Mütter- und Schwangerenforum

"Terror" ihr Urteil (ARD)

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Lana_Fey
6790 Beiträge
18.10.2016 11:31
Aber die Passagiere wären so oder so nicht mehr zu retten gewesen. Entweder wären alle gestorben oder eben "nur" die Passagiere.
Die Staatsanwältin meinte, nur weil die Passagiere dem Tod geweiht waren, hatte er kein Recht dazu, die verbleibende Zeit der Fluggäste zu verkürzen.
Das fand ich schon fast lächerlich, denn immerhin hat er dadurch den 70.000 Leuten im Stadion - die ja auch dem Tode geweiht waren - dadurch ihre verbleibende Zeit "verlängert".
Das Argument greift für mich somit definitiv nicht.
Wie gesagt, die Hauptverantwortlichen in diesem Fall sind für mich diejenigen, die das Stadion nicht räumen ließen.
Einem Soldaten oberste Pflicht ist es zu schützen und zu verteidigen. Ich finde er hat beides getan.
18.10.2016 11:32
Zitat von Obsidian:

Ich habs nicht gesehen/mitbekommen.
Ich finde es aber immer sehr kritisch, wenn Menschen erlaubt wird, Menschenleben gegen andere Menschenleben abzuwägen, ganz unabhängig von der Anzahl.

Zu töten, damit andere nicht sterben, damit habe ich moralisch ein großes Problem.


Ich gebe dir grundsätzlich recht, aber wenn man angriffen wird, ob nun direkt im Krieg oder mittels einem Terroranschlag, muss man sich doch verteidigen. Und leider gehört dazu sehr oft, dass man andere Menschen tötet. Was tut man also? Was ist richtig, was falsch? Ich glaube, dass gibt es nicht in diesem Fall.
Anja_FFM
2718 Beiträge
18.10.2016 11:37
Für mich gilt es dabei zu differenzieren ...

Es gibt ein Gesetz, dass besagt, dass eben der Abschiss rechtswidrig war. Egal, wie richtig oder falsch man das findet, so ist dies das Gesetz und da hat er zuwider gehandelt. Von daher ist er schuldig.

Rein menschlich betrachtet kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Wenn man sich die Situation vorstellt, der Druck, der da auf einen lastet. Ich konnte auch gut nachvollziehen, wie er erklärte, dass die Menschen da drin zur Waffe wurden.

Für mich gehören aber auch die belangt, die eben nicht haben räumen lassen.

Ich konnte leider nicht alles sehrn, werde ich aber nachholen.
18.10.2016 11:52
Zitat von Lana_Fey:

Aber die Passagiere wären so oder so nicht mehr zu retten gewesen. Entweder wären alle gestorben oder eben "nur" die Passagiere.
Die Staatsanwältin meinte, nur weil die Passagiere dem Tod geweiht waren, hatte er kein Recht dazu, die verbleibende Zeit der Fluggäste zu verkürzen.
Das fand ich schon fast lächerlich
, denn immerhin hat er dadurch den 70.000 Leuten im Stadion - die ja auch dem Tode geweiht waren - dadurch ihre verbleibende Zeit "verlängert".
Das Argument greift für mich somit definitiv nicht.
Wie gesagt, die Hauptverantwortlichen in diesem Fall sind für mich diejenigen, die das Stadion nicht räumen ließen.
Einem Soldaten oberste Pflicht ist es zu schützen und zu verteidigen. Ich finde er hat beides getan.


Ich finde das überhaupt nicht lächerlich, sondern gebe der Staatsanwältin vollkommen recht.
Darwin27
10550 Beiträge
18.10.2016 11:57
Ich finde sämtliche Diskussionen irgendwie lächerlich. Letztendlich sind wir ein Rechtsstaat. Und um das Gesetz zu wahren (und damit für die Zukunft viel Unheil abzuwenden), MUSS der Pilot schuldig gesprochen werden. Er hat nicht rechtens gehandelt. Sicher hat er moralisch "gut" gehandelt, aber das ist nicht die Frage.

