Mütter- und Schwangerenforum

juli 2010 babys?

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sternenstaub_88
6820 Beiträge
03.07.2010 18:31
huhu mädels
jaaaa 4:0 deutschland

boar bei uns ist es heute auch sooo heiß 37 grad
@sommerbaby... und wie geht es dir?? schon ein bissi stärkere wehen??
wer weiß vielleicht geht es ja heute nacht noch los
drück die daumen
@ anja ... wooooo bist duuuu???
haste schon entkugelt??? oder biste grade dabei???
@ me ... mir zieht es schon die ganze zeit im rücken und halt ein bissi in der leistengegend .. und mein kreislauf .. naja ist auch bissi verwirrt von der wärme
und sonst wie geht es euch????
Lauralu
7563 Beiträge
03.07.2010 18:45
yyeeeeeeeahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh deutschlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnn nnnnd!!!!!!

Megageil!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
sternenstaub_88
6820 Beiträge
03.07.2010 18:46
huhu laurriii wie geht es dir???
haste noch dünnii fiffii??? oder anzeichen das es los geht????
Lauralu
7563 Beiträge
03.07.2010 18:54
Zitat von sternenstaub_88:

huhu laurriii wie geht es dir???
haste noch dünnii fiffii? ?? oder anzeichen das es los geht????



zu geil!!!!!
Jaaa hab ich immernoch, aber das wars auch
und bei dir?? tut sich noch was??????
sternenstaub_88
6820 Beiträge
03.07.2010 18:57
Zitat von Lauralu:

Zitat von sternenstaub_88:

huhu laurriii wie geht es dir???
haste noch dünnii fiffii? ?? oder anzeichen das es los geht????



zu geil!!!!!
Jaaa hab ich immernoch, aber das wars auch
und bei dir?? tut sich noch was??????



bei mir zieht es halt im rücken und leistengegend .. aber sonst ist auch nix weiter ...
waren doch gestern schwimmen das war total toll ...
aber wo ich aus dem wasser raus kam dachte ich echt das baby kommt ... meine fresse .. scheiß schwerkraft
sternenstaub_88
6820 Beiträge
03.07.2010 18:57
soooo wir fahren jetzt los .. die wollen hier alle autokorsooo machen ....
na dann sollen se mal wa
Lauralu
7563 Beiträge
03.07.2010 18:59
Zitat von sternenstaub_88:

Zitat von Lauralu:

Zitat von sternenstaub_88:

huhu laurriii wie geht es dir???
haste noch dünnii fiffii? ?? oder anzeichen das es los geht????



zu geil!!!!!
Jaaa hab ich immernoch, aber das wars auch
und bei dir?? tut sich noch was??????



bei mir zieht es halt im rücken und leistengegend .. aber sonst ist auch nix weiter ...
waren doch gestern schwimmen das war total toll ...
aber wo ich aus dem wasser raus kam dachte ich echt das baby kommt ... meine fresse .. scheiß schwerkraft



na immerhin schon etwas

ja ich liebe es auch im moment zu schwimmen!! Meine eltern haben einen Pool und da hopf ich jeden tag rein- göttlich!!!
Krissy289
2183 Beiträge
03.07.2010 18:59
Man merkt schon,dass unsere viel Schreiber nicht mehr da sind und dann die Hitze dazu!
Cherryforever
1709 Beiträge
03.07.2010 19:57
hi mädels,
endlich konnten wir einkaufen gehen! Haben ein soooooooo süßes outfit bekommen und das für wenig geld Und diesmal in der richtigen Größe

das kommt drunter

JessyKA
2302 Beiträge
03.07.2010 20:17
@Sonja: Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Mann der ist ja echt total niedlich. Wünsche euch noch eine schöne kennlernzeit.

@Fussball: Wow 0:4 für Deutschland war das ein geiles Spiel.

@Wetter: Heute war es eindeutig zu heiss saß heute fast den ganzen Nachmittag mit meiner Nichte im Plantschbecken. Muss herrlich ausgesehen haben. Aber anderes hagt man es echt nicht ausgehalten.

So dann wünsche ich euch allen noch einen schönen Abend und nicht so eine heisse Nacht wie die letzte.

Achso heute habe ich den ganzen Tag über keine Wehen gehabt nur in der Leistengegend ein ziehen beim laufen. Ich denke der kleine will sich wohl doch noch Zeit lassen. Mal sehen wie es am Montag aussieht da muss ich wieder zum Arzt hin....
03.07.2010 20:28
Liebe Mamas,

ich schreibe hier im Namen meiner Frau, die sich leider gerade um unser Baby kümmern muß und daher nicht gar so viel Internetzeit übrig hat. Ihr geht es aber wirklich sehr gut (O-Ton von vorgestern: "Ich kann gar nicht glauben, daß ich vor ein paar Stunden ein Kind zur Welt gebracht hab.").

Maximilian macht sich, nachdem anfangs der Blutzucker etwas niedrig war und es ihn ziemlich gefroren hat, mittlerweile wunderbar. Er hat direkt nach der Geburt um die 100 Gramm abgenommen, gestern aber schon wieder fast 50 Gramm zugenommen. Anfangs hat ihm das Fruchtwasser in seinem Magen noch recht zu schaffen gemacht, er mußte oft erbrechen und hat auch die Milch nicht drinbehalten. Stattdessen benutzt er jetzt schon fleißig seine Windeln und Melanie wünscht sich manchmal, er würde nicht gar so heftig saugen, ist aber dem Erfinder der Stillhütchen sehr dankbar.

Damit ihr schon mal einen gewissen Eindruck habt, anbei mein Geburtsbericht. Schon bald wird Melanie hier aber wieder fleißig mitschreiben und dann ihre Erfahrungen zum besten geben.

Schöne Grüße aus dem Familienzimmer des Krankenhauses,

Thomas.

Hier meine Sicht auf Maximilians Geburt. Er ist jetzt schon gut 40 Stunden alt, der Bericht also nicht "live". Von daher stimmt vielleicht so manche Zeitangabe nicht mehr genau oder die Chronologie ist etwas durcheinander...

Montag, 16:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt. Ich bin etwas früher aus dem Büro gekommen und habe auf ein WM-Spiel (das Achtelfinale Niederlande - Slowakei, wenn ich mich recht erinnere) verzichtet, um dabei zu sein.

Melanie wird erstmal ans CTG ("Wehenschreiber" - ein Gerät, das über Elektroden die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und eventuelle Bauchkontraktionen der Mutter aufzeichnet) angeschlossen. Das ist noch unauffällig, Maximilians Puls liegt bei ca. 145, was ganz normal ist, Wehen sind noch keine zu sehen.

Dann gehen wir zum Arzt rein, Melanie wird beultraschallt. Mit Maximilian ist alles in Ordnung, das Fruchtwasser ist schon großteils verbraucht, der Muttermund 2 cm offen (bei der Geburt sind's dann 10 cm). Wir leiten am Mittwoch die Geburt ein. Okay...

