Mütter- und Schwangerenforum

Stillen vs. Flasche

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Alaska
19431 Beiträge
20.10.2017 11:56
Ich war ja völlig davon überzeugt, stillen zu wollen. Aus mehreren Gründen, vor allem aber, weil unsere Gvk-Hebamme (selber kein Mutter) das Stillen so umschwärmt hat und man mir auch leicht "Angst" machen kann, wenn man aufzählt, was alles mit dem Kind passiert, wenn man nicht stillt. Kindstod, Allergien, schlechtes Immunsystem und deswegen öfters krank etc.pp.

Dann war Jonas da und das erste Anlegen klappte perfekt. Das zweite Mal auf Station auch. Beim dritten Mal hatte er wohl richtig Hunger, jedenfalls wurde es ab diesem Zeitpunkt Horror. Die Schmerzen waren schlimmer, als die Wehen, am 2. Tag war alles blutig, ich hab schon geweint, wenn Jonas aufgewacht ist und wusste, dass ich anlegen muss.
Das Gefühl generell beim stillen war furchtbar, unabhängig von den Schmerzen.

An Tag 4 war ich daheim und meine Hebamma kam, sah das Elend und hat mich sofort darin unterstützt, nicht mehr anzulegen, wenn ich nicht will. Jonas bekam ab dann ca. 4 Wochen halb/halb Pre und abgepumpte Milch. Dann war die Muttermilch gänzlich weg.

Jonas ist jetzt zwei Jahre alt, starb nicht den plötzlichen Kindstod, war 1x in seinem Leben mit dem Dreitagefieber krank, ansonsten könnte er gesünder nicht sein. Gar nicht anfällig, selbst wenn alles um ihn herum rotzelt.

Bei Max wollte ich dem Stillen trotzdem nochmal eine Chance geben, bin aber ganz gelassen ran. Entweder es klappt, oder eben nicht. Den Stress und die Tränen wollte ich mir nicht nochmal geben.
Der erste Tag klappte, die erste Nacht lief schon wieder Blut. Diesmal hab ich mich gleich getraut, nach einer Pre zu verlangen.
Die Pumpe in der Apotheke hab ich auch gleich geholt.
Max bekam 6 Wochen anteilig Muttermilch. War auch noch nicht krank (einen Abend eine kleine Rotznase). Er ist aber noch zu klein, um da ein Fazit ziehen zu können.

Ich kann persönlich also nicht bestätigen, dass Flaschenkinder die anfälligeten Kinder sein sollen.

Für mich absolut pro Flasche:
- ich kann meinem Kind sehr nah sein, ohne die Brustwarzen verleihen zu müssen
- es ist schnell gemacht und unkompliziert
- Gesundheitlich merk ich keinen Nachteil
- ich kann mich draußen frei bewegen, Ausflüge machen, denn öffentlichens Stillen käme für mich nie in Frage und es macht hier auch niemand.
- Geld spielt fürs Kind keine Rolle, also die 40 Euro im Monat stören echt nicht

und der beste Grund: ich bin damit rundum glücklich und meine Kinder haben keinen Nachteil, wie ich anfangs eingetrichtert bekam.

Pakuna
7806 Beiträge
20.10.2017 12:04
Zitat von juuLes:

Hallo NiAn
Ich finde es ganz toll und interessant, was du da machst. Gibt es denn auch einen Link zu deinem Blog oder gibt es eine Facebookseite? Würde mich freuen!

Dann berichte ich mal von uns:

Ich war fest davon überzeugt zu stillen. Wieso auch nicht?
-Das beste für's Kind
-Kostenlos
-Praktisch
-Kein Geschleppe
-Kein spülen