Hätte würde könnte.. das sind Wörter, die man sich hier sparen kann. Wir wissen es nicht. Punkt.
18.10.2016 12:08
Jepp ... wenn wir das Gesetz hier ignorieren, handeln wir willkürlich nach subjektiven moralischen Maßstäben - und öffnen damit Tür und Tor für immer grenzwertigere Fälle, denn eine genaue Grenze, was noch okay ist und was nicht mehr vertretbar, kann man hier nicht ziehen.

Und ich bleibe dabei: Menschenleben kann man nicht gegeneinander aufwiegen.
Ich kann nicht 160 Menschen die Chance auf ein Überleben nehmen (und ja, einen Flugzeugabsturz kann man überleben), um 70.000 zu retten.
Obsidian
15967 Beiträge
18.10.2016 12:19
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Obsidian:

Ich habs nicht gesehen/mitbekommen.
Ich finde es aber immer sehr kritisch, wenn Menschen erlaubt wird, Menschenleben gegen andere Menschenleben abzuwägen, ganz unabhängig von der Anzahl.

Zu töten, damit andere nicht sterben, damit habe ich moralisch ein großes Problem.


Ich gebe dir grundsätzlich recht, aber wenn man angriffen wird, ob nun direkt im Krieg oder mittels einem Terroranschlag, muss man sich doch verteidigen. Und leider gehört dazu sehr oft, dass man andere Menschen tötet. Was tut man also? Was ist richtig, was falsch? Ich glaube, dass gibt es nicht in diesem Fall.


Nun ja, eine direkte Verteidigung des eigenen Lebens war es ja nun nicht. Und dort, wo das Töten anderer Menschen aus diesem direkten, vom Gesetz ja beachteten Fall der Notwehr austritt, da MUSS eine Grenze gezogen werden.
Wir DÜRFEN nicht zulassen, dass man Moral über Gesetz stellt. Die Folgen wären verheerend.

Und ja, wenn ich einen anderen Menschen vorsätzlich und ohne direkte Notwehrsituation töten müßte/würde, um z.B. meinen Sohn zu schützen, dann würde ich das tun. Mir wäre aber vollkommen klar, dass ich mich danach dafür verantworten muss.
18.10.2016 12:25
Ich hab es auch gesehen und hätte auch so entschieden wie die meisten Zuschauer: nicht schuldig.

Es ist nie richtig über Leben und Tod zu entscheiden, aber da wäre ich auch. nach der Anzahl der Menschen gegangen. So doof es auch ist.
18.10.2016 13:02
Zitat von Darwin27:

Ich finde sämtliche Diskussionen irgendwie lächerlich. Letztendlich sind wir ein Rechtsstaat. Und um das Gesetz zu wahren (und damit für die Zukunft viel Unheil abzuwenden), MUSS der Pilot schuldig gesprochen werden. Er hat nicht rechtens gehandelt. Sicher hat er moralisch "gut" gehandelt, aber das ist nicht die Frage.

Hätte würde könnte.. das sind Wörter, die man sich hier sparen kann. Wir wissen es nicht. Punkt.


Trotzdem ist es wichtig, dass Menschen nicht aufhören zu denken, zu diskutieren und ihre eigene Meinung zu bilden. Was wäre (wer wären wir?), wenn alle immer nur blind gehorchen würden? Gesetze werden auch manchmal geändert, aus gutem Grund.

Die Meinung des Einzelnen ist ja zum Glück nicht maßgeblich, haben sollte man sie aber trotzdem und notfalls auch dafür kämpfen bzw. sie vertreten. Zum Glück ist es in diesem Fall nur fiktiv …

(Abgesehen davon gibt es häufiger Gerichtsurteile, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde. Da lässt sich so manches Gesetz "passend" auslegen und jegliche Moral und Ethik bleiben auf der Strecke …)
18.10.2016 14:00
Zitat von Darwin27:

Gestern abend hätte ich diesen Thread gebrauchen können..