Dienstag: Ein saublöder Tag. Eigentlich nur dazu da, um auf Mittwoch zu warten. Gepackt ist alles schon seit Wochen, also ist das nichts mehr zu tun. Und die Wohnung ist auch schon größtenteils für unsere Abwesenheit vorbereitet.

Mittwoch, ca. 4:00 Uhr: Wir sind beide wach, obwohl wir erst zwischen 8:00 und 8:30 Uhr in der Klinik sein müssen. Egal, schlafen können wir eh nicht mehr.

Irgendwann nach 4:00 Uhr: Ich schau nach draußen, es ist schon einigermaßen hell, der Himmel hat eine komische Farbe zwischen rosa und lila. Genauso unwirklich wie das, was heute auf uns zukommen soll.

6:30 Uhr: Der Wecker klingelt. Als ob wir den brauchen würden...

7:35 Uhr: Unser "Taxifahrer" (mein Vater) ist da. Wir wuchten unseren halben Hausstand in den Kofferraum und fahren Richtung Klinik.

Irgendwann um 8:00 Uhr rum: Wir sind da. Die Dame am Empfang weiß schon bescheid und leitet uns zur Entbindungsstation weiter.

Wir bestellen dort sofort das Familienzimmer, in dem nur Melanie und ich (und dann Maximilian) untergebracht sind. Das kostet ca. 80 Euro pro Nacht, ist aber unbedingt zu empfehlen (siehe unten).

Unmittelbar nach dem Einzug geht es in ein kleines Nebenzimmer zum abermaligen CTG. Immer noch nichts interessantes zu sehen.

9:30 Uhr: Die Geburtseinleitung beginnt. Es wird eine Dosis Gel auf den Muttermund geschmiert. Wie wir später erfahren werden, ist das noch nicht genug, um wirklich Wehen auszulösen. Allerdings kann man daran abschätzen, wie das Kind auf die Einleitung reagiert.

Wir freuen uns. Unser prognostizierter Zeitplan ging davon aus, daß es vor 10 Uhr nicht richtig losgehen wird. Dann würde, so meine Rechnung, irgendwann zwischen frühem Nachmittag und Abend die Geburt stattfinden. Von dieser Vorstellung bin ich relativ bald abgekommen.

Mittag/Nachmittag: Absolut nichts zu berichten. Das Gel hat noch gar nichts gebracht. Der Wehenschreiber gleicht - wie auch bisher - eher einer Linie als einer Sinuswelle.

Wir wechseln immer mal wieder zwischen unserem Zimmer und dem CTG. Es tut wirklich gut, daß wir uns da einigermaßen ins Private zurückziehen können und nicht Melanie in einem Dreibettzimmer zwischen zwei Fremden liegt und ich allenfalls geduldeter Gast bin. Wir essen, duschen, schauen "Cheers" auf meinem Laptop an und teilen der Familie mit, daß es nichts mitzuteilen gibt.

Einerseits sind wir angespannt, weil es jetzt dann ernst wird. Andererseits ist das alles noch so unspektakulär, weil es nicht vorangeht.

15:30 Uhr: Das zweite Gel wird aufgetragen. Diesmal die doppelte Dosis, da Maximilian beim ersten Mal ja keine Probleme hatte.

Spätnachmittag/Abend: Das zweite Gel hat genauso gewirkt wie das erste. Nichts passiert.

20:00 Uhr: Meine Frau verspürt ein leichtes Ziehen im Bauch. Heureka! Es geht los! In ein, zwei Stunden bin ich Vater! Spätestens!

Ein, zwei Stunden später: Aus dem leichten Ziehen wurde mittlerweile ein leichtes Ziehen. Die Hebamme schaut auf das CTG und äußert die vielversprechenden Worte: "Des is fei no nix gscheits." Übersetzt heißt das, daß ein leichtes Ziehen noch nicht zu den Wehen zählt, da der Muttermund nicht geweitet wird. Der ist immer noch bei 2 cm; soweit waren wir am Montag auch schon. Daher schaut sie sich den Muttermund jetzt erstmal gar nicht mehr an.

22:10 Uhr: Eigentlich sollten wir in 20 Minuten wieder zum CTG. Das schaffen wir aber nicht mehr, denn jetzt werden die Wehen richtig heftig. Melanie liegt neben mir im Bett und krümmt sich schon sehr eindeutig. Die Schmerzen kommen wie am Fließband; wenn mal zwei Minuten Pause zwischen zwei Schüben sind, ist das schon ein Segen.

Die diensthabende Hebamme schickt uns zum Treppensteigen. Manche Methoden ändern sich nie: Meine Mutter erzählt mir heute noch mit Grauen, wie sie damals stundenlang jede Stufe im Krankenhaus kennenlernen durfte.

22:30 Uhr: Wir sind vielleicht zwei Stockwerke gelaufen. Die Wehen sind mittlerweile so schlimm, daß ich Angst habe, Melanie fällt irgendwann die Treppen runter. Wir veratmen die letzte Wehe dieser Episode auf einem Treppenabsatz und nehmen den nächsten Aufzug zur Entbindungsstation.

Dort brauchen wir die Situation nicht groß zu erklären und die Hebamme spricht daraufhin den Satz, der die Nacht prägen sollte: "Welchen Kreißsaal wollen Sie denn?"

Kreißsaal - das ist für mich das Signalwort, daß es losgeht. Ich schwanke zwischen "Endlich!" und "Oh mein Gott, es geht los, ich kann's gar nicht glauben, es wird ernst, ich seh bald meinen Sohn".

Wir entscheiden uns für Kreißsaal 1. Den kennen wir schon vom Geburtsvorbereitungskurs. Da steht zum Gebären kein Bett, sondern eher eine vollautomatische Polsterlandschaft, die sich teilen, zusammenstellen, neigen, hoch und runter fahren und wegklappen läßt.

22:45 Uhr: Jetzt sind die Wehen sogar auf dem CTG sichtbar. Sie sind deutlich, aber brauchen die zur Verfügung stehende Skala noch überhaupt nicht auf. Das kann ja noch lustig werden...

23:15 Uhr: Melanie wird gefragt, ob sie eine PDA will. Bei dieser Periduralanästhesie wird ein Betäubungsmittel in die Wirbelsäule injiziert, wodurch die Schmerzempfindung in bestimmten Körperbereichen stark gedämpft wird.

Dazu muß die Anästhesistin den Raum zwischen zwei Wirbeln finden. Das geht bei einem Rundrücken am leichtesten, dann ist das eine Sache von fünf Minuten. Melanie hat aber unglücklicherweise ein ausgeprägtes Hohlkreuz, darum muß sie in eine recht unbequeme Position wechseln, die einfach nicht hinhauen will. Die Hebamme und die Ärztin tun ihr möglichstes, schaffen es aber nicht, daß Melanie in der Position bleibt und beim Ansetzen der Nadel nicht zusammenzuckt. Verständlich, denn wenn mir jemand etwas ins Rückgrat stecken wollte, wär ich auch skeptisch. Dazu kommt auch noch die Wirkung der Wehen, die nicht gerade dazu animieren, ganz still dazusitzen.

