Mütter- und Schwangerenforum

Abschaffung der Bundesjugendspiele

Gehe zu Seite:
06.07.2015 08:02
Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.
06.07.2015 08:15
Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.


Danke für diese Zusammenfassung, kann ich mir das Tippen sparen. Ich schließe mich dir 100% an.
Seramonchen
37809 Beiträge
06.07.2015 08:16
Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.


Echt jetzt? Na auf dieser Basis muss man sich nicht weiter darüber unterhalten

zuckerlie
15684 Beiträge
06.07.2015 08:24
Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.


Echt jetzt? Na auf dieser Basis muss man sich nicht weiter darüber unterhalten


Wie gesagt, ich war keine Sportskanone, bin aber trotzdem gegen eine Abschaffung
Seramonchen
37809 Beiträge
06.07.2015 08:42
Zitat von zuckerlie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.


Echt jetzt? Na auf dieser Basis muss man sich nicht weiter darüber unterhalten


Wie gesagt, ich war keine Sportskanone, bin aber trotzdem gegen eine Abschaffung


Damit fällst du aus Maries Raster Ich finde es schon recht unverschämt, auch den Beisatz "durchaus verständlicherweise", so etwas zu behaupten. Klingt so wie: Was können die armen intelligenten und unsportlichen leidenden Kinder dafür, dass die blöden Sportskanonen sonst nix leisten. Komischerweise ist mein sportliches Kind am Freitag in einem Theaterstück aufgetreten und hatte auf dem letzten zeugnis nur 1er und 2er Scheint also Menschen zu geben, die verschiedene Talente vereinen und frecherweise auch noch Spaß an den BJS haben.
06.07.2015 08:51
*reinhusch*
wenn das verallgemeinern aufhören würde, könnte man auch sachlich diskutieren
solange davon ausgegangen wird, dass ALLE schulen BJS mitmachen und sich ALLE schulen dabei mies anstellen und dass ALLE Sportlehrer murks verzapfen, etc. pp. - ist ein austausch nicht möglich
*raushusch*
LIttleOne13
26290 Beiträge
06.07.2015 09:43
Zitat von Viala:

*reinhusch*
wenn das verallgemeinern aufhören würde, könnte man auch sachlich diskutieren
solange davon ausgegangen wird, dass ALLE schulen BJS mitmachen und sich ALLE schulen dabei mies anstellen und dass ALLE Sportlehrer murks verzapfen, etc. pp. - ist ein austausch nicht möglich
*raushusch*


06.07.2015 09:53
Zitat von Seramonchen:

Zitat von zuckerlie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

...


Echt jetzt? Na auf dieser Basis muss man sich nicht weiter darüber unterhalten


Wie gesagt, ich war keine Sportskanone, bin aber trotzdem gegen eine Abschaffung


Damit fällst du aus Maries Raster Ich finde es schon recht unverschämt, auch den Beisatz "durchaus verständlicherweise", so etwas zu behaupten. Klingt so wie: Was können die armen intelligenten und unsportlichen leidenden Kinder dafür, dass die blöden Sportskanonen sonst nix leisten. Komischerweise ist mein sportliches Kind am Freitag in einem Theaterstück aufgetreten und hatte auf dem letzten zeugnis nur 1er und 2er Scheint also Menschen zu geben, die verschiedene Talente vereinen und frecherweise auch noch Spaß an den BJS haben.


Aber so, wie ich das verstehe, muss deine Tochter für die 1er und 2er außer im Sport ziemlich ranklotzen, oder?
Ich meine, die Gegenargumentation klingt auch wie: Was können die armen Sportskanonen für die faulen und unmotivierten Fettklopse?
-> Was ist da jetzt argumentativ besser dran?

Ansonsten verweise ich auf Punkt 9:

Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens.