Also ich bin definitiv für SCHULDIG und fassungslos, dass 87% dagegen gestimmt haben. In unserem Rechtssystem konnte es keine andere Möglichkeit geben. Egal was und wie drum rum.

Und 2. darf es bei einem Soldaten solch ein Urteil nicht geben!! Ein Soldat ist ein Befehlsempfänger und kein Selbst-Entscheider. Dafür sind sie, bzw. er in seiner Position, nicht ausgebildet und alleine deshalb darf er schon nicht frei gesprochen werden.

Ich bin fassungslos, dass in 3 Ländern (DE, A, Schweiz) so entschieden wurde!


Aha, ein Soldat darf deiner Meinung nach also niemals menschlich handeln?

18.10.2016 14:04
Zitat von LisaW90:

Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.

Resultat Passagiere sterben trotzdem.


Dann wäre dem Angeklagten aber einiges erspart geblieben.

18.10.2016 14:19
Zitat von Blümelein:

Zitat von Darwin27:

Ich finde sämtliche Diskussionen irgendwie lächerlich. Letztendlich sind wir ein Rechtsstaat. Und um das Gesetz zu wahren (und damit für die Zukunft viel Unheil abzuwenden), MUSS der Pilot schuldig gesprochen werden. Er hat nicht rechtens gehandelt. Sicher hat er moralisch "gut" gehandelt, aber das ist nicht die Frage.

Hätte würde könnte.. das sind Wörter, die man sich hier sparen kann. Wir wissen es nicht. Punkt.


Trotzdem ist es wichtig, dass Menschen nicht aufhören zu denken, zu diskutieren und ihre eigene Meinung zu bilden. Was wäre (wer wären wir?), wenn alle immer nur blind gehorchen würden? Gesetze werden auch manchmal geändert, aus gutem Grund.

Die Meinung des Einzelnen ist ja zum Glück nicht maßgeblich, haben sollte man sie aber trotzdem und notfalls auch dafür kämpfen bzw. sie vertreten. Zum Glück ist es in diesem Fall nur fiktiv …

(Abgesehen davon gibt es häufiger Gerichtsurteile, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde. Da lässt sich so manches Gesetz "passend" auslegen und jegliche Moral und Ethik bleiben auf der Strecke …)


Ganz genau! Besonders der obere Teil.

Ich finde es generell echt schon ein bisschen erschreckend, wie viele den Angeklagten doch lebenslänglich einsperren würden, weil es eben das Gesetz so sagt. Er hat doch rein gar nichts böses damit beabsichtigt und genau das ist doch im Grunde, was zählt. So jemand gehört nicht lebenslänglich eingesperrt!

Anja_FFM
2718 Beiträge
18.10.2016 14:37
Zitat von Skorpi:

Zitat von Blümelein:

Zitat von Darwin27:

Ich finde sämtliche Diskussionen irgendwie lächerlich. Letztendlich sind wir ein Rechtsstaat. Und um das Gesetz zu wahren (und damit für die Zukunft viel Unheil abzuwenden), MUSS der Pilot schuldig gesprochen werden. Er hat nicht rechtens gehandelt. Sicher hat er moralisch "gut" gehandelt, aber das ist nicht die Frage.

Hätte würde könnte.. das sind Wörter, die man sich hier sparen kann. Wir wissen es nicht. Punkt.


Trotzdem ist es wichtig, dass Menschen nicht aufhören zu denken, zu diskutieren und ihre eigene Meinung zu bilden. Was wäre (wer wären wir?), wenn alle immer nur blind gehorchen würden? Gesetze werden auch manchmal geändert, aus gutem Grund.

Die Meinung des Einzelnen ist ja zum Glück nicht maßgeblich, haben sollte man sie aber trotzdem und notfalls auch dafür kämpfen bzw. sie vertreten. Zum Glück ist es in diesem Fall nur fiktiv …

(Abgesehen davon gibt es häufiger Gerichtsurteile, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde. Da lässt sich so manches Gesetz "passend" auslegen und jegliche Moral und Ethik bleiben auf der Strecke …)


Ganz genau! Besonders der obere Teil.