Dementsprechend traut sich die Anästhesistin aber auch nicht, zu stechen. Ich werde mehrfach darauf hingewiesen, daß ich gerne rausgehen darf. Den Unterton, daß ich doch bitte auch rausgehen soll, überhöre ich gekonnt. Auch, wenn ich nichts produktives machen kann, will ich doch dabeibleiben.

Nach einigen Anläufen muß sogar die örtliche Betäubung, die dafür da ist, daß man das Setzen der eigentlichen PDA nicht spürt, wiederholt werden. Die Hebamme wird immer deutlicher in ihren Anweisungen, wechselt vom "Sie" zum "Du" - ohne Höflichkeitsform ist so ein Imperativ doch gleich energischer.

23:45 Uhr: Endlich hat's geklappt. Die Wehen sind mittlerweile sicher nicht leichter geworden, aber jetzt haben wir die Gewißheit, daß die PDA in einigen Minuten wirken wird und ab da alles viel einfacher ist. Die PDA war aber mit Sicherheit die bisher größte Tortur.

Um Mitternacht rum: Die PDA wirkt. Melanie liegt nicht mehr schmerzverzerrt und verkrampft auf der Liege, sondern schreibt ganz locker SMS und telephoniert.

Mehr als warten können wir nun nicht tun. Der Muttermund ist mittlerweile bei 4 cm.

1:30 Uhr: Wir einigen uns darauf, daß wir beide versuchen, ein bißchen zu schlafen; Melanie im Kreißsaal, da sie am CTG hängen muß. Ich gehe auf unser Zimmer und leg mich hin - hab ich schon erwähnt, daß so ein Familienzimmer richtig praktisch ist?

Schlafen kann ich natürlich nicht, aber es tut ganz gut, endlich mal ruhig daliegen zu können.

2:35 Uhr : Melanie schreibt mir eine SMS aus dem Kreißsaal: "Bist du wach?" Ich geh natürlich gleich zu ihr.

Ich erfahre, daß ihr Schambein möglicherweise etwas in den Geburtskanal hineinragt, was einen Kaiserschnitt möglich machen könnte. Maximilian macht auch noch keine Anstalten, weiter runterzurutschen. Immerhin, der Muttermund ist mittlerweile bei 7 cm angekommen.

Wir richten uns im Kreißsaal einigermaßen häuslich ein. Auf der Fensterbank reihen sich leere Getränkeflaschen, unsere Handys, die Kamera, verschiedene Broschüren (die ich nur teilweise gelesen, vor allem aber als Fächer verwendet habe), Taschen und Geldbeutel auf. Man will halt alles griffbereit haben.

4:15 Uhr: Die Hebamme sticht die Fruchtblase auf, um die Geburt zu beschleunigen. Das Fruchtwasser ist gar nicht so wenig wie befürchtet und noch absolut klar - ein gutes Zeichen. Außerdem wird der Wehentropf vorbereitet, um nachher die Preßwehen einzuleiten.

4:30 Uhr: "Unser" Frauenarzt kommt. Sehr beruhigend, noch ein vertrautes Gesicht dabeizuhaben.

4:45 Uhr: Der Wehentropf wird gestartet. Gleich wird's richtig losgehen.

5:00 Uhr: Maximilians Herztöne liegen konstant bei 145. Das könnte ein gutes oder ein schlechtes Zeichen sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird eine Blutprobe entnommen - und zwar von Maxi selber! Der Frauenarzt benutzt seltsam aussehende Instrumente, um unseren halb geborenen Sohn in den Kopf zu stechen und das Blut zu untersuchen. Diese Vorstellung hört sich für einen werdenden, gestreßten, hoffenden und bangenden Vater sicher noch deutlich brutaler an als für euch Leser jetzt. Aber es muß halt sein und das Ergebnis ist auch gleich recht beruhigend: Der pH-Wert liegt im grünen Bereich, alles in Ordnung.

Der Dialog zwischen mir und dem Arzt ist dabei richtig irreal: "Haben Sie da richtig den Kopf gesehen?" - "Ja, klar." - "Hat er viele Haare?" - "Ja, da waren schon ein paar." Er schaut in meine Frau rein und kann schon fast meinem Sohn in die Augen sehen...

5:15 Uhr: Die Preßwehen gehen los. Melanie soll einfach mal testweise pressen. Dazu nimmt sie mit angewinkelten Beinen ihr linkes Knie in beide Hände und drückt mit aller Kraft. Die Preßtechnik schaut seltsam aus, ist aber unglaublich effektiv. Hebamme und Arzt sind irgendwo zwischen positiv überrascht und geschockt, daß sich Maximilian schon unverkennbar auf den Weg macht.

Da Melanie trotz PDA sehr gut und zielgerichtet preßt, wird die Betäubung nicht, wie sonst üblich, abgestellt. Sie hat keine Schmerzen, nur ein starkes Druckgefühl. Der Arzt deutet ihr immer an, in welche Richtung sie pressen soll. Wirkt auf mich sehr komisch, aber es scheint erstaunlich gut zu funktionieren.

Arzt und Hebamme nutzen die Zeit zwischen zwei Wehen, um alle Instrumente vorzubereiten. Da die Wehen aber mittlerweile schon fast permanent aufeinander folgen, wird die Sache ziemlich hektisch.

5:25 Uhr: Die Herztöne fallen leicht ab, sind jetzt bei 100. Das ist noch nicht schlimm, aber ein Alarmsignal. Man will ja nichts riskieren, darum wird schnell die Saugglocke vorbereitet. Das Ding schaut ungefähr aus wie ein Badewannenstöpsel, an dem ein dünner Schlauch angeschlossen ist. Recht unscheinbar, aber Maxis Schlüssel zur Welt.

5:28 Uhr: Die Saugglocke wird an Maxis leicht behaartem, leicht zerstochenem Kopf angebracht. Melanie nimmt ihre ganze Kraft zusammen, preßt mit aller Kraft und bringt Maximilian zur Welt. Die Nabelschnur liegt etwas am Hals an, hat ihn aber nicht gewürgt. Ein kurzer, leiser Beschwerdeschrei, den man ihm nicht verübeln kann. Der Arzt saugt dem Baby Nase und Mund kurz aus und gibt ihn dann der Hebamme.

