Mütter- und Schwangerenforum

....dann muss man sich auch keine Kinder machen!"

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nani26mz
5284 Beiträge
18.02.2015 19:56
Also, was das Spielen angeht: ich liebe es mit dem Kleinen zu spielen, wir bauen mit Lego, bauen Höhlen, machen Wasserschlachten etc. und mir tut es richtig gut, gerade nach der Arbeit. Wir spielen also schon sehr viel, aber natürlich auch nicht jede einzelne Minute. Gerade dann wenn wir im Garten draußen sind und er ist am planschen etc., freue ich mich auch auf die Sonnenliege

Bzgl. Fremdbetreuung muss jeder selbst wissen, was für ihn und seine Familie am besten ist. Ich war 1 1/2 Jahr zu Hause, dann war mein Kleiner 1 Jahr bei der Oma während ich arbeiten war und dann kam er in den Kiga. Das war so einfach optimal für uns.

Ich finde es spricht auch absolut nichts dagegen sich regelmäßig eine "Auszeit" zu nehmen und die Kids sind bei den Großeltern etc.

Was ich nur garnicht nachvollziehen kann und wo ich manchmal wirklich denke, warum haben sie den Kleinen eigentlich bekommen, ist bei Verwandten von mir.

Der Kleine ist jeden! Freitag bis Sonntagabend bei den Großeltern, damit die Eltern ausschlafen können, feiern usw. Unter der Woche sehen sie ihren Zwerg auch nur sehr wenig. Er ist bis 17 Uhr im Kiga, dann geht's heim, essen vorbereiten für 18 Uhr, aufräumen und Kind um 19.00 Uhr ins Bett. Gerade wenn ich unter der Woche kaum die Möglichkeit habe mein Kind zu sehen, würde ich es nicht jedes Wochenende abgeben. Verstehen kann ich es nicht, aber dennoch ist es natürlich deren Sache.
18.02.2015 19:59
Gibt es tatsächlich sooviele Kinder, die 12 Std. am Tag im Kindergarten sind? Für mich hiess "ganztags" da eigentlich immer 8-9 Stunden. Mir persönlich (für MEEEEINE Familie) wäre das eh auch zuviel, weil es einfach nicht nötig ist, aber 12 Stunden kenne ich so gar nicht.
Weder finde ich meine grösste Erfüllung in der Arbeit (oder brauche die Arbeit unbedingt als Ausgleich), noch ist es finanziell notwendig, daher sehe ich keinen Grund sie so lange wie möglich im Kindergarten zu lassen.

Ich kann aber einsehen, dass es anderen anders geht. Manche müssen es einfach, weil sie anders nicht richtig über die Runden kommen und nicht vom Staat abhängig sein wollen. Andere brauchen es, um nicht völlig verrückt zu werden. Für mich reicht es als Ausgleich meine Kamera zu schnappen und mal eine halbe Stunde bis Stunde in den Wald zu verschwinden. Oder schwimmen zu gehen. Oder einfach mal den Papa abends machen zu lassen und ich setze mir die Kopfhörer auf die Ohren und höre laute Musik. So laut, dass es die Kinder übertönt. Anderen reicht das nicht. Andere haben vielleicht auch einen grösseren Bedarf an sozialen Kontakten zu Menschen, die man nicht aus Spielgruppe, dem Spielplatz o.ä. kennt. Ich denke, die glücklichsten Kinder sind immer noch die mit glücklichen Müttern/Eltern. So ganz generell denke ich auch, dass die Qualität der miteinander verbrachten Zeit wesentlich wichtiger ist als die Quantität.
Eine Mama, die den ganzen Tag zu Hause ist und nur putzt und ihren eigenen Interessen nachgeht nützt einem Kind sicher weniger als eine Mama, die zwar nur 2 Stunden Zeit hat, diese aber intensiv mit dem Kind nutzt (1 Std. Spielplatz, 30 Minuten drinnen spielen/basteln und 30 Minuten für's Essen, umziehen und Gutenachtgeschichte vorlesen...z.B. ). Ich kenne tatsächlich Hausfrauen, die sich NICHT am Tag insgesamt 2 Stunden richtig mit ihren Kindern beschäftigen.