Dann kam sie auf die Welt. Sie wurde mir angelegt und gleich gesagt, ich brauch ein Hütchen. Nun gut. Wenn es dann klappt, wieso nicht. Es klappt ganz ok. Aber sie schlief immer nach ein paar mal nuckeln ein. Wir waren in so einem Teufelskreis: Sie war zu schwach, um länger und kräftiger zu saugen und zu hungrig, um schlafen zu können. Die ersten paar Tage und Nächte waren wirklich furchtbar. Ich war noch total erledigt von der Geburt und konnte weder am Tag noch in der Nacht wirklich schlafen. Sie nahm immer weiter ab. Als sie dann bei den 10% angelangt war, meinte meine Hebamme, ich soll abpumpen und ihr die Milch mit der Spritze geben. Gesagt getan. Mein Milcheinschuss kam dann auch durch das Abpumpen und wir gaben ihr die Muttermilch mit der Spritze. Klappte sehr gut und sie war auch endlich mal satt und schlief somit gut. Als sie dann wieder zugenommen hat, hab ich sie wieder angelegt und es klappte. Ich war so glücklich. Dann kamen die Probleme mit den Brustwarzen. Es hat weh getan. Sehr. Meistens ist es während dem stillen weniger geworden. Manchmal aber eben auch nicht. Dann waren sie irgendwann blutig. Aber ich hab mich durchgebissen. Alle sagten, nach 2-3 Wochen ist alles gut und die Brustwarzen haben sich dran gewöhnt. Nach dem ich dann eine Woche lang gefühlt ununterbrochen gestillt habe und mir dabei immer die Tränen vor Schmerz gekommen sind, ich schon beim stillen wieder panische Angst vor'm nächsten anlegen hatte, Angst vor der Nacht, Schweißausbrüche bekam und Mia dann in dieser Woche kein Gramm zugenommen hatte, meinte meine Hebamme ich soll zufüttern. Beide Seiten 15-20 Minuten anbieten und dann so viel Pre geben, bis sie eben satt ist. Ich habe sehr viel abgenommen, weil ich keinen Appetit mehr hatte. Ich wollte eigentlich nur noch schlafen. Wenn sie geweint hat, habe ich gedacht: Oh Gott, hoffentlich hat sie nicht schon wieder hunger. Das war für meinen Freund der Punkt, an dem er gefragt hat, ob wir nicht einfach die Flasche geben wollen. Und ich war so froh. Ehrlich. Ich dachte einfach, ich muss stillen. Dass das von mir erwartet wird. Aber er stand voll und ganz hinter mir. Das hat gut getan.

Nun bekommt sie die Flasche. Zu den Punkten, die ich oben für das Stillen aufgeführt habe, kann ich nun folgendes sagen.

-Kostenlos -> Ja, das Pulver ist sau teuer. Aber es ist mein Kind. Ich liebe es wie nichts anderes und mir ist alles Geld der Welt nichts wert, wenn es ihr nicht gut geht.
-Praktisch -> Viele sagen, mit Flasche muss man nachts aufstehen. Ich sage: Nö! Ich stelle abends Flaschen mit abgemessenem Pulver an's Bett und nebendran eine Thermoskanne mit temperiertem Wasser. Durch einen Wasserkocher, bei dem man die Temperatur einstellen kann, ist das kein bisschen anstrengend, nervend oder zeitraubend. Und es dauert nicht länger als vorher. Ich musste erstmal immer meine Brust für ein paar Minuten massieren, damit die Milch schön fließt.
-Kein Geschleppe -> Je nachdem wie lange wir unterwegs sind, nehmen wir eine Liter oder Halbliter Thermoskanne mit, Pulver in einem kleinen Tupper und eine Flasche. Ist jetzt nicht so viel mehr.
-Kein spülen -> Geschirr muss ich sowieso machen. Ob ich jetzt noch 3-4 Flaschen mehr kurz unter heißem Wasser abspüle, macht den Kohl auch nicht fett. Danach in den Vaporisator und gut ist.

-Das beste für's Kind

Und das ist der für mich wichtigste Punkt. Muttermilch mag das Beste für's Kind sein. Meiner Meinung nach ist es aber noch wichtiger, dass das Kind eine glückliche, zufriedene und ausgeglichene Mutter hat, die sich in dem Maße um ihr Baby kümmern kann, wie es nötig ist. Und das war ich nicht, als ich gestillt habe. Ich denke, ich stand wirklich kurz vor einer Depression. Zumindest hab ich mich so gefühlt. Die Gedanken die ich hatte, waren alles andere als fair meinem Baby gegenüber. Denn das konnte nichts für all das. Jetzt macht es mir nichts aus, wenn sie abends weint und weint und weint, weil ich die Kraft dafür habe sie rumzutragen und zu beruhigen und in den Schlaf zu begleiten. Jetzt hab ich die Kraft, sie immer bei mir zu haben. Auch wenn das bedeutet, den ganzen Tag mit ihr rum zu laufen und Muskelkater zu haben. Ich liebe meine Tochter abgöttisch und mache alles, damit es ihr gut geht. Wir kuscheln genauso viel wie vorher, mit dem kleinen Unterschied, dass ich es jetzt mehr genießen kann. Ich bin ruhig und zufrieden und das überträgt sich auch auf sie.