Mein Sohn. Wow.
Sommerbaby
1209 Beiträge
03.07.2010 20:51
Zitat von Hummelchen:

Liebe Mamas,

ich schreibe hier im Namen meiner Frau, die sich leider gerade um unser Baby kümmern muß und daher nicht gar so viel Internetzeit übrig hat. Ihr geht es aber wirklich sehr gut (O-Ton von vorgestern: "Ich kann gar nicht glauben, daß ich vor ein paar Stunden ein Kind zur Welt gebracht hab.").

Maximilian macht sich, nachdem anfangs der Blutzucker etwas niedrig war und es ihn ziemlich gefroren hat, mittlerweile wunderbar. Er hat direkt nach der Geburt um die 100 Gramm abgenommen, gestern aber schon wieder fast 50 Gramm zugenommen. Anfangs hat ihm das Fruchtwasser in seinem Magen noch recht zu schaffen gemacht, er mußte oft erbrechen und hat auch die Milch nicht drinbehalten. Stattdessen benutzt er jetzt schon fleißig seine Windeln und Melanie wünscht sich manchmal, er würde nicht gar so heftig saugen, ist aber dem Erfinder der Stillhütchen sehr dankbar.

Damit ihr schon mal einen gewissen Eindruck habt, anbei mein Geburtsbericht. Schon bald wird Melanie hier aber wieder fleißig mitschreiben und dann ihre Erfahrungen zum besten geben.

Schöne Grüße aus dem Familienzimmer des Krankenhauses,

Thomas.

Hier meine Sicht auf Maximilians Geburt. Er ist jetzt schon gut 40 Stunden alt, der Bericht also nicht "live". Von daher stimmt vielleicht so manche Zeitangabe nicht mehr genau oder die Chronologie ist etwas durcheinander...

Montag, 16:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt. Ich bin etwas früher aus dem Büro gekommen und habe auf ein WM-Spiel (das Achtelfinale Niederlande - Slowakei, wenn ich mich recht erinnere) verzichtet, um dabei zu sein.

Melanie wird erstmal ans CTG ("Wehenschreiber" - ein Gerät, das über Elektroden die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und eventuelle Bauchkontraktionen der Mutter aufzeichnet) angeschlossen. Das ist noch unauffällig, Maximilians Puls liegt bei ca. 145, was ganz normal ist, Wehen sind noch keine zu sehen.

Dann gehen wir zum Arzt rein, Melanie wird beultraschallt. Mit Maximilian ist alles in Ordnung, das Fruchtwasser ist schon großteils verbraucht, der Muttermund 2 cm offen (bei der Geburt sind's dann 10 cm). Wir leiten am Mittwoch die Geburt ein. Okay...

Dienstag: Ein saublöder Tag. Eigentlich nur dazu da, um auf Mittwoch zu warten. Gepackt ist alles schon seit Wochen, also ist das nichts mehr zu tun. Und die Wohnung ist auch schon größtenteils für unsere Abwesenheit vorbereitet.

Mittwoch, ca. 4:00 Uhr: Wir sind beide wach, obwohl wir erst zwischen 8:00 und 8:30 Uhr in der Klinik sein müssen. Egal, schlafen können wir eh nicht mehr.

Irgendwann nach 4:00 Uhr: Ich schau nach draußen, es ist schon einigermaßen hell, der Himmel hat eine komische Farbe zwischen rosa und lila. Genauso unwirklich wie das, was heute auf uns zukommen soll.

6:30 Uhr: Der Wecker klingelt. Als ob wir den brauchen würden...

7:35 Uhr: Unser "Taxifahrer" (mein Vater) ist da. Wir wuchten unseren halben Hausstand in den Kofferraum und fahren Richtung Klinik.

Irgendwann um 8:00 Uhr rum: Wir sind da. Die Dame am Empfang weiß schon bescheid und leitet uns zur Entbindungsstation weiter.

Wir bestellen dort sofort das Familienzimmer, in dem nur Melanie und ich (und dann Maximilian) untergebracht sind. Das kostet ca. 80 Euro pro Nacht, ist aber unbedingt zu empfehlen (siehe unten).

Unmittelbar nach dem Einzug geht es in ein kleines Nebenzimmer zum abermaligen CTG. Immer noch nichts interessantes zu sehen.

9:30 Uhr: Die Geburtseinleitung beginnt. Es wird eine Dosis Gel auf den Muttermund geschmiert. Wie wir später erfahren werden, ist das noch nicht genug, um wirklich Wehen auszulösen. Allerdings kann man daran abschätzen, wie das Kind auf die Einleitung reagiert.

Wir freuen uns. Unser prognostizierter Zeitplan ging davon aus, daß es vor 10 Uhr nicht richtig losgehen wird. Dann würde, so meine Rechnung, irgendwann zwischen frühem Nachmittag und Abend die Geburt stattfinden. Von dieser Vorstellung bin ich relativ bald abgekommen.

Mittag/Nachmittag: Absolut nichts zu berichten. Das Gel hat noch gar nichts gebracht. Der Wehenschreiber gleicht - wie auch bisher - eher einer Linie als einer Sinuswelle.

Wir wechseln immer mal wieder zwischen unserem Zimmer und dem CTG. Es tut wirklich gut, daß wir uns da einigermaßen ins Private zurückziehen können und nicht Melanie in einem Dreibettzimmer zwischen zwei Fremden liegt und ich allenfalls geduldeter Gast bin. Wir essen, duschen, schauen "Cheers" auf meinem Laptop an und teilen der Familie mit, daß es nichts mitzuteilen gibt.

Einerseits sind wir angespannt, weil es jetzt dann ernst wird. Andererseits ist das alles noch so unspektakulär, weil es nicht vorangeht.

15:30 Uhr: Das zweite Gel wird aufgetragen. Diesmal die doppelte Dosis, da Maximilian beim ersten Mal ja keine Probleme hatte.

Spätnachmittag/Abend: Das zweite Gel hat genauso gewirkt wie das erste. Nichts passiert.

20:00 Uhr: Meine Frau verspürt ein leichtes Ziehen im Bauch. Heureka! Es geht los! In ein, zwei Stunden bin ich Vater! Spätestens!

Ein, zwei Stunden später: Aus dem leichten Ziehen wurde mittlerweile ein leichtes Ziehen. Die Hebamme schaut auf das CTG und äußert die vielversprechenden Worte: "Des is fei no nix gscheits." Übersetzt heißt das, daß ein leichtes Ziehen noch nicht zu den Wehen zählt, da der Muttermund nicht geweitet wird. Der ist immer noch bei 2 cm; soweit waren wir am Montag auch schon. Daher schaut sie sich den Muttermund jetzt erstmal gar nicht mehr an.

22:10 Uhr: Eigentlich sollten wir in 20 Minuten wieder zum CTG. Das schaffen wir aber nicht mehr, denn jetzt werden die Wehen richtig heftig. Melanie liegt neben mir im Bett und krümmt sich schon sehr eindeutig. Die Schmerzen kommen wie am Fließband; wenn mal zwei Minuten Pause zwischen zwei Schüben sind, ist das schon ein Segen.

