"Terror" ihr Urteil (ARD)
18.10.2016 07:45
Zitat von Sonce:
Da fällt mir grad ein das es auch einen kurzfilm gibt zu dieser thematik:
Dort steht ein Vater vor der Entscheidung, ob er seinen Sohn rettet oder einen vollbesetzten Zug , der komplett entgleisen würde.
"Sommersonntag " heißt er....falls jemand Interesse hat.
In dem Fall, steinigt mcih meinetwegen, wäre die Entscheidung für mich einfach. Mein Sohn ginge da über alles und ich würde ihn retten. Nicht herzlos, aber trotzdem wäre es meine Entscheidung.
18.10.2016 08:05
Ich muss zugeben, ich war von Anfang an für den Angeklagten.
Als die Staatsanwältin ihr Plädoyer hielt, gab ich aber auch ihr in allen Punkten recht. Vorallem die Geschichte mit dem Güterwaggon war für mich total schlüssig. Und als der Punkt zur Sprache kam, dass die Passagiere ja ins Cockpit hätten gelangen können um den Terroristen zu überwältigen, wollte ich schon die Seite wechseln. Mein Mann korrigierte meine Gedanken aber schnell wieder. Es ist so gut wie unmöglich als Passagier ins Cockpit zu kommen. Von außen hat man da kaum eine Chance wenn der Pilot z.b. gezwungen wird die Türe verschlossen zu lassen. Da hätte der Terrorist wohl auch nicht tatenlos zugesehen und jeden abgeballert der es durchgeschafft hätte. Die Zeit hätte dafür niemals ausgereicht. Da war ich wirklich hin und her gerissen. Aber so wie der Richter es zum Schluss zusammenfasste, war es genau richtig. Ja, sie hat Recht mit dem was sie sagt, doch man kann das nicht auf jeden Einzelfall zutreffen lassen. Hier sehe ich wirklich auch die Mitschuld wenn nicht sogar mehr, bei den Uniformträgern die es nicht für nötig hielten das Stadion zu räumen.
Wäre ich der Angeklagte, ja ich hätte auch geschossen.
Ja, ich hätte auch geschossen wenn meine Familie in dem Flugzeug gesessen hätte. Aus dem einfachen Grund, weil sie sowieso dem Tod geweiht waren. Danach hätte ich aber in diesem Fall Suizid begangen.
Dieses Stück hat mich so sehr bewegt, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Wie leichtsinnig manche Entscheidungen getroffen oder andere dafür verurteilt werden, ohne zu wissen wie es ist, wenn man selbst drin steckt.
Hätte es eine sichere Möglichkeit gegeben, die Passagiere an Bord zu retten, hätte niemand geschossen.
Als die Staatsanwältin ihr Plädoyer hielt, gab ich aber auch ihr in allen Punkten recht. Vorallem die Geschichte mit dem Güterwaggon war für mich total schlüssig. Und als der Punkt zur Sprache kam, dass die Passagiere ja ins Cockpit hätten gelangen können um den Terroristen zu überwältigen, wollte ich schon die Seite wechseln. Mein Mann korrigierte meine Gedanken aber schnell wieder. Es ist so gut wie unmöglich als Passagier ins Cockpit zu kommen. Von außen hat man da kaum eine Chance wenn der Pilot z.b. gezwungen wird die Türe verschlossen zu lassen. Da hätte der Terrorist wohl auch nicht tatenlos zugesehen und jeden abgeballert der es durchgeschafft hätte. Die Zeit hätte dafür niemals ausgereicht. Da war ich wirklich hin und her gerissen. Aber so wie der Richter es zum Schluss zusammenfasste, war es genau richtig. Ja, sie hat Recht mit dem was sie sagt, doch man kann das nicht auf jeden Einzelfall zutreffen lassen. Hier sehe ich wirklich auch die Mitschuld wenn nicht sogar mehr, bei den Uniformträgern die es nicht für nötig hielten das Stadion zu räumen.
Wäre ich der Angeklagte, ja ich hätte auch geschossen.
Ja, ich hätte auch geschossen wenn meine Familie in dem Flugzeug gesessen hätte. Aus dem einfachen Grund, weil sie sowieso dem Tod geweiht waren. Danach hätte ich aber in diesem Fall Suizid begangen.
