Mütter- und Schwangerenforum

Ich möchte über Abtreibung sprechen

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Obsidian
15967 Beiträge
16.05.2015 08:00
Ich weiß, dass bei kaum einem anderen Thema die Meinungen so auseinander und ins Extreme gehen. Ich würde da gerne mal ein bisschen was…sagen wir mal objektiv gehaltenes von euch hören, denn ich gestehe hiermit: Ich bin 36 Jahre alt und habe keine Meinung zur Abtreibung.

Ich hab noch nie jemand gekannt, der eine hatte, bzw. der davon erzählt hätte. Ich selbst habe mit 24 mal die Pille danach genommen, näher war ich noch nie am Thema dran. Nun lese ich hier im Forum ständig was dazu, mal als Hauptthema, mal als Nebenthema bei anderen Problemen und ich denke immer wieder viel darüber nach…
Abtreibung ist Mord, wird gerufen.

Ist Abtreibung Mord? Wenn ja, ab wann?

Mord heißt, dass ich wissentlich und willentlich und mit Vorsatz ein anderes Leben vernichte. Ok, verstanden. Aber anscheinend werden da ja Abstriche gemacht.

Der Metzger darf ein Schwein „ermorden“, der Förster Rehe schießen, ich darf einen todkranken Goldfisch erlösen und ich darf eine Spinne, die sich in mein Bad verirrt töten – ohne Konsequenz für mich, für den Metzger, für den Förster. Nichtmal moralische Konsequenzen bleiben (Ich bin da arachnophob eingestellt, bitte um Verzeihung)

Nun aber: Wird ein Zellgebilde in der, sagen wir mal, 6. oder 7. Schwangerschaftswoche durch eine Abtreibung vernichtet, so reagiert der Mensch ganz anders.
Warum?
Weil es hier um die eigene Rasse geht? Reagiert man schonmal grundsätzlich anders, wenn die eigene Spezies an die Reihe kommt? Sicherlich.

Weil das, was entsteht, ein süßes kleines Baby werden würde/könnte? Geht es um das Potential des Vernichteten?

Im Falle der Eltern, weil das, was hier „abgetrieben“ wird, das eigene Genmaterial ist?

Sagen wir mal ganz sachlich, wer ist weiter entwickelt im Moment seiner Auslöschung, die Spinne in meinem Bad oder die Zellmasse in der 6. SSW? Beide haben (noch) nicht die Fähigkeit, sich ihrer selbst bewußt zu sein, sind (noch) nicht intelligent im Sinne, wie wir es unserer Rasse zugestehen, allerdings ist die Spinne fähig, Schmerz zu empfinden. Sie läuft, jagt, frißt, lebt in jeder Hinsicht.

Ich kann allerdings nicht leugnen, dass es da dann auch bei mir mit der Sachlichkeit aufhört. Ich muss mir quasi aktiv ins Gedächtnis rufen, dass der Embryo in dieser frühen Phase kein klitzekleines perfektes Baby mit Kulleraugen ist. Es ist bohnengroßes Zellmaterial mit dem Potential, dieses Baby zu werden. Es denkt nicht, es fühlt nicht. Der vielfach romantisch besungene „Herzschlag“, den man zu dieser Zeit das erste Mal bestaunt, ist nur elektrische Energie in einigen spezialisierten Zellen, kein Miniherzchen, das da vor sich hin bumpert.

Also – ist Abtreibung Mord? Tötung?

Das zweite, worüber ich nachdenke, um die Frage obendrüber zu differenzieren: Ab wann beginnt das, was da wächst, ein so vollwertiger Mensch zu sein, dass das Wort Mord wirklich gerechtfertigt wäre?
Seine DNA sagt: Ich bin ein Mensch. Von Anfang an.
Ab wann beginnt das Auslöschen dieses neuen Lebens für uns unerträglich zu werden, wo fängt das für euch an? Ab der ersten Zelle? Ab der 1043. Zellteilung? Ab dann, wenn die Leber sich differenziert? Ab da, wo die erste elektrische Aktivität in den ersten Herzmuskelzellen beginnt? Ab der 12. Woche? Ab da, wo die erste unwillkürliche Bewegung stattfindet? Dann, wenn es sehen, hören, fühlen kann? Dann dürfte es wohl zu spät sein, für jeden, oder? Aber wo haben wir den Punkt dann auf diesem Weg verpasst?