Für uns war das so der richtige Weg. Ich habe es mir anders gewünscht und vorgestellt. Im Moment liegt mir das Trauma Stillen noch etwas nach. Aber eine Relaktation ist noch nicht ausgeschlossen.

Ich habe aber auch den größten Respekt vor allen Frauen, die sich trotz solcher Komplikationen und Schmerzen durchkämpfen und weiter stillen!


Was Du mitmachen musstest Toll geschrieben! Ich denke jeder kann diese Entscheidung gut nachvollziehen und keiner darf dich dafür verurteilen
20.10.2017 12:29
Ich habe es bei beiden Kindern versucht und ich fand es ganz, ganz schlimm: Schmerzen, immer klebrig, Immer Kühlpack im BH, blutige Brustwarzen, Überproduktion. Ich konnte mein Baby nicht tragen, weil ich entweder höllische Schmerzen an den Brüsten hatte oder ein Kühlpack im BH. Ich war nur noch mit Brustpflege beschäftigt, nicht mit meinen Babys. In beiden Fällen hat mein Körper selbst entschieden und hat die Milchproduktion nach Brustentzündungen eingestellt.
Ich bin mit der Flasche viel, viel glücklicher, als mit dem Stillen.
Und den Papa freut es, denn er kann so auch die Babys gleichwertig versorgen. Nie hätte er mir das Stillen ausgeredet, aber er findet es so schon schöner.

Wir beide geben nur Flasche, niemand sonst. Ausnahmen waren nur Notfälle. Und da ist es schon schön, dass ich ohne Angst meinen Eltern das Baby da lassen konnte und mit der großen zum Arzt fahren konnte.

Das Flaschenspülen ist total in unserer Alltagsroutine, es macht mir nichts aus. Das Geld: Sehe ich relativ. Was geben Stillmütter für Stillkleidung aus?

Und das beste: Ich kann wieder auf dem Bauch schlafen!
juuLes
5320 Beiträge
20.10.2017 12:39
Zitat von Pakuna:

Zitat von juuLes:

Hallo NiAn
Ich finde es ganz toll und interessant, was du da machst. Gibt es denn auch einen Link zu deinem Blog oder gibt es eine Facebookseite? Würde mich freuen!

Dann berichte ich mal von uns:

Ich war fest davon überzeugt zu stillen. Wieso auch nicht?
-Das beste für's Kind
-Kostenlos
-Praktisch
-Kein Geschleppe
-Kein spülen

Dann kam sie auf die Welt. Sie wurde mir angelegt und gleich gesagt, ich brauch ein Hütchen. Nun gut. Wenn es dann klappt, wieso nicht. Es klappt ganz ok. Aber sie schlief immer nach ein paar mal nuckeln ein. Wir waren in so einem Teufelskreis: Sie war zu schwach, um länger und kräftiger zu saugen und zu hungrig, um schlafen zu können. Die ersten paar Tage und Nächte waren wirklich furchtbar. Ich war noch total erledigt von der Geburt und konnte weder am Tag noch in der Nacht wirklich schlafen. Sie nahm immer weiter ab. Als sie dann bei den 10% angelangt war, meinte meine Hebamme, ich soll abpumpen und ihr die Milch mit der Spritze geben. Gesagt getan. Mein Milcheinschuss kam dann auch durch das Abpumpen und wir gaben ihr die Muttermilch mit der Spritze. Klappte sehr gut und sie war auch endlich mal satt und schlief somit gut. Als sie dann wieder zugenommen hat, hab ich sie wieder angelegt und es klappte. Ich war so glücklich. Dann kamen die Probleme mit den Brustwarzen. Es hat weh getan. Sehr. Meistens ist es während dem stillen weniger geworden. Manchmal aber eben auch nicht. Dann waren sie irgendwann blutig. Aber ich hab mich durchgebissen. Alle sagten, nach 2-3 Wochen ist alles gut und die Brustwarzen haben sich dran gewöhnt. Nach dem ich dann eine Woche lang gefühlt ununterbrochen gestillt habe und mir dabei immer die Tränen vor Schmerz gekommen sind, ich schon beim stillen wieder panische Angst vor'm nächsten anlegen hatte, Angst vor der Nacht, Schweißausbrüche bekam und Mia dann in dieser Woche kein Gramm zugenommen hatte, meinte meine Hebamme ich soll zufüttern. Beide Seiten 15-20 Minuten anbieten und dann so viel Pre geben, bis sie eben satt ist. Ich habe sehr viel abgenommen, weil ich keinen Appetit mehr hatte. Ich wollte eigentlich nur noch schlafen. Wenn sie geweint hat, habe ich gedacht: Oh Gott, hoffentlich hat sie nicht schon wieder hunger. Das war für meinen Freund der Punkt, an dem er gefragt hat, ob wir nicht einfach die Flasche geben wollen. Und ich war so froh. Ehrlich. Ich dachte einfach, ich muss stillen. Dass das von mir erwartet wird. Aber er stand voll und ganz hinter mir. Das hat gut getan.