Dieses Stück hat mich so sehr bewegt, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Wie leichtsinnig manche Entscheidungen getroffen oder andere dafür verurteilt werden, ohne zu wissen wie es ist, wenn man selbst drin steckt.
Hätte es eine sichere Möglichkeit gegeben, die Passagiere an Bord zu retten, hätte niemand geschossen.
18.10.2016 08:12
Gestern abend hätte ich diesen Thread gebrauchen können..
Also ich bin definitiv für SCHULDIG und fassungslos, dass 87% dagegen gestimmt haben. In unserem Rechtssystem konnte es keine andere Möglichkeit geben. Egal was und wie drum rum.
Und 2. darf es bei einem Soldaten solch ein Urteil nicht geben!! Ein Soldat ist ein Befehlsempfänger und kein Selbst-Entscheider. Dafür sind sie, bzw. er in seiner Position, nicht ausgebildet und alleine deshalb darf er schon nicht frei gesprochen werden.
Ich bin fassungslos, dass in 3 Ländern (DE, A, Schweiz) so entschieden wurde!
Also ich bin definitiv für SCHULDIG und fassungslos, dass 87% dagegen gestimmt haben. In unserem Rechtssystem konnte es keine andere Möglichkeit geben. Egal was und wie drum rum.
Und 2. darf es bei einem Soldaten solch ein Urteil nicht geben!! Ein Soldat ist ein Befehlsempfänger und kein Selbst-Entscheider. Dafür sind sie, bzw. er in seiner Position, nicht ausgebildet und alleine deshalb darf er schon nicht frei gesprochen werden.
Ich bin fassungslos, dass in 3 Ländern (DE, A, Schweiz) so entschieden wurde!
18.10.2016 08:12
Zitat von Sonce:
Da fällt mir grad ein das es auch einen kurzfilm gibt zu dieser thematik:
Dort steht ein Vater vor der Entscheidung, ob er seinen Sohn rettet oder einen vollbesetzten Zug , der komplett entgleisen würde.
"Sommersonntag " heißt er....falls jemand Interesse
Ich kenne den Film zwar nicht, doch wenn ich weiß, dass ich meinem Kind das Leben retten kann, tue ich das natürlich auch. Da gibt es wohl kaum so viel darüber nachzudenken, wie in dem anderen Fall.
Würde das Haus brennen und mein Sohn sowie die anderen Hausbewohner wären noch drin, würde ich ohne zu zögern mein Kind da rausholen und keinen der anderen.
Wer jemanden dafür verurteilt, sein eigen Fleisch und Blut zu retten, dem fehlen meiner Meinung nach die urmenschlichen Instinkte.
18.10.2016 08:15
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:
Zitat von StilleWasser:
Die wirklich Schuldigen sind die Bundesheerverantwortlichen die 28 Minuten lang zugeschaut haben wie das Flugzeug weiterrast anstatt alle Terrorziele/das Stadion räumen zu lassen. Genau DIESE Leute haben es zu verantworten das der Pilot erst in diese Lage gekommen ist entscheiden zu müssen.
Und er ist unschuldig, er hat das einzig richtige in dieser Situation gemacht denn in diesem Szenario wären die 70.000 plus die Passagiere im Flugzeug gestorben - also hat er bloß das Unabwenbare gemacht und 10.000ende Leben gerettet.
*
*
Aber ich find auch unsere Gesetzgebung da besser, da gibt es kein Verbot des Abschusses und der Pilot hätte in dieser Situation selber entschieden dürfen und das moralisch richtige tun dürfen.
HIer kann ich mich echt anschließen, noch dazu, wo ich nun die Zahlen kenne. 28 Minuten sind sicher knapp, aber man hätte das Stadion räumen können.
Wenn man den Soldaten geschossen hat verurteilt, dann mit geringer Strafe, aber eben auch die, die verantwortlich sind und nicht wenigstens versucht haben zu räumen.
Das ist so ähnlich, wie die Verurteilungen der Soldaten, die an der Mauer geschossen haben. Die hatten einen Schießbefehl. Meist Familie zu Hause. Sich in der NVA einem Befehl widersetzen, war genauso schlimm, denn das zog Konsequenzen für die ganze Familie nach sich. Trotzdem wurden sie teilweise verurteilt, aber die, die eben hinter dem Befehl steckten, blieben unangetastet. Sicher kein Vergleich von der Todeszahl her, aber am Ende dasselbe. Der eine handelt auf Befehl, der andere dagegen. Und beide Mal nur deswegen so, weil es unfähige Befehlshaber gab.