Würde ich abtreiben? Könnte ich abtreiben? Könnte ich Leben vernichten, das zu meinem Genpool gehört, das von mir selbst abstammt, das in mir wächst? Ist es die nahe körperliche Verbindung, die es schwer macht? Könnten wir einen Embryo in einem Reagenzglas leichter töten?

Ich denke da jetzt schon sehr lange drüber nach…ich würde mich über ein bisschen Input wirklich freuen….
Lea2015
948 Beiträge
16.05.2015 08:14
Guten Morgen ,

ich könnte nicht abtreiben, für mich wäre es Mord von der ersten Zelle an aber das ist mein empfinden.
Ich verurteile keine Frau die abgetrieben hat aber wie gesagt ich könnte es nicht .
Aber hier stellt sich ja grundsätzlich die Frage (wie du schon erwähnst) Was ist Leben ?
Ein Erwachsener Mensch der im Altenheim langsam vor sich her stirbt... warum kann / darf man ihn nicht erlösen, viele alte Menschen dürfen nicht gehen und wenn sie noch so sehr wollen.
Eine Freundin hat vor Jahren abgetrieben, sie macht sich bis heute Vorwürfe aber sie sagt auch es war besser so. Ich bin froh diese Entscheidung niemals treffen zu müssen, ich würde mein Kind bekommen auch wenn es behindert wäre, wie gesagt ich könnte das nicht.
Ich finde Gott gibt und Gott nimmt Leben!

LG
16.05.2015 08:18
In meinen Augen ist Abtreibung nur dann Mord, wenn man es aus niederen Beweggründen tut. ("Es ist ein Mädchen.") Das und Abtreibung als Verhütung sind die einzigen Dinge, die ich verurteile.

Es gibt so viele - auch Gute - Gründe für eine Abtreibung. Und ich würde auch sagen, das 90% der Frauen, die abtreiben, dies nicht leichtfertig tun. Jede hat ihre Gründe es zu tun. Es verfolgt einen häufig recht lange.

Ich hab schon so viel Kinderleid gesehen, bei dem ich dachte: Eine Abtreibung wäre menschlicher gewesen.

Ich bin froh, dass wir (noch?) in einer Welt leben, in der Frauen eine Abtreibung nicht mit einem Kleiderbügel in einem Keller machen müssen und dann elendig an einer Sepsis zu Grunde gehen.
sushimum
10504 Beiträge
16.05.2015 08:27
Huii echt ein ziemlich schwieriges thema ..
Ich bin ehrlich ich verurteile an sich keine abtreibung es sei denn es wird bei den menschen zum Sport, wenn also z.b nach angenommen 2 abtreibungen einer Frau diese immer noch nicht richtig verhütet aus Bequemlichkeit oder was weiß ich.. und dann das 3te mal usw abtreibt halte ich davon gar nichts.. denn abtreibung ist schließlich keine verhütungsmethode.
Wenn eine Frau oder eine Familie hier aber in eine notsituation gelangt sich um die verhütung gekümmert hat und es ist dennoch was schief gegangen.. diese familie hat z.b schon 2,3 kinder ..oder sind schon anfang 40 bzw erst 17 oder wie auch immer und haben für sich beschlossen wir schaffen das nicht.. dann steht das dieser person frei meiner meinung, denn es ist keinem geholfen wenn das baby auf der welt ist und die Familie/Mutter so überfordert ist das das Kind opfer von vernachlässigung oder sogar misshandlung wäre.

Ich selber könnte nicht abtreiben ab positivem Schwangerschaftstest ist für mich klar da wächst ein kleiner mensch in mir .. ich muss nur meine Tochter begutachten oder andere kleine babys und kleinkinder wie sie morgens lachend am bett stehen die arme ausstrecken und ihre Mama dabei rufen und ich könnte bei dem Thema für mich selber nicht sachlich bleiben.
Karamell90
290 Beiträge
16.05.2015 08:31
Zitat von Manveri:

In meinen Augen ist Abtreibung nur dann Mord, wenn man es aus niederen Beweggründen tut. ("Es ist ein Mädchen.") Das und Abtreibung als Verhütung sind die einzigen Dinge, die ich verurteile.