Wenn deine Tochter Spaß an den BJS hat, ist das super für sie und sie wäre bestimmt eine von denen, die freiwillig teilnehmen würden. Da bekäme sie ihre Urkunde, hätte Spaß dabei und alles wäre in Butter - und andere müssten sich nicht zum Affen machen, damit deine Tochter und ein paar Andere ihren Spaß haben können.

Ansonsten hätte ich mir Gesangswettbewerbe für alle gewünscht, öffentliches Solosingen für jeden vor der ganzen Schule, da hätte ich dann auch Urkunden abgestaubt und mir eins über die Schiefsänger grinsen können, die wahrscheinlich schon 5 Nächte vor der Veranstaltung Brechdurchfall bekommen.
Seramonchen
37809 Beiträge
06.07.2015 10:13
Zitat von silbermarie:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von zuckerlie:

Zitat von Seramonchen:

...


Wie gesagt, ich war keine Sportskanone, bin aber trotzdem gegen eine Abschaffung


Damit fällst du aus Maries Raster Ich finde es schon recht unverschämt, auch den Beisatz "durchaus verständlicherweise", so etwas zu behaupten. Klingt so wie: Was können die armen intelligenten und unsportlichen leidenden Kinder dafür, dass die blöden Sportskanonen sonst nix leisten. Komischerweise ist mein sportliches Kind am Freitag in einem Theaterstück aufgetreten und hatte auf dem letzten zeugnis nur 1er und 2er Scheint also Menschen zu geben, die verschiedene Talente vereinen und frecherweise auch noch Spaß an den BJS haben.


Aber so, wie ich das verstehe, muss deine Tochter für die 1er und 2er außer im Sport ziemlich ranklotzen, oder?
Ich meine, die Gegenargumentation klingt auch wie: Was können die armen Sportskanonen für die faulen und unmotivierten Fettklopse?
-> Was ist da jetzt argumentativ besser dran?

Ansonsten verweise ich auf Punkt 9:

Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens.


Wenn deine Tochter Spaß an den BJS hat, ist das super für sie und sie wäre bestimmt eine von denen, die freiwillig teilnehmen würden. Da bekäme sie ihre Urkunde, hätte Spaß dabei und alles wäre in Butter - und andere müssten sich nicht zum Affen machen, damit deine Tochter und ein paar Andere ihren Spaß haben können.

Ansonsten hätte ich mir Gesangswettbewerbe für alle gewünscht, öffentliches Solosingen für jeden vor der ganzen Schule, da hätte ich dann auch Urkunden abgestaubt und mir eins über die Schiefsänger grinsen können, die wahrscheinlich schon 5 Nächte vor der Veranstaltung Brechdurchfall bekommen.


Nein sie muss weder in Musik, noch in Kunst oder in Nawi groß ranklotzen

Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich die Freiwilligkeit durchaus gut finden würde aber ihr habt ja immer nach Abschaffung gerufen und sorry, aber ich habe nur auf deine Aussage geantwortet und die fand ich einfach unter der Gürtellinie. ich habe mich hier nie hingestellt und gesagt, alle die gegen die BJS sind, sind zu blöd um Sport zu machen

Und noch mal: Bei den BJS stehen nicht 1.000 Schüler rundherum und schauen zu wie du den Weitsprung in den Sand setzt (kleines Wortspiel). Jeder ist an anderen Stationen und viel mit sich selbst beschäftigt.

Die Antwort auf Punkt 9 ist für mich übrigens nur ein Umschiffen einer richtigen Antwort und keine richtige Aussage.
Marf
29939 Beiträge
06.07.2015 10:44
Zitat von silbermarie:

Großartig, sie ist so ziemlich auf jedes Argument eingegangen, das hier pro Jugendspiele gefallen ist, und hat es entkräftet

Besonders hervorhebenswert finde ich folgende Absätze:

Zitat:
4. Das Leben ist nun mal ein Wettkampf. Und kein Ponyhof.