Ich finde es generell echt schon ein bisschen erschreckend, wie viele den Angeklagten doch lebenslänglich einsperren würden, weil es eben das Gesetz so sagt. Er hat doch rein gar nichts böses damit beabsichtigt und genau das ist doch im Grunde, was zählt. So jemand gehört nicht lebenslänglich eingesperrt!

Darum geht es letztendlich aber in einem Rechtssystem nicht drum. Wenn man gegen ein Gesetz verstösst und er hat es wissentlich getan, gibt es Strafen ... frei von Emotionen. Anders kann es erstmal nicht richtig sein. das sein Handeln nachvollziehbar ist, verständlich, für einen selbst vielleicht sogar richtig, das steht doch auf einem anderen Blatt. Aber ein Gericht darf eine Entscheidung nicht aufgrund von Empathie, Sympathie und Moral treffen, sondern sachlich.
18.10.2016 14:53
Zitat von Skorpi:

Zitat von Darwin27:

Gestern abend hätte ich diesen Thread gebrauchen können..

Also ich bin definitiv für SCHULDIG und fassungslos, dass 87% dagegen gestimmt haben. In unserem Rechtssystem konnte es keine andere Möglichkeit geben. Egal was und wie drum rum.

Und 2. darf es bei einem Soldaten solch ein Urteil nicht geben!! Ein Soldat ist ein Befehlsempfänger und kein Selbst-Entscheider. Dafür sind sie, bzw. er in seiner Position, nicht ausgebildet und alleine deshalb darf er schon nicht frei gesprochen werden.

Ich bin fassungslos, dass in 3 Ländern (DE, A, Schweiz) so entschieden wurde!


Aha, ein Soldat darf deiner Meinung nach also niemals menschlich handeln?


Ein Soldat muss nicht blind Befehlen folgen
Obsidian
15967 Beiträge
18.10.2016 14:59
Zitat von Skorpi:

Zitat von Blümelein:

Zitat von Darwin27:

Ich finde sämtliche Diskussionen irgendwie lächerlich. Letztendlich sind wir ein Rechtsstaat. Und um das Gesetz zu wahren (und damit für die Zukunft viel Unheil abzuwenden), MUSS der Pilot schuldig gesprochen werden. Er hat nicht rechtens gehandelt. Sicher hat er moralisch "gut" gehandelt, aber das ist nicht die Frage.

Hätte würde könnte.. das sind Wörter, die man sich hier sparen kann. Wir wissen es nicht. Punkt.


Trotzdem ist es wichtig, dass Menschen nicht aufhören zu denken, zu diskutieren und ihre eigene Meinung zu bilden. Was wäre (wer wären wir?), wenn alle immer nur blind gehorchen würden? Gesetze werden auch manchmal geändert, aus gutem Grund.

Die Meinung des Einzelnen ist ja zum Glück nicht maßgeblich, haben sollte man sie aber trotzdem und notfalls auch dafür kämpfen bzw. sie vertreten. Zum Glück ist es in diesem Fall nur fiktiv …

(Abgesehen davon gibt es häufiger Gerichtsurteile, denen ich nicht unbedingt zustimmen würde. Da lässt sich so manches Gesetz "passend" auslegen und jegliche Moral und Ethik bleiben auf der Strecke …)


Ganz genau! Besonders der obere Teil.

Ich finde es generell echt schon ein bisschen erschreckend, wie viele den Angeklagten doch lebenslänglich einsperren würden, weil es eben das Gesetz so sagt. Er hat doch rein gar nichts böses damit beabsichtigt und genau das ist doch im Grunde, was zählt. So jemand gehört nicht lebenslänglich eingesperrt!


Nein, das ist in einem Rechtstaat (zum Glück) nicht alles, was zählt.
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