Die diensthabende Hebamme schickt uns zum Treppensteigen. Manche Methoden ändern sich nie: Meine Mutter erzählt mir heute noch mit Grauen, wie sie damals stundenlang jede Stufe im Krankenhaus kennenlernen durfte.

22:30 Uhr: Wir sind vielleicht zwei Stockwerke gelaufen. Die Wehen sind mittlerweile so schlimm, daß ich Angst habe, Melanie fällt irgendwann die Treppen runter. Wir veratmen die letzte Wehe dieser Episode auf einem Treppenabsatz und nehmen den nächsten Aufzug zur Entbindungsstation.

Dort brauchen wir die Situation nicht groß zu erklären und die Hebamme spricht daraufhin den Satz, der die Nacht prägen sollte: "Welchen Kreißsaal wollen Sie denn?"

Kreißsaal - das ist für mich das Signalwort, daß es losgeht. Ich schwanke zwischen "Endlich!" und "Oh mein Gott, es geht los, ich kann's gar nicht glauben, es wird ernst, ich seh bald meinen Sohn".

Wir entscheiden uns für Kreißsaal 1. Den kennen wir schon vom Geburtsvorbereitungskurs. Da steht zum Gebären kein Bett, sondern eher eine vollautomatische Polsterlandschaft, die sich teilen, zusammenstellen, neigen, hoch und runter fahren und wegklappen läßt.

22:45 Uhr: Jetzt sind die Wehen sogar auf dem CTG sichtbar. Sie sind deutlich, aber brauchen die zur Verfügung stehende Skala noch überhaupt nicht auf. Das kann ja noch lustig werden...

23:15 Uhr: Melanie wird gefragt, ob sie eine PDA will. Bei dieser Periduralanästhesie wird ein Betäubungsmittel in die Wirbelsäule injiziert, wodurch die Schmerzempfindung in bestimmten Körperbereichen stark gedämpft wird.

Dazu muß die Anästhesistin den Raum zwischen zwei Wirbeln finden. Das geht bei einem Rundrücken am leichtesten, dann ist das eine Sache von fünf Minuten. Melanie hat aber unglücklicherweise ein ausgeprägtes Hohlkreuz, darum muß sie in eine recht unbequeme Position wechseln, die einfach nicht hinhauen will. Die Hebamme und die Ärztin tun ihr möglichstes, schaffen es aber nicht, daß Melanie in der Position bleibt und beim Ansetzen der Nadel nicht zusammenzuckt. Verständlich, denn wenn mir jemand etwas ins Rückgrat stecken wollte, wär ich auch skeptisch. Dazu kommt auch noch die Wirkung der Wehen, die nicht gerade dazu animieren, ganz still dazusitzen.

Dementsprechend traut sich die Anästhesistin aber auch nicht, zu stechen. Ich werde mehrfach darauf hingewiesen, daß ich gerne rausgehen darf. Den Unterton, daß ich doch bitte auch rausgehen soll, überhöre ich gekonnt. Auch, wenn ich nichts produktives machen kann, will ich doch dabeibleiben.

Nach einigen Anläufen muß sogar die örtliche Betäubung, die dafür da ist, daß man das Setzen der eigentlichen PDA nicht spürt, wiederholt werden. Die Hebamme wird immer deutlicher in ihren Anweisungen, wechselt vom "Sie" zum "Du" - ohne Höflichkeitsform ist so ein Imperativ doch gleich energischer.

23:45 Uhr: Endlich hat's geklappt. Die Wehen sind mittlerweile sicher nicht leichter geworden, aber jetzt haben wir die Gewißheit, daß die PDA in einigen Minuten wirken wird und ab da alles viel einfacher ist. Die PDA war aber mit Sicherheit die bisher größte Tortur.

Um Mitternacht rum: Die PDA wirkt. Melanie liegt nicht mehr schmerzverzerrt und verkrampft auf der Liege, sondern schreibt ganz locker SMS und telephoniert.

Mehr als warten können wir nun nicht tun. Der Muttermund ist mittlerweile bei 4 cm.

1:30 Uhr: Wir einigen uns darauf, daß wir beide versuchen, ein bißchen zu schlafen; Melanie im Kreißsaal, da sie am CTG hängen muß. Ich gehe auf unser Zimmer und leg mich hin - hab ich schon erwähnt, daß so ein Familienzimmer richtig praktisch ist?

Schlafen kann ich natürlich nicht, aber es tut ganz gut, endlich mal ruhig daliegen zu können.

2:35 Uhr : Melanie schreibt mir eine SMS aus dem Kreißsaal: "Bist du wach?" Ich geh natürlich gleich zu ihr.

Ich erfahre, daß ihr Schambein möglicherweise etwas in den Geburtskanal hineinragt, was einen Kaiserschnitt möglich machen könnte. Maximilian macht auch noch keine Anstalten, weiter runterzurutschen. Immerhin, der Muttermund ist mittlerweile bei 7 cm angekommen.

Wir richten uns im Kreißsaal einigermaßen häuslich ein. Auf der Fensterbank reihen sich leere Getränkeflaschen, unsere Handys, die Kamera, verschiedene Broschüren (die ich nur teilweise gelesen, vor allem aber als Fächer verwendet habe), Taschen und Geldbeutel auf. Man will halt alles griffbereit haben.

4:15 Uhr: Die Hebamme sticht die Fruchtblase auf, um die Geburt zu beschleunigen. Das Fruchtwasser ist gar nicht so wenig wie befürchtet und noch absolut klar - ein gutes Zeichen. Außerdem wird der Wehentropf vorbereitet, um nachher die Preßwehen einzuleiten.

4:30 Uhr: "Unser" Frauenarzt kommt. Sehr beruhigend, noch ein vertrautes Gesicht dabeizuhaben.

4:45 Uhr: Der Wehentropf wird gestartet. Gleich wird's richtig losgehen.

5:00 Uhr: Maximilians Herztöne liegen konstant bei 145. Das könnte ein gutes oder ein schlechtes Zeichen sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird eine Blutprobe entnommen - und zwar von Maxi selber! Der Frauenarzt benutzt seltsam aussehende Instrumente, um unseren halb geborenen Sohn in den Kopf zu stechen und das Blut zu untersuchen. Diese Vorstellung hört sich für einen werdenden, gestreßten, hoffenden und bangenden Vater sicher noch deutlich brutaler an als für euch Leser jetzt. Aber es muß halt sein und das Ergebnis ist auch gleich recht beruhigend: Der pH-Wert liegt im grünen Bereich, alles in Ordnung.

Der Dialog zwischen mir und dem Arzt ist dabei richtig irreal: "Haben Sie da richtig den Kopf gesehen?" - "Ja, klar." - "Hat er viele Haare?" - "Ja, da waren schon ein paar." Er schaut in meine Frau rein und kann schon fast meinem Sohn in die Augen sehen...