Das verstehe ich so: die Härte des Lebens soll sich auch im Sport wiederspiegeln? Sollte der Sport nicht eher ein Ausgleich zum ständigen Druck sein, dem schon unsere Kinder ausgesetzt sind?


Zitat:
6. Man muss nur trainieren, dann hat man auch Erfolgserlebnisse.

Nun ja. Also zum einen werden viele Schüler am Tag der Bundesjugendspiele einfach auf den Sportplatz gestellt und sollen dann etwas können, was im ganzen Jahr nicht trainiert wird. Zum anderen haben die Kinder unterschiedliche Talente, verschieden lange Beine, einen jeweils anderen Körperbau. Verbessern kann man sich bestimmt durch Training – aber dann machen die starren Bewertungstabellen nach Alter keinen Sinn, mit denen die Kinder gemessen werden. Sollten wir nicht eher Fortschritte loben als das Gefühl zu festigen, ein „Minderleister“ zu sein?


Zitat:
8. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen, die kommen später nie im Job zurecht!

Moment mal. Kinder nicht einer öffentlichen Demütigung aussetzen zu wollen (und zwar doppelt: zuerst beim Sport selbst und dann bei der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse) ist etwas ganz anderes als Kinder in Watte packen zu wollen.


Zitat:
9. Nur weil ein paar Kinder das nicht toll finden, müssen wir doch nicht allen den Spaß verderben!

Vorsichtig geschätzt folgere ich aus dem Umfragen im Anschluss an die Petition, dass 10-15% der Schüler bei den Bundesjugendspielen richtiggehend leiden. Kehren wir also das Argument einmal um: Nur weil sich 15% richtig toll dabei fühlen und 70% der Sache gleichgültig gegenüberstehen, müssen andere leiden? Das kann’s doch auch nicht sein. Also plädiere ich für Freiwilligkeit bei der Teilnahme als Minimalkonsens


Ich persönlich bleibe nach wie vor bei meiner Überzeugung, dass diejenigen, die sich so vehement für die BJS einsetzen, oftmals selbst zu denen gehören, die nur im Sport mit erwähnenswerten Leistungen glänzen könnten, oder für deren Kinder das zutrifft und die nun (durchaus verständlicherweise) Angst haben, dass den Kindern nun diese einzige Möglichkeit genommen wird, ohne großartige Anstrengung mal etwas leisten zu können und gelobt zu werden.

Finde ich nicht.Die Argumente kann die Proseite sehr wohl entkräftigen.Jedoch ist es mir zu doof das Ganze noch weiter zu diskutieren.
.....andersherum....alle die in den Theoretischen Fächer gut sind,sind sportliche Looser und haben überehrgeizige Eltern die eine schlechte Note nicht verkraften .
Ich ziehe wieder meine Kinder und deren Freunde heran,den sie sind in der Schule,haben BJS ,also darf ich,zumindest für unsere nähere Umgebung,aus dem Nähkasten plaudern.
Da hat jedes Kind gewisse Schwächen in den anderen Fächer, doch zum Glück sind hier die Talente und der Spaß weiter gestreut wie du es wohl erlebt hast.Schade eigentlich,du kannst etwas nicht und schon ist es dumm.Das sind wir wohl schon weiter.
Keiner dort hat Angst vor den BJS,sie üben alle kräftig und sind motiviert.Eventuell weil die Lehrkräfte und die Eltern nicht vor allem weglaufen was etwas Mühe erfordert und sie den Sport nicht nur auf Schwitzen,Anstrengung oder als hirnlose Tätigkeit sehen.
Und nochmal...es gibt sehr wohl in theoretischen Fächer ein 'Zusschaustellung',mit Benotung....außer wir sind die einzige Schule die Referate,Besprechungen,Aufführungen etc. hat die vor allen Kinder und sogar zum Teil den Eltern gemacht werden.
....war zumindest jetzt am 1.7. hier der Fall,Kunst,Musik. ...und ist am Freitag wieder,diesmal in MSK,eine Waldolympiade.Alles mit Benotung,die Eltern sind dazu herzlich eingeladen.
Und da die Kinder es gewohnt sind sich zu präsentieren sind sie den Bundesjugendspielen gegenüber offen.....vielleicht der bessere Ansatz als immer nur gegen Dinge zu wettern die einem fremd sind.
Marf
29939 Beiträge
06.07.2015 10:54
Zitat von Viala:

*reinhusch*
wenn das verallgemeinern aufhören würde, könnte man auch sachlich diskutieren
solange davon ausgegangen wird, dass ALLE schulen BJS mitmachen und sich ALLE schulen dabei mies anstellen und dass ALLE Sportlehrer murks verzapfen, etc. pp. - ist ein austausch nicht möglich
*raushusch*

zustimm
Dreamgate
35240 Beiträge
06.07.2015 11:00
Ich habe jetzt nicht alles gelesen...

Ich bin für eine Abschaffung bzw. dafür das man die Wahl hat ob man an dem Tag Sport machen möchte oder lieber Unterricht.

Ich wäre froh gewesen, hätte ich die Wahl gehabt...

Ich habe es gehasst und die letzten 2-3 Jahre meiner Schulzeit immer diesen Tag geschwänzt(und ich war nicht die einzige)...
06.07.2015 11:17
Marf, ich weiß, die Diskussion ist sinnlos, weil du genau so keinen Millimeter von deinem Standpunkt abrücken wirst, wie ich (und nein, es ist nicht dumm, nur weil ich es nicht kann - dann müsste ich Mathe und Chemie auch dumm finden, denn ich kann das auch nicht) - ich bleibe bei dir nur immer an einer Aussage hängen:

Zitat:
Keiner dort hat Angst vor den BJS,sie üben alle kräftig und sind motiviert.


Woher willst du das wissen? Hast du übersinnliche Kräfte und kannst in die Psyche aller Kinder an der Schule schauen?
Das glaube ich kaum. Diese Aussage ist so falsch, wie pauschal zu sagen "Alle Kinder gehen gern auf Klassenfahrt". Nur, weil man es selbst lustig fand und die eigenen Kinder auch, heißt das nicht, dass alle Kinder Spaß dran haben.
Und dass angeblich alle fleißig trainieren, muss auch nichts mit Spaß zu tun haben. Es gibt auch so etwas wie Gruppenzwang und das Bedürfnis - da haben wir es wieder - sich nicht vor seinen Freunden vollkommen zu blamieren.
Du weißt nicht, ob sich bei euch jedes Kind auf die BJS freut. Es hängt nicht jedes Kind an die große Glocke, im Gegenteil, viele schämen sich dafür. Aber ich habe den Eindruck, die Bedürfnisse dieser Kinder findest du absolut lächerlich.
Marf
29939 Beiträge
06.07.2015 11:59
Zitat von silbermarie:

Marf, ich weiß, die Diskussion ist sinnlos, weil du genau so keinen Millimeter von deinem Standpunkt abrücken wirst, wie ich (und nein, es ist nicht dumm, nur weil ich es nicht kann - dann müsste ich Mathe und Chemie auch dumm finden, denn ich kann das auch nicht) - ich bleibe bei dir nur immer an einer Aussage hängen:

Zitat:
Keiner dort hat Angst vor den BJS,sie üben alle kräftig und sind motiviert.


Woher willst du das wissen? Hast du übersinnliche Kräfte und kannst in die Psyche aller Kinder an der Schule schauen?
Das glaube ich kaum. Diese Aussage ist so falsch, wie pauschal zu sagen "Alle Kinder gehen gern auf Klassenfahrt". Nur, weil man es selbst lustig fand und die eigenen Kinder auch, heißt das nicht, dass alle Kinder Spaß dran haben.
Und dass angeblich alle fleißig trainieren, muss auch nichts mit Spaß zu tun haben. Es gibt auch so etwas wie Gruppenzwang und das Bedürfnis - da haben wir es wieder - sich nicht vor seinen Freunden vollkommen zu blamieren.
Du weißt nicht, ob sich bei euch jedes Kind auf die BJS freut. Es hängt nicht jedes Kind an die große Glocke, im Gegenteil, viele schämen sich dafür. Aber ich habe den Eindruck, die Bedürfnisse dieser Kinder findest du absolut lächerlich.