In den Kindergarten gingen unsere erst mit 3,5 Jahren. Und die Grosse musste ich dann sogar noch wieder rausnehmen. Sie ging dann bis zur Vorschule (5,5 Jahre) nur zweimal wöchentlich in eine Spielgruppe.

Zum Abgeben: Seit meine Grosse 5 Monate alt war, sind Schatz und ich abends jeden zweiten Monat Essen oder ins Kino o.ä. gegangen. Immer um 21 Uhr los und bis Mitternacht zurück, denn gegen 0:30 wurde sie wach. So hat die Kleine nichtmal mitbekommen, dass wir weg waren. Hat immer geklappt.
Ab 2,5 Jahren war sie auch mal über Nacht weg.
Die Kleine konnte im ersten Lebensjahr überhaupt nicht fremdbetreut werden, weil sie Stillkind war. Danach hat aber auch mal die Tante, Oma oder Uroma für ein Stündchen aufgepasst. Und ja, das haben wir dann auch genossen und wenn es bloss zum Lebensmitteleinkauf war.

Jetzt sind beide "gross", 5 und 8 Jahre alt. Sie besuchen regelmässig die Uroma (Oma und Opa leider weniger, weil beide vollzeit in Schichten und auch an Wochenenden arbeiten). Immer für 3-5 Stunden am Stück. Sie lieben das. Daher kann ich daran nichts falsches finden. Über Nacht sind sie sehr selten irgendwo. Der Uroma (inzwischen 80 Jahre alt) möchten wir das nicht zumuten und die Grosseltern arbeiten wie gesagt. Unsere Grosse mag auch gar nicht woanders übernachten, und das ist auch okay so. Wenn wir mal weg wollen für eine Nacht, kommt aber gern mal jemand her, der bei UNS aufpasst, das ist dann auch für die Kids in Ordnung.

Zum Glück: ich wäre nicht glücklich, wenn ich keine Kinder bekommen könnte. Das weiss ich, weil ich diese Diagnose hatte und sie mir den Boden unter den Füssen weggerissen hat. Ich wollte immer Kinder und ja, für mich gehören sie zu meinem Lebensglück dazu. Sind aber natürlich nicht der einzige Faktor.
Mich macht es auch wirklich glücklich mit meinen Kindern Zeit zu verbringen, wobei ich weniger gern mit Spielzeug spiele, aber dafür eben andere Sachen mit ihnen mache. Trotzdem muss ich auch irgendwie "ich selbst" bleiben, also meinen Hobbies (praktischerweise ist eins davon auch mein Beruf) und Interessen nachgehen, und meine Partnerschaft pflegen, denn ich bin ziemlich sicher, dass meine Kinder mich zwar immer *auch* glücklich machen werden, aber ich wäre als Alleinerziehende wohl deutlich weniger glücklich, als ich es jetzt bin.
Serafinchen
4537 Beiträge
18.02.2015 20:20
Zitat von Winterkinder:

Gibt es tatsächlich sooviele Kinder, die 12 Std. am Tag im Kindergarten sind? Für mich hiess "ganztags" da eigentlich immer 8-9 Stunden. Mir persönlich (für MEEEEINE Familie) wäre das eh auch zuviel, weil es einfach nicht nötig ist, aber 12 Stunden kenne ich so gar nicht.
Weder finde ich meine grösste Erfüllung in der Arbeit (oder brauche die Arbeit unbedingt als Ausgleich), noch ist es finanziell notwendig, daher sehe ich keinen Grund sie so lange wie möglich im Kindergarten zu lassen.