5:15 Uhr: Die Preßwehen gehen los. Melanie soll einfach mal testweise pressen. Dazu nimmt sie mit angewinkelten Beinen ihr linkes Knie in beide Hände und drückt mit aller Kraft. Die Preßtechnik schaut seltsam aus, ist aber unglaublich effektiv. Hebamme und Arzt sind irgendwo zwischen positiv überrascht und geschockt, daß sich Maximilian schon unverkennbar auf den Weg macht.

Da Melanie trotz PDA sehr gut und zielgerichtet preßt, wird die Betäubung nicht, wie sonst üblich, abgestellt. Sie hat keine Schmerzen, nur ein starkes Druckgefühl. Der Arzt deutet ihr immer an, in welche Richtung sie pressen soll. Wirkt auf mich sehr komisch, aber es scheint erstaunlich gut zu funktionieren.

Arzt und Hebamme nutzen die Zeit zwischen zwei Wehen, um alle Instrumente vorzubereiten. Da die Wehen aber mittlerweile schon fast permanent aufeinander folgen, wird die Sache ziemlich hektisch.

5:25 Uhr: Die Herztöne fallen leicht ab, sind jetzt bei 100. Das ist noch nicht schlimm, aber ein Alarmsignal. Man will ja nichts riskieren, darum wird schnell die Saugglocke vorbereitet. Das Ding schaut ungefähr aus wie ein Badewannenstöpsel, an dem ein dünner Schlauch angeschlossen ist. Recht unscheinbar, aber Maxis Schlüssel zur Welt.

5:28 Uhr: Die Saugglocke wird an Maxis leicht behaartem, leicht zerstochenem Kopf angebracht. Melanie nimmt ihre ganze Kraft zusammen, preßt mit aller Kraft und bringt Maximilian zur Welt. Die Nabelschnur liegt etwas am Hals an, hat ihn aber nicht gewürgt. Ein kurzer, leiser Beschwerdeschrei, den man ihm nicht verübeln kann. Der Arzt saugt dem Baby Nase und Mund kurz aus und gibt ihn dann der Hebamme.

Mein Sohn. Wow.


Ein interessanter Bericht! Man, man, was man bei einer Geburt alles so durchmacht. Aber super, dass alles so gut geklappt hat und es dem kleinen gut geht.
Hat er eine dolle Beule am Kopf, wegen der Saugglocke??? Ich hoffe nicht und er erholt sich schnell davon!

LG und nochmal herzlichenGlückwunsch zu EUREM Sohn!
Sommerbaby
1209 Beiträge
03.07.2010 20:58
Zitat von sternenstaub_88:

huhu mädels
jaaaa 4:0 deutschland

boar bei uns ist es heute auch sooo heiß 37 grad
@sommerbaby... und wie geht es dir?? schon ein bissi stärkere wehen??
wer weiß vielleicht geht es ja heute nacht noch los
drück die daumen
@ anja ... wooooo bist duuuu???
haste schon entkugelt??? oder biste grade dabei???
@ me ... mir zieht es schon die ganze zeit im rücken und halt ein bissi in der leistengegend .. und mein kreislauf .. naja ist auch bissi verwirrt von der wärme
und sonst wie geht es euch????



es ist echt heiß draußen. ich war bei meiner mum und hab erstmal die beine in den pool gehalten... ANGENEHMES GEFÜHL!

naja, meine wehen sind nicht unbedingt doller geworden aber ich hab sie noch...
mal schauen, was wird. aber die sind noch sooooooo leicht. mag schmerzen haben!
ja genau, drück mal die daumen, denn ich mag meinen Julian jetzt haben! (wie schön, dass der geburtsmonat zum namen passt! ).

hab schon kalten selbstgemachten minztee getrunken...weil ich gehört habe, dass MINZE wehenfördernd sein soll. mal schauen. Vielleicht sollte ich auch noch Zimt essen....

lg

DorisT
103 Beiträge
03.07.2010 21:14
Zitat von Hummelchen:

Liebe Mamas,

ich schreibe hier im Namen meiner Frau, die sich leider gerade um unser Baby kümmern muß und daher nicht gar so viel Internetzeit übrig hat. Ihr geht es aber wirklich sehr gut (O-Ton von vorgestern: "Ich kann gar nicht glauben, daß ich vor ein paar Stunden ein Kind zur Welt gebracht hab.").

Maximilian macht sich, nachdem anfangs der Blutzucker etwas niedrig war und es ihn ziemlich gefroren hat, mittlerweile wunderbar. Er hat direkt nach der Geburt um die 100 Gramm abgenommen, gestern aber schon wieder fast 50 Gramm zugenommen. Anfangs hat ihm das Fruchtwasser in seinem Magen noch recht zu schaffen gemacht, er mußte oft erbrechen und hat auch die Milch nicht drinbehalten. Stattdessen benutzt er jetzt schon fleißig seine Windeln und Melanie wünscht sich manchmal, er würde nicht gar so heftig saugen, ist aber dem Erfinder der Stillhütchen sehr dankbar.

Damit ihr schon mal einen gewissen Eindruck habt, anbei mein Geburtsbericht. Schon bald wird Melanie hier aber wieder fleißig mitschreiben und dann ihre Erfahrungen zum besten geben.

Schöne Grüße aus dem Familienzimmer des Krankenhauses,

Thomas.

Hier meine Sicht auf Maximilians Geburt. Er ist jetzt schon gut 40 Stunden alt, der Bericht also nicht "live". Von daher stimmt vielleicht so manche Zeitangabe nicht mehr genau oder die Chronologie ist etwas durcheinander...

Montag, 16:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt. Ich bin etwas früher aus dem Büro gekommen und habe auf ein WM-Spiel (das Achtelfinale Niederlande - Slowakei, wenn ich mich recht erinnere) verzichtet, um dabei zu sein.

Melanie wird erstmal ans CTG ("Wehenschreiber" - ein Gerät, das über Elektroden die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und eventuelle Bauchkontraktionen der Mutter aufzeichnet) angeschlossen. Das ist noch unauffällig, Maximilians Puls liegt bei ca. 145, was ganz normal ist, Wehen sind noch keine zu sehen.

Dann gehen wir zum Arzt rein, Melanie wird beultraschallt. Mit Maximilian ist alles in Ordnung, das Fruchtwasser ist schon großteils verbraucht, der Muttermund 2 cm offen (bei der Geburt sind's dann 10 cm). Wir leiten am Mittwoch die Geburt ein. Okay...

Dienstag: Ein saublöder Tag. Eigentlich nur dazu da, um auf Mittwoch zu warten. Gepackt ist alles schon seit Wochen, also ist das nichts mehr zu tun. Und die Wohnung ist auch schon größtenteils für unsere Abwesenheit vorbereitet.