Den Eindruck habe ich weil wir hier eine kleine Grundschule haben wo jeder sich kennt.Der Großteil dieser Kinder geht ein und aus bei uns und ich höre was sie berichten.
Und es sind wirklich keine dabei die jammern wegen des Sports.Die beschweren sich das es anstrengend ist,das sie Muskelkater haben.Also nix was gleich eine Abschaffung nötig macht.
Die 'Guten' üben mit den Schwächeren und freuen sich mit ihnen wen diese besser werden.Klar wird ein beknackter Wurf oder Sprung bekichert....aber das lauft nicht unter Mobbing.(Und ich erwähne das Üben weil du sagtest das man das ja nicht macht vor den Spielen....du siehst,man hat es bei dir nicht gemacht.Hier ist es aber so üblich.)
So wie sie sich auch in den anderen Bereichen helfen.In Altersgemischten Klassen ist das Alltag und die Kinder legen da viel Wert darauf das es fair zugeht.
Ich urteile nicht über das befinden der Kinder oder finde es lächerlich. Ich berichte das was ich hier,an unserer Schule,sehe und höre. Du hast doch diese Einblicke nicht wie der Unterricht heute geführt wird an Grundschulen oder lebst den Alltag mit Schulkindern.
Und so leid es mir tut....anscheinend verfügen wir hier über Lehrer und Mitschüler die den Gemeinschaftssinn des Sports begriffen haben.Und nicht nur die Sportskanonen neee,auch recht kluge Kinder gibt es hier, die Sport mögen und gerne hingehen.
Wir haben sogar ein Mädel mit verwachsener Hüfte, und einen fast blinden Jungen ,beide machen mit,in ihrem Rahmen und Tempo.Keiner lacht da.Und beide sind Stolz wenn sie ihre Urkunden und Noten bekommen.
Übrigens werden die nicht,wie schon oft gesagt,öffentlich bekanntgegeben. Ist ja kein Abitur. Das erzählen sich die Knirpse untereinander selber,egal um welches Fach es geht.
Du hingegen hast schlechte Erfahrungen gemacht aufgrund der Lehrer,der Mitschüler,aber sicherlich nicht aufgrund des Faches.Das kann ja nix dafür wenn es einem nicht liegt.
Genauso wie das auch für Sprachen,Musik oder Naturwissenschaften gilt.Da aber spricht keiner von Freiwilligkeit oder gar Abschaffung weil das Kind deswegen nen Knacks bekommen könnte. Und da sehe ich viel eher ein Problem ,weil diese Hauptfächer stundenmäßig öfters unterrichtet werden und deswegen die Kinder tagtäglich da durch müssen.

.
Es ist dir ja freigestellt dein Kind an diesem einen Tag daheim zu lassen.Diese Option besteht ja.Und wer weiß, vielleicht übernimmt dein Kind deine Altlasten nicht und hat Freude am Sport.Und macht all diese Überlegungen nutzlos.
Sommerkind
9169 Beiträge
06.07.2015 12:46
Zitat von LIttleOne13:

*mal wieder Öl ins Feuer schütte*

Hier legt die Erstellerin der Petition ihre Intention dar: http://mama-arbeitet.de/standpunkt/10-fragen-und-a ntworten-zu-bundesjugenspiele-abschaffen


Ich stimme in allen Punkten mit ihr überein, top Statement!
Gehe zu Seite:
  • Dieses Thema wurde 15 mal gemerkt