schuhe. ^^ Keine Sorge.

Bei der Hilfe bin ich selbst bei ihr. Finde ich absolut richtig.
ich bin auch gegen die Todesstrafe..
Gehe zu Seite:
  • Dieses Thema wurde 29 mal gemerkt