Ich kann aber einsehen, dass es anderen anders geht. Manche müssen es einfach, weil sie anders nicht richtig über die Runden kommen und nicht vom Staat abhängig sein wollen. Andere brauchen es, um nicht völlig verrückt zu werden. Für mich reicht es als Ausgleich meine Kamera zu schnappen und mal eine halbe Stunde bis Stunde in den Wald zu verschwinden. Oder schwimmen zu gehen. Oder einfach mal den Papa abends machen zu lassen und ich setze mir die Kopfhörer auf die Ohren und höre laute Musik. So laut, dass es die Kinder übertönt. Anderen reicht das nicht. Andere haben vielleicht auch einen grösseren Bedarf an sozialen Kontakten zu Menschen, die man nicht aus Spielgruppe, dem Spielplatz o.ä. kennt. Ich denke, die glücklichsten Kinder sind immer noch die mit glücklichen Müttern/Eltern. So ganz generell denke ich auch, dass die Qualität der miteinander verbrachten Zeit wesentlich wichtiger ist als die Quantität.
Eine Mama, die den ganzen Tag zu Hause ist und nur putzt und ihren eigenen Interessen nachgeht nützt einem Kind sicher weniger als eine Mama, die zwar nur 2 Stunden Zeit hat, diese aber intensiv mit dem Kind nutzt (1 Std. Spielplatz, 30 Minuten drinnen spielen/basteln und 30 Minuten für's Essen, umziehen und Gutenachtgeschichte vorlesen...z.B. ). Ich kenne tatsächlich Hausfrauen, die sich NICHT am Tag insgesamt 2 Stunden richtig mit ihren Kindern beschäftigen.

In den Kindergarten gingen unsere erst mit 3,5 Jahren. Und die Grosse musste ich dann sogar noch wieder rausnehmen. Sie ging dann bis zur Vorschule (5,5 Jahre) nur zweimal wöchentlich in eine Spielgruppe.

Zum Abgeben: Seit meine Grosse 5 Monate alt war, sind Schatz und ich abends jeden zweiten Monat Essen oder ins Kino o.ä. gegangen. Immer um 21 Uhr los und bis Mitternacht zurück, denn gegen 0:30 wurde sie wach. So hat die Kleine nichtmal mitbekommen, dass wir weg waren. Hat immer geklappt.
Ab 2,5 Jahren war sie auch mal über Nacht weg.
Die Kleine konnte im ersten Lebensjahr überhaupt nicht fremdbetreut werden, weil sie Stillkind war. Danach hat aber auch mal die Tante, Oma oder Uroma für ein Stündchen aufgepasst. Und ja, das haben wir dann auch genossen und wenn es bloss zum Lebensmitteleinkauf war.

Jetzt sind beide "gross", 5 und 8 Jahre alt. Sie besuchen regelmässig die Uroma (Oma und Opa leider weniger, weil beide vollzeit in Schichten und auch an Wochenenden arbeiten). Immer für 3-5 Stunden am Stück. Sie lieben das. Daher kann ich daran nichts falsches finden. Über Nacht sind sie sehr selten irgendwo. Der Uroma (inzwischen 80 Jahre alt) möchten wir das nicht zumuten und die Grosseltern arbeiten wie gesagt. Unsere Grosse mag auch gar nicht woanders übernachten, und das ist auch okay so. Wenn wir mal weg wollen für eine Nacht, kommt aber gern mal jemand her, der bei UNS aufpasst, das ist dann auch für die Kids in Ordnung.

Zum Glück: ich wäre nicht glücklich, wenn ich keine Kinder bekommen könnte. Das weiss ich, weil ich diese Diagnose hatte und sie mir den Boden unter den Füssen weggerissen hat. Ich wollte immer Kinder und ja, für mich gehören sie zu meinem Lebensglück dazu. Sind aber natürlich nicht der einzige Faktor.
Mich macht es auch wirklich glücklich mit meinen Kindern Zeit zu verbringen, wobei ich weniger gern mit Spielzeug spiele, aber dafür eben andere Sachen mit ihnen mache. Trotzdem muss ich auch irgendwie "ich selbst" bleiben, also meinen Hobbies (praktischerweise ist eins davon auch mein Beruf) und Interessen nachgehen, und meine Partnerschaft pflegen, denn ich bin ziemlich sicher, dass meine Kinder mich zwar immer *auch* glücklich machen werden, aber ich wäre als Alleinerziehende wohl deutlich weniger glücklich, als ich es jetzt bin.
Einrichtung meiner Tochter hat von 7-16.30 geöffnet, die in der ich arbeite von 7.30- 16.30 also so 8-9 Stunden ist bei uns normal, von 12 Stunden hab ich noch noe gehört.... Selbst in einer 24h Kita sind doch so 9h normal.
19.02.2015 10:19
Zitat von Sensana:

Zitat von silbermarie:

Mit der Zeit stumpfen die Kinder ab und weinen nicht mehr.
Da gibt es auch Thesen, die einen Zusammenhang zwischen dieser frühkindlichen emotionalen Abstumpfung und der Neigung der Menschen aus den neuen Bundesländern zu politischen Extremen (links/rechts) sehen.
Übrigens ist für mich allein die Behauptung "Es hat uns nicht geschadet" schon das erste Anzeichen eines Schadens (genau, wie wenn das jemand zu Ohrfeigen sagt - denn so eine Aussage weist ja auf ein gestörtes Verhältnis zum Diskussionssubjekt hin)

Ein ähnliches System der frühkindlichen, physischen und emotionalen Trennung vom Elternhaus hat man zu NS-Zeiten angewandt, um abgestumpfte und damit leicht steuerbare Menschen heranzuzüchten. Mit nachweislichem Erfolg.
Und auch die DDR hat garantiert nicht aus liebevoll-pädagogischen Gründen die frühestmögliche, staatliche Betreuung ihrer Kinder angestrebt. Je früher man ein Kind aus seiner natürlichen Umgebung herausreißt, desto einfacher kann man in seinem Seelenleben herummanipulieren.
Jede Zeit hatte da ihre anderen Motive. Heute geht's vor allem um Anpassung und Wirtschaftlichkeit.


Ich finde deine Theorien recht abenteuerlich. Aber vielleicht gebe ich dir mal ein anderes Beispiel. Ich komme aus den neuen Bundesländern und bin mit 8 Monaten in die Krippe gekommen. Nach Schule etc. bin ich für ein BA Studium in den Westen gezogen. Da es einen Technikanteil gab war die Frauenquote eher gering (nur 7 Mädels). Von diesen 7 Mädchen kam 5 aus den neuen Bundesländern und 2 aus der Stadt in der das Studium war. Keine ist aus den alten Bundesländern für dieses Studium umgezogen. Woran kann das nur liegen? Vielleicht weil die Kinder im Osten nicht von Hellikopter Eltern ihrer Eigenständigkeit beraubt wurden?

Ich liebe meine Mutter sehr und sie hat mir eine wunderschöne Kindheit bereitet. Aber ich brauche sie nicht um mein eigenes Leben zu meisten. Das verdanke ich dem System in der DDR


Mal anders gefragt: Hätte es in deinem Heimatort deinen Wunschstudienplatz gegeben und du hättest ihn bekommen, hättest du trotzdem unbedingt umziehen wollen?

Von meinen ehemaligen Schulkameraden (alles verwöhnte Wessis, wo die Mütter z.T. überhaupt gar nicht arbeiten gingen) lebt fast gar keiner mehr hier in der Region, oder sie kamen erst mit Abschluss des Studiums oder der Ausbildung wieder zurück.

Tatsächlich stellt doch gerade in den neuen Bundesländern die hohe Abwanderung ein riesiges Problem dar. Es würde den Regionen ja eher helfen, wenn mehr Menschen bleiben würden. Aber viele kommen nach Westdeutschland zum lernen und studieren - aber wir Wessis sind ja schon im Westen, wo sollen wir denn hinziehen? Das ist bei uns ja gar nicht erforderlich

Die Theorien hab ich mir alle nicht ausgedacht. Es gibt weitreichende Untersuchungen über die Spätfolgen der frühkindlichen DDR-Krippenerziehung, besonders hervorzuheben sind dabei die Arbeiten von Agathe Israel (ostdeutsche Psychoanalytikerin) und Ingrid Kertz-Rühling.