Die, die den eigentlichen Fehler begangen haben, nämlich abzuwarten und zuzuschauen, statt zu räumen, haben im Grunde das Todesurteil gesprochen. Und sie gehören scharf verurteilt, nicht der Soldat, der sich mit Sicherheit den Rest seines Lebens damit rumplagt, diese Entscheidung getroffen zu haben.
Ja!
18.10.2016 09:06
Falsch wäre es definitiv, denn Leben darf nicht gegen ein anderes aufgewogen werden. Aber Mord kann es in meinen Augen nicht sein. Er konnte in dieser Situation nicht anders entscheiden. Er hat menschlich gehandelt, sofern man das in dieser Situation so nennen kann. Die Frage ist, ob das einem Soldaten zusteht.
Hätte er die andere, mindestens ebenso falsche Entscheidung getroffen, hätten andere dafür gerade stehen müssen und nicht er.
Einige der Vergleiche hinken gewaltig und grenzen an Heuchelei, denn wenn man Zeit hat, es vorher in Ruhe auszudiskutieren, das Für und Wider abzuwägen und entsprechende Gesetze nachzuschlagen sowie mögliche Konsequenzen zu erörtern, kann man bewusst "besser" oder "schlechter" entscheiden. Dann mag es Mord sein.
Hätte er die andere, mindestens ebenso falsche Entscheidung getroffen, hätten andere dafür gerade stehen müssen und nicht er.
Einige der Vergleiche hinken gewaltig und grenzen an Heuchelei, denn wenn man Zeit hat, es vorher in Ruhe auszudiskutieren, das Für und Wider abzuwägen und entsprechende Gesetze nachzuschlagen sowie mögliche Konsequenzen zu erörtern, kann man bewusst "besser" oder "schlechter" entscheiden. Dann mag es Mord sein.
18.10.2016 09:16
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:
Zitat von StilleWasser:
Die wirklich Schuldigen sind die Bundesheerverantwortlichen die 28 Minuten lang zugeschaut haben wie das Flugzeug weiterrast anstatt alle Terrorziele/das Stadion räumen zu lassen. Genau DIESE Leute haben es zu verantworten das der Pilot erst in diese Lage gekommen ist entscheiden zu müssen.
Und er ist unschuldig, er hat das einzig richtige in dieser Situation gemacht denn in diesem Szenario wären die 70.000 plus die Passagiere im Flugzeug gestorben - also hat er bloß das Unabwenbare gemacht und 10.000ende Leben gerettet.
*
*
Aber ich find auch unsere Gesetzgebung da besser, da gibt es kein Verbot des Abschusses und der Pilot hätte in dieser Situation selber entschieden dürfen und das moralisch richtige tun dürfen.
HIer kann ich mich echt anschließen, noch dazu, wo ich nun die Zahlen kenne. 28 Minuten sind sicher knapp, aber man hätte das Stadion räumen können.
Wenn man den Soldaten geschossen hat verurteilt, dann mit geringer Strafe, aber eben auch die, die verantwortlich sind und nicht wenigstens versucht haben zu räumen.
Das ist so ähnlich, wie die Verurteilungen der Soldaten, die an der Mauer geschossen haben. Die hatten einen Schießbefehl. Meist Familie zu Hause. Sich in der NVA einem Befehl widersetzen, war genauso schlimm, denn das zog Konsequenzen für die ganze Familie nach sich. Trotzdem wurden sie teilweise verurteilt, aber die, die eben hinter dem Befehl steckten, blieben unangetastet. Sicher kein Vergleich von der Todeszahl her, aber am Ende dasselbe. Der eine handelt auf Befehl, der andere dagegen. Und beide Mal nur deswegen so, weil es unfähige Befehlshaber gab.
Die, die den eigentlichen Fehler begangen haben, nämlich abzuwarten und zuzuschauen, statt zu räumen, haben im Grunde das Todesurteil gesprochen. Und sie gehören scharf verurteilt, nicht der Soldat, der sich mit Sicherheit den Rest seines Lebens damit rumplagt, diese Entscheidung getroffen zu haben.