Es gibt so viele - auch Gute - Gründe für eine Abtreibung. Und ich würde auch sagen, das 90% der Frauen, die abtreiben, dies nicht leichtfertig tun. Jede hat ihre Gründe es zu tun. Es verfolgt einen häufig recht lange.

Ich hab schon so viel Kinderleid gesehen, bei dem ich dachte: Eine Abtreibung wäre menschlicher gewesen.

Ich bin froh, dass wir (noch?) in einer Welt leben, in der Frauen eine Abtreibung nicht mit einem Kleiderbügel in einem Keller machen müssen und dann elendig an einer Sepsis zu Grunde gehen.


teile ich voll und ganz diese meinung.

habe gestern erst gelesen, dass eine 10 jährige (land vergessen) von ihrem stiefvater geschwängert wurde. das land/regierung und die kirche verbieten in diesem fall eine abtreibung. viele frauen, die sich gegen die 'gesetze' stellen, landen bei pfuschern und sterben nicht selten, oder landen direkt im gefängnis (selbst fehlgeburten können dort als abtreibung gewertet werden - in dem fall auch gefängnis)..

16.05.2015 08:36
Hmmm....
Ich muss gestehen, dass ich mir nie die Frage gestellt habe, ob Abtreibung Mord ist oder nicht. Denn grundsätzlich ist es mir egal, wie andere das halten. Ich muss weder mit der Psychischen Belastung einer Abtreibung klarkommen, noch mit der Belastung eines zusätzlichen ggf. unerwünschten Kindes.
Mir tun die Frauen leid, die sich in eine Abtreibung drängen lassen, weil ein Mann das so verlangt, da ich mir vorstellen kann, wie es möglicherweise ihr zukünftiges leben belastet... aber sonst? Es ist doch nicht mein leben

Was die bestehenden Grenzen angeht, halte ich sie auch für arg willkürlich. Mein Bezug zu Kindern fängt aber zugegeben auch erst mit der Geburt an... also körperlich betrachtet

Ich für mich selbst könnte grundsätzlich nicht abtreiben. Wenn ein Kind sich einschleicht, habe ich ja entweder geschlampt oder diese kleine Seele wollte zu mir... sei es, um auf der Erde zu inkarnieren oder um mir eine Erfahrung zu bringen, die ich mir vor der Inkarnation gesucht habe. Hier Abzutreiben wäre für mich ein Eingriff in einen Plan, der seinen Sinn hat.. und das kommt für mich nicht in Frage Körperlich ists in der 6. Woche oder so nur ein Haufen zellen, der sich aufbaut... aber die kleine Seele ist ggf. schon viel länger bei mir... das könnte ich nicht unterbinden.

Wie geschrieben: mir ist egal, wie andere es halten... für mich selbst jedoch gibt es keinerlei grund, eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden...
16.05.2015 08:41
Mir geht's ähnlich wie dir, Obsidian. Ich tu mir auch schwer, einen konkreten Zeitpunkt zu finden, ab dem ich ein heranwachsendes Leben definiere. Da muss man auch strikt die emotionale Ebene von der Sachebene trennen und das ist schwer.
Für mich war Schnappi ab dem Moment mein Baby, da ich sie bewusst per Ultraschall wahrgenommen habe. Da ging irgendwie eine Schranke zu und alles in mir hat umgestellt auf "Beschützen". Aber das als Maxime zu nehmen, um eine allgemeingültige Meinung zu formen, wäre Blödsinn.