Nun bekommt sie die Flasche. Zu den Punkten, die ich oben für das Stillen aufgeführt habe, kann ich nun folgendes sagen.

-Kostenlos -> Ja, das Pulver ist sau teuer. Aber es ist mein Kind. Ich liebe es wie nichts anderes und mir ist alles Geld der Welt nichts wert, wenn es ihr nicht gut geht.
-Praktisch -> Viele sagen, mit Flasche muss man nachts aufstehen. Ich sage: Nö! Ich stelle abends Flaschen mit abgemessenem Pulver an's Bett und nebendran eine Thermoskanne mit temperiertem Wasser. Durch einen Wasserkocher, bei dem man die Temperatur einstellen kann, ist das kein bisschen anstrengend, nervend oder zeitraubend. Und es dauert nicht länger als vorher. Ich musste erstmal immer meine Brust für ein paar Minuten massieren, damit die Milch schön fließt.
-Kein Geschleppe -> Je nachdem wie lange wir unterwegs sind, nehmen wir eine Liter oder Halbliter Thermoskanne mit, Pulver in einem kleinen Tupper und eine Flasche. Ist jetzt nicht so viel mehr.
-Kein spülen -> Geschirr muss ich sowieso machen. Ob ich jetzt noch 3-4 Flaschen mehr kurz unter heißem Wasser abspüle, macht den Kohl auch nicht fett. Danach in den Vaporisator und gut ist.

-Das beste für's Kind

Und das ist der für mich wichtigste Punkt. Muttermilch mag das Beste für's Kind sein. Meiner Meinung nach ist es aber noch wichtiger, dass das Kind eine glückliche, zufriedene und ausgeglichene Mutter hat, die sich in dem Maße um ihr Baby kümmern kann, wie es nötig ist. Und das war ich nicht, als ich gestillt habe. Ich denke, ich stand wirklich kurz vor einer Depression. Zumindest hab ich mich so gefühlt. Die Gedanken die ich hatte, waren alles andere als fair meinem Baby gegenüber. Denn das konnte nichts für all das. Jetzt macht es mir nichts aus, wenn sie abends weint und weint und weint, weil ich die Kraft dafür habe sie rumzutragen und zu beruhigen und in den Schlaf zu begleiten. Jetzt hab ich die Kraft, sie immer bei mir zu haben. Auch wenn das bedeutet, den ganzen Tag mit ihr rum zu laufen und Muskelkater zu haben. Ich liebe meine Tochter abgöttisch und mache alles, damit es ihr gut geht. Wir kuscheln genauso viel wie vorher, mit dem kleinen Unterschied, dass ich es jetzt mehr genießen kann. Ich bin ruhig und zufrieden und das überträgt sich auch auf sie.

Für uns war das so der richtige Weg. Ich habe es mir anders gewünscht und vorgestellt. Im Moment liegt mir das Trauma Stillen noch etwas nach. Aber eine Relaktation ist noch nicht ausgeschlossen.

Ich habe aber auch den größten Respekt vor allen Frauen, die sich trotz solcher Komplikationen und Schmerzen durchkämpfen und weiter stillen!


Was Du mitmachen musstest Toll geschrieben! Ich denke jeder kann diese Entscheidung gut nachvollziehen und keiner darf dich dafür verurteilen


Danke dir
Weißt du, selbst wenn mich jemand dafür verurteilen würde: Es ist mein Kind und ich hab die Verantwortung. Ich muss dafür sorgen, dass es dem Baby gut geht. Und es ist mir eigentlich ziemlich egal, wenn mich jemand dafür krumm anschaut. Mir war primär wichtig, dass mein Freund ebenso dahinter steht. Sekundär, dass meine Familie hinter uns steht und sie es akzeptieren.