Hier eine kurze Zusammenfassung davon

und hier eine ausführlichere

Sehr lesenswert.
Mel-Ann
5658 Beiträge
19.02.2015 11:31
Zitat von silbermarie:

Zitat von Pippa.tree:

Zitat von silbermarie:

Zitat von Marf:

...


Falsch ist daran, dass es immer Kinder gibt, die durchs Raster fallen und keine Lobby bekommen. Sensible Kinder werden oft nicht als sensibel akzeptiert, sondern als "verhätschelt" bezeichnet und "da muss er/sie sich dran gewöhnen"... Nee, muss er nicht!
Er muss nichts, was ihm Angst macht, besonders nicht im frühkindlichen Alter, wo er es noch gar nicht richtig einordnen kann.

Es ist aber nachweislich so, dass sich Kinder, wenn sie zu Hause Urvertrauen erlernen durften und ihnen genug Zeit gegeben wurde, sich selbständig ein Stück weit abzunabeln, später zu viel selbstsichereren Menschen entwickeln.
Wenn aber ein kleines Kind nur sieht, dass es nicht mal seinen Eltern vertrauen kann, weil sie es zu Dingen zwingen, die ihm Angst machen (Stichwort "Da muss er/sie durch, ob es ihm/ihr gefällt oder nicht"), dann ist das für dieses Kind erst mal nur Verrat und Vertrauensbruch.
Denn in dem Alter kapiert kein Kind Beweggründe wie "Ich muss meinen guten Arbeitsplatz erhalten". Es sieht nur: Mama bringt mich gegen meinen Willen weg und ob ich weine und schreie, ist ihr egal.
Sorry, aber so entwickelt man kein gesundes Selbstwertgefühl, sondern nur Angst und/oder Aggressionen gegen seine Umwelt.
Man lernt nicht, miteinander auszukommen, sondern gegeneinander zu kämpfen, und was man auch schnell lernt ist, dass die Stärkeren und Hübscheren immer gewinnen und für die anderen kein Arsch den Finger krumm macht. So dass man so richtig schön vom Kleinkindalter an lernt, auf der Verliererseite des Lebens zu stehen. Ganz toll.
Muss ich nicht haben. Mein Kind würde, so, wie er jetzt ist, in einer Krippe zerbrechen.


Es muss ja auch kein Kind in die Krippe, das ist ja garnicht meine Intention.
Warum auch?
Aber andersherum ist deine These schon recht gewagt. Fast jedes Kind aus meinem Bekanntenkreis hat zu Beginn der Krippe/KiGa geweint oder wollte nicht. Dann behaupte ich mal daraus schließen zu können, dass das bei vielen so ist und das früher auch schon so war. Dann müssten aber ziemlich viele Ostkinder arge Aggressionen und kein Vertrauen mehr haben....


Mit der Zeit stumpfen die Kinder ab und weinen nicht mehr.
Da gibt es auch Thesen, die einen Zusammenhang zwischen dieser frühkindlichen emotionalen Abstumpfung und der Neigung der Menschen aus den neuen Bundesländern zu politischen Extremen (links/rechts) sehen.
Übrigens ist für mich allein die Behauptung "Es hat uns nicht geschadet" schon das erste Anzeichen eines Schadens (genau, wie wenn das jemand zu Ohrfeigen sagt - denn so eine Aussage weist ja auf ein gestörtes Verhältnis zum Diskussionssubjekt hin)

Ein ähnliches System der frühkindlichen, physischen und emotionalen Trennung vom Elternhaus hat man zu NS-Zeiten angewandt, um abgestumpfte und damit leicht steuerbare Menschen heranzuzüchten. Mit nachweislichem Erfolg.
Und auch die DDR hat garantiert nicht aus liebevoll-pädagogischen Gründen die frühestmögliche, staatliche Betreuung ihrer Kinder angestrebt. Je früher man ein Kind aus seiner natürlichen Umgebung herausreißt, desto einfacher kann man in seinem Seelenleben herummanipulieren.
Jede Zeit hatte da ihre anderen Motive. Heute geht's vor allem um Anpassung und Wirtschaftlichkeit.