Mittwoch, ca. 4:00 Uhr: Wir sind beide wach, obwohl wir erst zwischen 8:00 und 8:30 Uhr in der Klinik sein müssen. Egal, schlafen können wir eh nicht mehr.

Irgendwann nach 4:00 Uhr: Ich schau nach draußen, es ist schon einigermaßen hell, der Himmel hat eine komische Farbe zwischen rosa und lila. Genauso unwirklich wie das, was heute auf uns zukommen soll.

6:30 Uhr: Der Wecker klingelt. Als ob wir den brauchen würden...

7:35 Uhr: Unser "Taxifahrer" (mein Vater) ist da. Wir wuchten unseren halben Hausstand in den Kofferraum und fahren Richtung Klinik.

Irgendwann um 8:00 Uhr rum: Wir sind da. Die Dame am Empfang weiß schon bescheid und leitet uns zur Entbindungsstation weiter.

Wir bestellen dort sofort das Familienzimmer, in dem nur Melanie und ich (und dann Maximilian) untergebracht sind. Das kostet ca. 80 Euro pro Nacht, ist aber unbedingt zu empfehlen (siehe unten).

Unmittelbar nach dem Einzug geht es in ein kleines Nebenzimmer zum abermaligen CTG. Immer noch nichts interessantes zu sehen.

9:30 Uhr: Die Geburtseinleitung beginnt. Es wird eine Dosis Gel auf den Muttermund geschmiert. Wie wir später erfahren werden, ist das noch nicht genug, um wirklich Wehen auszulösen. Allerdings kann man daran abschätzen, wie das Kind auf die Einleitung reagiert.

Wir freuen uns. Unser prognostizierter Zeitplan ging davon aus, daß es vor 10 Uhr nicht richtig losgehen wird. Dann würde, so meine Rechnung, irgendwann zwischen frühem Nachmittag und Abend die Geburt stattfinden. Von dieser Vorstellung bin ich relativ bald abgekommen.

Mittag/Nachmittag: Absolut nichts zu berichten. Das Gel hat noch gar nichts gebracht. Der Wehenschreiber gleicht - wie auch bisher - eher einer Linie als einer Sinuswelle.

Wir wechseln immer mal wieder zwischen unserem Zimmer und dem CTG. Es tut wirklich gut, daß wir uns da einigermaßen ins Private zurückziehen können und nicht Melanie in einem Dreibettzimmer zwischen zwei Fremden liegt und ich allenfalls geduldeter Gast bin. Wir essen, duschen, schauen "Cheers" auf meinem Laptop an und teilen der Familie mit, daß es nichts mitzuteilen gibt.

Einerseits sind wir angespannt, weil es jetzt dann ernst wird. Andererseits ist das alles noch so unspektakulär, weil es nicht vorangeht.

15:30 Uhr: Das zweite Gel wird aufgetragen. Diesmal die doppelte Dosis, da Maximilian beim ersten Mal ja keine Probleme hatte.

Spätnachmittag/Abend: Das zweite Gel hat genauso gewirkt wie das erste. Nichts passiert.

20:00 Uhr: Meine Frau verspürt ein leichtes Ziehen im Bauch. Heureka! Es geht los! In ein, zwei Stunden bin ich Vater! Spätestens!

Ein, zwei Stunden später: Aus dem leichten Ziehen wurde mittlerweile ein leichtes Ziehen. Die Hebamme schaut auf das CTG und äußert die vielversprechenden Worte: "Des is fei no nix gscheits." Übersetzt heißt das, daß ein leichtes Ziehen noch nicht zu den Wehen zählt, da der Muttermund nicht geweitet wird. Der ist immer noch bei 2 cm; soweit waren wir am Montag auch schon. Daher schaut sie sich den Muttermund jetzt erstmal gar nicht mehr an.

22:10 Uhr: Eigentlich sollten wir in 20 Minuten wieder zum CTG. Das schaffen wir aber nicht mehr, denn jetzt werden die Wehen richtig heftig. Melanie liegt neben mir im Bett und krümmt sich schon sehr eindeutig. Die Schmerzen kommen wie am Fließband; wenn mal zwei Minuten Pause zwischen zwei Schüben sind, ist das schon ein Segen.

Die diensthabende Hebamme schickt uns zum Treppensteigen. Manche Methoden ändern sich nie: Meine Mutter erzählt mir heute noch mit Grauen, wie sie damals stundenlang jede Stufe im Krankenhaus kennenlernen durfte.

22:30 Uhr: Wir sind vielleicht zwei Stockwerke gelaufen. Die Wehen sind mittlerweile so schlimm, daß ich Angst habe, Melanie fällt irgendwann die Treppen runter. Wir veratmen die letzte Wehe dieser Episode auf einem Treppenabsatz und nehmen den nächsten Aufzug zur Entbindungsstation.

Dort brauchen wir die Situation nicht groß zu erklären und die Hebamme spricht daraufhin den Satz, der die Nacht prägen sollte: "Welchen Kreißsaal wollen Sie denn?"

Kreißsaal - das ist für mich das Signalwort, daß es losgeht. Ich schwanke zwischen "Endlich!" und "Oh mein Gott, es geht los, ich kann's gar nicht glauben, es wird ernst, ich seh bald meinen Sohn".

Wir entscheiden uns für Kreißsaal 1. Den kennen wir schon vom Geburtsvorbereitungskurs. Da steht zum Gebären kein Bett, sondern eher eine vollautomatische Polsterlandschaft, die sich teilen, zusammenstellen, neigen, hoch und runter fahren und wegklappen läßt.

22:45 Uhr: Jetzt sind die Wehen sogar auf dem CTG sichtbar. Sie sind deutlich, aber brauchen die zur Verfügung stehende Skala noch überhaupt nicht auf. Das kann ja noch lustig werden...

23:15 Uhr: Melanie wird gefragt, ob sie eine PDA will. Bei dieser Periduralanästhesie wird ein Betäubungsmittel in die Wirbelsäule injiziert, wodurch die Schmerzempfindung in bestimmten Körperbereichen stark gedämpft wird.

Dazu muß die Anästhesistin den Raum zwischen zwei Wirbeln finden. Das geht bei einem Rundrücken am leichtesten, dann ist das eine Sache von fünf Minuten. Melanie hat aber unglücklicherweise ein ausgeprägtes Hohlkreuz, darum muß sie in eine recht unbequeme Position wechseln, die einfach nicht hinhauen will. Die Hebamme und die Ärztin tun ihr möglichstes, schaffen es aber nicht, daß Melanie in der Position bleibt und beim Ansetzen der Nadel nicht zusammenzuckt. Verständlich, denn wenn mir jemand etwas ins Rückgrat stecken wollte, wär ich auch skeptisch. Dazu kommt auch noch die Wirkung der Wehen, die nicht gerade dazu animieren, ganz still dazusitzen.