Mia wächst und nimmt sehr gut zu und strahlt in der Gegend rum. Ich bin mir sicher, dass es ihr rund um gut geht. Ob nun Flasche oder Muttermilch: Sie möchte satt werden. Und das wird sie, unser kleiner Mops

Was ich besonders schön finde übrigens, dass mein Freund nun noch eine viel bessere Bindung aufbauen kann, da er ebenso die Gelegenheit hat, unsere Maus zu füttern.
20.10.2017 13:12
Ich habe beides gemacht und mache es auch wieder so.

Für mich war schon in der ersten Schwangerschaft klar, dass ich stillen werden und das 6 Monate. Danach wollte ich zum Fläschchen wechseln. Wieso? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht, es war einfach ein Gefühl.

Nun kam es aber anders als gedacht...

Bei der Großen klappte es im Kreißsaal erst problemlos und auf dem Zimmer schlief sie dann erst einmal 4 Std. Das erste Mal auf dem Zimmer klappte es ebenfalls und wieder schlief sie danach 4 Std... dann kam das böse Erwachen und es klappte nicht mehr. Ich klingelte nach einer Schwester, die half mir zwar, aber sagte, dass ich doch bei Hilfe ins Stillzimmer kommen solle. Was ich beim nächsten mal auch tat, denn meine Tochter schlief immer schnell beim trinken ein. Sie war generell sehr gelblich/orange, aber die Werte waren in Ordnung. Ich hatte jedes mal, wenn sie schon im Schlaf schmatzte Angst, dass sie aufwacht, denn meine BW taten so weh! ich bin dann jedes mal panisch mit ihr ins Stillzimmer, damit mir jmd beim anlegen hilft und ich hatte auch große Angst nach hause zu gehen.

Es kam wie es kommen musste, zu Hause wollte mein Mäuschen partout nicht an meiner Brust trinken, also panisch die Hebamme angerufen und schnell meinen Mann zu dm geschickt, da dieser 15 Minuten später schließen sollte. Also bekam sie ab dann erst einmal Fläschchen und ich pumpte ein bisschen mit der Handpumpe mehr schlecht als recht ab. Am nächsten Tag dann zur Kiä und ein Rezept für eine elektrische Pumpe geholt. Damit saß ich dann alle paar Std auf dem Sofa, während mein Mann unsere Tochter mit dem Fläschchen füttere. Ich habe in der Zeit so viel geweint und Angst gehabt. Ich war dann nach 2 Wochen so fertig, dass ich nicht mehr pumpen wollte. Ich hab es eigentlich nur meinem Mann zur Liebe weiter gemacht, da er so Angst hatte, dass sie deswegen irgendwelche Probleme haben könnte. Da saß ich dann auf einmal mit meiner Tochter neben mir auf dem Sofa liegend da und habe noch ein letztes Mal angefangen zu pumpen. Und dann kam da dieser Gedanke: "Ach komm, einmal probieren wir es noch mit dem Stillen". Und da trank meine Töchter, als wäre nichts gewesen.

Es folgte dann noch ein kleinerer Kampf mit den beanspruchten BW, den wir aber gewannen!

Es stellte sich dann heraus, dass sie schlimme Blockaden in der Halsregion hatte und deswegen auch starke Schmerzen...

Das nächste Desaster folgte jedoch zugleich. Ich musste ins Kh, als sie 3 Monate alt war und da akzeptierte ein Fläschchen nur mit Mühe und Not. Ich kam aber durch den tollen Einsatz der Ärzte schnell wieder raus, so dass ich sie wieder stillte. Es stellte sich dann zufällig heraus, dass ich eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt hatte und mir keiner der Ärzte bei denen ich war Medikamente geben wollte, solange ich stillte. Dies und der Wunsch recht schnell wieder schwanger werden zu wollen ließ mich dann nach insgesamt 7 Monaten abstillen.