Ich muss aber auch sagen, dass für mich der Aspekt "Mord" nicht komplett im Vordergrund steht. Leider bin ich schon einigen Menschen begegnet, deren Leben von ihren Erzeugern völlig vermurkst wurde. Wo ein Schneeballsystem von Leid ins Leben gerufen wurde, das sich über Generationen fortgesetzt hat. Und da gehe ich ganz mit Prof. Dumbledore und postuliere, dass es Schlimmeres gibt als den Tod, hoffnungsvoll, dass diese meine Meinung hier nicht als Rechtfertigung für Euthanasie pervertiert wird. (Kenne MC ja schon ne Weile lang...)
Ja, jedes Leben ist lebenswert. Dabei geht es aber um alle beteiligten Leben. Wenn ein sehr negativer Weg bevorstünde und Leben zerstört würden, finde ich eine Abtreibung durchaus eine Option. Klar gibt es auch die Möglichkeit einer Adoption, aber das ist doch ein wirklich sehr, sehr schwerer Weg, den nicht jeder gehen kann. V.a. wenn man den körperlichen Aspekt mitbetrachtet.
Es wird immer davon ausgegangen, dass eine Frau, die abtreibt, leichtsinnig und herzlos ist, aber ich denke, dass es nur sehr wenig Frauen gibt, die leichtfertig mit dieser Entscheidung umgehen. Denn man darf nicht vergessen, dass man gegen die Hormone und gegen die Intuition anentscheiden muss. Da gehört entweder viel Verdrängung oder viel Schmerz dazu, wobei Verdrängung den Schmerz eher verschiebt als aufhebt. (Eine Freundin von mir, die mal abgetrieben hat, hatte ein Jahr später einen üblen Zusammenbruch.)
Auch dieses Argument mit der Verhütung ist mir zu abgedroschen. Immer wird auf den Leuten rumgehackt, wie naiv sie doch wären und dass man nur poppen sollte, wenn man mit den Konsequenzen leben kann usw. Genau die selben Leute verhüten dann nach Nachfrage mit Kondomen und halten das für sicher. Klar, meist steckt ein Verhütungsfehler hinter einer unerwarteten Schwangerschaft. Es geht aber auch anders. Ein Großcousin von mir ist trotz Sterilisation der Mutter entstanden. Ist sehr selten, kann aber auch passieren.
Aber selbst wenn man postuliert, dass die Leute selbst schuld sind, finde ich es kurzsichtig zu sagen: Das Kind sollte das nicht ausbaden müssen, was ihr verbockt habt. Das Kind wird es vermutlich so und so ausbaden. Wie alle anderen Beteiligten halt auch. Eine Familie ist ein System, da passiert immer alles gemeinsam auf irgendeine Art und Weise. Und die Frage ist halt immer, ob man das Kind wirklich besser schützt wenn man sich dafür entscheidet. Das können nur die beurteilen, die in der Situation drinstecken und auch nur mit viel neutraler Unterstützung. Von daher hüte ich mich, für irgendjemand anderen als mich irgendeine auch nur irgendwie geartete Meinung zu haben. Das wäre mir zu vermessen.

So, jetzt habe ich wahrscheinlich so lange gebraucht, dass mein Post total veraltet ist. Aber bei dem Thema mache ich sicherlich keinen Hauruck-Post.
16.05.2015 08:43
Zitat von Manveri:

In meinen Augen ist Abtreibung nur dann Mord, wenn man es aus niederen Beweggründen tut. ("Es ist ein Mädchen.") Das und Abtreibung als Verhütung sind die einzigen Dinge, die ich verurteile.

Es gibt so viele - auch Gute - Gründe für eine Abtreibung. Und ich würde auch sagen, das 90% der Frauen, die abtreiben, dies nicht leichtfertig tun. Jede hat ihre Gründe es zu tun. Es verfolgt einen häufig recht lange.

Ich hab schon so viel Kinderleid gesehen, bei dem ich dachte: Eine Abtreibung wäre menschlicher gewesen.

Ich bin froh, dass wir (noch?) in einer Welt leben, in der Frauen eine Abtreibung nicht mit einem Kleiderbügel in einem Keller machen müssen und dann elendig an einer Sepsis zu Grunde gehen.