Okay.
Ich sehe es ein.
Die Diskussion ist natürlich schon 100km weiter.
Aber Deine historischen Thesen finde ich doch ganz schön gewagt, so einfach in den Raum geschmissen.
Also erstmal der versteckte Vorwurf, alle Menschen, die in der DDR groß geworden wären, wären abgestumpft und manipulierbar?! Weil sie mit einem Jahr in Fremdbetreuung waren? Ja, okay. Ich würde meinen Sohn jetzt auch nicht mit 1 Jahr in Fremdbetreuung geben. Wir haben diesen Luxus zum Glück, dass wir das nicht müssen. Und ich bin gewiss kein DDR-Fan. Aber da lehnst Du Dich echt arg weit aus dem Fenster, sorry. Ist ganz schön frech gegenüber allen Mitteldeutschen.

Und historisch gesehen hat die frühe Fremdbetreuung in der NS-Zeit eine extrem untergeordnete Rolle gespielt, da sie mit dem NS Frauen- und Familienbild wenig vereinbar war. Die Manipulation der Kinder zu möglichst früher Zeit - klar. Aber doch nicht, indem man sie mit 1 Jahr in Krippen gab.
Und in der DDR waren die Beweggründe für frühe Kinderbetreuung ganz ähnlich wie heute: wirtschaftlicher Art. Fachkräftemangel, Wunsch nach Wirtschaftswachstum, um es mal ganz kurz zu machen.
Ja, ich weiß. Darum geht es hier nicht. Aber da haben sich mir beim Lesen doch gerade echt mal die Fußnägel gekringelt, um Deinen Ausdruck zu benutzen...Nix für ungut.
19.02.2015 11:33
Zitat von Mel-Ann:

Zitat von silbermarie:

Zitat von Pippa.tree:

Zitat von silbermarie:

...


Es muss ja auch kein Kind in die Krippe, das ist ja garnicht meine Intention.
Warum auch?
Aber andersherum ist deine These schon recht gewagt. Fast jedes Kind aus meinem Bekanntenkreis hat zu Beginn der Krippe/KiGa geweint oder wollte nicht. Dann behaupte ich mal daraus schließen zu können, dass das bei vielen so ist und das früher auch schon so war. Dann müssten aber ziemlich viele Ostkinder arge Aggressionen und kein Vertrauen mehr haben....


Mit der Zeit stumpfen die Kinder ab und weinen nicht mehr.
Da gibt es auch Thesen, die einen Zusammenhang zwischen dieser frühkindlichen emotionalen Abstumpfung und der Neigung der Menschen aus den neuen Bundesländern zu politischen Extremen (links/rechts) sehen.
Übrigens ist für mich allein die Behauptung "Es hat uns nicht geschadet" schon das erste Anzeichen eines Schadens (genau, wie wenn das jemand zu Ohrfeigen sagt - denn so eine Aussage weist ja auf ein gestörtes Verhältnis zum Diskussionssubjekt hin)

Ein ähnliches System der frühkindlichen, physischen und emotionalen Trennung vom Elternhaus hat man zu NS-Zeiten angewandt, um abgestumpfte und damit leicht steuerbare Menschen heranzuzüchten. Mit nachweislichem Erfolg.
Und auch die DDR hat garantiert nicht aus liebevoll-pädagogischen Gründen die frühestmögliche, staatliche Betreuung ihrer Kinder angestrebt. Je früher man ein Kind aus seiner natürlichen Umgebung herausreißt, desto einfacher kann man in seinem Seelenleben herummanipulieren.
Jede Zeit hatte da ihre anderen Motive. Heute geht's vor allem um Anpassung und Wirtschaftlichkeit.