Obwohl die Stillgeschichte bei der Großen nicht sonderlich toll war, war für mich bei der Kleinen klar, das ich auch sie stille. Ich wusste, dass ich es diesmal direkt hinbekommen werde und das war auch so. Ich war wirklich mit allem möglichen ausgestattet, damit es diesmal keine Probleme gab (Malzbier, Multi Mam Kompressen, Salbe, Wolle-Seide-Stilleinlagen). Bei ihr habe ich aber nachdem klar war, dass unsere Stillbeziehung gut gefestigt ist auch angefangen einmal die Woche ein bisschen Muttermilch abzupumpen und es ihr im Fläschchen zu geben. Ich möchte diesmal vermeiden, dass das Abstillen so ein Kampf wird, da ich nicht "unendlich" lange stillen möchte. Ich möchte es diesmal ein Jahr versuchen, aber eben mit der Möglichkeit, dass auch der Papa mal die "Raubtierfütterung" übernehmen kann, falls ich mal weg möchte oder muss.

Ich finde es gut, dass wir als Mütter die Möglichkeit haben uns zu entscheiden und das Beste ist es überhaupt gefüttert/ernährt zu werden. In 20 Jahren interessiert es eh keinen mehr, wie lange man nun gestillt oder mit der Flasche gefüttert wurde.
20.10.2017 15:38
Die Frage stillen oder nicht stellte sich mir gar nicht wirklich. Mir war klar, wenn ich stillen kann, dann mach ich das auch.

Die Natur sieht es ja so vor und warum soll ich Geld für etwas ausgeben, was ich im Normalfall selber habe?! Warum soll ich mir mehr Arbeit machen mit Milchpulver kaufen, anrühren, Flaschen spülen, das ganze Zeug immer mitschleppen müssen, wenn ich eigentlich nur mein Shirt beiseite schieben und meinen BH öffnen muss und es perfekt temperiert zu genüge immer dabei habe?! Es hat für mein Kind zig Vorteile, ist das natürlichste und das beste und ganz davon ab, dass ja auch ich gesundheitlich davon profitiere (Brustkrebsrisiko wird ja bspw gesenkt und Krebs ist in meiner Familie leider an der Tagesordnung...)...
Und ich muss gestehen, dass ich es auch einfach liebe. Stillen ist für uns so viel mehr als nur Nahrung. Es hilft ihm bei Fieber und Zahnweh und tröstet hier besser als alles andere, wenn er sich weh tut oder einfach einen doofen Tag hat. Für mich hat es nur Vorteile und wir werden auch so lange stillen wie wir uns beide damit wohl fühlen.
Naizah
7805 Beiträge
20.10.2017 16:00
In der 1. Schwangerschaft war für mich klar: Wenn das Baby auf der Welt ist, wird es gestillt und ich hab auch keinen Gedanken an Fläschchen verschwendet, weil ich der Meinung war, was von der Natur so vorgegeben wird, funktioniert auch.
Zum Glück klappte das dann auch (klar gab's mal wunde Brustwarzen, Milchstau, Stillstreik, aber nichts ganz dramatisches) und ich empfand es als eine sehr schöne, innige Zeit
Mit 11 Monaten hat die Große sich dann selbst abgestillt - tagsüber wollte sie gar nicht mehr an die Brust und nachts hat sie für ein paar Wochen durchgeschlafen. Danach wollte sie nachts/morgens manchmal wieder an die Brust, aber als dann nicht (direkt) Milch kam, wollte sie auch nicht mehr
Krank ist sie eigentlich recht selten. Mal ne Rotznase und etwas Husten, aber alles im Rahmen.

Bei der Kleinen wollte ich dann auch wieder stillen, aber da hatte ich mehr Schwierigkeiten. Sie wurde schon im Krankenhaus nur schwer satt, wollte abends/nachts teilweise halbstündlich an die Brust und bald waren meine Brustwarzen so entzündet, dass ich geweint habe, wenn sie dran wollte. Aber ich dachte bei mir, ich habe meine Große stillen können, ich werde auch die Kleine satt bekommen.
Bei der Großen dauerte es 2-3 Wochen, bis ich keine wunden Brustwarzen mehr hatte, bei der Kleinen 7 Wochen und auch später hatte ich immer wieder damit zu kämpfen.
Das Problem war, dass sie einen sehr kleinen Mund hat(te) und daher immer "falsch" gesaugt hat. Ich konnte es ihr nicht abgewöhnen, aber mit der Zeit gewöhnte sich meine Brust daran
Letztendlich habe ich die Kleine ungefähr 2 1/2 Jahre gestillt (am Ende nur noch abends/nachts), dann wollte sie nur noch an 2-3 Abenden an die Brust und wurde immer weniger.
Die Kleine ist sehr viel häufiger krank. In der Zeit zwischen Oktober und März hat sie fast durchgehend zumindest eine Rotznase.

Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass ich mich durch die Zeit durch gekämpft habe und nicht auf Flasche umgestiegen bin.
Für mich persönlich ist das ganze Hantier mit Fläschchen einfach lästig, von den Kosten ganz zu schweigen.
Natürlich ist es gut, dass es die Alternative gibt, aber für mich war es keine.

Ich kenne keine Mutter, die es bedauert, nicht die Flasche gegeben zu haben, aber viele, die es bedauern nicht gestillt zu haben

Nickitierchen
26626 Beiträge
20.10.2017 16:32
Zitat von Jarla:

Ich hätte liebend gerne gestillt, aber hatte nach 14 Tagen immer noch keinen milcheinschuss. Hatte eine Stillberaterin da, war extra nochmal beim Arzt, habe bockshornkleekapseln etc eingenommen... es kam leider nix. 40 ml am Tag habe ich zusammen bekommen durch alle 4 Stunden pumpen auch nachts.
Leider musste ich von Anfang an Pre geben. Finde ich sehr schade. Am Anfang machte mich das auch sehr traurig, aber ich habe alles versucht. Mehr ging nicht und ja habe natürlich auch keine Abstilltablette gebraucht. Da war ja nix bei mir leider.
Ich würde immer stillen, wenn ich es könnte. Verstehe oft nicht, wieso man es nicht möchte, aber ich akzeptiere es natürlich. Muss jeder für sich entscheiden. In der Zwischenzeit habe ich mich ans Flaschen machen gewöhnt

Unterschreibe ich wort für wort.

Drei mal alles mögliche getan. Dreimal von beginn kaum milch. Pumpe und lege so oft wie möglich an. 30ml alle 3-4h kommt zusammen. Null chance mein 5 kilo baby zu sättigen. Aber das bisschen, was ich hab, bekommt er.

Der spruch "wer stillen will, kann das auch" tat mir oft schon weh. Denn Tipps vom zwei hebammen und Stillberatung haben nun dreimal nicht zum gewünschten Ziel gebracht.

Ich freue mich für jede, die problemlos stillen kann und bin nicht ohne Neid
20.10.2017 17:09
Für mich war stillen absolut nichts.

Ich habe es probiert.

Die ersten zwei tage hatte ich absolut keine milch. Nicht mal ein winziges tröpfchen.

Und dann schoss sie so dermaßen ein, dass ich nur noch am heulen war.
Jedes anlegen scheute ich. Es war sowas von ungut für mich. Jeden tag weinte ich deswegen.

Ich hatte soviel milch, ich hätte wsl 3 kinder ernähren können. Ich wusste nicht wohin damit. Es machte mich so fertig.

Nach 3 wochen stillte ich radikal mit tablette ab.. sonst wäre ich wohl in depressionen verfallen.

Für mich war stillen weit schlimmer als die geburt.

Und dann hatte ich ein so schlechtes gewissen, dass ich es nicht schaffte.
Ich hab ihm dann trotzdem die flasche gegeben. Er hat sich prächtig entwickelt.
20.10.2017 17:37
Meinen großen hab ich nicht gestillt und damals war sofort schon in der Schwangerschaft klar das er die Flasche bekommen wird. Stillen und auch noch in der Öffentlichkeit geht für mich garnicht. Egal was andere machen , ich wollte es nicht. Also ich mit meinen 19 Jahren hab gleich Flasche gegeben.

Jetzt 8 Jahre später war klar bei dem kleinen werde ich das stillen versuchen und gucken wie es klappt und ob es was für mich ist. Ich stille ihn nun schon 6. Monate , obwohl er immer mal wieder 1-2 Flaschen am Tag bekommt.
Es ist immer noch nicht 100% meins in der Definition Öffentlichkeit ( deswegen ach Flasche ) aber ich mach es trotzdem gern , genieß die Momente und ich hab ein ganz anderen Verhältnis zu meinen Brüsten ( die ich die möchte , da groß , schwer und nicht gerade da wo sie hin gehören) ich hätte nie ein bh ohne Bügel angezogen und jetzt scheiss drauf was andere denken es ist Sau bequem und juckt mich nicht .