Mich beschämt immer wieder, wie wenig Worte du brauchst, um etwas ziemlich genau auf den Punkt zu bringen.
16.05.2015 08:56
Also ich habe mich mit dem Thema Abtreibung intensiv beschäftigt wie ich mit meiner kleinen schwanger war. Laut meines damaligen Arztes konnte ich nicht mehr schwanger werden, dass ei wäre zwar befruchtest aber durch angebliche narben in der Gebärmutter nicht einnistbar. (Lange Vorgeschichte möchte auch nicht tiefer gehen) habe anschließend 2 jahre nicht verhütet und angefangen Milchbauern meine berufliche Zukunft zu versteifen und kariere machen zu wollen, wie ich dann nach 2 Jahren doch unerwartet schwanger wurde. Genau zu der Zeit wo meine Ausbildung anfangen sollte. Ich war natürlich erstmal geschockt wie das jetzt doch ging, etc. hatte viele Gespräche mit Berufsberaterin, profamilia etc. mir wurde damals auch von der Berufsberaterin gedroht wenn ich nicht abtreibe versaut sie mir meine berufliche Zukunft. Ich habe wochenlang geweint, bis ich dass Herzchen gesehen habe. Da könnte ich und wollte ich nicht abtreiben ich hatte schließlich auch Familie im Rücken die mich unterstützen und vom JA ne Betreuerin diemir mit allem egal was unter die arme gegriffen hat. Im 4 Monat dann, als wir erfahren habe es wird ein Mädchen hat mein Ex der kindserzeuger gewollt ich treibe ab, hab ich nicht. Und ich muss sagen es war die beste Entscheidung meines Lebens auch wenn es manchmal anstrengend ist und ich teilweise am verzweifeln bin weil ich nicht mehr weiter weis, ich würde nie nie wieder über eine Abtreibung nachdeneken (aus aus eventuellen gesundheitlichen Gründen). Muss dazusagen damals wie ich mir ihr schwanger war war ich gerade 17 geworden bin heute 18 und bekomme in paar Monaten mein Wunschkind.

Ich weis aber nicht wie ic reagieren würde wenn jemand anderes abtreibt weil das kind grade nicht passt also zb in so einer Situation wie es bei mir war, oder anderes.
Vanellope
15560 Beiträge
16.05.2015 09:07
Zitat von Vollblutmami:

Also ich habe mich mit dem Thema Abtreibung intensiv beschäftigt wie ich mit meiner kleinen schwanger war. Laut meines damaligen Arztes konnte ich nicht mehr schwanger werden, dass ei wäre zwar befruchtest aber durch angebliche narben in der Gebärmutter nicht einnistbar. (Lange Vorgeschichte möchte auch nicht tiefer gehen) habe anschließend 2 jahre nicht verhütet ..
..
.

. Muss dazusagen damals wie ich mir ihr schwanger war war ich gerade 17 geworden bin heute 18 und bekomme in paar Monaten mein Wunschkind.


Mal ot. Hast du da irgendwie nen zahlendreher drin?
Vanellope
15560 Beiträge
16.05.2015 09:15
Bin begeistert, wie neutral hier bisher geschrieben wird.
Da für mich selbst eine fehlgeburt vor der 12. Woche keine ist ,wäre eine Abtreibung für mich bis dahin auch vertretbar.
Aber wie andere schon schrieben nicht als verhütungsersatz.

Eine Freundin von mir hat vor 2,5 Jahren abgetrieben. Ich habe sie zum Termin und zur voruntersuchung gefahren. Es wäre mein patenkind geworden, aber es bestand plötzlich keine andere sinnvolle Option mehr. zum errechneten et denken wir mal dran und Trinken ein Gläschen Sekt. Aber ansonsten belastet es uns ( und im besonderen meine Freundin) nicht wirklich.
khaleesi
3596 Beiträge
16.05.2015 09:18
Ob Mord oder nicht würde ich eher von den Beweggründen abmachen. Obwohl ich noch nie gedacht habe "MÖRDERRR". Eher hinterlässt es ein ganz bitteren Beigeschmack und mir wird es zunehmend schwer die Person zu respektieren,... ja ich kenne leider viele Personen die abtrieben und keine hatte einen für mich nachvollziehbaren Grund. Belief sich auf Banalitäten wie falscher Zeitpunkt, falscher Partner...