Genau so ist es.
Ja, also das Stadion bei uns (knappe 51.000 Plätze) wäre z.B. in 8 Minuten geräumt im Ernstfall - das wär sich also mehr als nur locker ausgegangen das zu räumen - stattdessen saßen sie "fröhlich" vorm Bildschirm und haben "gewettet" was der Pilot machen wird und ihm die Schuld auferlegt für eine Situation in die er so nie hätte kommen dürfen.
18.10.2016 09:25
Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
18.10.2016 09:27
Zitat von LisaW90:
Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
Oder die Terroristen haben auch jemanden im Stadion "mit sitzen" und das Stadion fliegt in die Luft, wenn sie es räumen lassen.
18.10.2016 09:30
Zitat von vegetable:
Zitat von LisaW90:
Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
Oder die Terroristen haben auch jemanden im Stadion "mit sitzen" und das Stadion fliegt in die Luft, wenn sie es räumen lassen.
die könnten natürlich auch dann das Stadion in die luft jagen, wenn das flugzeug abgeschossen wurde. Somit hat ein unschuldiger mann, den Tod von unschuldigen unnötig in seine eigene hand genommen.
18.10.2016 09:33
Zitat von LisaW90:
Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
das Resultat ist dann nicht dasselbe " die passagiere sterben trotzdem" sondern " es hat niemand unschuldiges zu verantworten und mit dieser Last zu Leben, das die passagiere gestorben sind". Das ist doch auch ein Unterschied.
18.10.2016 09:36
Zitat von LisaW90:
Gut Stadion ist geräumt, aber die Terroristen wissen es nicht und lassen das Flugzeug abstürzen.
Resultat Passagiere sterben trotzdem.
dabei könnte aber auch jemand überleben... oder der absturz schlägt fehl...
oder aber: es kommt gar nicht zu der Katastrophe! Klar, die wahrscheinichkeit blablub... egal wie die Chancen stehen, ob der Flugzeug in die Arena geknallt wäre weiß man tatsächlich erst, wenn es auch geschehen ist. Alles weitere ist Spekulation.
es kann ja auch sein - im Tonband klang der Terrorist nämlich ziemlich verheult - dass der entführer Muffensausen vor dem Selbstmord bekommt. Darf man nicht vergessen, dass das letztlich auch nur menschen sind... die chance gab es so nicht mehr...
erinnert mich übrigens an nen Film, den ich mal gesehen habe - The Philosophers
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Philosophers_%E2 %80%93_Wer_%C3%BCberlebt%3F
Ein Lehrer, eine Klasse und ein Gedankenspiel, was passiert, wenn eine Atombombe hochgeht und sie direkt vor einem Bunker stehen, der aber nicht groß genug für alle ist.
Sehr fesselnd und regt wirklich zum nachdenken an (auch wenn ich das ende etwas stumpf fand
)
18.10.2016 09:40
Habe nicht alles gelesen, aber:
Hätte er nicht geschossen und es wären 10,000 de gestorben, hätte man im vorgeworfen warum nicht geschossen wurde. Man muss sich mal ausmalen was hätte alles passieren können. Und ich glaube do viel Zeit zum nachdenken hatte er nicht, er wollte Menschenleben retten.
Hätte er nicht geschossen und es wären 10,000 de gestorben, hätte man im vorgeworfen warum nicht geschossen wurde. Man muss sich mal ausmalen was hätte alles passieren können. Und ich glaube do viel Zeit zum nachdenken hatte er nicht, er wollte Menschenleben retten.
18.10.2016 09:43
Zitat von Julemaus:
Habe nicht alles gelesen, aber:
Hätte er nicht geschossen und es wären 10,000 de gestorben, hätte man im vorgeworfen warum nicht geschossen wurde. Man muss sich mal ausmalen was hätte alles passieren können. Und ich glaube do viel Zeit zum nachdenken hatte er nicht, er wollte Menschenleben retten.
ich glaube nicht das man einem menschen vorwerfen kann, das er nicht vorsätzlich dafür bereit gewesen wäre, andere Menschen zu töten (um vllt eine größere mehrheit zu retten).
Nicht ER ist der schuldige sondern die Terroristen. Das darf man nicht aus den Augen verlieren.
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