Die Bindung zum zweiten ist viel intensiver und er ist viel mehr auf mich bezogen. Was schön ist aber auch manchmal anstrengend.
Bei noch einem Kind würde ich es so Machen wie jetzt auch .
Ronja2009
2021 Beiträge
20.10.2017 17:58
Zitat von bambina_1990:

Und außerdem wenn man sich als Mutter einfach überhaupt nicht wohlfühlt damit warum sollte man sich selber als Mutter so quälen das ist dann auch nicht gut für das Kind das überträgt sich alles auf das Baby in dem Fall würde ich dann auch lieber zur Flasche greifen da sind beide entspannter


Das hatte ich damals ich habe versucht zu stillen und habe leider nur 3 Tage durch gehalten und es ging mir nicht mehr gut damit.
Silver1985
3628 Beiträge
20.10.2017 19:24
Also für mich war von vornerein klar, dass ich nicht stillen werde, da es für mich einfach komisch gewesen wäre....kann das schlecht erklären. Also bekam mein Sohn vom ersten Tag an die Flasche und was soll ich sagen, er hat die Abwehrkräfte pur. Er war noch nie wirklich krank ab und zu Erkältung und das dann ohne Fieber und nur ganz kurz. Hat er mal Fieber, dann 2-3 Std. und dann ist wieder alles super (Klasse, wenn man dann zum Arzt am Nachmittag ist und dann provisorisch 3 Tage mit nem putzmunteren Kind zuhause saß^^). Also toi, toi, toi auch ohne stillen die perfekten Abwehrkräfte. Kann also definitv nicht bestätigen das Flaschenkinder anfälliger sind.
Bei meiner Kleinen riet mit die Hebamme, ich solle doch wenigstens kurz nach der Geburt anlegen wg. dem Kollestrum (hoffe richtig geschrieben). Habe sie dann auch angelegt und sie schrie die ganze Zeit, ich war alleine im Kreißsaal und das Gefühl war absolut nichts für mich.
Ich habe mich auch vorher mit dem Stillen befasst aber wenn man denn von Schmerzen liest usw. nee dies hielt mich davon ab und so bi ich auch viel flexibler und Papa kann auch helfen .
Bis jetzt war meine Kleine auch nocht nicht einmal krank, selbst wenn wir hier rumrotzen und es mich schon des öfteren erwischt hatte, hielt meine Kleine tapfer durch, toi, toi, toi .

Fazit: Jeder sucht für sich das Beste raus, denn wie schon aim Eingangspost steht, jeder liebt sein Kind und möchte das Beste. Für mich war es die Flasche
DieEine2
1869 Beiträge
20.10.2017 20:02
Ich möchte hier nur nochmal anmerken, dass es NICHT normal ist, dass Stillen wehtut oder blutet.
Eine gute Stillberaterin ist hier die richtige Ansprechpartnerin und kann meist schnell und einfach Abhilfe schaffen.
20.10.2017 20:03
Zitat von shelyra:

Für mich ist stillen einfach das natürlichste. Keine flaschenmilch kommt an mumi heran in den inhaltsstoffen, Abwehrstoffe usw

ausserdem ist es einfach eine sehr innige beziehung die es so kein zweites mal gibt.

und der letzte grund mag banal klingen aber man spart soviel geld was man sinnvoller einsetzen kann. Kein gerenne samstags mittags in den Supermarkt weil die packung leer ist. Kein gekloppe mit anderen um die letzte packung weil mal wieder ein Engpass besteht


Genau das waren auch meine Gründe.

Warum Geld für etwas schlechteres ausgeben, wenn das Beste kein Geld kostet?
schnibbe
2235 Beiträge
20.10.2017 22:45
Zitat von kataleia:

Zitat von shelyra:

Für mich ist stillen einfach das natürlichste. Keine flaschenmilch kommt an mumi heran in den inhaltsstoffen, Abwehrstoffe usw

ausserdem ist es einfach eine sehr innige beziehung die es so kein zweites mal gibt.

und der letzte grund mag banal klingen aber man spart soviel geld was man sinnvoller einsetzen kann. Kein gerenne samstags mittags in den Supermarkt weil die packung leer ist. Kein gekloppe mit anderen um die letzte packung weil mal wieder ein Engpass besteht


Genau das waren auch meine Gründe.

Warum Geld für etwas schlechteres ausgeben, wenn das Beste kein Geld kostet?


So sehe ich das auch.
Und dann ist es noch so praktisch. Die Milch ist immer in der richtigen Temperatur, man hat immer die richtige Menge dabei, muss nichts auswaschen, zubereiten...
Das fand ich ganz schön geschickt
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