Generell würde ich mich als verständnisvoll bezeichnen, aber es gibt dinge da kann ich nicht aus meiner Haut. 2010 habe ich mit einer sehr guten Freundin gebrochen. 2007 hatte sie eine Abtreibung, ständig ist sienin Tränen ausgebrochen, hat sehr "gelitten" und tat mir wahnsinnig leid. 2009 bekamen wir beide unsere Kinder, beide ungeplant. Anfang 2010 wurde sie wieder Schwanger und hat wieder abgetrieben, das hat unsere Freundschaft schon etwas angeknackst. Ich fing an sie zu hinterfragen, viele Dinge kamen mir plötzlich so falsch vor, habe mich aber dennoch mit Vorwürfen halbwegs zurückgehalten. 3 Monate später war Madame wieder schwanger..... und behielt gezwungenermaßen das Kind, erneut abtreiben wäre ja auch langsam peinlich(intepretier ich mal so frei, ausgesprochen hat sie es nicht). In der 8ten ssw habe ich sie zum Arzt begleitet, das Herz schlug nicht mehr. Und der Nervenzusammenbruch ihrerseits hat mir den Rest gegeben, ich bin wortlos gegangen und seit dem haben wir keinen einzigen Kontakt mehr gehabt. Manchmal tut es mir leid wie ich gegangen bin, nicht dass ich gegangen bin aber, das war irgendwie ein schlechter Zeitpunkt

Meine Meinung zum Thema hat diese Geschichte sehr getrübt, aber das ist mein "Problem" wie bei allen Sachen die richtig sind oder sein können, gibt es Menschen die keine Grenzen kennen und ein schlechtes Bild auf auch alle anderen werfen.
Abtreibung ist nicht gleich Abtreibung mMn. nur das zu filtern ist schwer.
16.05.2015 09:19
Zitat von Mamota:

Zitat von Manveri:

In meinen Augen ist Abtreibung nur dann Mord, wenn man es aus niederen Beweggründen tut. ("Es ist ein Mädchen.") Das und Abtreibung als Verhütung sind die einzigen Dinge, die ich verurteile.

Es gibt so viele - auch Gute - Gründe für eine Abtreibung. Und ich würde auch sagen, das 90% der Frauen, die abtreiben, dies nicht leichtfertig tun. Jede hat ihre Gründe es zu tun. Es verfolgt einen häufig recht lange.

Ich hab schon so viel Kinderleid gesehen, bei dem ich dachte: Eine Abtreibung wäre menschlicher gewesen.

Ich bin froh, dass wir (noch?) in einer Welt leben, in der Frauen eine Abtreibung nicht mit einem Kleiderbügel in einem Keller machen müssen und dann elendig an einer Sepsis zu Grunde gehen.

Mich beschämt immer wieder, wie wenig Worte du brauchst, um etwas ziemlich genau auf den Punkt zu bringen.


Mich beschämt immer, dass du das, was ich sagen will, immer viel eloquenter und ausführlicher ausdrückst.
KratzeKatze
6125 Beiträge
16.05.2015 09:21
ich habe eine ganz klar Meinung zum Thema Abtreibung.
ich selber würde nie im leben abtreiben. einzige Ausnahme wäre, das kind ist nachweislich behindert.

trotzdem kann ich verstehen, das sich Frauen unter gewissen umständen zu einem Abbruch entscheiden und verurteile das nicht.

was ich nie tolerieren werde, ist einen Abbruch als verhütungsmethode zu benutzen. auch das habe ich leider im Bekanntenkreis schon erlebt.
cooky
12602 Beiträge
16.05.2015 09:22
Zitat von sushimum:

Huii echt ein ziemlich schwieriges thema ..
Ich bin ehrlich ich verurteile an sich keine abtreibung es sei denn es wird bei den menschen zum Sport, wenn also z.b nach angenommen 2 abtreibungen einer Frau diese immer noch nicht richtig verhütet aus Bequemlichkeit oder was weiß ich.. und dann das 3te mal usw abtreibt halte ich davon gar nichts.. denn abtreibung ist schließlich keine verhütungsmethode.



Dass man Abtreibung nicht als Verhütungsmittel sehen sollte, da hast du natürlich recht.
Ich frag mich nur, wie hoch ist der Prozentsatz solcher Abtreibungen. Natürlich gibt es diese Fälle. Und es wird ja auch oft als Gegenargument genannt. Allerdings denke ich doch, dass der Großteil der Abtreibungen nicht eine solche Vorgeschichte hat, sondern dahinter die Zerrissenheit einer Frau/eines Paares steht, dem die Entscheidung nicht unbedingt leicht gefallen ist.
Ist aber nur eine prozentuale Vermutung
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