Okay.
Ich sehe es ein.
Die Diskussion ist natürlich schon 100km weiter.
Aber Deine historischen Thesen finde ich doch ganz schön gewagt, so einfach in den Raum geschmissen.
Also erstmal der versteckte Vorwurf, alle Menschen, die in der DDR groß geworden wären, wären abgestumpft und manipulierbar?! Weil sie mit einem Jahr in Fremdbetreuung waren? Ja, okay. Ich würde meinen Sohn jetzt auch nicht mit 1 Jahr in Fremdbetreuung geben. Wir haben diesen Luxus zum Glück, dass wir das nicht müssen. Und ich bin gewiss kein DDR-Fan. Aber da lehnst Du Dich echt arg weit aus dem Fenster, sorry. Ist ganz schön frech gegenüber allen Mitteldeutschen.

Und historisch gesehen hat die frühe Fremdbetreuung in der NS-Zeit eine extrem untergeordnete Rolle gespielt, da sie mit dem NS Frauen- und Familienbild wenig vereinbar war. Die Manipulation der Kinder zu möglichst früher Zeit - klar. Aber doch nicht, indem man sie mit 1 Jahr in Krippen gab.
Und in der DDR waren die Beweggründe für frühe Kinderbetreuung ganz ähnlich wie heute: wirtschaftlicher Art. Fachkräftemangel, Wunsch nach Wirtschaftswachstum, um es mal ganz kurz zu machen.
Ja, ich weiß. Darum geht es hier nicht. Aber da haben sich mir doch gerade echt mal die Fußnägel gekringelt, um Deinen Ausdruck zu benutzen...Nix für ungut.


Ich habe diese Theorien nicht erfunden, schau dir unbedingt mal die Links im Beitrag über dir an.
Natürlich hat diese frühe Fremdbetreuung nicht bei jedem einen gravierenden Schaden hinterlassen, aber einige Dinge treten wohl häufig/symptomatisch insbesondere bei Menschen aus den neuen Bundesländern auf, die noch zu DDR-Zeiten sehr früh in Krippen gegeben wurden.
Mel-Ann
5658 Beiträge
19.02.2015 11:43
Da ich eine zeitlang mal Entwicklungspsychologie studiert habe, kenne ich diese Bindungstheorien. Ich halte sie auch nicht prinzipiell für falsch. (Allerdings habe ich zu den meisten dieser Studien auch schon Gegenstudien gefunden, die genau das Gegenteil besagen. Erfahrungsgemäß erbringen psychologische Studien erschreckend häufig genau das Ergebnis, dass ihre Veranlasser erwarten ). Deswegen aber gleich der gesamten Ostbevölkerung Charakterschwäche vorzuwerfen - naja, das finde ich sehr überzogen und das sehe ich auch nicht wissenschaftlich erwiesen!
Prinzipiell aber nix gegen eine schöne Diskussion über Entwicklungspsychologie, warum nicht - auch wenn das ganze einfach zu ideologisch gefärbt ist, für mich, als das ich es gänzlich unkritisch hinnehmen könnte, wenn mal wieder jmd. eine Studie veröffentlicht, die GANZ EINDEUTIG These A/B/C belegt.
Aber eigentlich gestört haben mich echt die nach meiner bisherigen Quellenkenntnis so nicht belegbaren historischen Aussagen. Da bin ich halt ganz Korintenkacker. Zu viele Lehrergene, fürchte ich.
Blancanieves
2206 Beiträge
19.02.2015 22:21
Ich denke mal, dass es ab und an einfach gut tut, sich mal eben Zeit fuer sich zu nehmen.
Ich denke, man ist, wenn man Kinder hat nicht nur Mutter. Man is ja auch eben noch: Schwester, Tochter, Ehefrau, Kollegin, man selbst. Man sollte nicht nur in der einen Dimension denken. Dennoch hat man es sich bewusst zu machen, dass ein Kind eben viel Zeit und Aufmerksamkeit von der Mutter beansprucht.
imo2009
16543 Beiträge
04.03.2015 21:35
TS .das seh ich genauso
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