Dementsprechend traut sich die Anästhesistin aber auch nicht, zu stechen. Ich werde mehrfach darauf hingewiesen, daß ich gerne rausgehen darf. Den Unterton, daß ich doch bitte auch rausgehen soll, überhöre ich gekonnt. Auch, wenn ich nichts produktives machen kann, will ich doch dabeibleiben.

Nach einigen Anläufen muß sogar die örtliche Betäubung, die dafür da ist, daß man das Setzen der eigentlichen PDA nicht spürt, wiederholt werden. Die Hebamme wird immer deutlicher in ihren Anweisungen, wechselt vom "Sie" zum "Du" - ohne Höflichkeitsform ist so ein Imperativ doch gleich energischer.

23:45 Uhr: Endlich hat's geklappt. Die Wehen sind mittlerweile sicher nicht leichter geworden, aber jetzt haben wir die Gewißheit, daß die PDA in einigen Minuten wirken wird und ab da alles viel einfacher ist. Die PDA war aber mit Sicherheit die bisher größte Tortur.

Um Mitternacht rum: Die PDA wirkt. Melanie liegt nicht mehr schmerzverzerrt und verkrampft auf der Liege, sondern schreibt ganz locker SMS und telephoniert.

Mehr als warten können wir nun nicht tun. Der Muttermund ist mittlerweile bei 4 cm.

1:30 Uhr: Wir einigen uns darauf, daß wir beide versuchen, ein bißchen zu schlafen; Melanie im Kreißsaal, da sie am CTG hängen muß. Ich gehe auf unser Zimmer und leg mich hin - hab ich schon erwähnt, daß so ein Familienzimmer richtig praktisch ist?

Schlafen kann ich natürlich nicht, aber es tut ganz gut, endlich mal ruhig daliegen zu können.

2:35 Uhr : Melanie schreibt mir eine SMS aus dem Kreißsaal: "Bist du wach?" Ich geh natürlich gleich zu ihr.

Ich erfahre, daß ihr Schambein möglicherweise etwas in den Geburtskanal hineinragt, was einen Kaiserschnitt möglich machen könnte. Maximilian macht auch noch keine Anstalten, weiter runterzurutschen. Immerhin, der Muttermund ist mittlerweile bei 7 cm angekommen.

Wir richten uns im Kreißsaal einigermaßen häuslich ein. Auf der Fensterbank reihen sich leere Getränkeflaschen, unsere Handys, die Kamera, verschiedene Broschüren (die ich nur teilweise gelesen, vor allem aber als Fächer verwendet habe), Taschen und Geldbeutel auf. Man will halt alles griffbereit haben.

4:15 Uhr: Die Hebamme sticht die Fruchtblase auf, um die Geburt zu beschleunigen. Das Fruchtwasser ist gar nicht so wenig wie befürchtet und noch absolut klar - ein gutes Zeichen. Außerdem wird der Wehentropf vorbereitet, um nachher die Preßwehen einzuleiten.

4:30 Uhr: "Unser" Frauenarzt kommt. Sehr beruhigend, noch ein vertrautes Gesicht dabeizuhaben.

4:45 Uhr: Der Wehentropf wird gestartet. Gleich wird's richtig losgehen.

5:00 Uhr: Maximilians Herztöne liegen konstant bei 145. Das könnte ein gutes oder ein schlechtes Zeichen sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird eine Blutprobe entnommen - und zwar von Maxi selber! Der Frauenarzt benutzt seltsam aussehende Instrumente, um unseren halb geborenen Sohn in den Kopf zu stechen und das Blut zu untersuchen. Diese Vorstellung hört sich für einen werdenden, gestreßten, hoffenden und bangenden Vater sicher noch deutlich brutaler an als für euch Leser jetzt. Aber es muß halt sein und das Ergebnis ist auch gleich recht beruhigend: Der pH-Wert liegt im grünen Bereich, alles in Ordnung.

Der Dialog zwischen mir und dem Arzt ist dabei richtig irreal: "Haben Sie da richtig den Kopf gesehen?" - "Ja, klar." - "Hat er viele Haare?" - "Ja, da waren schon ein paar." Er schaut in meine Frau rein und kann schon fast meinem Sohn in die Augen sehen...

5:15 Uhr: Die Preßwehen gehen los. Melanie soll einfach mal testweise pressen. Dazu nimmt sie mit angewinkelten Beinen ihr linkes Knie in beide Hände und drückt mit aller Kraft. Die Preßtechnik schaut seltsam aus, ist aber unglaublich effektiv. Hebamme und Arzt sind irgendwo zwischen positiv überrascht und geschockt, daß sich Maximilian schon unverkennbar auf den Weg macht.

Da Melanie trotz PDA sehr gut und zielgerichtet preßt, wird die Betäubung nicht, wie sonst üblich, abgestellt. Sie hat keine Schmerzen, nur ein starkes Druckgefühl. Der Arzt deutet ihr immer an, in welche Richtung sie pressen soll. Wirkt auf mich sehr komisch, aber es scheint erstaunlich gut zu funktionieren.

Arzt und Hebamme nutzen die Zeit zwischen zwei Wehen, um alle Instrumente vorzubereiten. Da die Wehen aber mittlerweile schon fast permanent aufeinander folgen, wird die Sache ziemlich hektisch.

5:25 Uhr: Die Herztöne fallen leicht ab, sind jetzt bei 100. Das ist noch nicht schlimm, aber ein Alarmsignal. Man will ja nichts riskieren, darum wird schnell die Saugglocke vorbereitet. Das Ding schaut ungefähr aus wie ein Badewannenstöpsel, an dem ein dünner Schlauch angeschlossen ist. Recht unscheinbar, aber Maxis Schlüssel zur Welt.

5:28 Uhr: Die Saugglocke wird an Maxis leicht behaartem, leicht zerstochenem Kopf angebracht. Melanie nimmt ihre ganze Kraft zusammen, preßt mit aller Kraft und bringt Maximilian zur Welt. Die Nabelschnur liegt etwas am Hals an, hat ihn aber nicht gewürgt. Ein kurzer, leiser Beschwerdeschrei, den man ihm nicht verübeln kann. Der Arzt saugt dem Baby Nase und Mund kurz aus und gibt ihn dann der Hebamme.

Mein Sohn. Wow.


Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Maximilian.
Toller Bericht, Thomas. Und aus der Sicht eines Mannes wirklich mal was anderes und sehr spannden.
Und ja, ein Familienzimmer kann ich auch nur wärmstens empfehlen. Ich war so froh, nur mit meinem Mann und Jannik im Zimmer zu sein.
03.07.2010 21:18
An den Herrn Hummel hab mich über einige formulierungen köstlich amüsiert, danke für diesen schönen Bericht aus der Sicht eines Papay, ich werde diesen auch von meinem Freund lesen lassen.
Und natürlich alles erdenklich gute für euch drei, das habt ihr toll gemacht
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